Vermutlich diente der Ort Durchreisenden als Rastplatz. Sein erstes Rathaus, ein Fachwerkhaus, fiel 1575 einem Brand zum Opfer. Dreißig Jahre später entstand das heutige Alte Rathaus, in das Teile des alten Gebäudes mitverbaut wurden. Seit 1605 diente dieses Haus viele Jahre als Schul- und Spillhaus. Der Begriff „Spil- oder Spillhaus“ war die Bezeichnung für ein öffentliches Haus, in dem die Veran
twortlichen über wichtige, die Gemeinde betreffende Themen „zu Rate ginge“. Diese später auch als Rathaus bezeichneten Gebäude hatten im Allgemeinen multifunktionalen Charakter. So wurde auch das Holzhäuser Rathaus in den vergangenen 400 Jahren als Huldigungsort für Ortsherren, als Gerichtsstätte, als Schulraum mit Lehrerwohnung und katholischer Gottesdienstraum genutzt. Hier wurde gelehrt, beraten und gerichtet. Im Obergeschoss befanden sich Schule und Lehrerwohnung, das Untergeschoss blieb dem „Hohen Rügegericht“ vorbehalten. Von 1712 bis zur Fertigstellung der katholischen Kirche im Jahre 1718 ließ Freyherr von Ingelheim den Rathaussaal als katholischen Gottesdienstraum herrichten. Jahrhundert wurde dieser wieder als Schule genutzt. Außerdem fanden seit Erbauung des Hauses alle Gerätschaften die Eigentume der Gemeinde waren, von Waffen bis hin zu den bescheidenen Feuerlöschgeräten, hier ihren Platz. So dienste die untere Halle des Rathauses bis zur Einweihung des neuen Feuerwehrhauses in der Webergasse im September 1980 auch als „Spritzenhaus“. Nach einer Instandsetzung im Jahr 1937/38 wurde das Alte Rathaus eigentlicher Sitz des Bürgermeisters und der Gemeindeverwaltung. Als die Räume 1971 nicht mehr ausreichten zog die Gemeindeverwaltung aus und die Jugendlichen mit Ihrem Jugendzentrum ein. Von 1978 bis 2003 schien das denkmalgeschützte Haus ideal für ein historisches Archiv. Nach dem Auszug der Archivalien in ein gemeinsames Stadtarchiv 2003, stand das Haus zunächst leer. Um den leerstehenden schönen alten Rathausbau zu retten, wurde am 11. Januar 2005 der Verein Altes Rathaus Burgholzhausen e.V. gegründet. Sein Ziel ist seither die Erhaltung und Renovierung des Gebäudes, das mittlerweile wieder ein kommunikativer und geselliger Mittelpunkt des Stadtteils geworden ist.