14/01/2026
In „Human Landscapes #1“ untersucht die Compagnie LaPerformance die Ambivalenz des Menschen zwischen Natur und konstruiertem Raum, zwischen dem eigenen Ich und den erschaffenen Rollen – insbesondere im Hinblick auf das biologische und soziale Geschlecht der Frau, die in allen Gesellschaften eine prägende Position einnimmt.
Performance & Entwicklung I Alice Gartenschläger, Olivia Maridjan-Koop, Zina Vaessen
Künstlerische Leitung I Julie Jaffrennou
Bühnenbild I Maurice Korbel
Kostümbild I Domitile Guinchard
Musik Komposition I Paul Norman
Produktionsleitung & Social Media I Tjadke Biallowons
Drei Frauen durchwandern einen Raum, der wie ein aufgeschlagenes Innenleben wirkt:
ein Wohnzimmer, in das Sägespäne rieseln; ein Käfig, der sich in Ästen verstrickt; ein Ort, an dem Häuslichkeit und Wildheit ineinander fallen.
Sie verweilen, tasten, behaupten ihr Dasein ohne Drang zur Geste. Es ist ein langsames Wandern durch intime und widersprüchliche Zonen des Frauseins: Zärtlichkeit, Aufruhr, leichte Spiele, schwere Spiele. Nähe entsteht und verflüchtigt sich. Territorien öffnen sich, verschieben sich, lösen sich auf.
Im Hintergrund ihrer Handlungen schimmert das Wesen der Tiere, die sie begleitet haben: die stille Gelassenheit der Murmeltiere, die zarte Unsicherheit des Rehs, die erdige Wucht des Bären, die ungezähmte Freiheit der Raubtiere. Es sind keine Rollen, sondern vielmehr ein leises Echo, das in den Körpern widerhallt.
Die Pelzmäntel der Performerinnen werden zum Symbol ihrer Doppelheit: sie sind roh und kultiviert zugleich, geben Schutz und haben Anspruch, sind eine Spur von Natur und eine Spur von Gesellschaft. Getragen, abgelegt, geteilt – ein Fell, das fragt, wer wir sind, wenn wir nichts vorgeben müssen.
Es entsteht ein kaleidoskopisches Zusammensein, ein langsames Öffnen und Verstummen, ein Raum, der sich zur Landschaft formt, in dem Leben nicht gespielt, sondern ausgeatmet wird.
maridjan.koop