09/10/2026
+++Veranstaltung+++
Globale Verteilungskämpfe und Migrationsabwehr – Mit Gilda Sahebi, Birgit Glorius und Alexander Kern
22. Oktober 2026, 19 Uhr
Mousonturm, Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main
In der Reihe »Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus« des Instituts für Sozialforschung in Kooperation mit dem Künstler*innenhaus Mousonturm.
Migrationsabwehr ist gegenwärtig ein zentraler Auslöser von autoritären Transformationsprozessen innerhalb liberaler Demokratien. Das Ziel, Migrant:innen abzuschrecken, zu vergrämen oder abzuschieben, ist nicht nur grundlegend für Wahlerfolge rechts*xtremer und/oder autoritär-populistischer Parteien. Es motiviert auch demokratische Parteien, grundgesetzliche Garantien oder rechtsstaatliche Prinzipien außer Kraft zu setzen. Konflikte um Migration stellen daher eine akute Herausforderung für demokratische Strukturen dar. Sie haben das Potential, bestehende Ungleichheitsverhältnisse zu verschärfen und Demokratie grundsätzlich zu gefährden.
Bei der Veranstaltung werden die Ergebnisse des Forschungsprojektes präsentiert und der Frage nachgegangen, wie Konflikte um das Migrationsgeschehen und Strategien der Migrationsabwehr durch globale Verteilungskämpfe geprägt sind.
Eine Veranstaltungsreihe von Institut für Sozialforschung und dem Künstler*innenhaus Mousonturm
Gegenwärtig wird sichtbar, was sich schon lange abzeichnete: Politische Kräfte, die neoliberale Politiken mit autoritären Anrufungen verknüpfen, rücken zunehmend zusammen und bilden Allianzen. Die Veranstaltungsreihe »Aspekte des neuen Autoritarismus« nimmt diese Konvergenz in den Blick, die nicht nur soziale Ungleichheiten vertieft, sondern auch demokratische Strukturen zunehmend untergräbt und für viele Menschen eine unmittelbare Bedrohung bedeutet.
Während der Neoliberalismus eine Gesellschaft des Wettbewerbs und der Entsicherung schafft, proklamiert der Autoritarismus einfache Feindbilder und rigide Ordnungen. Gemeinsam erzeugen sie ein gesellschaftliches Klima, das demokratische Prinzipien wie Menschenwürde und Grundrechte zunehmend unter Druck setzt. Die autoritär-neoliberale Allianz ist freilich kein Zufall, sie ist Ausdruck struktureller Dynamiken des Gegenwartskapitalismus. Analytisch wie historisch lässt sich zeigen, dass autoritäre Ordnungsvorstellungen bereits im Kern neoliberaler Ideologie verankert sind.
Die vom Institut für Sozialforschung und Künstler*innenhaus Mousonturm organisierte Veranstaltungsreihe beleuchtet die aktuelle Konjunktur dieser Allianz in Deutschland und der Welt, legt Mechanismen autoritär-neoliberaler Politik und deren gesellschaftlichen Konsequenzen offen und fragt danach, welche Gegenbewegungen zum neuen Autoritarismus sichtbar und denkbar sind.
22.10.2026: Gilda Sahebi, Birgit Glorius, Alexander Kern: Globale Verteilungskämpfe und Migrationsabwehr (Moderation: Eva Fleischmann)
27.10.2026: Adrian Otto und Lisa Pfeifer: Die Neuvermessung autoritärer Syndrome im Kontext digitaler Medien (Moderation: Marc Blüml)
17.12.2026: Elisa Aseva und Veronika Kracher: Zur Gegenwart des Antifeminismus
19.01.2027: Sarah Speck und Newal Yalcin: Connecting the Dots: Rekonstruktion der sozialen Produktion verdächtigen(den) Wissens
02.02.2027: Dirk Braunstein, Bettine Rau, Leonie Wüst: Die postnazistische Gesellschaft (Moderation: Jonas Balzer)