04/05/2025
Klang der Zuversicht
In unsicheren Zeiten eine Botschaft der Verheißung zu senden:
Das ist der zentrale Aspekt in einem Konzert mit Werken von
Johann Sebastian Bach, zu dem der Frankfurter Trinity Inter
national Concert Choir (TICC) in die Festeburgkirche einlädt.
Im Mittelpunkt steht am Sonntag, 11. Mai um 19 Uhr mit „Jesu,
meine Freude“ eine der bekanntesten Motetten des barocken
Meisters, dem die Musikwelt in diesem Jahr anlässlich seines
275. Todestags huldigt.
Das in Bachs Leipziger Zeit entstandene Werk greift ein knapp
hundert Jahre älteres, gleichnamiges Kirchenlied auf. Zwischen
die sechs Strophen setzt der Thomaskantor die Vertonung von
fünf Passagen aus dem Römerbrief des Paulus (Kapitel 8,
Verse 1-11). Die Motette greift die Frage auf: Wie kann man Halt
finden, wenn die Welt durch chaotische, menschenfeindliche
Mächte bedroht wird? Bach vertieft die Wirkung der wortmaleri
schen Texte durch abwechslungsreiche musikalische Gestaltung
und veranschaulicht so deren theologische Bedeutung. Das
Werk vermittelt eindrücklich die Zuversicht, dass es in Gott eine
unerschütterliche Geborgenheit und eine unantastbare Freude
gibt. Diese werden durch Jesu Beistand fassbar und haben im
Ostersieg einen konkreten Anhaltspunkt.
Um das Chorwerk herum hat der musikalische Leiter Steffen
Bücher ein Programm mit Bach-Werken arrangiert: Dem
Publikum des TICC aus vielen Aufführungen bekannt ist die
Sopranistin Marion E. Bücher-Herbst, die mit der Arie „Bereite
dir, Jesu, noch itzo die Bahn“ zu hören ist. Eine langjährige musi
kalische Partnerschaft verbindet den Dirigenten auch mit dem
Cellisten Florian Streich, der drei Sätze aus der ersten Cello
Suite in G-Dur spielt. Ein weiterer Höhepunkt ist der erste Satz
der Orgel-Sonate Nr.2 in C-Moll, dargeboten von Lukas Euler,
mit dem sowohl der Trinity International Concert Choir als auch
dessen Chorleiter erstmals musiziert. Der erst 29-Jährige, unter
anderem in Leipzig ausgebildet und dort auch an der Thomas
kirche tätig, hat sich als Organist in Europa bereits einen Namen
gemacht. Seit 2023 wirkt er als Gastprofessor an der Frankfurter
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst und ist beim Bis
tum Mainz Dozent für Orgel am Institut für Kirchenmusik.