22/09/2026
30. Stadtteilfest in Altenessen – ein paar Gedanken dazu…
Liebe Leute,
klar ist: Das Stadtteilfest ist heute nicht mehr das Fest, das viele von uns aus ihrer Kindheit kennen. Ein Fest, das Erinnerungen geprägt hat, an dem der „Marktschreier auf dem Altenesener Rodeo Drive“ einfach dazugehört hat und das für viele mit einer ganz besonderen Zeit verbunden ist.
Aber vielleicht sollten wir bei aller Kritik auch einmal bei uns selbst anfangen und unser eigenes Kaufverhalten hinterfragen.
Das gilt übrigens nicht nur für das Stadtteilfest, sondern genauso für Weihnachtsmärkte, Kunsthandwerkermärkte und viele andere Veranstaltungen. Da steht beispielsweise ein Glasbläser oder ein Kerzenzieher und zeigt live sein Handwerk. Man schaut zu, ist begeistert, erklärt vielleicht seinem Kind, dass solche Handwerkskünste früher zum Alltag gehörten und heute teilweise kaum noch zu finden sind.
Man hatte vielleicht sieben Minuten tolle Unterhaltung – und geht anschließend weiter und kauft sein Glas beim Discounter.
Und genau hier müssen wir uns fragen: Was tragen wir selbst dazu bei, dass solche Märkte und Feste sich verändern?
Denn wenn wir möchten, dass es besondere Händler, echtes Handwerk, individuelle Produkte und kleine Anbieter weiterhin gibt, dann müssen wir diese auch unterstützen. Natürlich kann und soll jeder selbst entscheiden, wo er sein Geld ausgibt. Aber man sollte sich dieses eigene Verhalten zumindest bewusst machen, bevor man sagt: „Das ist nicht mehr das Stadtteilfest, das es früher einmal war.“
Auch die Zeiten haben sich verändert. In einer teilweise wirklich merkwürdigen und herausfordernden Zeit sind bestimmte Sicherheitsmaßnahmen leider unumgänglich. Und ja: Diese Maßnahmen kosten Geld. Viel Geld.
Doch genau solche Veranstaltungen tragen dazu bei, dass ein Stadtteil sozial lebendig bleibt. Menschen treffen sich, kommen miteinander ins Gespräch, verbringen gemeinsam Zeit und schaffen Erinnerungen. Damit solche Veranstaltungen überhaupt noch stattfinden können, braucht es Menschen, die organisieren, planen, aufbauen, abbauen, investieren und letztendlich auch das Risiko tragen.
Wir vom Beach Point stecken jeden Tag unglaublich viel Liebe, Zeit und Mühe in unsere Arbeit. Und das ist nicht immer ausschließlich kommerziell zu betrachten. Wenn man allerdings ständig und überwiegend negative Kommentare liest, fragt man sich irgendwann tatsächlich, warum man sich diese Mühe überhaupt noch macht.
Und dann kommen die Momente, die uns weitermachen lassen:
Die strahlenden Gesichter unserer Gäste.
Die vielen persönlichen Gespräche.
Das ehrliche Lob.
Die schönen Stunden, die wir gemeinsam erleben.
Nur manchmal fragen wir uns dabei: Wo sind all diese positiven Stimmen eigentlich unter den ganzen negativen Kommentaren?
Das Stadtteilfest hing bereits am seidenen Faden – und es war lange nicht selbstverständlich, ob und in welcher Form es überhaupt stattfinden kann.
Zum 30. Jubiläum stand für viele fest: Es muss stattfinden. Für Altenessen. Von Altenessen. Für die Menschen hier.
Ja, im vergangenen Jahr gab es mehr Händler. Das stimmt.
Aber auch damals wurde kritisiert, dass es zu viele Stände mit Trödel oder sogenannter „Neuer Trödelware“ gab.
In diesem Jahr wurde bewusst versucht, genau darauf zu verzichten – und nun ist die Kritik groß, weil es weniger Händler gibt.
Da kann man sich irgendwann schon fragen: Wie man es macht, macht man es falsch.
Vielleicht sollten wir deshalb alle – Veranstalter, Händler, Gastronomen, Besucher und auch die, die online kommentieren – einmal überlegen, was wir selbst dazu beitragen können, dass es in die gewünschte Richtung geht.
Kritik ist absolut erlaubt. Und konstruktive Kritik ist sogar wichtig.
Aber wer sich hinter einem Fake-Account versteckt und online nur lautstark kritisiert, könnte vielleicht auch einmal überlegen, ob er selbst bereit wäre, Zeit, Geld, Arbeit und Verantwortung zu investieren, um es besser zu machen.
Denn ein Stadtteilfest lebt nicht von Kommentaren.
Es lebt von Menschen, die etwas dafür tun.
Und genau deshalb sollten wir vielleicht nicht nur darüber sprechen, was früher besser war, sondern auch gemeinsam dafür sorgen, dass es in Zukunft wieder Dinge gibt, an die sich unsere Kinder und Enkel irgendwann genauso gerne erinnern wie wir heute an unsere eigene Kindheit.
In diesem Sinne: Danke an alle, die dieses Stadtteilfest möglich machen, unterstützen, besuchen, mitgestalten und mit Leben füllen. ❤️
Und vielleicht nehmen wir uns alle ein kleines bisschen vor, nicht nur das zu sehen, was fehlt – sondern auch das, was trotz aller Herausforderungen noch möglich gemacht wird.