18/06/2026
Dieses Porträt, das nun wieder in der Sammlungspräsentation im Albertinum hängt, gehört zu den Hauptwerken in Wilhelm Trübners früher Schaffensphase, in der ihm öffentliche Anerkennung weitgehend versagt blieb. Die Dargestellte ist Nelly Neal, Tochter des befreundeten amerikanischen Malers David Neal und seiner aus München stammenden Frau Marie, geborene Ainmiller. Die etwa 14-Jährige wendet sich in Dreiviertelansicht dem Betrachter zu. Das hellgraue Kleid mit den dunklen Bordüren betont die Mädchenhaftigkeit ihres Körpers, der sich von dem in hellen Rot-Braun-Tönen gehaltenen Hintergrund abhebt. Ihr ebenmäßiges Gesicht beginnt seine kindlichen Züge zu verlieren. In leicht zusammengesunkener Haltung steht sie mit verlegen verschränkten Händen da und blickt, etwas gelangweilt, mit unwillig vorgeschobener Unterlippe aus dem Bild. Der Überdruss am Modellstehen ist ihr ins Gesicht geschrieben. Spannungsvoll werden kleinteilig ornamentale Details – wie die weißen Kragenecken und Rüschen oder das leicht verrutschte Medaillon – eingesetzt.
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This portrait, which is back in the Albertinum permanent collection presentation, is one of the major works of Wilhelm Trübner’s early period, when public recognition largely eluded him. The subject is Nelly Neal, the daughter of Trübner’s friend, the American artist David Neal and his Munich-born wife Marie née Ainmiller. The girl, who is about 14 years old, turns towards the viewer in this three-quarter length portrait. The light grey dress with dark borders emphasises the girlishness of her body, which stands out against the reddish brown tones of the background. Her smooth face is beginning to lose its childish features, foreshadowing her development into a young woman. In a slightly sunken posture, she stands with her hands coyly folded together and gazes out of the picture with a somewhat bored expression and with her pouting lower lip giving her an air of reluctance. The tedium of standing as a model is written all over her face. The painter adds tension by highlighting small ornamental details — such as the black edging on the dress, the white tips of the collar and cuffs and the pendant hanging slightly askew.
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📷 Wilhelm Trübner (1851-1917), Mädchen mit gefalteten Händen / Girl with Folded Hands, 1878 © Albertinum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
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