24/05/2025
Heute wäre Bärbel Bohley 80 Jahre alt geworden. Sie hat sich ihr Leben lang für Menschenreche, Frieden und Gerechtigkeit eingesetzt. Diese Stimme einer mutigen und klugen Frau der DDR-Opposition und Bürgerrechtsbewegung fehlt heute mehr denn je, das wurde mir deutlich bewusst als ich in der ihre Interviews aus den 90er Jahren anhörte. Welch eine Weitsicht in der Analyse der Geschehnisse. Sie wollte das Land Friedens- und demokratiefähig machen und sah im kapitalistischen System eher die Verhinderung, was sich nach 35 Jahren deutlich zeigt!
„Wie können diese vielen regionalen und globalen Probleme gelöst werden? Da denke ich, dass es nur darum gehen kann, diese negativen Traditionslinien zu brechen, in Frage zu stellen. Man muss Strukturen schaffen, in denen Macht über andere geschwächt wird und Macht aus Kompetenz, Wissen, aus Betroffenheit heraus gestärkt wird. (…)
Wir sind jetzt in der Zeit, wo die Herrschaftsstrukturen verändert werden müssen. Die Schwierigkeit ist, dass es friedlich erfolgen muss. Als Erleichterung kommt hinzu, dass die Probleme so groß geworden sind, dass sie nur dann bewältigt werden können, wenn die unterste, die breiteste Ebene – der Einzelne – mehr Möglichkeiten hat, sich einzubringen, persönlich Verantwortung zu übernehmen, mit zu gestalten, politischen Druck auszuüben. (…)“
Gestern wurde die Gedenktafel an der Auferstehungskirche für die Frauen für den Frieden enthüllt, die Bärbel mitbegründet und geprägt hat. Dort veranstalteten die Friedensfrauen in den 80er Jahren unter Leitung der Pfarrerin Christa Sengespeick die NACHTGEBETE - interaktive Gottesdienste, in denen Menschen sich trauten ans Mikrofon zu treten, um zu klagen, ihre Hoffnungen zu äußern und laut zu sein!
Foto: ©️Robert Havemann Gesellschaftfinder