04/01/2026
Niemand hier feiert das „Gringo-Imperium“. Es darauf zu reduzieren ist eine bequeme Karikatur, um das Offensichtliche nicht beim Namen zu nennen: Über mehr als zwei Jahrzehnte war Venezuela von einer kriminellen Diktatur gefangen, mit politischen Gefangenen, Folter, Verschwindenlassen, Zensur, Hunger, massiver Auswanderung und gefälschten Wahlen. Das ist keine theoretische Debatte oder geopolitische Abstraktion: das ist eine dokumentierte und gelebte Realität.
Wenn man fragt: „Welche Freiheit?“, sagt man im Kern:
„Mein ideologischer Rahmen ist wichtiger als das echte Leid der Unterdrückten.“
Tragödien anderer Länder — Syrien, Gaza, Irak, Vietnam, der Plan Cóndor — als Argument zu benutzen, um die Freude eines Volkes zu leugnen, bedeutet, das Leid anderer zu instrumentalisieren, um politisch gut dazustehen. Das ist kein kritisches Denken; es ist Zynismus aus Privilegien. Solche Vergleiche dienen oft dazu, das eigene Gewissen zu beruhigen, nicht dazu, Realität zu verstehen. Es ist einfach, abstrakte Analysen zu machen, wenn man selbst oder das eigene Umfeld nicht den Preis zahlt.
Die Freiheit, von der ich spreche, ist nicht „die des Gringo-Imperiums“. Es ist die grundlegende Freiheit, nicht unter einem Regime zu leben, das foltert, verschwinden lässt, verfolgt, zensiert, verarmt und Millionen seiner eigenen Bürger vertreibt. Es ist die Freiheit, ohne Betrug wählen zu können, zu protestieren ohne getötet zu werden, nicht von einer Partei oder dem „Carnet de la Patria“ abhängig zu sein, um zu essen, und das Land nicht verlassen zu müssen, um zu überleben. Es ist schlicht, keine Angst zu haben zu existieren.
Venezolaner sind keine Spielfiguren oder ideologische Experimente. Wir sind reale Menschen, mit echten Toten, echten Gefangenen und echtem Exil. Das Ende einer Diktatur zu feiern bedeutet nicht, Imperialismus zu unterstützen; es bedeutet zu feiern, dass ein Volk nicht länger gefangen ist und endlich eine Möglichkeit hat zu atmen. Dass ein „Künstler“ unfähig ist, minimale Empathie für sein eigenes Volk zu zeigen, ist mindestens eine tiefe Widersprüchlichkeit. Kunst ohne Empathie ist keine Rebellion: es ist Pose.