03/07/2026
Das Stadtarchiv bittet um Mithilfe: Private Unterlagen aus der NS-Zeit gesucht
Im Juli vergangenen Jahres beschloss das Dillenburger Stadtparlament ein Forschungsprojekt zur Aufarbeitung der Lokalgeschichte im Nationalsozialismus (1933–1945), über die bisher sehr wenig bekannt ist. Das Stadtarchiv, das hierbei die Verantwortung trägt, bittet die Bürgerinnen und Bürger mit diesem Aufruf um Unterstützung bei diesem Vorhaben.
Zwar liegen im Stadtarchiv selbst Regale voller Verwaltungsakten aus den zwölf Jahren der NS-Herrschaft, doch bieten diese einen überwiegend amtlichen Blick auf die Geschehnisse der Zeit. Private Unterlagen stellen daher oft eine wichtige Ergänzung dar: Sie können helfen, historische Ereignisse, persönliche Schicksale und das Alltagsleben jener Jahre besser zu verstehen. Leider sind bislang jedoch nur sehr wenige solcher Zeugnisse aus dem Dillenburger Stadtgebiet bekannt.
Für die wissenschaftliche Aufarbeitung der NS-Zeit sucht das Stadtarchiv daher private Unterlagen aus den Jahren 1933 bis 1945. Dazu zählen beispielsweise Briefe, Tagebücher, Fotografien, Flugblätter, Feldpost, Memoiren, Vereinsakten usw. Die Unterlagen sollten einen erkennbaren Bezug zu Dillenburg oder seinen Ortsteilen Donsbach, Eibach, Frohnhausen, Manderbach, Nanzenbach, Niederscheld und Oberscheld aufweisen.
Geeignete Unterlagen können dem Stadtarchiv wahlweise zur dauerhaften Aufbewahrung in einem Nachlass übergeben oder für eine fachgerechte Digitalisierung leihweise zur Verfügung gestellt werden. Selbstverständlich werden die Materialien sorgfältig behandelt und nach dem Scannen an die Eigentümerinnen und Eigentümer zurückgegeben. Gerne berät das Archivteam auch persönlich über die verschiedenen Möglichkeiten der Übergabe und Bereitstellung.
Private Unterlagen können einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Stadtgeschichte leisten. Das Stadtarchiv freut sich über jede Kontaktaufnahme von Interessierten, die bereit sind, ihre Familien- oder Vereinsarchive der Forschung zur Verfügung zu stellen.
Kontakt: Stadtarchiv Dillenburg, [email protected] oder 02771/896-171.
Fotos: Stadtarchiv Dillenburg