17/05/2026
Beim HumFestival 2026 dabei: ZOO/FLORA
Der idyllischste Ort, den Zoo/Flora sich vorstellen können, ist das ranzige Klo in der Bar nebenan. Ja, die Kölner Band liebt das Schöne imaufgetragen, aber verschmiert. Damit unterscheiden Zoo/Flora sich von vielen Acts der sogenannten Neuen Neuen Deutschen Welle, schließen mit ihrer frech-eingängigen Punk/Pop-Mischung zwar daran an und erinnern an New-Wave-Legenden der 1980er, wirken letztlich aber anders: Herzgesteuert, trotzdem chaotisch – emotional aufgeladen und doch voller Tatendrang.Benannt haben Zoo/Flora sich nach einer Haltestelle (ja, die beim Kölner Zoo). Die beiden Sänger Benjamin und Constantin lernten sich schon inFreiburg kennen, wo sie ursprünglich als Soloacts aktiv waren. Ein Hin- und Herschreiben auf Soundcloud führte irgendwann zum gemeinsamenMusikmachen, schnell stellten sie fest: Zusammen macht das nicht nur mehr Bock, sondern führt auch zu besseren Ergebnissen. Der Beginn einermusikalischen Ehe. Nacheinander zogen die beiden nach Köln, wo sie erste Songs veröffentlichten, schnell Anklang fanden und Aufritte spielten.Dafür erweiterten sie ihr Duo um zwei weitere Mitglieder – Lennart (Drums) und Elena (Bass) –, die Zoo/Flora in einen schwitzenden Live-Act verwandelten.Die Chemie der beiden Sänger macht den Sound von Zoo/Flora aus – beide sind unverwechselbar, in Kombination sorgen sie für verdammt einprägsame Momente. Während Constantin seine sticheligen Texte eher rausschießt und geradezu ausspuckt, lässt der fast opernhafte, mit einem originellen Vibrato bewaffnete Benjamin jede Zeile in die Ewigkeit hallen. Eine großartige Mischung, auch textlich: Der eine bringt das Sentiment eines Songs auf den Punkt, der andere führt es aus.Zoo/Flora haben verstanden, dass das spannendste Thema eh Zwischenmenschlichkeit ist – wie Leute ticken, was sie ausmacht – und, klar: dieLiebe. Dieser verpassen die beiden stets einen Twist, weil sie keine Angst vor Ecken und Kanten haben. Daraus entstehen dann Anti-Liebeslieder,wie sie ihre Songs selbst nennen.