10/05/2026
Mutterschaft ist eines der ältesten Motive der Kunstgeschichte! Zum Muttertag schauen wir genauer hin:
Von Maria mit dem Jesuskind, mal herrschaftlich inszeniert, mal ganz nahbar, bis zu bürgerlichen Mutterbildern des 19. Jahrhunderts, in denen Fürsorge, Schutz und Häuslichkeit im Mittelpunkt stehen.
In Mary Cassatts Werk badet die Mutter ihr Kind (Bild 1), in Karl Begas’ Familienporträt sitzt die Mutter seitlich gedreht zu ihren Töchtern und verrichtet eine Handarbeit (Bild 8), und in Wilhelm von Harniers Porträt steht die Mutter schüchtern neben ihrem Mann und hält den Kopf ihres Kindes schützend (Bild 6).
Stichwort Schutz: Auch dieses Motiv finden wir häufig in Mutterdarstellungen. So sehen wir sowohl in Francesco Vannis Papierarbeit (Bild 7) als auch in Heinrich Ludwig Philippis Werk die Mutter als Beschützerin (Bild 4) — mal mit sorgsamem, mal mit strengem Blick.
Eine provokante Darstellung der Mutter entsteht beispielsweise durch Paula Modersohn-Beckers Selbstporträt, in dem sie sich n***t und schwanger präsentiert. Für ihre Zeit und Stellung eine mutige Entscheidung und bis heute ein wichtiger feministischer Schritt (Bild 3).
Auch Frida Kahlo, die sich mit dem Verlust ihres Kindes ganz verletzlich in ihren Werken zeigt, nimmt eine wichtige feministische Perspektive ein (Bild 5).
Was wir in diesen Darstellungen jedoch vermissen, sind vor allem transatlantische Perspektiven. Werke, die Mutterschaft zeigen, sind lange von westlichen und europäischen Sichtweisen geprägt. Erst Künstler*innen wie Sumi Anjuman mit „I am the mother too“ (2019) oder Betye Saar mit „Liberation of Aunt Jemima“ (1972) machen neue kritische Diskurse sichtbar.
An welche Darstellungen musstest Du denken? 👀