05/05/2026
VERDAMMT, DIE ZOMBIES KOMMEN
(RETURN OF THE LIVING DEAD, USA, 1985, Regie: Dan O’Bannon)
Mit VERDAMMT, DIE ZOMBIES KOMMEN (die deutsche Titelschmiede gehört mal wieder geschlagen) hat Dan O’Bannon einen starken Beitrag im Zombiekino der 80er-Jahre geleistet, der auf sehr ausgewogene Art Horror mit schwarzem Humor kreuzt.
O’Bannon stößt einen direkt in die morbide Welt von Leichen und Tierkadavern, die sich in einem Lagerhaus der medizinischen Fakultät befinden, in dem man die beiden Angestellten Burt und Freddy kennenlernt, die als erstes Schwierigkeiten mit den lebenden Toten bekommen, als sie versehentlich ein Fass mit einem Kampfstoff namens Trioxin öffnen. Dieses von der Army entwickelte Gas besitzt die Eigenschaft, Tote wiederauferstehen zu lassen. Der Film DIE NACHT DER LEBENDEN TOTEN (1968) wird von Burt als Tatsachenbericht verkauft, in der man die Ursache unterschlägt, da alles unter der Geheimhaltung der Regierung steht. Parallel zu dem Handlungsstrang um Burt und Freddy, die beide von dem Gas kontaminiert werden und Hilfe bei dem Leichenpräparator Ernie suchen, fahren ein paar Punks vor, die sich, während sie auf Freddy warten, auf dem anschließenden Friedhof vergnügen. Während eine der Damen (Linnea Quigley) n***t auf einem Grab tanz, eskaliert die Situation um Burt, Freddy und Ernie, was dazu führt, dass das Trioxin mit dem eisetzenden Regen auf den Friedhof gelangt, wo sich die Toten aus ihren Gräbern erheben, um sich auf die Suche nach menschlichen Gehirnen zu begeben. Die beiden Handlungsstränge verbinden sich und man darf sich auf eine derbe Auseinandersetzung zwischen den Lebenden und den Toten freuen.
Was bei VERDAMMT, DIE ZOMBIES KOMMEN direkt positiv ins Auge fällt, ist die frühabendliche Atmosphäre, mit der der Film startet und in der einem das Friedhof- / Lagerhallen-Setting präsentiert wird. Der verrottete Friedhof ist hervorragend gestaltet, und wenn die ausgestopften Tiere in der Lagerhalle wieder beginnen zu leben und halbe Hunde wieder anfangen zu bellen, wird es reichlich bizarr. Auch die Rückkehr ins Leben einer n***ten Leiche, die in mehrere Stücke gehackt wird, hinterlässt einen ekligen Beigeschmack, den der Film stets mit sich bringt. Immer wieder greift O’Bannon tief in die Trickkiste, wenn er seine Zombies loslässt. Dabei ist vor allem das Make-up der Untoten zu loben, was sehr kreativ ausgefallen ist. Es gibt frische Zombies, aber auch komplett verweste oder halbierte, die sich über den Boden schleppen. In den seltensten Fällen können Zombies sprechen, hier schon. Sie rufen unentwegt nach "Gehirn", was sie verzehren müssen, um den Schmerz in ihnen zu mildern, was man durch das Verhör eines Zombies erfährt.
VERDAMMT, DIE ZOMBIES KOMMEN besticht durch sein gesamtes Produktionsdesign, durch die wirkungsvollen Masken, Effekte und den musikalischen Einsätzen, die die Produktion zu jeder Zeit qualitativ erscheinen lassen. Es sind die schrägen Figuren und der Humor, der hier bei manchen Zuschauern zu Problemen führen könnte, aber O’Bannon zeigt eindrücklich, dass er auch diese Bereiche beherrscht, ohne in tölpelhaftem Quatsch zu versinken. Clu Gulger, Thom Mathews, Linnea Quigley und der Rest passen gut ins Gesamtbild.
Dan O’Bannon hat gleich zwei wichtige Horror-Subgenre der 80er-Jahre ansehnlich unter einen Hut gebracht: den Zombiefilm und die Horror-Komödie. VERDAMMT, DIE ZOMBIES KOMMEN gehört zu Recht zu den Klassikern des Genres und dürfte selbst bei einem neuen Publikum auf Gefallen stoßen.
(Bjoern Candidus)