09/07/2021
Was ist überhaupt notwendig, um ein Haus, welches seit fast 20 Jahren leer steht, wieder nutzen zu dürfen?
Zunächst einmal brauchten wir ganz viel Mut und taube Ohren gegenüber denen die uns die Idee gleich zu Anfang madig machen wollten. Mittlerweile können wir Sowas recht gut ausblenden.😅
Nachdem wir mit dem Hausbesitzer Alles Wesentliche geklärt hatten, war unser erster Weg der zum Bauamt. Dort erklärte uns eine nette Angestellte (und das ist nicht ironisch gemeint) welches unsere nächsten Schritte sein sollten.
Dieses Gespräch liegt nun fast 1,5 Jahre zurück.
Dann kam Lockdown 1, in dem ja bekanntermaßen gar nix mehr ging. Viele Behörden nicht erreichbar waren, Ämter für Besucher geschlossen und Kinder zu Hause betreut werden mussten. In dieser Zeit haben wir viele Gespräche mit unserem Architekten geführt, welcher den Bauantrag erstellte. Doch bevor er diesen anfertigen konnte, musste das komplette Haus, über 1000 qm auf 5 Etagen verteilt, vermessen werden. Auch ein Besuch im Bauaktenarchiv war dafür notwendig, aber weniger hilfreich als erhofft. Allein die Vermessung und Erstellung der Unterlagen durch eine weitere Firma dauerte über drei Monate.
Parallel dazu führten wir Gespräche mit dem Umweltamt. Hier wurden wir über die Auflagen hinsichtlich Lärm und Geruch aufgeklärt, denn im Generationencafé Diner Mutter werden warme Speisen angeboten, bei deren Herstellung Gerüche entstehen, die über Dach abgeführt werden müssen. Lärm könnte durch offenstehende oder schlecht isolierte Fenster entstehen oder aber im geplanten Außenbereich. Auch da müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein.
Nach diesem Gespräch sind wir leicht demotiviert nach Hause gegangen, denn es stand fest, neue Fenster müssen gleich zu Anfang verbaut werden, ebenso wie Lüftungstechnik. Beides Posten die ordentlich zu Buche schlagen. Dem Diner Mutter wurde glücklicherweise im letzten Jahr Förderung durch die EU und den Freistaat Sachsen gewährt, wodurch der Einbau geeigneter Lüftungstechnik finanziell gesichert ist. (Danke noch einmal dafür 😁).
Von Anfang an wollten wir dass das Haus barrierefrei zugänglich wird, dass bedeutet Einbau eines Fahrstuhls, einer Rampe, von verbreiterten Türen, usw. Dafür trafen wir uns mit einer Chemnitzer Beratungsstelle für barrierefreies Planen und Bauen, die uns wirklich viele nützliche Tipps gab. Auch hier waren noch einige Gespräche mit mobil Eingeschränkten, Handwerkern, Fördermittelgebern und Anderen notwendig. Ein separater Beitrag zur Barrierefreiheit folgt, denn das ist wirklich ein komplexes Thema.
Und dann waren natürlich auch erste Bauarbeiten im Haus notwendig, um Balken freizulegen, die Bausubstanz zu untersuchen, mögliche Stahlträger ausfindig zu machen, alte Elektrokabel und Schächte zu entfernen.
Nun endlich konnte ein Statiker das Hausinnere überprüfen.
Und es musste auch ein Brandschutzkonzept erstellt werden, welches wiederum von einem Prüfingenieur gegengeprüft werden musste.
All diese Arbeiten waren für die Erstellung des Bauantrages notwendig. Wahnsinn, oder? Hätten wir das Mal vorher gewusst....😆
Seitdem warten wir auf die Rückmeldung vom Baugenehmigungsamt.
Uns jucken die Finger, weil wir endlich mit dem Ausbau beginnen wollen.