21/03/2015
Wie fu**in wütend kann ich noch werden?
Dienstag ist Labbertag zu den Themen "Wie wichtig ist eine lebendige Kultur- und Clubszene für den Wirtschaftsstandort Bremen?" und "Im Bremer Westen was Neues - Stadtentwicklung in Walle, Gröpelingen und der Überseestadt" während das Neuland in Schutt und Asche liegt. Den circle jerk der Podiumsteilnehmer*innen und Veranstalter*innen ist mensch ja gewöhnt (was das ganze System von sehen und gesehen werden im Dunstkreis von InhaberInnen der (Entscheidungs-)Gewalt oder Geld, dieses gegenseitige Angebiedere, nicht weniger abstossend macht). Und wie alt, widerlegt, durchgekaut ist diese Florida-Fragestellung. AUA!!! Aber selbst wenn mensch noch dran glaubt dieses Argument würde ziehen. Wie groß ist der Schaden für Kultur und Club wenn sie sich ständig einer rein wirtschaftlichen Logik untergeordnet? LEUTE, IHR SÄGT AN DEM AST AUF DEM IHR SITZT. Und Fragen wie "Für wen soll eine Wirschaft oder Kunst und Kultur eigentlich da sein?" werden wahrscheinlich wieder nicht vernehmbar sein. "people over profit"- statements gibt´s in Bremens "kreativen Kreisen" kaum. Wie auch wenn weite Teile der Kulturschaffenden sich bei der Wirtschaftsförderung(!) anstellen müssen! Kreativität muss sich lohnen. Und zwar Monetär! Und erste Pflicht des kreativen Menschen ist das Schaulaufen im "Netzwerk".
Zur erst gennanten Veranstaltung kam hier eine leicht zu beantwortetnde Gegenfrage auf: "Wie wichtig ist der Wirtschaftsstandort Bremen für die Kultur- und Clubszene" (Antwort: Clubszenentechnisch ist Bremen einfach nur fu**ing irrelevant) oder auch "Wie wichtig ist die Wirtschaft für den Kultur- und Clubstandort Bremen"? Zur Beantwortung dieser Frage können wir gleich zur zweiten Veranstaltung am Dienstag gehen. Da sitzt nämlich auch der Herr Maywald von der ISH Bremen. Jener Verein der gegen Anmietungen des Zuckerwerks im (Holz-)Hafen /Überseesatdt gleich Anwälte aktiviert, deren Argumente verkürzt mit einem:"Zuckerwerk gefährdet den Wirtschaftsstandort" wiederzugeben sind. Tja, und die kommen durch mit diesem Schwachsinn...warum nur?
Neuland, der Ort an dem die Zuckerwerkler einen wirtschaftlicher Betrieb UND kulturelle Inhalte unter der Devise "people over profit" gemacht haben ist jetzt ein Schutthaufen. Es waren nicht nur "legendäre Technoparties". Es war wirklich ein Labor des guten Lebens. Mit Streit, mit Liebe, mit ganz viel "nicht-techo", Konzerte, Workshops, spielende Kinder auf der grünen Wiese, Menschen am werklen in den temporären Ateliers, Lichtinstallationen, Kletteraktionen, Filmvorführungen und Diskussionsrunden, riesige Plenas und und und. Gemeinsame Tage und Nächte, drei Monate die ich nie vergessen werde. Was für eine Leerstelle. Was hätten wir dort die letzten drei Jahre rocken können? Aber nicht einmal Zwischennutzung war möglich.
Hier läuft was schief. Was mag es sein?
Hier Bilder:
Jetzt ist sie weg. Die ehemalige Übergangseinrichtung für Suchtkranke an der Neuenlander Straße, in der auch legendäre Techno-Partys gefeiert wurden, ist nicht mehr. Hier Bilder vom Abriss des Hauptgebäudes und der damit einhergehenden Vernichtung zahlreicher Graffitis.
Bremer mit Fotokamera