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Galerie K' Galerie für zeitgenössische Kunst (Gallery for contemporary art

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Tabea Blumenschein 19.3.-4.6.2022Eröffnung 19.3. | 16:00Tabea Blumenschein (1952–2020) war während der 80er Jahre in der...
16/02/2022

Tabea Blumenschein
19.3.-4.6.2022
Eröffnung 19.3. | 16:00

Tabea Blumenschein (1952–2020) war während der 80er Jahre in der West-Berliner Szene der Genialen Dilletanten aktiv. Seit 1980 war sie immer wieder Teil der Tödlichen Doris. Bekannt wurde sie durch eine Reihe experimenteller Filme, an denen sie als Regisseurin, Schauspielerin und Kostümbildnerin mitwirkte. 1975 produzierte sie gemeinsam mit Valeska Gert und Ulrike Ottinger ihren ersten Film, Die Betörung der blauen Matrosen. Ihr bekanntester Film ist Bildnis einer Trinkerin von 1979. Sie wirkte an mehreren Super-8-Filmen der Tödlichen Doris mit, darunter Das Graupelbeerhuhn (1982) und Alice und das Meer (1983). Als Musikerin war sie an den Tödliche Doris Alben Unser Debut (1985) und Chöre und Soli (1983) beteiligt. Sie entwarf die meisten Kostüme der Gruppe und nahm an den Performances auf Helgoland, in Berlin und in New York teil. Tabea Blumenschein war auch als bildende Künstlerin bekannt. In den späten 70er und 80er Jahren war sie Teil einer jungen Westberliner Szene aktiv, die dilettantisch primitiv und expressiv die durch abstrakte Plastik verdrängte Malerei neuerfanden. Zuletzt steuerte sie für das Tödliche Doris Album Reenactment (I) (2019) eine Mappe mit Zeichnungen von Vi****oren bei.

Erstmals nach ihrem Tod im Frühjahr 2020 wird das Werk der Künstlerin in einer Einzelausstellung gewürdigt. Gezeigt werden vorwiegend Arbeiten aus den frühen 90er Jahren, darunter Tafelbilder, Buntstiftzeichnungen, bemalte Keramikschalen, sowie Plastiken aus Pappmaché. Charakteristisch für Blumenscheins Werk ist die Vielfalt der Materialien, derer sie sich bedient. Prägend sind leuchtende Farben, eine anarchische Malweise, kindliches Malwerkzeug, sowie die Vorliebe für hybride Gestalten. Ihre Figuren hängen zwischen allen geschlechtlichen Zuschreibungskategorien und sind Vorläufer einer heutigen queeren Kultur.

Die Ausstellung ist in den Schaurämen in der Weberstraße 51a zu sehen.
Besuch nach Anmeldung unter: 0421 161 426 92 oder [email protected].

Foto: Martin Schmitz, 1991

Christian Haake: in cases off19.3-4.6.2022Eröffnung 19.3. | 16:00
16/02/2022

Christian Haake: in cases off
19.3-4.6.2022
Eröffnung 19.3. | 16:00

Noch bis zum 19.2. in der Galerie zu sehen:Rebekka Kronsteiner: Tabula RasaFreitag - Samstag | 15 - 18 UhrOder nach Anme...
16/02/2022

Noch bis zum 19.2. in der Galerie zu sehen:
Rebekka Kronsteiner: Tabula Rasa

Freitag - Samstag | 15 - 18 Uhr
Oder nach Anmeldung unter [email protected]

Durch das Vergehen von Zeit entstehen Leerstellen im urbanen Raum, die ihrer ursprünglichen Funktion enthoben werden. In der Ausstellung bilden sie den Rahmen, den Grund der Bilder. Da ist vor allem das Material, aus denen die Objekte gefertigt sind; Wachs, Latex, Folien, Stoffe und Plexiglas. Es sind industrielle Materialien, aber durchaus solche, die mit der Zeit ihr Aussehen verändern, die ausbleichen, altern, vergilben oder porös werden können. In ihrer aufs Funktionale bedachten Reduktion strahlen sie Kargheit und Vergänglichkeit aus. Durch die vielen Spuren, die zwangsläufig an ihnen haften bleiben, wirken sie eigentümlich privat. Gefundene Materialien aus dem urbanen Umfeld werden mit industriellen Materialien zusammengebracht. Sie nehmen in ihren Formen Bezug aufeinander und stehen meist mit gegensätzlichen Grundeigenschaften in einem spannungsgeladenen Verhältnis. Über die erkennbaren Formen legt sich eine zweite Schicht, die das Konkrete wieder zurücknimmt und den Arbeiten eine gewisse Vagheit zukommen lässt. Unter der Oberfläche scheint etwas verborgen zu sein, so als handele es sich um eine subtile Form der Verpackung. Die Arbeiten aus Wach stellen den Rahmen sowie den Bildinhalt in gleichwertiger Form dar. Die alten Werbetafeln werden zum Display. Sie werden zu Werbetafeln ohne Werbung. Blinde Flecken in Form von semitransparenten und schemenhaften Formen im Inneren. Wachs als Grundstoff mit der Eigenschaft von ultimativer Flexibilität, durch Veränderung der Aggregatzustände, erstarrt zu einer Fläche und wird Bildträger und Bild in einem. In der hier gezeigten Form ist es zerbrechlich und angewiesen auf eine Äußere Begrenzung, um gehalten zu werden. Innen - und Außenraum verbinden sich zu einer untrennbaren Form.­­­

Rebekka Kronsteiner

Hello, wow - welcome Luise Marchand!http://k-strich.de/de/kunstler/luise-marchand/
31/05/2021
k-strich Luise Marchand

Hello, wow - welcome Luise Marchand!
http://k-strich.de/de/kunstler/luise-marchand/

Luise Marchand Alternative Zahlungsmittel auf dem Vormarsch | 2020 | C-Print | 59,4 x 42 cmArbeiten Blick ins Pantoffel-Portfolio | 2020 | C-Print | 59,4 x 42 cm Bequem anlegen | 2020 | C-Print | 59,4 x 42 cm Aufschwung in Gefahr | 2020 | C-Print | 59,4 x 42 cm Schnecke, Schein III (Verunsicherte An...

Lukas Zerbst has just left the Hannoveraner Kunstverein.
10/08/2020

Lukas Zerbst has just left the Hannoveraner Kunstverein.

Out now! Wolfgang Müller: Little Paul | 10 music lectures24 Seiten | Video DVDAuflage 100Signiert und nummeriertPreis€ 2...
24/07/2020

Out now!
Wolfgang Müller: Little Paul | 10 music lectures
24 Seiten | Video DVD

Auflage 100

Signiert und nummeriert

Preis
€ 20,- (inkl. MwSt., zzgl. Versand)

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[email protected]

Erschienen in der Reihe Elektronikengel
Hybriden Verlag, Berlin

Mit der Walther von Goethe Foundation, Reykjavík – Berlin

Musikunterricht der Walther von Goethe Foundation: Mit Nachtigallen- und Froschgesang, Kranichrufen, einem Phantasiegesang von Ahmad Hamad, einem Lied von Tabea Blumenschein, einer Spieluhr und einem tanzenden Vi****or.

Beinhaltet die folgenden Videos:

Eisschollensounds in Brandenburg
Froschkonzert in Mecklenburg-Vorpommern
Nachtigall im Berliner Umland
Rufe von Kranichen über dem Stechlin
Chris Dreier: Ankündigung
Ahmad Hamad: Phantasiegesang
Mai 2019: Elvlar Kál Sævarsson und Heida Hellvar singen ein isländisches Volkslied über Krummi
Tabea Blumenschein: Stille Nacht
Gymnopédie No. 1
Die Tödliche Doris feat. Little Paul

⁣Noch bis zum 2. August!⁣⁣Something Between Us im KAI 10 | ⁣⁣Arthena Foundation, Düsseldorf⁣⁣ ⁣⁣mit Kirstin Burckhardt, ...
16/07/2020


Noch bis zum 2. August!⁣

Something Between Us im KAI 10 | ⁣⁣
Arthena Foundation, Düsseldorf⁣⁣
⁣⁣
mit Kirstin Burckhardt, Miriam Cahn, Teboho Edkins, Vivian Greven, Luzia Hürzeler, Alice Musiol,⁣⁣
Warren Neidich, Sibylle Springer, Thomas Taube und Andrea Winkler⁣⁣
⁣⁣
Die Serie der serial killers von Sibylle Springer beruht auf Bildern aus dem Internet. Diese zeigen die Gesichter von Frauen, die im Laufe der Geschichte oder in der Gegenwart zu Mörderinnen geworden sind. ⁣⁣
Die Bilder spielen damit, dass man den manchmal verschämt und anmutig wirkenden Gesichtern das⁣⁣
Grauenhafte ihrer Taten nicht ansieht. Wie würden wir den Frauen in die Augen schauen, wenn wir nicht⁣⁣
wüssten, was diese Frauen getan haben? Sie haben einzelne Personen oder im Einzelfall bis zu Hunderte⁣⁣
von Menschen umgebracht. Hier könnte man fast von Massen- statt von Serienmord sprechen.⁣⁣
Serienmörder*innen werden – etwa in David Finchers berühmtem Spielfilm Seven (1995) – immer wieder⁣⁣
mit Künstlern verglichen, weil ihre Mordserien oft gestalterischen Konzepten folgen. Eine Künstlerin wie⁣⁣
Sibylle Springer braucht keine Mordserie, sondern sie widmet den Mörderinnen eine Gemäldeserie. ⁣⁣
Die Malerei erscheint dabei fast wie eine Patina, die sich über die Gesichter zieht. Die Farbpigmente⁣⁣
schimmern je nach Lichteinfall unterschiedlich, so dass bei der Bewegung entlang der Bilder die Gesichter teilweise optisch verschwinden. ⁣⁣
⁣⁣
#sibyllespringer #kai10 #arthenafoundation #LudwigSeyfarth #galieriekstrich⁣

Wir freuen uns auf die folgende Ausstellung hinweisen zu können:Sibylle Springer - Pharma PhloraBis 5. Juli 2020Kunstver...
19/06/2020

Wir freuen uns auf die folgende Ausstellung hinweisen zu können:

Sibylle Springer - Pharma Phlora
Bis 5. Juli 2020

Kunstverein Kaponier e.V.
Große Str. 47 A, 49377 Vechta

Öffnungszeiten:
Di, Mi, Fr: 16-18 Uhr
Do: 18-20 Uhr
Sa, So: 11-13 Uhr

Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Publikation.

-
Abbildung: C20H25N3O (L*D) | 2020 | Acryl, Aquarell, Öl, Tempera und Tusche auf Leinwand | 60 x 50 cm
-

Man könnte Sibylle Springer leicht eine große Skepsis an der Wirkmacht und Aussagekraft von Bildern unterstellen. Die Malerin sucht immer neue Wege, ihre Bildvorlagen zu verschleiern oder gar beinahe vollständig unkenntlich zu machen, mittels des Auftrags von Firnis etwa, der das Motiv nur bei günstiger Lichteinstrahlung und Betrachtungswinkel zu erkennen gibt. Vertraut sie den von ihr ausgesuchten Vorlagen etwa nicht?

Dass Bilder lügen (können) ist mittlerweile ein Gemeinplatz der Kunstkritik. Und auch Sibylle Springer tischt uns immer neue Lügen auf, wie der Titel einer Ausstellung zu Beginn dieses Jahres in Bremen verkündete. Lügen – der Begriff ist im Allgemeinen negativ behaftet, sieht man einmal von den kleinen Notlügen des Alltags ab, ohne die ein gesittetes Zusammenleben unmöglich wäre. Die Lügen der Malerei weisen allerdings auf den essentiellen Umstand hin, dass auch den scheinbar realistischsten, ‚wirklichsten‘ Bildern nicht zu trauen ist. Ein Bild ist eben immer nur ein Abbild der Wirklichkeit und nicht die Wirklichkeit selbst. So könne man, fand schon René Magritte, einen gemalten Apfel auch nicht essen, egal wie gut er gemalt sei. Wer wollte da schon widersprechen.

Der Schein trügt, besagt denn auch ein Sprichwort und so sind wir alle der Gefahr von Fake-News und Fake-Pictures ausgesetzt und müssen aus dem Dschungel der millionenfach verfügbaren Bilder die oder doch zumindest eine Wahrheit herausfiltern. Nicht von ungefähr ähneln manche von Springers Bildern solchen Dschungeln, die bisweilen in ihrem Dickicht Gegenstände, kleine Szenen und Figuren verbergen. Gerade diese scheinbar chaotischen, undurchdringlichen, die Sinne verwirrenden „Dschungel-Bilder“ wie das der Ausstellung den Titel gebende Pharma Phlora führen zum Kern von Sibylle Springers Malerei: sie verbinden Abstraktion und Figuration, zeugen von ihrer Lust, die Möglichkeiten der Malerei zu erkunden, sind formal wie inhaltlich vielschichtig und lassen die vordergründige Schönheit und Ästhetik nie positivistisch ohne eine hintergründige, dem ersten Eindruck teils widersprechende Bedeutungsebene erscheinen. Was diese Bilder also enthüllen wollen ist die der Welt und der Kunst innewohnende Ambivalenz.

Springers neue Serie handelt von Pflanzen, die giftig oder gar tödlich, in geringer Dosierung allerdings auch heilend sein können. Die Dinge haben immer zwei oder mehrere Seiten und bisweilen verbergen sie ihren negativen und gefährlichen Kern unter einer be- oder verzaubernd schönen Oberfläche. Die Malerei hat von jeher diese schöne und verführerische Oberfläche dargeboten und die schlimmsten Zustände und Geschehnisse darunter versteckt. Bei der Betrachtung eines hinreißend gemalten Jüngsten Gerichts von Michelangelo oder Rubens übersehen wir nur allzu gerne die grausamen Folterszenen direkt vor unseren Augen. Es ist daher kein Zufall, dass Springer sich vor allem des reichen Bildspeichers alter Kunst etwa von Tizian, Bernini oder Hans Baldung Grien bedient. Die allseits anerkannte Wertigkeit und Schönheit dieser Werke und ihre historische Distanz, die sie dem Zeitgeist und den aktuellen, persönlichen und damit bisweilen allzu banalen und menschlichen Bezügen entziehen, machen sie zu einer idealen Projektionsfläche für eine Neuverwertung und -bewertung.

In Cocktail hat die Künstlerin die beiden Figuren aus Tod und Frau (um 1518) des Hans Baldung Grien verarbeitet. Das volle Leben in Gestalt des sinnlichen Frauenkörpers und der alles verschlingende Tod sind sich nahe. Unterstreicht Baldung Grien jedoch lustvoll den Gegensatz zwischen Tod und Mädchen, sind sie bei Springer zu einer beinahe schwarzen Silhouette verschmolzen, während nun die in ihrer Mischung toxischen Pflanzen – Jasmin, Bilsenkraut, Rittersporn, Kreuzjakobskraut und Mutterkorn – den verderblichen Gegenpart bilden. So entsteht ein ganz neues Bild, welches die Altmeistervorlage nur noch von Ferne aufscheinen lässt.

Das Wortspiel des Ausstellungstitels birgt ebenfalls Zweideutigkeiten. Wenn aus Flora und Fauna „Pharma Phlora“ wird, erfährt die in der allgemeinen Wahrnehmung unschuldige, ‚natürliche‘ Natur eine negative Konnotation. Die Natur ist Apotheke und Giftschrank für Mensch und Tier zugleich. Wie um diese Ambivalenz zu unterstreichen, zeigt die Ausstellung einige historische Flakons, die womöglich eine Giftmischung enthalten. Diesen irritierenden Umstand machen aber sogleich die sie umschließenden eleganten Glaskolben auf schwarzem Samt vergessen.

Von der delikaten, experimentellen Oberflächenbehandlung der Bilder war bereits eingangs die Rede. Neben dem angesprochenen Aspekt des Verschleierns und Verbergens birgt diese noch eine gewisse alchemistische Komponente, die sich etwa in der Verwendung von Metallen äußert. In Isn’ it? etwa wird der in Blattsilber aufgetragene Zweig mit der Zeit oxidieren und sich also seine Farbigkeit verändern. Das Kunstwerk wird so nicht mehr als ein statisches, unveränderliches Produkt, sondern beinahe als ein mutierender Organismus begriffen, der sich teils dem Einfluss der Künstlerin entzieht. Diese Idee einer sich aus dem Bild selbst generierenden Wandelbarkeit findet sich auch in einer Reihe von Porträts, bei denen die Köpfe von scheinbar zufällig entstandenen (bei einem einzigen Werk würde man einen Malunfall vermuten), verdünnten Farbflecken überlagert werden. Das beinahe vollkommene Antlitz der jungen Frau in thinking circles wird durch diese Irritationen keineswegs entstellt, doch gewinnt ihr nachdenklicher Ausdruck durch die runden, die Form ihrer Ohrringe aufnehmenden Flecken an Tiefe. Der Betrachter ist animiert, ihre Gedankengänge und ihre Traurigkeit zu ergründen. Beinahe hat man den Eindruck, die Bilder entwickelten ein Eigenleben, fräßen sich sukzessive durch die Malschicht und entzögen sich so dem bewusst gestalterischen Willen der Malerin.

Wie zufällig wabern bei Who’s Afraid of Red, Yellow and Blue? drei Blasen in diesen Primärfarben über ein Botticelli Porträt. Selbst wenn die Assoziation mit Barnett Newmans berühmtem Bild erst nachträglich als Titel eingeflossen ist, eröffnet sich doch auf diese Weise ein anregender kunsthistorischer und philosophischer Diskurs. In seiner Schrift The Sublime is Now postulierte der Amerikaner 1948 das Erhabene als ein zeitloses Wesensmerkmal der Kunst. Springer überbrückt ebenfalls durch den Rückgriff auf das Renaissancebild mühelos mehrere Jahrhunderte, auch wenn sie sich anders als Newman an Vorlagen der europäischen Kunstgeschichte orientiert. Die Schönheit des jungen Mannes, die im Leben temporär und nur durch und in der Malerei zeitlos ist, wird durch die malerischen Veränderungen und die minimalen aber doch entscheidenden Abweichungen vom Vorbild gebrochen: so lässt Sibylle Springer zeittypische Elemente wie die Kappe und das Hemd in der Hintergrunddunkelheit verschwinden; auch blickt uns der junge Mann bei ihr nicht mehr direkt an, was seinen gedankenverlorene Ausdruck noch verstärkt. Auf diese Weise gelingt es ihr, ihn stärker in der Gegenwart zu verorten und dem Betrachter zudem mittels der „Gedankenblasen“ als einer weiteren Bildebene ein anderes Einfühlen in die Figur zu ermöglichen.

Den ekstatischen Ausdruck einer Maria Magdalena von Artemisia Gentileschi potenziert Springer in ihrem Bild who put a spell on her?, wozu die Herausnahme aus dem biblischen Narrativ wie auch die Seifenblasenartigen Verfärbungen beitragen. Diese Verfremdungen schaffen Distanz, bringen erneut eine weitere Bildebene ein und eröffnen so der Figur und dem Betrachter einen anderen Realitätsraum. Was denkt, was spürt die Frau und welche halluzinogenen Substanzen spielen dabei womöglich eine Rolle?

Angesichts der oben beschriebenen Brüche und Ambivalenzen und der meist zurückhaltenden Farbigkeit der Bilder mit ihren Unschärfen und Verschleierungen, muss deren anschauliche Präsenz verwundern. Diese Präsenz der Bilder, die Art und Weise, mit der diese den Betrachter in ihren Bann ziehen, zeugt von einem großen Vertrauen in die Malerei. Und ja, Sibylle Springer traut ihren Bildern, gerade weil sie sie immer wieder befragt, neugierig aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und weil sie die Möglichkeiten und Zufälligkeiten der Malerei zulässt. Die Sprache der Malerei ist schließlich eine wundervolle Gelegenheit, sich immer aufs Neue mit der Welt, mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auseinander zu setzen. Und die Wirklichkeit, die liegt auf der Leinwand.

- Frank Schmidt

Adresse

Alexanderstraße 9b
Bremen
28203

Öffnungszeiten

Mittwoch 14:00 - 18:00
Donnerstag 14:00 - 18:00
Freitag 14:00 - 18:00
Samstag 12:00 - 16:00

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Vertritt/Represents

Achim Bettenburg
Arne Schmitt
Christian Haake
Die Tödliche Doris
Eiko Grimberg
Hannah Regenberg
Ingo Vetter
Michael Schmid
Miron Zownir
Thomas Hartmann
Verena Issel
Wolfgang Müller

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Tabea Blumenschein 19.3.-4.6.2022 Eröffnung 19.3. | 16:00 Tabea Blumenschein (1952–2020) war während der 80er Jahre in der West-Berliner Szene der Genialen Dilletanten aktiv. Seit 1980 war sie immer wieder Teil der Tödlichen Doris. Bekannt wurde sie durch eine Reihe experimenteller Filme, an denen sie als Regisseurin, Schauspielerin und Kostümbildnerin mitwirkte. 1975 produzierte sie gemeinsam mit Valeska Gert und Ulrike Ottinger ihren ersten Film, Die Betörung der blauen Matrosen. Ihr bekanntester Film ist Bildnis einer Trinkerin von 1979. Sie wirkte an mehreren Super-8-Filmen der Tödlichen Doris mit, darunter Das Graupelbeerhuhn (1982) und Alice und das Meer (1983). Als Musikerin war sie an den Tödliche Doris Alben Unser Debut (1985) und Chöre und Soli (1983) beteiligt. Sie entwarf die meisten Kostüme der Gruppe und nahm an den Performances auf Helgoland, in Berlin und in New York teil. Tabea Blumenschein war auch als bildende Künstlerin bekannt. In den späten 70er und 80er Jahren war sie Teil einer jungen Westberliner Szene aktiv, die dilettantisch primitiv und expressiv die durch abstrakte Plastik verdrängte Malerei neuerfanden. Zuletzt steuerte sie für das Tödliche Doris Album Reenactment (I) (2019) eine Mappe mit Zeichnungen von Vi****oren bei. Erstmals nach ihrem Tod im Frühjahr 2020 wird das Werk der Künstlerin in einer Einzelausstellung gewürdigt. Gezeigt werden vorwiegend Arbeiten aus den frühen 90er Jahren, darunter Tafelbilder, Buntstiftzeichnungen, bemalte Keramikschalen, sowie Plastiken aus Pappmaché. Charakteristisch für Blumenscheins Werk ist die Vielfalt der Materialien, derer sie sich bedient. Prägend sind leuchtende Farben, eine anarchische Malweise, kindliches Malwerkzeug, sowie die Vorliebe für hybride Gestalten. Ihre Figuren hängen zwischen allen geschlechtlichen Zuschreibungskategorien und sind Vorläufer einer heutigen queeren Kultur. Die Ausstellung ist in den Schaurämen in der Weberstraße 51a zu sehen. Besuch nach Anmeldung unter: 0421 161 426 92 oder [email protected]. Foto: Martin Schmitz, 1991
Christian Haake: in cases off 19.3-4.6.2022 Eröffnung 19.3. | 16:00
Noch bis zum 19.2. in der Galerie zu sehen: Rebekka Kronsteiner: Tabula Rasa Freitag - Samstag | 15 - 18 Uhr Oder nach Anmeldung unter [email protected] Durch das Vergehen von Zeit entstehen Leerstellen im urbanen Raum, die ihrer ursprünglichen Funktion enthoben werden. In der Ausstellung bilden sie den Rahmen, den Grund der Bilder. Da ist vor allem das Material, aus denen die Objekte gefertigt sind; Wachs, Latex, Folien, Stoffe und Plexiglas. Es sind industrielle Materialien, aber durchaus solche, die mit der Zeit ihr Aussehen verändern, die ausbleichen, altern, vergilben oder porös werden können. In ihrer aufs Funktionale bedachten Reduktion strahlen sie Kargheit und Vergänglichkeit aus. Durch die vielen Spuren, die zwangsläufig an ihnen haften bleiben, wirken sie eigentümlich privat. Gefundene Materialien aus dem urbanen Umfeld werden mit industriellen Materialien zusammengebracht. Sie nehmen in ihren Formen Bezug aufeinander und stehen meist mit gegensätzlichen Grundeigenschaften in einem spannungsgeladenen Verhältnis. Über die erkennbaren Formen legt sich eine zweite Schicht, die das Konkrete wieder zurücknimmt und den Arbeiten eine gewisse Vagheit zukommen lässt. Unter der Oberfläche scheint etwas verborgen zu sein, so als handele es sich um eine subtile Form der Verpackung. Die Arbeiten aus Wach stellen den Rahmen sowie den Bildinhalt in gleichwertiger Form dar. Die alten Werbetafeln werden zum Display. Sie werden zu Werbetafeln ohne Werbung. Blinde Flecken in Form von semitransparenten und schemenhaften Formen im Inneren. Wachs als Grundstoff mit der Eigenschaft von ultimativer Flexibilität, durch Veränderung der Aggregatzustände, erstarrt zu einer Fläche und wird Bildträger und Bild in einem. In der hier gezeigten Form ist es zerbrechlich und angewiesen auf eine Äußere Begrenzung, um gehalten zu werden. Innen - und Außenraum verbinden sich zu einer untrennbaren Form.­­­ Rebekka Kronsteiner
Hello, wow - welcome Luise Marchand! http://k-strich.de/de/kunstler/luise-marchand/
Lukas Zerbst has just left the Hannoveraner Kunstverein.
Out now! Wolfgang Müller: Little Paul | 10 music lectures 24 Seiten | Video DVD Auflage 100 Signiert und nummeriert Preis € 20,- (inkl. MwSt., zzgl. Versand) Bestellen [email protected] Erschienen in der Reihe Elektronikengel Hybriden Verlag, Berlin Mit der Walther von Goethe Foundation, Reykjavík – Berlin Musikunterricht der Walther von Goethe Foundation: Mit Nachtigallen- und Froschgesang, Kranichrufen, einem Phantasiegesang von Ahmad Hamad, einem Lied von Tabea Blumenschein, einer Spieluhr und einem tanzenden Vi****or. Beinhaltet die folgenden Videos: Eisschollensounds in Brandenburg Froschkonzert in Mecklenburg-Vorpommern Nachtigall im Berliner Umland Rufe von Kranichen über dem Stechlin Chris Dreier: Ankündigung Ahmad Hamad: Phantasiegesang Mai 2019: Elvlar Kál Sævarsson und Heida Hellvar singen ein isländisches Volkslied über Krummi Tabea Blumenschein: Stille Nacht Gymnopédie No. 1 Die Tödliche Doris feat. Little Paul
⁣ Noch bis zum 2. August!⁣ ⁣ Something Between Us im KAI 10 | ⁣⁣ Arthena Foundation, Düsseldorf⁣⁣ ⁣⁣ mit Kirstin Burckhardt, Miriam Cahn, Teboho Edkins, Vivian Greven, Luzia Hürzeler, Alice Musiol,⁣⁣ Warren Neidich, Sibylle Springer, Thomas Taube und Andrea Winkler⁣⁣ ⁣⁣ Die Serie der serial killers von Sibylle Springer beruht auf Bildern aus dem Internet. Diese zeigen die Gesichter von Frauen, die im Laufe der Geschichte oder in der Gegenwart zu Mörderinnen geworden sind. ⁣⁣ Die Bilder spielen damit, dass man den manchmal verschämt und anmutig wirkenden Gesichtern das⁣⁣ Grauenhafte ihrer Taten nicht ansieht. Wie würden wir den Frauen in die Augen schauen, wenn wir nicht⁣⁣ wüssten, was diese Frauen getan haben? Sie haben einzelne Personen oder im Einzelfall bis zu Hunderte⁣⁣ von Menschen umgebracht. Hier könnte man fast von Massen- statt von Serienmord sprechen.⁣⁣ Serienmörder*innen werden – etwa in David Finchers berühmtem Spielfilm Seven (1995) – immer wieder⁣⁣ mit Künstlern verglichen, weil ihre Mordserien oft gestalterischen Konzepten folgen. Eine Künstlerin wie⁣⁣ Sibylle Springer braucht keine Mordserie, sondern sie widmet den Mörderinnen eine Gemäldeserie. ⁣⁣ Die Malerei erscheint dabei fast wie eine Patina, die sich über die Gesichter zieht. Die Farbpigmente⁣⁣ schimmern je nach Lichteinfall unterschiedlich, so dass bei der Bewegung entlang der Bilder die Gesichter teilweise optisch verschwinden. ⁣⁣ ⁣⁣ #sibyllespringer #kai10 #arthenafoundation #LudwigSeyfarth #galieriekstrich⁣
Andreas Bovenschulte, Bürgermeister der Stadt Bremen, gratuliert Thomas Hartmann zu seinem 70. Geburtstag: Thomas Hartmann ist einer der einflussreichen lebenden deutschen Maler und eng mit unserer hiesigen Kunstszene verbunden. Zu seinem heutigen, 70. Geburtstag möchte ich Thomas Hartmann alles Gute, viel Kraft und Gesundheit wünschen.“ https://www.senatspressestelle.bremen.de/detail.php?gsid=bremen146.c.338442.de&asl=bremen02.c.732.de
Wir freuen uns auf die folgende Ausstellung hinweisen zu können: Sibylle Springer - Pharma Phlora Bis 5. Juli 2020 Kunstverein Kaponier e.V. Große Str. 47 A, 49377 Vechta Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr: 16-18 Uhr Do: 18-20 Uhr Sa, So: 11-13 Uhr Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Publikation. - Abbildung: C20H25N3O (L*D) | 2020 | Acryl, Aquarell, Öl, Tempera und Tusche auf Leinwand | 60 x 50 cm - Man könnte Sibylle Springer leicht eine große Skepsis an der Wirkmacht und Aussagekraft von Bildern unterstellen. Die Malerin sucht immer neue Wege, ihre Bildvorlagen zu verschleiern oder gar beinahe vollständig unkenntlich zu machen, mittels des Auftrags von Firnis etwa, der das Motiv nur bei günstiger Lichteinstrahlung und Betrachtungswinkel zu erkennen gibt. Vertraut sie den von ihr ausgesuchten Vorlagen etwa nicht? Dass Bilder lügen (können) ist mittlerweile ein Gemeinplatz der Kunstkritik. Und auch Sibylle Springer tischt uns immer neue Lügen auf, wie der Titel einer Ausstellung zu Beginn dieses Jahres in Bremen verkündete. Lügen – der Begriff ist im Allgemeinen negativ behaftet, sieht man einmal von den kleinen Notlügen des Alltags ab, ohne die ein gesittetes Zusammenleben unmöglich wäre. Die Lügen der Malerei weisen allerdings auf den essentiellen Umstand hin, dass auch den scheinbar realistischsten, ‚wirklichsten‘ Bildern nicht zu trauen ist. Ein Bild ist eben immer nur ein Abbild der Wirklichkeit und nicht die Wirklichkeit selbst. So könne man, fand schon René Magritte, einen gemalten Apfel auch nicht essen, egal wie gut er gemalt sei. Wer wollte da schon widersprechen. Der Schein trügt, besagt denn auch ein Sprichwort und so sind wir alle der Gefahr von Fake-News und Fake-Pictures ausgesetzt und müssen aus dem Dschungel der millionenfach verfügbaren Bilder die oder doch zumindest eine Wahrheit herausfiltern. Nicht von ungefähr ähneln manche von Springers Bildern solchen Dschungeln, die bisweilen in ihrem Dickicht Gegenstände, kleine Szenen und Figuren verbergen. Gerade diese scheinbar chaotischen, undurchdringlichen, die Sinne verwirrenden „Dschungel-Bilder“ wie das der Ausstellung den Titel gebende Pharma Phlora führen zum Kern von Sibylle Springers Malerei: sie verbinden Abstraktion und Figuration, zeugen von ihrer Lust, die Möglichkeiten der Malerei zu erkunden, sind formal wie inhaltlich vielschichtig und lassen die vordergründige Schönheit und Ästhetik nie positivistisch ohne eine hintergründige, dem ersten Eindruck teils widersprechende Bedeutungsebene erscheinen. Was diese Bilder also enthüllen wollen ist die der Welt und der Kunst innewohnende Ambivalenz. Springers neue Serie handelt von Pflanzen, die giftig oder gar tödlich, in geringer Dosierung allerdings auch heilend sein können. Die Dinge haben immer zwei oder mehrere Seiten und bisweilen verbergen sie ihren negativen und gefährlichen Kern unter einer be- oder verzaubernd schönen Oberfläche. Die Malerei hat von jeher diese schöne und verführerische Oberfläche dargeboten und die schlimmsten Zustände und Geschehnisse darunter versteckt. Bei der Betrachtung eines hinreißend gemalten Jüngsten Gerichts von Michelangelo oder Rubens übersehen wir nur allzu gerne die grausamen Folterszenen direkt vor unseren Augen. Es ist daher kein Zufall, dass Springer sich vor allem des reichen Bildspeichers alter Kunst etwa von Tizian, Bernini oder Hans Baldung Grien bedient. Die allseits anerkannte Wertigkeit und Schönheit dieser Werke und ihre historische Distanz, die sie dem Zeitgeist und den aktuellen, persönlichen und damit bisweilen allzu banalen und menschlichen Bezügen entziehen, machen sie zu einer idealen Projektionsfläche für eine Neuverwertung und -bewertung. In Cocktail hat die Künstlerin die beiden Figuren aus Tod und Frau (um 1518) des Hans Baldung Grien verarbeitet. Das volle Leben in Gestalt des sinnlichen Frauenkörpers und der alles verschlingende Tod sind sich nahe. Unterstreicht Baldung Grien jedoch lustvoll den Gegensatz zwischen Tod und Mädchen, sind sie bei Springer zu einer beinahe schwarzen Silhouette verschmolzen, während nun die in ihrer Mischung toxischen Pflanzen – Jasmin, Bilsenkraut, Rittersporn, Kreuzjakobskraut und Mutterkorn – den verderblichen Gegenpart bilden. So entsteht ein ganz neues Bild, welches die Altmeistervorlage nur noch von Ferne aufscheinen lässt. Das Wortspiel des Ausstellungstitels birgt ebenfalls Zweideutigkeiten. Wenn aus Flora und Fauna „Pharma Phlora“ wird, erfährt die in der allgemeinen Wahrnehmung unschuldige, ‚natürliche‘ Natur eine negative Konnotation. Die Natur ist Apotheke und Giftschrank für Mensch und Tier zugleich. Wie um diese Ambivalenz zu unterstreichen, zeigt die Ausstellung einige historische Flakons, die womöglich eine Giftmischung enthalten. Diesen irritierenden Umstand machen aber sogleich die sie umschließenden eleganten Glaskolben auf schwarzem Samt vergessen. Von der delikaten, experimentellen Oberflächenbehandlung der Bilder war bereits eingangs die Rede. Neben dem angesprochenen Aspekt des Verschleierns und Verbergens birgt diese noch eine gewisse alchemistische Komponente, die sich etwa in der Verwendung von Metallen äußert. In Isn’ it? etwa wird der in Blattsilber aufgetragene Zweig mit der Zeit oxidieren und sich also seine Farbigkeit verändern. Das Kunstwerk wird so nicht mehr als ein statisches, unveränderliches Produkt, sondern beinahe als ein mutierender Organismus begriffen, der sich teils dem Einfluss der Künstlerin entzieht. Diese Idee einer sich aus dem Bild selbst generierenden Wandelbarkeit findet sich auch in einer Reihe von Porträts, bei denen die Köpfe von scheinbar zufällig entstandenen (bei einem einzigen Werk würde man einen Malunfall vermuten), verdünnten Farbflecken überlagert werden. Das beinahe vollkommene Antlitz der jungen Frau in thinking circles wird durch diese Irritationen keineswegs entstellt, doch gewinnt ihr nachdenklicher Ausdruck durch die runden, die Form ihrer Ohrringe aufnehmenden Flecken an Tiefe. Der Betrachter ist animiert, ihre Gedankengänge und ihre Traurigkeit zu ergründen. Beinahe hat man den Eindruck, die Bilder entwickelten ein Eigenleben, fräßen sich sukzessive durch die Malschicht und entzögen sich so dem bewusst gestalterischen Willen der Malerin. Wie zufällig wabern bei Who’s Afraid of Red, Yellow and Blue? drei Blasen in diesen Primärfarben über ein Botticelli Porträt. Selbst wenn die Assoziation mit Barnett Newmans berühmtem Bild erst nachträglich als Titel eingeflossen ist, eröffnet sich doch auf diese Weise ein anregender kunsthistorischer und philosophischer Diskurs. In seiner Schrift The Sublime is Now postulierte der Amerikaner 1948 das Erhabene als ein zeitloses Wesensmerkmal der Kunst. Springer überbrückt ebenfalls durch den Rückgriff auf das Renaissancebild mühelos mehrere Jahrhunderte, auch wenn sie sich anders als Newman an Vorlagen der europäischen Kunstgeschichte orientiert. Die Schönheit des jungen Mannes, die im Leben temporär und nur durch und in der Malerei zeitlos ist, wird durch die malerischen Veränderungen und die minimalen aber doch entscheidenden Abweichungen vom Vorbild gebrochen: so lässt Sibylle Springer zeittypische Elemente wie die Kappe und das Hemd in der Hintergrunddunkelheit verschwinden; auch blickt uns der junge Mann bei ihr nicht mehr direkt an, was seinen gedankenverlorene Ausdruck noch verstärkt. Auf diese Weise gelingt es ihr, ihn stärker in der Gegenwart zu verorten und dem Betrachter zudem mittels der „Gedankenblasen“ als einer weiteren Bildebene ein anderes Einfühlen in die Figur zu ermöglichen. Den ekstatischen Ausdruck einer Maria Magdalena von Artemisia Gentileschi potenziert Springer in ihrem Bild who put a spell on her?, wozu die Herausnahme aus dem biblischen Narrativ wie auch die Seifenblasenartigen Verfärbungen beitragen. Diese Verfremdungen schaffen Distanz, bringen erneut eine weitere Bildebene ein und eröffnen so der Figur und dem Betrachter einen anderen Realitätsraum. Was denkt, was spürt die Frau und welche halluzinogenen Substanzen spielen dabei womöglich eine Rolle? Angesichts der oben beschriebenen Brüche und Ambivalenzen und der meist zurückhaltenden Farbigkeit der Bilder mit ihren Unschärfen und Verschleierungen, muss deren anschauliche Präsenz verwundern. Diese Präsenz der Bilder, die Art und Weise, mit der diese den Betrachter in ihren Bann ziehen, zeugt von einem großen Vertrauen in die Malerei. Und ja, Sibylle Springer traut ihren Bildern, gerade weil sie sie immer wieder befragt, neugierig aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und weil sie die Möglichkeiten und Zufälligkeiten der Malerei zulässt. Die Sprache der Malerei ist schließlich eine wundervolle Gelegenheit, sich immer aufs Neue mit der Welt, mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auseinander zu setzen. Und die Wirklichkeit, die liegt auf der Leinwand. - Frank Schmidt