02/09/2026
Man kann einen Sommer zählen.
Neun Tage Raesfeld. Zwei Abende Nordkirchen. Acht Flanierkonzerte in Parks und Gärten zwischen Vreden und Dorsten. Eine Spanische Nacht, die zwei werden musste, weil eine nicht reichte.
Was die Zahlen nicht sagen:
Wie ein ganzer Schlosshof gleichzeitig aufhört zu reden, weil vorne jemand den Arm hebt.
Wie leise es sein kann, wenn Wenzel Fuchs die erste Phrase seines Klarinettenkonzerts spielt – und wie laut derselbe Hof zwei Abende später ist, wenn die Höhner „Viva Colonia" anstimmen und in den hinteren Reihen niemand mehr sitzt.
Wie ein Kind auf der Waldbühne im Naturpark guckt, wenn es zum ersten Mal begreift, dass diese Töne aus einem hölzernen Kasten kommen, der größer ist als es selbst.
Wie sich ein Klapphocker im nassen Gras anfühlt, wenn man ihn zum dritten Mal an diesem Vormittag umstellt, weil das nächste Ensemble hinter der nächsten Hecke schon anfängt.
Wie der letzte Ton in Nordkirchen über das Wasser wegfliegt, bevor der Applaus kommt, und wie das Schloss dahinter leuchtet, als hätte es das immer schon getan.
Wie es riecht, wenn um sieben Uhr morgens die ersten Helfer ĂĽber den Hof gehen, Kaffee in der Hand, und aus 800 leeren StĂĽhlen langsam ein Konzertsaal wird.
Ein Sommer besteht aus solchen Sekunden. Wir haben viele davon bekommen – von den Musikerinnen und Musikern, die auch bei 30 Grad im Frack gespielt haben. Von den Helferinnen und Helfern, die immer schon da waren, wenn Sie kamen, und noch da, wenn Sie längst zu Hause waren. Von unseren Partnern, ohne die es diese Preise nicht gäbe. Und von Ihnen.
Danke dafĂĽr.
Am 17. September machen wir weiter. Dann drinnen, dann kleiner: 22 Konzerte bis in den April, in Kirchen, auf einer Burg, in einer alten Scheune.