RAK Wir sind das Rheinische Archiv für Künstlernachlässe, kurz RAK, und sind in Bonn ansässig.

We are the Rhenish Archive for Artists' Legacies - short RAK - from Bonn, Germany. We collect documents, notes, photos, and sketches from many artists mostly originating from the Rhineland.

Unter dem Radar – Unbekannte Werke aus dem Rheinischen Archiv für KünstlernachlässeAusstellung 28. April – 4 Juni 2025, ...
16/05/2025

Unter dem Radar – Unbekannte Werke aus dem Rheinischen Archiv für Künstlernachlässe

Ausstellung 28. April – 4 Juni 2025, Deutsche Bundesbank, Hauptverwaltung Düsseldorf

– nach Voranmeldung über den Link: https://kurzlinks.de/bundesbank-kunstausstellung

Eine Ausstellung der Deutschen Bundesbank in Kooperation mit dem Rheinischen Archiv für Künstlernachlässe und dem Institut für Kunstgeschichte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Gezeigt wird eine breitgefächerte Auswahl an Kunstwerken und Dokumenten Düsseldorfer Künstlervereinigungen vom „Sonderbund“ über „Das Junge Rheinland“ bis hin zur „Rheinischen Sezession“.

Mit mehr als fünfzig Nachlässen der Künstlervereinigungen „Das Junge Rheinland“ mitsamt deren Vorgänger- und Nachfolgegruppen ist das RAK eine zentrale Anlaufstelle für die Erforschung der rheinischen Kunst in dieser Zeit. Künstler wie u.a. Walter Ophey, Max Clarenbach oder Otto Freundlich werden ebenso präsentiert wie Fotografien, Skizzenbücher oder Publikationen aus dem reichhaltigen Fundus des Archivs.

Die Ausstellung ist auch digital auf der Plattform der Deutschen Digitalen Bibliothek zu sehen. https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/unter-dem-radar/

Abbildung: Ernst Gottschalk, Drei klagende Frauen, um 1922, Tusche über Bleistift, 36,4x27,6 cm, RAK

Porträt Günther Oellers, 1992, Foto: Roman Mensing, RAKGünther Oellers hätte am 27. Januar seinen 100. Geburtstag gefeie...
24/01/2025

Porträt Günther Oellers, 1992, Foto: Roman Mensing, RAK

Günther Oellers hätte am 27. Januar seinen 100. Geburtstag gefeiert. Nach einem Studium an den Kölner Werkschulen ging Oellers als einer der ersten deutschen Bildhauer 1951 nach Paris, wo er an der Académie de la Grande Chaumière bei Ossip Zadkine studierte und einen Atelieraufenthalt bei Constantin Brancusi absolvierte.
Als freiberuflicher Künstler blieb er anschließend in Linz ansässig und schuf neben seinen freien Arbeiten auch eine große Anzahl an Arbeiten im öffentlichen Raum. Zunächst vor allem im Rheinland, später auch überregional in ganz Deutschland, wie die monumentalen Bronzeskulpturen als Platzgestaltung der Neubausiedlung Koblenz-Horchheimerhöhe (1967) oder am ehem. KZ Berlin-Lichterfelde („Säule der Gefangenen“, 2000).
Zusammen mit seiner Ehefrau, der Malerin Edith Oellers-Teuber, betrieb er in Linz ein offenes Atelierhaus, wo zahlreiche bekannte Vertreter aus Literatur, Musik, Kunst, Wissenschaft und Politik zu Gast waren. Außerdem gehörte Oellers 1972/73 wie Josef Beuys, Heinrich Böll oder Georg Meistermann zu den Mitbegründern der FIU (Freie Internationale Universität) und hatte 1985/86 einen Lehrauftrag an der Kunstakademie Düsseldorf.
Das durchgängige künstlerische Konzept von Günther Oellers kreist um die Darstellungsmöglichkeiten von Gemeinschaften – in menschlichem wie transzendierendem Sinne: Wie kann die unbegrenzte Vielfalt menschlicher Grundtätigkeiten wie Gehen, Laufen, Tanzen, Singen oder Knien und Beten auf eine charakteristische skulpturale Form reduziert werden, die einerseits das grundlegende Bewegungsprinzip der Massen durchscheinen lässt und zum anderen der individuellen künstlerischen Ausgestaltung des einzelnen Werkes auch genügend Raum gibt.
Seit 2016 befinden sich die Nachlässe von Günther Oellers (RAK 091) und Edith Oellers-Teuber (RAK 092) im Rheinischen Archiv für Künstlernachlässe.

Bonne année 2025! Das RAK wünscht einen guten Start ins neue Jahr!Das alte Jahr gibt sich geschlagen und macht Platz für...
01/01/2025

Bonne année 2025! Das RAK wünscht einen guten Start ins neue Jahr!

Das alte Jahr gibt sich geschlagen und macht Platz für das Neue, das sich mit aller Macht nach vorne drängt! Der Jahreswechsel, ein Kampf der Giganten als Helden der Neuzeit in ihren rasenden Maschinen. So sah Hans Kohlschein den Jahreswechsel vor 120 Jahren, den er seinem Bekannten, Friedrich Elmendorf jr., von Düsseldorf nach Isselhorst in Westfalen zurief.

Erst im Vorjahr hatte Kohlschein zwei große Wandbilder in der Fabrikantenvilla der Kornbrennerei Elmendorf fertig gestellt, aus der sich eine Freundschaft zu Friedrich Elmendorf jr. entwickelt haben muss. Mehrere Postkarten im Nachlass von Hans Kohlschein (RAK 100) zeugen davon. Beiden gemein war offensichtlich die Begeisterung für das neu aufkommende Automobil, was mehrere Postkartenmotive Kohlscheins belegen.

Der hier abgebildete Neujahrsgruß bezieht sich auf das legendäre internationale Bennet-Gorden-Rennen, das 1904 im Taunus ausgetragen und von Hans Kohlschein, vermutlich in Begleitung von Friedrich Elmendorf, besucht wurde.

In der Zeichnung erhofft Kohlschein den Sieg des damaligen Rennfahrerstars Camille Jenatzy auf Mercedes für das kommende Rennen im Jahr 1905, nachdem er sich im Taunus dem Franzosen Léon Théry auf Richard-Brasier geschlagen geben musste.

Kohlscheins Sympathie galt erkennbar dem Belgier Jenatzy, genannt „Roter Teufel“, den er in einem größeren Ölgemälde mit seinem durch eine Menschenmenge brausenden Mercedes auf dem Bennet-Gorden-Rennen eindruckvoll festhielt.

Der Kunsthistoriker Kurt Friedrich Ertel (1919-1976) ist gebürtiger Pfälzer, der zunächst einen Abschluss an der Wirtsch...
29/11/2024

Der Kunsthistoriker Kurt Friedrich Ertel (1919-1976) ist gebürtiger Pfälzer, der zunächst einen Abschluss an der Wirtschaftsaufbauschule machte. Schon während der Schulzeit erhielt er eine private Ausbildung in Musiktheorie und Violine, war also noch ein wenig davon entfernt, sich mit der Kunstgeschichte zu beschäftigen.

Zwischen 1936 und 1938 erhielt Ertel am Pfälzischen Konservatorium für Musik im heutigen Neustadt an der Weinstraße Klavierunterricht und nahm am Unterricht in den musiktheoretischen Fächern teil.

Kurz danach leistete Ertel bis 1945 seinen Kriegsdienst bei der Wehrmacht. Während dieser Zeit kam er ins Lazarett. Als Kriegsversehrter wurden ihm Studienurlaube zugestanden, die er 1943 als außerordentlicher Hörer an der Universität Heidelberg wahrnahm.
Danach geriet er in Kriegsgefangenschaft, aus der er erst Ende Juni 1945 entlassen wurde.

Ab 1946 besuchte Ertel abermals die Universität, diesmal in Freiburg und Mainz. Zwischendurch legte er das Begabtenabitur in Freiburg ab.
Zur Kunstgeschichte kam er erst 1948. Seit diesem Zeitpunkt studierte er bis 1952 Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Germanistik an den Universitäten Heidelberg und Mainz.
Seine Dissertation schrieb er unter dem Titel: „Albert Weisgerber (1878-1915) Ein Beitrag zur Künstler- und Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts“

Ab August 1952 war Ertel als Restaurator in der Abteilung Museum bei der Landesgewerbsanstalt Kaiserslautern beschäftigt. Ab 1959 war er wissenschaftlicher Assistent bei den Städtischen Kunstsammlungen Bonn, wofür ihn Theodor Heuss empfohlen hatte. Seitdem beschäftigte sich Ertel intensiv mit der Bonner und der rheinischen Kunst vor und nach dem Ersten Weltkrieg.

1962 wurde Ertel Leiter der Kasimir Hagen Sammlung in Bonn. Diese war Teil des Bonner Bildungswerks, wo er zudem als pädagogischer Mitarbeiter tätig war. In dieser Funktion richtete er u.a. eine Arbeitsgemeinschaft ein: „Sehen lernen ist alles“ Sein Motto lautete dabei stets „Keine Angst vor der Kunst!“
Er wollte, wie er selbst sagte, zwei Kardinaltugenden des laienhaften Kunstbetrachters bekämpfen: Die Gleichgültigkeit und die blinde Emotion, also die Gefühlsduselei gegenüber Kunstwerken.
Ansonsten war Ertel neben der Öffentlichkeitsarbeit, der Durchführung von Führungen und Ausstellungen für die Betreuung der Klassen der Abendkunstschule der VHS zuständig.
Schon im Ruhestand arbeitete Ertel 1968 als Kulturreferent bei der Stadt Gießen. Zu dem Zeitpunkt wohnte er übrigens gar nicht weit vom RAK, nämlich auch in Bonn-Tannenbusch. ;-)

In der letzten Folge von Who is Who lasen sie… Das Leben des Hugo Schmölz.Wie versprochen beschäftigen wir uns diese Woc...
14/11/2024

In der letzten Folge von Who is Who lasen sie… Das Leben des Hugo Schmölz.
Wie versprochen beschäftigen wir uns diese Woche mit Hugos Sohn Karl Hugo Schmölz (1917-1986).

Karl Hugos erstes Lebensjahr war vom Verlust seiner Mutter Julie geprägt, die einige Monate nach seiner Geburt verstarb. Während sein Vater und die beiden Schwestern nach dem Krieg nach Köln zurückkehrten, blieb Karl Hugo noch bis 1919 bei seiner Tante Ida im Allgäu. Erst, als der Vater neu geheiratet hatte, kam Karl Hugo nach Köln.

Der junge Mann trat in die Fußstapfen seines Vaters, der ihm noch zu Schulzeiten die Grundlagen beibrachte. Seine Lehre machte er in Stuttgart bei Arthur Ohler.

Nach dem Tod seines Vaters 1938 übernahm Karl Hugo mit 21 Jahren und noch in der Ausbildung das väterliche Atelier. Er avancierte in diesem jungen Alter zum bedeutendsten Architekturfotograf seiner Zeit (Seine Meisterprüfung konnte er jedoch erst 1948 ablegen).

1941 heiratete Karl Hugo Gisela Schell, mit der er drei Kinder hatte.

Das Ateliergebäude unter der Adresse Unter Sachsenhausen wurde 1943 von Bomben zerstört. Dem Unternehmen wurde provisorisch die Eigelsteintorburg zugewiesen, wo die Werkstätten bis Kriegsende blieben. Nach dem Krieg saß das Unternehmen am Klingelpütz.

Während des Kriegs dokumentierte Karl Hugo Kölner Denkmäler. Nach dem Krieg fuhr er damit fort und hielt in nüchtern-sachlichen schwarz-weiß Bildern die Zerstörung von Köln sowie die Wiederaufbauphase der Stadt fotografisch fest. Dazu arbeitete er mit den berühmtesten Architekten seiner Zeit zusammen, so zum Beispiel Dominikus und Gottfried Böhm oder Wilhelm Riphahn. Die Bilder stellen einen starken Gegensatz, aber auch eine Ergänzung der Bilder seines Vaters dar, der das Köln der Vorkriegszeit fotografiert hatte.

1956 verließ Karl Hugo das Unternehmen, das von seiner Stiefmutter Therese und seinem Schwager Oskar August Ullrich weitergeführt wurde.
Im selben Jahr heiratete Karl Hugo die Modefotografin Walde Huth und gründete mit ihr ein eigenes Fotostudio, das Industrie- und Werbeaufnahmen sowie Architektur- und Modefotografien herstellte.

In der Werbefotografie setzte er neue Maßstäbe, indem er dort die Prinzipien der Architekturfotografie anwandte und einen innovativen Umgang mit Farbe zeigte. Die beworbenen gewöhnlichen Gebrauchsobjekte wie Designermöbel überhöhte er auf seinen Aufnahmen so ins Monumentale.

Es wird wieder früh dunkel draußen. Ungemütlich und kalt wird es auch. Da sind doch lange Bastelabende eine gute Idee. V...
09/11/2024

Es wird wieder früh dunkel draußen.
Ungemütlich und kalt wird es auch.
Da sind doch lange Bastelabende eine gute Idee. Vermutlich hat sich das auch „Martha“ gedacht, die unserer RAK 049, Herbert Böttger (1898-1954), diese Geburtstagskarte zum 70. Geburtstag schickte.
Obwohl in diesem Fall das Werk an lauen Sommerabenden entstanden sein muss – Böttger hat im August Geburtstag –, wollen wir dennoch unbedingt die immense Arbeit würdigen, die in diese Geduldsaufgabe geflossen ist.
Bekommt jemand Lust, auch solch eine Geburtstagskarte zu erstellen? Das wird bestimmt Eindruck machen. Wir freuen uns definitiv auf die Ergebnisse.🤗

Hinter der Nummer 188 verbergen sich gleich zwei Personen: Vater und Sohn Schmölz, beide ihres Zeichens Fotografen und b...
08/11/2024

Hinter der Nummer 188 verbergen sich gleich zwei Personen: Vater und Sohn Schmölz, beide ihres Zeichens Fotografen und beide von nicht unerheblicher Bedeutung für die deutsche und vor allem Kölner „Fotografenszene“.

Hugo Schmölz (1879-1938) wuchs in Kempten im Allgäu auf. Dort machte der Kaufmannssohn bis 1896 seine Ausbildung zum Fotografen (laut seiner Tochter Anni wäre Schmölz lieber Bauer geworden, aber die Eltern trauten dem Stadtjungen das nicht zu). Es folgten zahlreiche Jobs bei namhaften Fotografen in ganz Deutschland (und der Schweiz), wo er erstmal nur als Gehilfe und Retuscheur tätig war. Seine erste Stelle als Fotograf hatte er 1901 in Mannheim, dann, 9 Jahre später in Berlin. Außerdem war er viel auf Reisen im In- und Ausland.

Zwischenzeitlich hatte Hugo seine Julie geheiratet. Vermutlich lernten sie sich kennen, als Julie in ihrem Allgäuer Heimatdorf Oberstdorf ein Foto machen lassen wollte, wo Schmölz als Porträtfotograf angestellt war. Schmölz‘ Eltern waren mit der Verbindung nicht einverstanden und versöhnten sich erst wieder mit dem Paar nach der Geburt des ältesten der drei Kinder.

1911 gründete Schmölz mit Eugen Bayer (1877-1960), einem ehemaligen Kollegen aus Mannheim, ein eigenes Atelier in Köln-Nippes, wo Schmölz für Architekturaufnahmen zuständig war.

Im Ersten Weltkrieg diente Schmölz u.a. in Frankreich und Russland, arbeitete aber auch an der Front als Fotograf. Während des Krieges verschlechterte sich Julies Gesundheitszustand rapide. Nach der Geburt von Sohn Karl Hugo 1917 brauchte sie ständige Pflege im Krankenhaus und verstarb schließlich.

Kurz nach Kriegsende kehrte Schmölz aus Russland zurück und die Familie zog zurück nach Köln. 1919 heiratete Schmölz Therese Kurz, deren Familie Schmölz von früher kannte, damit die Kinder versorgt waren.

1921 starb seine älteste Tochter Lotti mit nur 18 Jahren an einer Lungenkrankheit. Zur gleichen Zeit hatte Schmölz einen Straßenbahnunfall, sodass er für ein halbes Jahr im Krankenhaus bleiben musste.

1924 trennte sich Schmölz von Bayer und eröffnete nicht weit vom Dom ein eigenes Fotoatelier. Einer der wichtigsten Auftraggeber für das Atelier war die Kölner Gemeinnützige AG für Wohnungsbau (heute GAG Immobilien AG), für die Schmölz zusammen mit Werner Mantz eine umfassende fotografische Dokumentation der damals hochmodernen neuen Siedlungsbauten anfertigte. Heute sind diese Fotos wichtige Zeugnisse der Stadt- und Architekturgeschichte Kölns.

Einer von Schmölz‘ etwa 20 Mitarbeitern war Oskar August Ullrich, der in den dreißiger Jahren dort arbeitete. 1934 heiratete dieser Anni Schmölz, die mit stolzen 104 Jahren 2010 verstarb und der wir einen Großteil der Informationen über ihren Vater und Bruder verdanken, da sie akribisch Notizen machte, Stammbäume erstellte und Fotos beschriftete.

1934 wurde Schmölz in die Gesellschaft Deutscher Lichtbildner berufen.

Hugo Schmölz starb 1938. Nach seinem Tod führte seine Witwe das Geschäft weiter, nachdem sie, wie schon Julie damals, bereits lange Jahre im Geschäft mitgeholfen hat.

Fortsetzung folgt…

Letztes Mal haben wir ihn schon als Schüler seines Onkels Josef Urbach (RAK 151) erwähnt. Heute wollen wir uns dann auch...
04/11/2024

Letztes Mal haben wir ihn schon als Schüler seines Onkels Josef Urbach (RAK 151) erwähnt. Heute wollen wir uns dann auch tatsächlich mit Walter Urbach (1925-2018) beschäftigen.

Urbach machte zunächst eine Litografenlehre von 1939 bis 1942. Nach Kriegsende wurde die Studentenzahl an der Kunstakademie Düsseldorf durch die englische Militärregierung beschränkt, doch Urbach wurde trotzdem angenommen. Bis 1948 studierte er dort u.a. bei Ewald Mataré, Otto Pankok und Wilhelm Schmurr. Joseph Beuys war einer seiner Kommilitonen.

1949 folgte Urbach dem Beispiel seines Onkels Josef Urbach und schrieb sich an den Kölner Werkschulen ein, um sich der angewandten Grafik zu widmen. 1951 legte er dann die Meisterprüfung als Lithograph ab.
Daher arbeitete er erst einmal für lange Jahre als freiberuflicher Werbegrafiker. Erst Ende der 1960er widmete er sich wieder der Malerei. Außerdem zog er um diese Zeit nach Kaarst bei Düsseldorf, wo er für den Rest seiner Tage lebte und arbeitete.
Nun entstanden auch die ersten Mohn-Bilder, die für ihn charakteristisch sind. Mohnblumen waren für Urbach das, was für Monet Seerosen waren, sagte er einmal. Er entfernte sich mit der Zeit allerdings von genauen Abbildungen, sodass immer freiere Bildkompositionen entstanden.
Beispielsweise gehörten dazu Aquarelle im XXL-Format, die nicht gerahmt, sondern, beeinflusst von fernöstlicher Kalligraphie, gerollt waren und im Freien auf dem Boden entstanden. Dazu verwendete er einen verlängerten Pinsel, drehte und kippte das Bild, um die Farben verlaufen zu lassen und spritzte oft auch nochmal Wasser darauf, um die Farben wieder nasser zu machen.

1997 reiste er nach Sizilien und bestieg den Ädna, was sein Werk nachhaltig beeinflusste mit der Serie „Ätna Mohn“.

Sein Spätwerk war daher abstrakt geprägt und wurde von Manfred Schneckenburger und Dieter Ronte entdeckt. Dadurch kam es ab 1999 zu vielen Einzelausstellungen in Galerien und Museen.

Eines seiner drei Kinder ist der Autor und Regisseur Tilmann Urbach (*1961). 2015 widmete er seinem Vater und dessen Werk den Dokumentarfilm „Mohnmaler“, nachdem er ihn vier Jahre lang mit der Kamera begleitet hatte. 2017 drehte er den bereits erwähnten Dokumentarfilm über seinen Großonkel Josef Urbach.

Danke an , dass wir gestern bei euch zu Gast sein durften.In seinem Vortrag hat Archivleiter Daniel Schütz über Künstler...
30/10/2024

Danke an , dass wir gestern bei euch zu Gast sein durften.
In seinem Vortrag hat Archivleiter Daniel Schütz über Künstlernachlässe aufgeklärt und vor allem betont, wie wichtig ein Bewusstsein für das Thema bei Künstlern und Nachkommen ist, da sehr vielen Leuten nicht bewusst ist, wie wertvoll die schriftlichen Zeugnisse eines Künstlers für die Forschung sind.
Ohne dieses Bewusstsein ist die Gefahr leider sehr groß, dass der schriftliche Nachlass in der Mülltonne landet.

Der Neusser Maler Josef Urbach (1889-1973) besuchte ab 1905 fünf Jahre lang die Kunstgewerbeschule Düsseldorf. Einer sei...
25/10/2024

Der Neusser Maler Josef Urbach (1889-1973) besuchte ab 1905 fünf Jahre lang die Kunstgewerbeschule Düsseldorf. Einer seiner Freunde war Jan Thorn Prikker, mit dem er 1910 in Paris den Durchbruch der Moderne durch Picasso und Georges Braque erlebte, woraufhin er sich der freien Malerei zuwandte.

Zurück in Deutschland studierte Urbach an der Kunstakademie Karlsruhe, ehe er 1914 seinen Kriegsdienst leisten musste und als Kriegsmaler an der Flandernfront eingesetzt wurde.

1919 heiratete er Ottilie Lümen und hatte mit ihr einen Sohn.
Im selben Jahr gehörte Urbach zu den ersten Künstlern, die eingeladen wurden, dem neu gegründeten Jungen Rheinland beizutreten. Außerdem gründete er 1920 mit dem Schriftsteller und Philosophen Karl Gabriel Pfeill eine Vereinigung rheinischer Dichter, Maler und Bildhauer, den „Weißen Reiter“.

Urbach wurde von mehreren jüdischen Familien aus Essen gefördert, so zum Beispiel von Rechtsanwalt Dr. Fritz Levy und seiner Frau Frida (eine der ersten Frauenrechtlerinnen und Pazifistinnen), die ihr Haus Künstlern, Schriftstellern und Musikern geöffnet hatten, dem Unternehmer Otto Simon, der Familie Stern sowie von Rechtsanwalt Max Abel und seiner Frau Irma. Sie ermöglichten Urbach 1921 eine mehrmonatige Studienreise nach Italien. Viele der dort entstandenen Bilder gingen in die Sammlungen seiner Förderer über; die meisten dieser später von den N***s geraubten oder zerstörten Gemälde sind heute verschollen.

In den 1920ern unterrichtete Urbach zunächst an der Essener Kunstgewerbeschule, dann an der Folkwang-Schule. 1936 wurde Urbach als einer der Künstler ausgewählt, die bei den Olympischen Spielen ausstellen durften. Seine frühen Werke wurden 1937 dann jedoch von den Nationalsozialisten als entartet aus dem Museum Folkwang entfernt. Seine Lehrtätigkeit wurde davon nicht beeinträchtigt.

Eine angebotene Lehrtätigkeit an der Kunstakademie Ankara konnte er aufgrund des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs nicht wahrnehmen.

1943 wurde sein Atelier in der Folkwang-Schule zerstört und fast sein gesamtes Werk vernichtet.

Nach dem Krieg malte er bis 1968, als sein Augenlicht allmählich zu schwinden begann, vor allem naturalistische Aquarelle.

Sein Neffe ist der Maler Walter Urbach (RAK 135), den er in dessen Jugend privat unterrichtete. Walters Sohn ist der Autor und Regisseur Tilman Urbach, der 2017 einen Dokumentarfilm über seinen Großonkel drehte, in dem er auf Spurensuche nach den verschollenen Gemälden Urbachs ging sowie sich mit dem Schicksal von Urbachs jüdischen Förderern in Essen beschäftigte – „Josef Urbach – Lost Art“.

Eine etwas heitere Anekdote bezieht sich auf Urbachs lebenslange Passion für Pferderennen, über die wir im September 2022 schon einmal berichtet haben, als wir seine zahlreichen kleinen Rennpferdemodelle aus Papier zum Lieblingsstück des Monats erkoren haben.
Lest da doch gern nochmal nach.

Der Kunsthistoriker Josef Busley (1888-1970) studierte und promovierte an der Universität Bonn und war langjähriger wiss...
11/10/2024

Der Kunsthistoriker Josef Busley (1888-1970) studierte und promovierte an der Universität Bonn und war langjähriger wissenschaftlicher Assistent vom Direktor des Kunsthistorischen Instituts, Paul Clemen.

Im Umfeld des Künstlervereins Malkasten lernte er Ilse, die Tochter eines Landgerichtsdirektors, kennen. Das Paar heiratete 1930 und hatte den Sohn Karl-Georg.

Ab 1927 war Busley Leiter der Kultur- und Denkmalpflegeabteilung in Düsseldorf, wurde jedoch 1933 von den Nationalsozialisten entlassen, da der überzeugte Katholik dem neuen Regime ablehnend gegenüberstand.
Paul Clemen stellte ihn stattdessen bei der Denkmalinventarisation in Bonn an. Während des Krieges war Busley im militärischen Kunstschutz für das besetzte Frankreich tätig.

Ilse Busley fertigte für ihren Sohn ein Tagebuch an, das den Zeitraum November 1944 bis Ende Juli 1945 abdeckt, in dem sie über die Arbeit ihres Mannes berichtet, über die langjährige Freundschaft zu Konrad Adenauer sowie über die politischen und geschichtlichen Ereignisse, die die Busleys miterlebten.
Anfang 1945 zog die Familie von Bonn ins etwa 30 Kilometer entfernte Leubsdorf, wo Busley den Auftrag erhielt, die rechtsrheinischen Bergungsorte für Kunstschätze zu überwachen. Somit erlebten die Busleys den Rheinübergang der Amerikaner beim gegenüberliegenden Remagen Anfang März mit. Busley gelang es durch einen Trick, die noch anwesende SS aus dem Dorf zu locken, denn erst danach konnten weiße Flaggen gehisst werden, wofür man zuvor von der SS erschossen worden wäre.
Ilse Busley gelang es außerdem, da sie Englisch sprach, einige Besitztümer der Familie zu retten – so auch die Tagebücher ihres Mannes –, als sie den Amerikanern erklärte, diese wären vor den N***s versteckt worden, sodass die Soldaten ihr sogar halfen, diese wieder vom Boden aufzusammeln.
Sie wurden (mittels eigentlich verbotener Ferngläser) ebenso Zeuge der menschenunwürdigen Zustände in den Rheinwiesenlagern der Alliierten, denen die deutschen Gefangenen dort ausgesetzt waren. Auch beklagte sich Ilse Busley oft darüber, welches Chaos und welche mutwillige Zerstörungswut die Amerikaner verbreiteten.

Ende März erkundigte sich einer der sogenannten Monuments Men bei den Busleys über den Verbleib der Kunstdepots Aachen, Köln und Bonn, um diese rasch zu bergen. Da Busley nicht da war, gab Ilse die Verstecke u.a. des Dreikonigschreins, des St. Heribertschreins sowie der Türen von St. Maria am Kapitol preis, die in ihrem Versteck in Siegen unter Beschuss standen, so aber sicher geborgen werden konnten.
Ab Mai 1945 wurde Busley von den Amerikanern damit beauftragt, in Bonn ein neues Amt für Kunstschutz und Denkmalpflege zu errichten, sodass die Familie endlich in ihr Bonner Haus zurückkehren konnte. Unter Busleys Arbeit bei der Stadtverwaltung Bonn fiel die Sanierung des Bonner Münsters sowie die Rückführung des Beethovenarchivs und die anschließende Wiedereröffnung des Beethovenhauses.

Frustriert mit seiner Stelle fungierte Busley jedoch ab Ende Juli 45 in seinem alten Job als Referent für Kultur- und Denkmalpflege in Düsseldorf sowie bis 1954 im Kultusministerium.
Kurz vor seinem Ruhestand war Busley bei der Stiftung Villa Hügel in Essen tätig und lehrte in den 50ern an der Universität zu Köln.

Der gebürtige Bad Godesberger Arno Reins (1921-1985) konzentrierte sich schon in der Schule auf die musischen Fächer, eh...
20/09/2024

Der gebürtige Bad Godesberger Arno Reins (1921-1985) konzentrierte sich schon in der Schule auf die musischen Fächer, ehe er 1939 ein Notabitur ablegte und danach mit noch nicht einmal 20 Jahren zur Luftwaffe eingezogen wurde.

Nach Einsätzen an der Ostfront war Reins in Hamburg stationiert und geriet 1945 in britische Kriegsgefangenschaft. Im Lager in England wurde ihm ein Germanistikstudium ermöglicht und er kam in Kontakt mit englischen Buchverlagen, die eine Buchreihe für deutsche Kriegsgefangene zwecks Umerziehungsmaßnahme der Männer herausgab. Reins lektorierte einige der Werke und illustrierte sie auch. Im Folgenden durfte er trotz fehlender Zeichenausbildung auch die Illustrationen für weitere Werke beisteuern, insbesondere in der Reihe der „Zaunkönig-Bücher“ für deutsche Kriegsgefangene.
Sein Entschluss, nach dem Krieg Künstler zu werden, war somit gefasst.

1947 kehrte er nach Hause zurück und begann eine Ausbildung an den Kölner Werkschulen.
1950 wechselte er an die Kunstakademie Stuttgart mit dem Schwerpunkt Buchgrafik und Typografie, wo er seine spätere Frau Rosemarie kennenlernte.

Nach dem Examen 1951 wurde er Mitglied in der Künstlergruppe Bonn, die es ihm ermöglichte, erstmals an Ausstellungen teilzunehmen.

Von 1952 bis kurz vor seinem Tod war Reins zudem Dozent an der VHS Bonn, um einen gesicherten Lebensunterhalt zu haben. Seine Grafik- und Gestaltungskurse kamen bei den kulturhungernden Menschen so gut an, dass er auch noch einen Kurs fürs Zeichnen und Malen anbot.

Studienreisen führten ihn seit den 50ern in die Provence, nach Italien und nach Griechenland, wo es ihm stets wichtig war, in seinen Skizzen keine exakte Wiedergabe des Gesehenen darzustellen, sondern die Aura und Seele des Motivs einzufangen. Insbesondere wurde Reins von den Arbeiten des Renaissance-Freskenmalers Antonio Pisanello beeinflusst.

Durch die finanzielle Sicherheit, die ihm seine Arbeit bei der VHS gab, war Reins in der Lage, frei als Künstler zu arbeiten, auch ohne, sich dem Geschmack potentieller Käufer unterwerfen zu müssen. Stetig steigende Lebenshaltungskosten zwangen ihn 1974 aber dazu, eine Stelle als grafischer Mitarbeiter im Rheinischen Archiv- und Museumsamt in Bonn, später Brauweiler, anzunehmen.
Das ständige nach strengen Anweisungen arbeiten zu müssen kollidierte jedoch stark mit seinen Ambitionen als freier Künstler, was ihn psychisch sehr belastete.

1985 beging Arno Reins im Alter von 64 Jahren Suizid.

Adresse

Oppelner Straße 130
Bonn
53119

Öffnungszeiten

Montag 09:30 - 16:00
Dienstag 09:30 - 16:00
Mittwoch 09:30 - 16:00
Donnerstag 09:30 - 16:00
Freitag 09:30 - 16:00

Telefon

+492287760164

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von RAK erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Teilen

Kategorie