Sach- und Geschichtscomics sind zunehmend Gegenstand der Feuilletons und akademischen Diskursen, besonders dann, wenn sie sich mit Thematiken wie dem Dritten Reich, dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust befassen. Doch können Comics Zeitgeschichte ernsthaft beleuchten? Findet hier nicht eine nahezu automatische Verharmlosung allein schon durch das gewählte Medium statt? Die Wanderausstellung, zus
ammengestellt von Ralf Palandt (Gesellschaft für Comicforschung), setzt sich anhand ausgewählter Beispiele differenziert mit der Darstellung des Holocaust in Comics auseinander und regt so zum Nachdenken und zur reflektierenden Lektüre an. Nun wird die Wanderausstellung erstmals in Bochum, gleichsam dem Herzen des Ruhrgebiets gezeigt. Kuratiert wird die Ausstellung dort von Nina Heindl und Véronique Sina. In Bochum ist erstmalig der Comic „Das Erbe“ (2013) der preisgekrönten israelischen Künstlerin Rutu Modan Teil der Ausstellung. Als besondere Ergänzung der Exponate der Wanderausstellung werden im Rahmen der Bochumer Ausstellung zudem Originalzeichnungen der Comickünstler Christoph Heuer, Gabriel Nemeth, Reinhard Kleist und Moritz Stetter integriert.