28/01/2026
Ich hab das Essen bezahlt.
Das ist nicht wichtig.
Auch nicht für mein Kind.
Für mein Selbstbild.Auch nicht. ABER!
Mein Sohn ist zehn
und isst nicht wählerisch.
Er isst selektiv.
Wie ein Zollbeamter.
Spätzle? Durchgewunken.
Nudeln? Kein Problem.
Reis? Okay.
Soße geht auch –
aber bitte ohne Kräuter,
ohne Grünzeug,
also ohne alles,
was die Küche bemüht hat.
Pommes hingegen
werden einzeln geprüft.
Manche kommen durch.
Manche nicht.
Schwarze Stellen?
Raus.
Krumm?
Raus.
Zu viel Meinung?
Raus.
Und diese Pommes hier
hat offenbar verloren.
Deshalb liegt sie jetzt
auf meinem Teller.
Ich bin der Vater.
Ich habe bezahlt.
Ich esse,
was die Qualitätskontrolle
nicht mehr verantworten konnte.
Das ist kein Teilen.
Das ist Entsorgung
mit Blickkontakt.
Mein Sohn isst perfekte Pommes.
Ich esse Erfahrung.
Und irgendwann frage ich mich,
wann genau in meinem Leben
ich zu dem Mann geworden bin,
der dankbar nickt,
wenn ihm ein Zehnjähriger
eine Pommes, äh ein Teil davon, hinschiebt
und denkt:
„Ja.
Fair.“