06/09/2026
Impressionen von der heutigen Generalprobe von 'Und dann kam Alex" im KungerKiezTheater.
An Morgen ist die Produktion an Schulen in Sachsen- Anhalt unterwegs. In Berlin ist das Stück am Fr 18.Sep 2026 / 19:00–20:00 | im KungerKiez zu sehen.
Zum Stück:
Alex ist 17. Er wurde nach eigenen Aussagen über Jahre von Mitschülern und deren Freunden gemobbt und gedemütigt. Irgendwann hat er eine Grenze überschritten. Von seinen Mitschülern angestachelt, und um ihnen zu imponieren, schlägt er „als Mutprobe“ einen wehrlosen alten Mann. Die „Mutprobe“ wird gefilmt und über soziale Netzwerke weiter an andere Mitschüler und schließlich auch an Alex gesendet. Am nächsten Tag betritt er bewaffnet die Schule, um zu erreichen, dass die Mitschüler gestehen ihn zu der Tat gezwungen zu haben. Sein Vorhaben misslingt. Nachdem er mehrere Stunden in einem Klassenraum eingeschlossen verbracht hat, will er sich das Leben nehmen. Hier setzt das Stück an.
Themen
Das Stück stellt keine einfachen Fragen — und gibt erst recht keine einfachen Antworten. Die Figur des Alex ist bewusst ambivalent angelegt: Er ist Opfer langjähriger Demütigungen und gleichzeitig jemand, der einem wehrlosen Menschen Schaden zugefügt hat, der Menschen als Geiseln genommen hat, der mit einer Waffe in eine Schule gegangen ist. Beides ist wahr. Das Stück zwingt dazu, beides gleichzeitig im Blick zu behalten.
Daneben stehen konkrete Fragen, die das Stück durchziehen: Was macht jahrelange Sprachlosigkeit mit einem Menschen — und warum lernen manche Jugendliche nie, über sich zu sprechen? Wo liegt die Grenze zwischen Zuschauen und Mitverantworten? Was bedeutet es, Teil einer Gruppe zu sein, die jemanden ausgrenzt — auch wenn man selbst nie zuschlägt? Welche Rolle spielen Handyvideos und soziale Netzwerke, wenn aus einem lokalen Konflikt innerhalb von Stunden etwas Öffentliches wird? Und was meint jemand, wenn er sagt, er wolle sich „Gerechtigkeit verschaffen"?Ich
Produktion: Tourneetheater Ensemble Radiks in Zusammenarbeit mit dem KungerKiezTheater
Text: Karl Koch
Regie & Produktionsleitung: Manuela Weirauch und Michael R. Schmitz
Es spielen:
Kevin Citozi und Tabea Yener