17/06/2026
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…Gian Lorenzo Bernini
Gian Lorenzo Bernini (1598–1680) gilt als der prägende Bildhauer des römischen Barock. In Neapel geboren und früh mit seinem Vater Pietro Bernini nach Rom gekommen, wurde er bereits in jungen Jahren als außergewöhnliches Talent gefördert. Unter den Päpsten Urban VIII., Innozenz X. und Alexander VII. wurde Bernini zum zentralen Künstler des päpstlichen Rom, als Bildhauer, Architekt, Zeichner, Bühnenbildner und Gestalter öffentlicher Räume.
Berninis Kunst steht für eine neue Auffassung von Skulptur: Die Figur erscheint nicht mehr als geschlossener, ruhender Körper, sondern als dramatisches Ereignis im Raum. Bewegung, Affekt, Licht, Material und Betrachterstandpunkt greifen bei ihm ineinander. Seine Skulpturen zeigen häufig den entscheidenden Augenblick einer Handlung – den Moment größter Spannung, Verwandlung oder innerer Erregung.
Typisch für Berninis Stil sind:
🪨eine dynamische Auffassung der Figur als bewegtes Ereignis im Raum,
🪨die Darstellung des entscheidenden Augenblicks voller Spannung, Affekt und Handlung,
🪨eine virtuose Marmorbehandlung, die Haut, Stoff, Haar und Licht lebendig erscheinen lässt,
🪨starke Hell-Dunkel-Wirkungen und bewegte Oberflächen zur Steigerung der Plastizität,
🪨intensive Mimik und Gestik als Ausdruck von Schmerz, Ekstase, Staunen oder Leidenschaft,
🪨sowie die bewusste Einbeziehung von Raum, Licht, Architektur und Betrachter.
Zu seinen berühmtesten Werken zählen Apollo und Daphne, der David in der Galleria Borghese und die Ekstase der heiligen Teresa in Santa Maria della Vittoria.
Auch im Bode-Museum .museum lässt sich Berninis Bedeutung für die europäische Skulptur unmittelbar nachvollziehen: Die Berliner Skulpturensammlung bewahrt Werke aus seinem Umfeld und von seiner Hand und macht sichtbar, wie stark Bernini die barocke Vorstellung von Bewegung, Körper und Inszenierung geprägt hat.
Credit: Staatliche Museen zu Berlin, Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst / Antje Voigt