06/05/2026
Fred Händl (NL)
Wenn jemand freiwillig seinen Wohnsitz von Deutschland in die Niederlande verlegt, sind
meistens drei Gründe dafür ausschlaggebend:
1. Die lustige Sprache, die unserer zwar entfernt ähnelt, aber im Grunde genommen nicht
erlernbar ist, es sei denn, man wird von Geburt an, quasi gentechnisch, mit diesem komplizierten
sprachlichen Bausatz ausgestattet.
2. Die ausgeprägte Vorliebe für Coffee-Shops, und das nicht in erster Linie wegen des leckeren
Kaffees.
3. Die traditionell tiefe Verbundenheit mit dem angrenzenden Meer , im Einklang mit der recht
befremdlich anmutenden Bereitschaft, irgendwann, mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit, seinen Lebensmittelpunkt unter Wasser wiederzufinden
Die Ausnahme bestätigt wie immer die Regel, denn nichts von dem trifft bei Fred Händl zu.
Vielleicht spielt das eine oder andere ja doch eine Rolle - so oder so, es war die richtige
Entscheidung für den 1972, in einer provinziellen deutschen Kleinstadt geborenen Keyboarder,
Komponisten und Musikpädagogen, seine Heimat bereits in den frühen Kindheitsjahren zu
verlassen und in Den Haag aufzuschlagen. Denn nur hier, umgeben von Freaks, Lebenskünstlern
und Alt-Hippies, konnte er seine individuelle Kreativität und Vielseitigkeit auf die Spitze
treiben. Schon bald, in den 90er Jahren, feierte er mit unkonventionellen Auftritten erste Erfolge,
spielte in diversen Punk- und Avantgarde Bands, um schliesslich sein Debüt-Album: „MOON
AND STARS AND MOON AND STARS AND ALL THAT JAZZ“ zu veröffentlichen.
Dass man beim näheren Hinhören zwangsläufig an einen der bedeutendsten Musiker und
Komponisten des 20. Jahrhunderts, nämlich Frank Zappa, denken muss, ist kein Zufall. Als
ausgesprochener Liebhaber und Kenner des Zappa-Universums, arrangierte Händl dessen
komplexe Musik für seine Solo-Projekte neu, tourte damit erfolgreich durch Europa, parallel zu
seinen Engagements bei „Zappatika“, dem „Zappa Early Renaissance Orchestra“ (Z.E.R.O.) oder
mit „Ike Willis“ und dem „Jeff Hollie Quartett“ (beides ehemalige Musiker bei Zappa)
Wir freuen uns sehr, eine exaltierte, internationale „One-Man-Show“ auf die schönste Bühne
Spandaus und der Welt zu bringen. Und vielleicht verrät uns „Refugee“ Fred nebenbei, was ihn
tatsächlich dazu bewegt hat, seine bodenständige deutsche Heimat gegen eine Region
einzutauschen, die nicht nur als Kiffer-Paradies bekannt ist, sondern auch noch tagtäglich damit
rechnen muss, vom Meer verschluckt zu werden.
War es am Ende vielleicht doch der unwiderstehliche Charme einer gewissen Frau Antje aus
Gouda?? - Who knows, but we will see…
Fred Händl (keys, voc.)
©Thomas Böhme EventPromotion