Fachverband Gewaltfreie Kommunikation e. V.

Fachverband Gewaltfreie Kommunikation e. V. Der Fachverband Gewaltfreie Kommunikation e. V. möchte mit seiner Arbeit zur Verbreitung der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) beitragen. Wir freuen uns auf Sie!

Um das zu verwirklichen, konzentrieren wir uns derzeit auf zwei Aspekte:
• wir bieten eine Qualitätssicherung und
• wir fördern den Austausch und das Netzwerken unter allen Interessierten

Unsere Seiten richten sich sowohl an InteressentInnen der GFK als auch an unsere Mitglieder. Wir laden Sie ein, bei uns Mitglied zu werden – als TrainerIn oder Fördermitglied - und sich so ebenfalls für einen aufrichtigen und empathischen Umgang im menschlichen Miteinander einzusetzen.

𝗩𝗶𝗲𝗿𝘁𝗲𝗿 𝗦𝗰𝗵𝗿𝗶𝘁𝘁: 𝗕𝗶𝘁𝘁𝗲Dieser Vierte und letzte Schritt der Wertschätzenden Kommunikation beschäftigt sich damit, wie wir...
16/06/2026

𝗩𝗶𝗲𝗿𝘁𝗲𝗿 𝗦𝗰𝗵𝗿𝗶𝘁𝘁: 𝗕𝗶𝘁𝘁𝗲

Dieser Vierte und letzte Schritt der Wertschätzenden Kommunikation beschäftigt sich damit, wie wir andere um etwas bitten können, damit sich unsere Lebens- und Arbeitsqualität verbessert. In diesem Schritt stellen Sie eine konkrete Bitte. Wenn Sie sagen, was Sie möchten, ist das etwas anderes, als wenn Sie sagen, was Sie nicht möchten.

Sie erinnern sich sicher an das Beispiel von der Frau, die zu ihrem Mann sagt: “Du arbeitest zu viel,“ und am nächsten Tag kommt er freudig nach Hause und erklärt: „Ich habe mich im Golfclub angemeldet.“

Hier merken Sie den Unterschied ziemlich deutlich. Die Frau hätte beispielsweise sagen können: “Ich möchte dich bitten, dass wir zwei Abende in der Woche gemeinsam verbringen. Kannst du dir das vorstellen?“

Entsprechend erzählte mir Frau G. (Sekretärin) in einem Seminar, sie habe ihrer Chefin gesagt: „Ich möchte nicht, dass Sie mir abends nach 18 Uhr, wenn ich schon weg bin, noch Aufgaben auf meinen Schreibtisch legen.“ (...)

Ich gab Frau G. zu bedenken, dass es eben einen Unterschied macht, ob sie ausdrückt, was sie möchte, oder ob sie sagt, was sie nicht möchte.

Vermutlich hätte ihre Chefin anders reagiert, wenn sie eine positive Handlungsbitte gehört hätte – zum Beispiel: “Bitte können wir die Anliegen und die Aufgaben, die Sie für mich haben gemeinsam um 17 Uhr besprechen?“

Ebenso wichtig ist, dass Sie Bitten konkret formulieren. (…)

Bedenken Sie, dass bei vagen und abstrakten Bitten die Wunschvorstellungen und der Erfahrungsreichtum des Empfängers einfließen und das Ergebnis beeinflussen. Und letztendlich entscheidet der Empfänger, was ankommt.

Beate Brüggemeier: Wertschätzende Kommunikation im Business : wer sich öffnet, kommt weiter! Wie Sie die gewaltfreie Kommunikation im Berufsalltag nutzen (Junfermann 2010, S. 54-55)

Wir veröffentlichen den Auszug aus diesem Buch mit Einverständnis unseres Kooperationspartners Junfermann Verlag. Für uns ist dies Ausdruck eines gelebten Miteinanders, für das wir uns herzlich bedanken.


https://www.fachverband-gfk.org/konkrete-bitte-formulieren-gfk
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🌱 Neue Videoreihe: Gewaltfreie Kommunikation am Arbeitsplatz und in OrganisationenHeute starten Sie mit Teil 1 einer sec...
11/06/2026

🌱 Neue Videoreihe: Gewaltfreie Kommunikation am Arbeitsplatz und in Organisationen

Heute starten Sie mit Teil 1 einer sechsteiligen Reihe mit Marshall Rosenberg, dem Begründer der Gewaltfreien Kommunikation.

Schon vor mehr als 20 Jahren beschäftigte ihn eine Frage, die heute viele Menschen in Unternehmen, Vereinen, Schulen und Organisationen bewegt:

👉 Wie können wir Menschlichkeit und Empathie bewahren, wenn Systeme vor allem auf Kontrolle, Gehorsam und Bewertung setzen?

Marshall Rosenberg zeigt, dass nachhaltige Veränderung dort beginnt, wo Menschen lernen, hinter Konflikten die Gefühle und Bedürfnisse aller Beteiligten wahrzunehmen.

Gewaltfreie Kommunikation ist dabei weit mehr als eine Gesprächstechnik. Sie ist eine Haltung, die Kooperation, Verantwortung und echte Verbindung fördert.

🎥 Teil 1 ist jetzt verfügbar und steht Ihnen für eine Woche kostenlos zum Abruf zur Verfügung 👉 https://www.fachverband-gfk.org/kostenlose-video-reihe-zur-gewaltfreien-kommunikation-gfk.

Die Reihe wird mit freundlicher Genehmigung unseres Kooperationspartners Auditorium Netzwerk veröffentlicht.

💬 Was braucht es aus Ihrer Sicht, damit Menschen in Organisationen gerne Verantwortung übernehmen?

Wir freuen uns auf Ihre Gedanken.

𝗗𝗿𝗶𝘁𝘁𝗲𝗿 𝗦𝗰𝗵𝗿𝗶𝘁𝘁: 𝗕𝗲𝗱̈ü𝗿𝗳𝗻𝗶𝘀Bedürfnisse sind universell. Alle Menschen haben Bedürfnisse. Bedürfnisse sind nicht an eine ...
09/06/2026

𝗗𝗿𝗶𝘁𝘁𝗲𝗿 𝗦𝗰𝗵𝗿𝗶𝘁𝘁: 𝗕𝗲𝗱̈ü𝗿𝗳𝗻𝗶𝘀

Bedürfnisse sind universell. Alle Menschen haben Bedürfnisse. Bedürfnisse sind nicht an eine Zeit, einen Raum, einen Ort oder an eine Person gebunden. Bedürfnisse können auf mehrere Arten und Weisen erfüllt werden. Wie wichtig einem Menschen das eine oder andere Bedürfnis ist, hängt von der momentanen, individuellen Situation und der daraus resultierenden Bedürfnis-Hierarchie ab. Um Ihren Bedürfnissen auf den Grund zu gehen, können Sie sich fragen: “Was brauche ich im Hier und im Jetzt?“

Wenn Sie gerade Hunger haben, dann ist das Bedürfnis nach Nahrung am vordergründigsten. Wenn Sie vor einer wichtigen Entscheidung stehen, dann brauchen Sie vielleicht Klarheit (Informationen, Details), um diese Entscheidung treffen zu können. Sind Sie mit Ihren Gedanken ganz woanders, z.B. bei Ihrem Kind, dann brauchen Sie vielleicht Sicherheit, dass Ihr Kind gut zu Hause angekommen ist. Dann werden Sie eventuell erst zu Hause anrufen, sich Klarheit verschaffen, bevor Sie mit aller Aufmerksamkeit weiterarbeiten können. Ihre Gefühle unterstützen Sie dabei, die Bedürfnisse zu entdecken, die Ihnen gerade wichtig sind. Das braucht Übung und vielleicht am Anfang eine Zeit der Entschleunigung.

(…) Gefühle sind eng mit Bedürfnissen verbunden. Das heißt, wenn Bedürfnisse erfüllt sind, entstehen Gefühle wie z.B. Freude oder Begeisterung. Sind unsere Bedürfnisse nicht erfüllt, werden Sie vermutlich ärgerlich, sauer oder frustriert sein.

Urteile, Kritik, Vorwürfe und Schuldzuweisungen sind dramatische Ausdrucksweisen unerfüllter Bedürfnisse. Deshalb möchte ich an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen: Ihre Gefühle wahrzunehmen ist ein sicherer und schneller Weg, Ihre Bedürfnisse zu erkennen.

Manchmal braucht es Zeit, das tatsächliche Bedürfnis zu finden. Manchmal finden wir hinter unseren Bedürfnissen weitere Bedürfnisse. Ganz wichtig ist an dieser Stelle die Unterscheidung von einem Bedürfnis und einer Handlung oder auch Strategie.

Wenn wir ein Bedürfnis mit einer Person, einem bestimmten Zeitpunkt oder einer speziellen Bedingung verbinden, sind wir bei einer Strategie angekommen, die wir in dem Moment für die einzige Möglichkeit halten, unser Bedürfnis zu erfüllen. Bei einer Handlungsstrategie gibt es nur einen einzigen Weg zur Erfüllung. Somit steckt in den Handlungsweisen auch Konfliktpotenzial – denn was machen wir, wenn die einzige Tür, die wir sehen können, verschlossen ist. Wenn es uns gelingt, auf die Bedürfnisebene zu schauen, gibt es immer wieder die Möglichkeit, alternative Handlungsmöglichkeiten /Strategien zu finden, mit denen wir die Bedürfnisse aller Beteiligten erfüllen können. Das ist ein wichtiger Punkt bei Konfliktklärungen.

Beate Brüggemeier: Wertschätzende Kommunikation im Business : wer sich öffnet, kommt weiter! Wie Sie die gewaltfreie Kommunikation im Berufsalltag nutzen (Junfermann 2010, S. 45-46)

Wir veröffentlichen den Auszug aus diesem Buch mit Einverständnis unseres Kooperationspartners Junfermann Verlag. Für uns ist dies Ausdruck eines gelebten Miteinanders, für das wir uns herzlich bedanken.


https://www.fachverband-gfk.org/beduerfnisse-und-strategien
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𝗔𝘂𝘁𝗵𝗲𝗻𝘁𝗶𝘇𝗶𝘁ä𝘁 𝗲𝗿𝘄ü𝗻𝘀𝗰𝗵𝘁 𝗼𝗱𝗲𝗿 𝗱𝗼𝗰𝗵 𝗹𝗶𝗲𝗯𝗲𝗿 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁Vielleicht fragen Sie sich, ob Sie sich verletzlich zeigen, wenn Sie Ihre ...
02/06/2026

𝗔𝘂𝘁𝗵𝗲𝗻𝘁𝗶𝘇𝗶𝘁ä𝘁 𝗲𝗿𝘄ü𝗻𝘀𝗰𝗵𝘁 𝗼𝗱𝗲𝗿 𝗱𝗼𝗰𝗵 𝗹𝗶𝗲𝗯𝗲𝗿 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁

Vielleicht fragen Sie sich, ob Sie sich verletzlich zeigen, wenn Sie Ihre Gefühle mitteilen, gerade am Arbeitsplatz. Ich stimme Ihnen zu: Wenn Sie Ihre Gefühle aussprechen, zeigen Sie sich authentisch und vielleicht auch verletzlich. Aber ist es nicht gerade das, was uns Menschen miteinander in Verbindung bringt?

Eine der am häufigsten gestellten Fragen auf der Welt ist zum Beispiel: “Wie geht es dir?“ Und wie wird diese Frage beantwortet? Meistens doch nur mit der Floskel „gut“. Wer will wirklich wissen, wie es Ihnen geht? Und wie viel Zeit bräuchten Sie, um diese Frage aufrichtig zu beantworten?

Wenn Sie nicht der Top-Entscheider in Ihrem Unternehmen sind, dann sagen Sie sich vielleicht jetzt: “Das müsste doch von oben gelebt werden, die Treppe fängt man oben an zu wischen!“ Ich gebe Ihnen recht. Doch nicht in jedem Unternehmen gibt es eine Kultur von offener Kommunikation. Sie können nur bei sich selbst anfangen. Fragen Sie sich, was Sie möchten! Sie können ehrlich zu sich selbst sein, die eigenen Gefühle erkennen und zulassen. Sie können sich Entschleunigung erlauben und sich die Zeit nehmen, Ihre Gefühle zu spüren, um sich mit dem eigenen Leben zu verbinden. Sie können sich und Ihre erfüllten oder nicht erfüllten Bedürfnisse ansehen und in die Handlung kommen, die Ihre Lebensverschönerung dient.

Wenn Sie Ihre Gefühle fühlen, heißt das übrigens noch lange nicht, dass Sie diese Gefühle auch immer kommunizieren müssen. Die Psychoanalytikerin Ruth Cohn hat einmal gesagt: „Alles, was du sagst, sollte wahr sein. Aber nicht alles, was wahr ist, muss gesagt werden.

Vielleicht braucht das Aussprechen von Gefühlen, Schutz, Sicherheit und Vertrauen, das im Moment nicht vorhanden ist. Dann kommunizieren Sie Gefühlsworte, die für Sie stimmig sind. Dafür ist häufig das Wort „irritiert“ geeignet. Überlegen Sie sich einen Gefühlswortschatz, der für Sie in Ihrem Business-Alltag authentisch klingt.

Beate Brüggemeier: Wertschätzende Kommunikation im Business : wer sich öffnet, kommt weiter! Wie Sie die gewaltfreie Kommunikation im Berufsalltag nutzen (Junfermann 2010, S. 44-45)

Wir veröffentlichen den Auszug aus diesem Buch mit Einverständnis unseres Kooperationspartners Junfermann Verlag. Für uns ist dies Ausdruck eines gelebten Miteinanders, für das wir uns herzlich bedanken.


https://www.fachverband-gfk.org/gefuehle-am-arbeitsplatz
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𝗛𝗮𝗯𝗲𝗻 𝘄𝗶𝗿 𝗘𝗶𝗻𝗳𝗹𝘂𝘀𝘀 𝗮𝘂𝗳 𝘂𝗻𝘀𝗲𝗿𝗲 𝗚𝗲𝗳̈ü𝗵𝗹𝗲Wir können unsere Gefühle beeinflussen, indem wir die Qualität unseres Bewusstsein...
26/05/2026

𝗛𝗮𝗯𝗲𝗻 𝘄𝗶𝗿 𝗘𝗶𝗻𝗳𝗹𝘂𝘀𝘀 𝗮𝘂𝗳 𝘂𝗻𝘀𝗲𝗿𝗲 𝗚𝗲𝗳̈ü𝗵𝗹𝗲

Wir können unsere Gefühle beeinflussen, indem wir die Qualität unseres Bewusstseins, unserer Gedanken überprüfen. Übernehmen Sie Selbstverantwortung. Lassen Sie sich nicht beherrschen von dem, was andere für richtig und für falsch halten. Lassen Sie sich ebenso wenig beherrschen von Ihren eigenen negativen Gedanken.

Gefühle hängen mit Ihren Gedanken zusammen, und zwar in beide Richtungen: Ein Gedanke kann ein Gefühl auslösen und ein Gefühl löst Gedanken aus. Beobachten Sie Ihr Denken, wenn Sie sich das nächste Mal ärgern. Sie werden den Zusammenhang erkennen. Wenn Sie bewusst Ihre Gedanken und die dadurch ausgelösten Gefühle beobachten können, dann durchschauen Sie das Spiel. Wichtig dabei ist es, die Gedanken zu beobachten und die Gefühle davon getrennt wahrzunehmen. So können Sie die Verantwortung für Ihre Gefühle übernehmen. Dann hat kein anderer Mensch mehr die Macht über Ihre Gefühle. Machen Sie sich der Verantwortung für Ihr Erleben und Ihre Gefühle bewusst, dann sind Sie die Gestalterin bzw. der Gestalter Ihres Lebens.

Beate Brüggemeier: Wertschätzende Kommunikation im Business : wer sich öffnet, kommt weiter! Wie Sie die gewaltfreie Kommunikation im Berufsalltag nutzen (Junfermann 2010, S. 44)

Wir veröffentlichen den Auszug aus diesem Buch mit Einverständnis unseres Kooperationspartners Junfermann Verlag. Für uns ist dies Ausdruck eines gelebten Miteinanders, für das wir uns herzlich bedanken.


https://www.fachverband-gfk.org/verantwortung-fuer-gefuehle-uebernehmen
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𝗩𝗼𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗲𝗺𝗼𝘁𝗶𝗼𝗻𝗮𝗹𝗲𝗻 𝗩𝗲𝗿𝘀𝘁𝗿𝗶𝗰𝗸𝘂𝗻𝗴 𝘇𝘂𝗿 𝗘𝗶𝗴𝗲𝗻𝘃𝗲𝗿𝗮𝗻𝘁𝘄𝗼𝗿𝘁𝘂𝗻𝗴 𝗳̈ü𝗿 𝗚𝗲𝗳ü𝗵𝗹𝗲Sie können niemanden für Ihre Gefühle verantwortlich...
19/05/2026

𝗩𝗼𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗲𝗺𝗼𝘁𝗶𝗼𝗻𝗮𝗹𝗲𝗻 𝗩𝗲𝗿𝘀𝘁𝗿𝗶𝗰𝗸𝘂𝗻𝗴 𝘇𝘂𝗿 𝗘𝗶𝗴𝗲𝗻𝘃𝗲𝗿𝗮𝗻𝘁𝘄𝗼𝗿𝘁𝘂𝗻𝗴 𝗳̈ü𝗿 𝗚𝗲𝗳ü𝗵𝗹𝗲

Sie können niemanden für Ihre Gefühle verantwortlich machen. Umgekehrt können Ihre Mitmenschen Sie auch nicht für ihre Gefühle zur Verantwortung ziehen. Das schenkt Ihnen Freiheit. Eigenverantwortung für Gefühle zu übernehmen entlastet.

Gefühle sind die Gradmesser unserer Bedürfnisse. Sie zeigen uns an, ob unsere Bedürfnisse gerade erfüllt sind oder nicht. In der Wertschätzenden Kommunikation verbinden Sie Ihre Gefühle und Ihre Bedürfnisse. Im Sprachgebrauch könnte sich das wie folgt anhören:

Statt: „Ich bin verärgert, weil der Mitarbeiter nichts auf die Reihe bekommt.“

⟶ „𝗜𝗰𝗵 ärgere mich, weil 𝗺𝗶𝗿 Verlässlichkeit wichtig ist.“

Statt: „Ich bin glücklich, wenn du den Abend mit mir verbringst.“

⟶ „𝗜𝗰𝗵 freue mich, weil 𝗺𝗶𝗿 Nähe wichtig ist.“

In diesen Beispielen übernimmt die Person die Verantwortung für ihre Gefühle. Sie spricht in einer Ich-Botschaft. Wenn Sie von sich und Ihren Gefühlen sprechen, hat das „Du“ bzw. das „Sie“ (die Du-Botschaft) in einem Satz nichts zu suchen.

Also nicht: „Ich ärgere mich, weil Sie …..“

Sondern: „𝗜𝗰𝗵 ä𝗿𝗴𝗲𝗿𝗲 𝗺𝗶𝗰𝗵, weil 𝗺𝗶𝗿 ……. (Bedürfnis) wichtig ist.“

Nicht: „Ich bin frustriert, weil Sie sich nicht an Absprachen halten.“

Sondern: „𝗜𝗰𝗵 𝗯𝗶𝗻 𝗳𝗿𝘂𝘀𝘁𝗿𝗶𝗲𝗿𝘁, weil 𝗶𝗰𝗵 mich auf Absprachen verlassen möchte.“

Wenn Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder Ihr Vorgesetzter Sie für ihre Gefühle verantwortlich machen möchten – bewusst oder unbewusst – ist es wichtig, dass Sie sich zuerst klarmachen, dass Sie nur ein Auslöser für die Gefühle der anderen Person sind. Dann können Sie die Sätze in eine Sprache übersetzen, die ausdrückt, dass die andere Person die Verantwortung für ihre Gefühle selbst übernimmt.

Sagt z.B. Ihr Vorgesetzter zu Ihnen: “Ich bin verärgert, weil Sie sich nicht an die Vorgehensweise gehalten haben“ – so übernimmt der Vorgesetzte keine Verantwortung für seine eigenen Gefühle. Sie könnten dann wie folgt reformulieren: „Sie sind irritiert, weil Sie Klarheit brauchen, aus welchem Grund ich mich für eine andere Vorgehensweise entschieden habe?“

Beate Brüggemeier: Wertschätzende Kommunikation im Business : wer sich öffnet, kommt weiter! Wie Sie die gewaltfreie Kommunikation im Berufsalltag nutzen (Junfermann 2010, S. 40-41)

Wir veröffentlichen den Auszug aus diesem Buch mit Einverständnis unseres Kooperationspartners Junfermann Verlag. Für uns ist dies Ausdruck eines gelebten Miteinanders, für das wir uns herzlich bedanken.


https://www.fachverband-gfk.org/eigenverantwortung-fuer-gefuehle
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𝗘𝗺𝗼𝘁𝗶𝗼𝗻𝗮𝗹𝗲 𝗩𝗲𝗿𝘀𝘁𝗿𝗶𝗰𝗸𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻Die Skepsis gegenüber Gefühlsbenennungen hat noch einen weiteren Grund: Gefühle werden dazu ben...
12/05/2026

𝗘𝗺𝗼𝘁𝗶𝗼𝗻𝗮𝗹𝗲 𝗩𝗲𝗿𝘀𝘁𝗿𝗶𝗰𝗸𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻

Die Skepsis gegenüber Gefühlsbenennungen hat noch einen weiteren Grund: Gefühle werden dazu benutzt, anderen die Verantwortung zu übertragen oder die Schuld zu geben. Dies geschieht sicherlich nicht bewusst. Es ist vielmehr eine Gewohnheit, die wir durch unsere Erziehung und von unserer Gesellschaft angenommen haben.

Beispiele:
„Ich bin verärgert, weil mein Mitarbeiter nichts auf die Reihe bekommt und zu spät in Meetings erscheint.“
„Das ist doch nicht meine Schuld. Ich hatte Anweisung von oben, so zu handeln.“
„Meine Chefin nervt mich, ständig will sie etwas anderes.“
„Er geht mir mit seiner Perfektion ziemlich auf die Nerven.“
„Es ärgert mich, wenn du dein Zimmer nicht aufräumst.“
„Ich bin unglücklich, wenn du so viel arbeitest.“

Solche Sätze erscheinen uns nur allzu natürlich. Wir machen uns gar nicht bewusst, dass es sich hier um eine emotionale Verstrickung handelt. Emotionale Verstrickung bedeutet: „Ich bin für meine Gefühle nicht verantwortlich. Mein Gegenüber oder eine Situation zwingen mich zu meinen Gefühlen.“

Merken Sie, wie Worte auf eine schuld-einflößende Art benutzt werden können? Auch in der Partnerschaft geschieht das schnell, wenn jemand zum Beispiel sagt: „Es macht mich traurig, dass du so wenig Zeit für mich hast.“ Man kann die Last förmlich spüren, die der eine Partner dem anderen mit diesem Satz auferlegt. Doch auch die Umkehrung: Ich bin glücklich, wenn du den Abend mit mir verbringst, macht den anderen verantwortlich für meine Gefühle: Auch wenn es sich positiv anhört, der andere bekommt die Verantwortung übertragen. Das ist das Gefährlichste an der emotionalen Verstrickung – sie kann so angenehm klingen.

Es geht darum, dass wir die Verantwortung für unsere Gefühle übernehmen und nicht andere dafür verantwortlich machen.

In der Wertschätzenden Kommunikation trennen wir dafür den Auslöser und den Grund der Gefühle voneinander. Der Auslöser ist die Situation oder eine Person, die etwas zu uns sagt. Der Grund für Ihre Gefühle ist jedoch Ihr erfülltes oder unerfülltes Bedürfnis, nicht das Verhalten anderer Menschen. Anders gesagt: Menschen können ein Auslöser für Ihre Gefühle sein, sie sind aber niemals der Grund dafür.

Beate Brüggemeier: Wertschätzende Kommunikation im Business : wer sich öffnet, kommt weiter! Wie Sie die gewaltfreie Kommunikation im Berufsalltag nutzen (Junfermann 2010, S. 39-40)

Wir veröffentlichen den Auszug aus diesem Buch mit Einverständnis unseres Kooperationspartners Junfermann Verlag. Für uns ist dies Ausdruck eines gelebten Miteinanders, für das wir uns herzlich bedanken.


https://www.fachverband-gfk.org/emotionale-verstrickungen-gefuehle-verantwortung
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Unterscheiden Sie Gefühle von Nicht-GefühlenIm Business-Kontext wünscht man sich eine sachorientierte Sprache. Gefühle z...
05/05/2026

Unterscheiden Sie Gefühle von Nicht-Gefühlen

Im Business-Kontext wünscht man sich eine sachorientierte Sprache. Gefühle zu benennen ist oftmals unbeliebt. Dabei werden in der Kommunikation häufig Gefühle mit Nicht-Gefühlen, auch Pseudogefühle genannt, verwechselt. Nicht-Gefühle beinhalten Wertungen oder Schuldzuweisungen. Sie sagen nichts darüber aus, wie Sie sich tatsächlich fühlen, sondern wie Sie über eine andere Person denken. Mit einer Aussage eines Nicht-Gefühls, wie z.B. „Ich fühle mich ausgenutzt“, interpretieren Sie das Verhalten einer anderen Person und denken: Es gibt jemand, der Sie ausnutzt. Die andere Person hört einen versteckten Vorwurf oder denkt, sie sei verantwortlich für Ihre Gefühle. In unserem Alltag sind das geläufige Formulierungen, die zu einer trennenden Kommunikation führen.

Benutzen Sie Gefühlswörter, die keine Schuldzuweisungen und Wertungen enthalten. Auf diese Weise erreichen Sie eine verbindende Kommunikation.

Achtung ist schon geboten bei der Verwendung des Wortes „fühlen“ in einem Satz.

Wenn es verwendet wird, dann folgt meist kein Gefühl, sondern ein Gedanke bzw. ein Nicht-Gefühl:

„Ich habe das Gefühl, ich werde hier ausgenutzt.
„Ich fühle mich wie ein Versager.“
„Ich fühle mich, als ob ich gegen eine Wand laufe.“

Lassen die einleitenden Sätze einfach weg. Und sagen Sie stattdessen:

„Ich bin irritiert, sauer, frustriert, besorgt, freudig, überrascht ….“ Denn nach dem Satzanfang „Ich bin ……“folgt meistens ein Gefühl. (….)

Nicht-Gefühle sind Gedanken oder Gefühlswörter, die gemischt sind mit Bewertungen, Interpretationen und/oder Schuldzuweisungen: angegriffen, beleidigt, deplatziert, hintergangen, schikaniert, verletzt etc.

Bei Nicht-Gefühlen ist unser Bewusstsein mehr auf das Äußere und auf Äußerlichkeiten gerichtet. Wir konzentrieren uns darauf, was andere über uns denken oder was wir über andere denken, anstatt auf uns selbst.

Gefühlsworte sollen beschreiben, wie Sie sich wirklich fühlen und keine Beurteilung und Schuldzuweisungen anderer Menschen einschließen. Wenn Sie sagen: „Ich fühle mich missverstanden“, dann drücken Sie aus, wie Sie über andere denken, aber nicht wie Sie sich fühlen.

Beate Brüggemeier: Wertschätzende Kommunikation im Business : wer sich öffnet, kommt weiter! Wie Sie die gewaltfreie Kommunikation im Berufsalltag nutzen (Junfermann 2010, S. 37-38)

Wir veröffentlichen den Auszug aus diesem Buch mit Einverständnis unseres Kooperationspartners Junfermann Verlag. Für uns ist dies Ausdruck eines gelebten Miteinanders, für das wir uns herzlich bedanken.


https://www.fachverband-gfk.org/gefuehle-von-nicht-gefuehlen-unterscheiden
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🎬 Kostenlose Video-Reihe: Gewaltfreie Kommunikation – Teil 6 von 6Heute erscheint der letzte Teil des Vortrags von Marsh...
30/04/2026

🎬 Kostenlose Video-Reihe: Gewaltfreie Kommunikation – Teil 6 von 6

Heute erscheint der letzte Teil des Vortrags von Marshall B. Rosenberg aus dem Jahr 2015.

𝗠𝗮𝗿𝘀𝗵𝗮𝗹𝗹 𝗕. 𝗥𝗼𝘀𝗲𝗻𝗯𝗲𝗿𝗴 – 𝗚𝗲𝘄𝗮𝗹𝘁𝗳𝗿𝗲𝗶𝗲 𝗞𝗼𝗺𝗺𝘂𝗻𝗶𝗸𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻
⏱ Dauer: 90 Minuten (Teil der Gesamtreihe)

In diesem Abschnitt geht es um ein zentrales Thema:
Unsere menschlichen Bedürfnisse – und warum sie die Grundlage unseres Handelns sind.

Sie erfahren:
• welche Bedürfnisse uns antreiben (z. B. Sicherheit, Verbindung, Sinn)
• warum Konflikte entstehen, wenn Bedürfnisse unerfüllt bleiben
• weshalb Geld keine Bedürfnis, sondern eine Strategie ist

Ein besonderer Fokus liegt außerdem auf echter Dankbarkeit:
Nicht als Lob oder Bewertung – sondern als bewusste Wahrnehmung dessen, was unser Leben bereichert.

💡 Unser Impuls für Sie:
Nutzen Sie das lange Wochenende, um sich Zeit für neue Perspektiven zu nehmen.

👉 Zum Video & zur Übersicht:
https://www.fachverband-gfk.org/kostenlose-video-reihe-zur-gewaltfreien-kommunikation-gfk

Und bleiben Sie gespannt:
In den nächsten Wochen geht unsere kostenlose Video-Reihe weiter!

Ein

𝗦𝗮𝗰𝗵𝗲𝗯𝗲𝗻𝗲 - 𝗕𝗲𝘇𝗶𝗲𝗵𝘂𝗻𝗴𝘀𝗲𝗯𝗲𝗻𝗲Auf der Sachebene lassen sich Konflikte dann klären, wenn sie ausschließlich auf der Sacheben...
28/04/2026

𝗦𝗮𝗰𝗵𝗲𝗯𝗲𝗻𝗲 - 𝗕𝗲𝘇𝗶𝗲𝗵𝘂𝗻𝗴𝘀𝗲𝗯𝗲𝗻𝗲

Auf der Sachebene lassen sich Konflikte dann klären, wenn sie ausschließlich auf der Sachebene bleiben. Schwierig wird es, wenn Menschen sich eben nicht auf der Sachebene verständigen, sondern im Konfliktfall auf die Beziehungsebene gehen. Das passiert oft unbewusst durch die Körpersprache (Tonfall, Mimik, Gestik), die immer die Wahrheit sagt – ob Sie wollen oder nicht. Oder Sie kommunizieren unbewusst auf der Beziehungsebene durch bewertende oder verurteilende Bemerkungen im Gespräch. In Unternehmen höre ich oft die Äußerung: „Wir wollen eine sachliche Kommunikation.“ Doch Gefühle sind der Sachlichkeit durchaus dienlich. Wenn Sie die Gefühle benennen können, die für Sie gerade eine Rolle spielen, dann wird Ihre Kommunikation klarer. Ihr Gegenüber muss Ihre Gefühle nicht selbst erraten und kann sich auf die Gesamt-Aussage konzentrieren. Botschaften, die ein Gefühl einhalten, werden so zugleich als sachlich und als vollständig empfunden.

In Konflikten oder bei schwierigen Mitteilung ist es ähnlich. Es wird Ihnen nicht gelingen, einen Konflikt auf der Sachebene zu lösen, der auf der Beziehungsseite entstanden ist. Genauso wenig werden Sie eine schwierige Botschaft auf der Sachebene vermitteln können, wenn auf der Beziehungsebene Gefühle wie Angst, Sorge oder Ärger vorhanden sind. Hier ein Beispiel: Ein Geschäftsführer kommuniziert an seine Mitarbeitenden: „Die Produktion wird nach Polen verlagert. Aber wir werden niemandem kündigen.“

Hierbei wurde ausschließlich auf der Sachebene kommuniziert.

Soll jedoch auch die Gefühlsebene angesprochen werden, dann könnte sich der Wortlaut wie folgt anhören: „Die Produktion wird nach Polen verlagert. Sicherlich sind Sie besorgt, weil Ihnen Sicherheit wichtig ist, und Sie wünschen sich Klarheit und eine offene Kommunikation und Vertrauen. Wir können Ihnen heute sagen, es wird keine Kündigungen geben. Unsere geplanten Maßnahmen sehen wie folgt aus …“

Es braucht Mut und Vertrauen, Gefühle anzusprechen, doch nur so wird in dieser herausfordernden Situation eine verbindende Kommunikation entstehen.

Beate Brüggemeier: Wertschätzende Kommunikation im Business : wer sich öffnet, kommt weiter! Wie Sie die gewaltfreie Kommunikation im Berufsalltag nutzen (Junfermann 2010, S. 33)

Wir veröffentlichen den Auszug aus diesem Buch mit Einverständnis unseres Kooperationspartners Junfermann Verlag. Für uns ist dies Ausdruck eines gelebten Miteinanders, für das wir uns herzlich bedanken.


https://www.fachverband-gfk.org/sachebene-und-beziehungsebene
Foto: KI generiert (Google Gemini)

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