Unerhörte Musik

Unerhörte Musik Die Unerhörte Musik ist die erste wöchentliche Konzertreihe für Neue Musik in Deutschland.

Wie gewohnt öffnen

28/06/2020

Für das Konzert am 30.6. verlosen wir 3 x 2 Karten. Es dürfen tatsächlich ein paar Menschen dem Live-Stream beiwohnen!

Bei Interesse bitte melden: [email protected]

13/06/2020

Dienstag, 16. Juni, 21:00 Uhr

Ensemble Socell 21



Irene Kurka, Sopran
Burkart Zeller, Violoncello


Hin und weg


Mayako Kubo

Herbstfrau (2010)
4 Lieder für Sopran und Violoncello

Der Komposition liegen vier kurze Gedichte zu Grunde: Frühling, Transzendenz-Sommer und Winter sind Gedichte von Ulrike Prasse.
Herbstfrau ist aus dem Gedichtband “Tamayura - Sohshi" von Meiko Matsudaira.
Da die vier Gedichte einen ähnlichen Charakter wie Haikus haben - kurz, prägnant und naturnah - übernahm auch die Musik diesen Charakter.

Frühling

Vogelgesang zart
durchdringt Tag und Nachtgleiche
verspricht nun Anmut

(Ulrike Prasse)

Transzendenz-Sommer

ein Tisch
ein Blatt Papier
ein Stift
darin wohnt
bescheidenes Glück

Schatten lösen sich auf
Worte werden Wasserspiele
im Licht

(Ulrike Prasse)

Herbstfrau

In der Nacht des kalten Spätherbstes
sah ich mein Gesicht im Spiegel
bodenlos

(Meiko Matsudaira /Übesetzung: Mayako Kubo)

Winter

Kälte zieht durch die Welt
kein Schritt, kein Wort mehr
Schneeweite sucht Feuer
Blütenträume erwachen
im Winterschlaf

(Ulrike Prasse)

In Kobe aufgewachsen macht Mayako Kuboam Osaka College of Music einen Abschluss (BA) als Pianistin. 1972 geht sie nach Wien, um Komposition bei Roman Haubenstock-Ramati zu studieren.1980 setzt sie ihre Studien bei Helmut Lachenmann in Hannover fort. Kubos Kompositionsstil verdankt viel ihrer klassischen Klavierausbildung, den Studien am Institut für Elektroakustische und Experimentelle Musik Wien sowie der Auseinandersetzung mit anderen szenischen Künsten wie Tanz, Theater und Performance. Die Uraufführung der Oper „Rashomon“ 1996 in Graz – ein Auftragswerk des Opernhauses und des Steirischen Herbstes – gerät zu einem der Höhepunkte ihrer Karriere. Kubos zweite Oper „Osan“ folgte 2005. Als Auftragswerk des New National Theatre Tokyo wurde sie dort mit großen Erfolg uraufgeführt.. Ihre dritte Oper “Der Spinnfaden” gelangt 2010 in Berlin zur Uraufführung. 2014 ist Kubo als Composer in Residence zu den Mondsee Musiktagen eingeladen. 2017/18 erhielt sie Paris-Stipendium von der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten Berlin. Mit ihrem Werk „Sanriku Lieder“ gewann das Kyoto Philharmonic-Chamber Orchestra den Sagawa Musikpreis 2017. Saison 2019/2020 ist Kubo Composer in Residence für die Rapauke-Reihe von dem Rundfunk Sinfonieorchester Berlin. Sie ist Fellow der Japan Foundation, Fellow des Hanse-Wissenschaftskollegs und der Bogliasco Foundation. Ihre Kompositionen wurden auf den wichtigsten internationalen Musikfestivals wie den Donaueschinger Musiktagen, dem Mondsee Musikfestival, MärzMusik oder Wien Modern aufgeführt. Kubos Oeuvre, das rund 160 Kompositionen umfasst, ist im Ariadne Musikverlag, bei Breitkopf & Härtel, bei edition nova vita und im Verlag Neue Musik erschienen.

Stefan Streich

Kontur Grün (2015)
für Sopran und Violoncello

Kontur Grün ist und ganz und gar aus der Vorstellung des (Zusammen-)Klangs von Sopran und Violoncello entstanden. Ein Solo aus zwei.
Stimme und Instrument sind sich ähnlich. Gleichzeitig sind sie ganz verschieden.
Das Komponieren war eine Art bildhauerischer Akt, der den schon existenten Strukturen eines zweischichtigen Materials nachspürte. Klang als feine Kerben und Ausbuchtungen in einem stillen Zeitblock. Prozeß und Statik halten sich die Waage. Eine leicht bewegte Form.
Kontur Grün entstand für Irene Kurka und Burkhart Zeller und ist Antoine Beuger zum 60. Geburtstag gewidmet.

Stefan Streich, geboren 1961 in Schwäbisch Hall. Lebt und arbeitet in Berlin.
Seit 2009 künstlerischer Leiter der Klangwerkstatt Berlin - Festival für Neue Musik.
1997-2002 Mitgründer der interdisziplinären Künstlergruppe WEISS Kunstbewegung. Organisation und künstlerische Leitung medienübergreifender Gruppenarbeiten (Konzertreihen, Bühnenprojekte, Ausstellungen).
1990–1994 Kompositionsstudium bei Helmut Lachenmann an der Musikhochschule Stuttgart. Kompositionskurse bei Boguslav Schäffer, Isang Yun und Gottfried Michael Koenig. Intensive Auseinandersetzung mit dem Werk und der Ästhetik von John Cage.
1982–1990 Studium an der Städtischen Akademie für Tonkunst Darmstadt (Gitarre bei Wilfried Senger, Komposition bei Toni Völker), Lehrtätigkeit im Fach Gitarre an der Musikschule Crailsheim und privat.Zahlreiche Aufführungen und Radioaufnahmen im In- und Ausland, Medienübergreifende Projekte, Theaterarbeit, Performances.Zusammenarbeit u.a. mit ensemble mosaik Berlin, Minguet Quartett Köln, Kammerensemble Neue Musik Berlin KNM, Mouse on Mars, trio accanto Freiburg, ensemble recherche Freiburg, Ensemble Apparat Berlin, Ensemble Adapter Berlin, Deutsches Streichtrio München, RSO Stuttgart, Ensemble Ars Ludi Rom, Ensemble Phorminx Frankfurt/M, elole Klaviertrio Dresden, Ensemble LUX_NM Berlin.Vorträge und Seminare u.a. an der University of Calgary/CAN, Columbia University, Department of Music New York City, Hochschule für Musik Hanns-Eisler Berlin, Universität der Künste Berlin, Humboldt-Universität Berlin, Universität Potsdam und an der Musikhochschule Karlsruhe.Stipendien Deutsche Akademie Villa Massimo Rom, Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt, Heinrich-Strobel-Stiftung des Südwestrundfunks Freiburg, Künstlerhaus Schloß Wiepersdorf, Herrenhaus Edenkoben, 1. Preis des Kompositionswettbewerbs der Stadt Stuttgart u.a.



Gwyn Pritchard

Forse mi stai chiamando (1997)
für Sopran und Violoncello

Forse mi stai chiamandowurde 1997 von der italienischen Dichterin und Romanautorin Pinuccia Amodei in Auftrag gegeben. Ein Auszug der Vertonung wurde in Amodeis umfangreichem Gedichtzyklus Il Deserto Definito(Die definierte Wüste), dem der Text entnommen ist, abgedruckt. Die Publikation gewann 1997 den Preis der Stadt Florenz Fiorino d'Oro. Das Gedicht lautet:

Forse mi stai chiamando
ma non sempre
il filo dell’intesa silenziosa
basta a colmare la preziosa angoscia
che preme dentro il corpo.

Inutilmente
i nostri seni caldi
attendono carezze conosciute
e inutilmente
il tuo tacere è attesa
fragile gioco amore
senza tempo

Eine poetische Übersetzung wäre notgedrungen eine sehr freie; eine ziemlich wörtliche Übersetzung lautet:

Vielleicht rufst du mich
aber der Faden der stillen Verbindung
ist nicht immer genug
um die kostbare Angst zu beruhigen
die im Körper drängt.

Nutzlos warten unsere warmen Brüste
auf vertraute Liebkosungen
und nutzlos erwartet dein Schweigen
ein zerbrechliches Spiel
Liebe ohne Zeit

Die Vertonung spiegelt den sehnsüchtigen Charakter des Textes wider; vom Zuhörer wird nicht erwartet, das Gedicht semantisch zu „verstehen“ und den Sinn der Worte und der Syntax zu begreifen. Vielmehr wird der Text als Quelle individueller Klänge behandelt; viele davon sind angehaltene Konsonanten (wie m oder l), die zu einer hochgradig verzierten Gesangslinie zusammengesetzt sind. Diese wird durch die farbreiche Cellostimme sowohl gestützt als auch kontrapunktiert.
(Gwyn Pritchard)


Pèter Koeszgehy

sirius glow (2017)
für Sopran und Violoncello

Pèter Köszeghy wurde 1971 in Balassagyarmat in Ungarn geboren. Von 1989 bis 1992 studierte er an der „Franz Liszt“ Musikhochschule in Györ (Ungarn) Pädagogik und Querflöte, daneben erhielt er Kompositionsunterricht bei Attila Remènyi und Endre Olsvay. 1992 schloss er sich der „Gruppe junger Komponisten“ (F.Z.CS) in Budapest an. Im darauf folgenden Jahr ging er nach Berlin, um an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Komposition bei Paul-Heinz Dittrich und Elektronische Musik bei Andre Bartetzki zu studieren. Er erhielt 1999 sein Diplom in Komposition und lebt seitdem als

freischaffender Komponist in Berlin. Pèter Köszeghy gewann zahlreiche Preise, u. a beim internationalen Kompositionswettbewerb „Biennale Neue Musik Hannover 2001“, beim internationalen Kompositionswettbewerbs für das Trio Aeolian 2004 und 2006, beim Kompositionswettbewerb der Weimarer Frühjahrstage 2005 und 2008, beim Kompositionswettbewerb „In memoriam György Ligeti“ zum deutschungarischen Kulturjahr 2007 sowie beim internationalen Kompositionswettbewerb für Jugendsinfonieorchester des Tonkünstlerverbands Würzburg 2011. Pèter Köszeghy war Stipendiat der Sektion Musik der Akademie der Künste Berlin (2006), des Künstlerhauses Lukas in

Ahrenshoop (2009) und des Künstlerhauses Schloss Wiepersdorf (2009).
Seine Werke wurden u. a. bei den Dresdner Tagen für zeitgenössische Musik, den Darmstädter Ferienkursen, den Weimarer Frühjahrstagen für zeitgenössische Musik, dem ADEvantgarde Festival München, dem Schreyahner Herbst, dem Ultraschall-Festival Berlin und dem Festival Ensemblia Mönchengladbach gespielt.

Stefan Lienenkämper

Soliloquy / Ending (2015)
für Sopran und Violoncello
(mit einer Textzeile von W. Shakespeare aus dem Sonett Nr. 8)

In dieser über weite Strecken äußerst leisen Komposition ist neben Stimme und Violoncello immer wieder der Klang eines an einer Tischkante vibrierenden Stabs zu hören, den die Sängerin in Schwingung versetzt.
Meist singt die Stimme quasi instrumental, ohne Text. Nur eine Zeile aus dem Sonett Nr. 8 von W. Shakespeare taucht auf:

Music to hear, why hear´st thou music sadly?…

(In der Übertragung von Hanno Helbing heißt es: Musik du selber, ist Musik dir leid?)

Diese Textzeile öffnet kurz einen semantischen Assoziationsraum, der aus den rein klanglichen Verläufen heraustritt.

Der Komponist Stefan Lienenkämper (*1963, Meinerzhagen/Sauerland) machte seine ersten musikalischen Erfahrungen als Kontrabassist in Gospel- und Jazzbands. Nach dem Abitur schloss sich ein Studium der Philosophie an. Während eines sechsjährigen Amsterdam-Aufenthaltes studierte er Komposition an der Hoge School voor de Kunsten Utrecht bei Henk Alkema. Er hat u. a. mit Garth Knox, Michael Riessler, Krassimir Sterev, Christiane Edinger, Björn Lehmann sowie dem Sonar Quartett, Minguett Quartett, dem Hezarfen Ensemble Istanbul, dem Spanischen Nationalorchester und den Brandenburger Symphonikern zusammengearbeitet. Stefan Lienenkämper ist auf vielen internationalen Kulturfestivals vertreten, u. a. beim Festival de Música de Alicante, den Weimarer Frühjahrstagen für zeitgenössische Musik und den Intersonanzen Potsdam. Zu den Auszeichnungen, die ihm verliehen wurden, zählen der 1. Preis beim Kompositionswettbewerb des Spanischen Nationalorchesters Auditorio Nacional de Musica 2010 und der 1. Preis beim Gustav Mahler Kompositionswettbewerb der Stadt Klagenfurt 2003 und 2009.
Stefan Lienenkämper war 2016 und 2018 insgesamt 5 Monate Stipendiat der Kulturakademie Tarabya in Istanbul.

Brigitta Muntendorf

hin und weg (2010)
für Sopran und Violoncello

Bei meinen Recherchen zum Gedicht fand ich heraus, dass italienische Flagellanten das Stabat Mater im 14.Jahrhundert zu ihrer Hymne erkoren und es bei ihren Wanderungen durch die Städte sangen. Obwohl das Gedicht von einem stillen, mit Würde und Ehre getragenen Leid erzählt, trugen es die Flagellanten, sich selbst auspeitschend, in offensiver und unverdeckter Form in die Öffentlichkeit.

Dieser paradoxe Umgang mit Leid bildete für mich den entscheidenden Ausgangspunkt für hin und weg. Die Widersprüchlichkeit als Phänomen des Stabat Mater zeigte sich mir als ein Weg durch eine Thematik, deren Hauptfigur nicht einen eigenständigen Charakter, sondern eine über-dimensionale Projektionsfläche darstellt, in der das existentielle Leid des Menschen und des gesamten Christentums fokussiert wurde.

Hin und weg ist ein Rausch dieser Absurdität. Die Atemlosigkeit führt zu einem Spiel mit der Melodramatik, überzeichnete Gesten und Melodien durchbrechen oder werden gebrochen, gekoppelt oder getrennt. Das Leid als ein additiver Vorgang des Konfliktes mit sich selbst, ausgetragen durch die Musiker und auf sie projiziert.

Die deutsch-österreichische Komponistin Brigitta Muntendorfverfolgt mit ihrer Arbeit als Komponistin, wie auch als künstlerische Leiterin des Ensemble Garage die Vision einer Musik, in der die Arbeit mit Klang und Kontext als soziales und ästhetisches Handlungsfeld in einer von neuen medialen Phänomenen geprägten Gesellschaft erscheint. Sie etablierte den Begriff des Social Composing und appelliert an mediale Sinnlichkeit.
Ihre kontextorientierten Forschungen haben zahlreiche theatrale und transmediale Formate für Soloinstrument bis hin zu Orchester und interdisziplinäre Formationen entstehen lassen, wie ihre Reihe Public Privacy, das Musiktheater »FIGO« für das Müllersche Volksbad im Rahmen der Münchner Biennale, die Social Media Opera »iScreen, YouScream!« (2017), das für das Ensemble Modern komponierte »Ballett für Eleven« (2018) oder den mit Stephanie Thiersch präsentierten »CITY DANCE« – ein großangelegtes, Musik, Tanz und Community verbindendes Stadt-Happening nach Anna Halprin.
Brigitta Muntendorf absolvierte ihr Kompositionsstudium bei Younghi Paagh-Paan an der Hochschule für Künste Bremen sowie bei Krzysztof Meyer, Rebecca Saunders und Johannes Schöllhorn an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Aufträge und Aufführungen von führenden Ensembles der Neuen Musik führten sie u. a. zu internationalen Festivals wie den Wittener Tagen für Neue Kammermusik, Festival d’Automne Paris, Festival Musica Strasbourg, Münchner Biennale, Eclat Festival Stuttgart, Ruhrtriennale, Gaudeamus Muziekweek, Donaueschinger Musiktage, Warschauer Herbst, Wien modern oder zum Ultraschall Festival Berlin, Arbeitsstipendien führten sie u. a. an die Cité Internationale des Arts Paris (2010) oder die Villa Kamogawa Kyoto (2017). 2014 erhielt Brigitta Muntendorf den Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung, zuletzt wurde sie 2017 mit dem Deutschen Musikautorenpreis der GEMA in der Sparte Nachwuchs ausgezeichnet.
Sie ist zudem künstlerische Leiterin der Konzertreihe FRAU MUSICA NOVA im Deutschlandfunk Köln und unterrichtet seit 2017 als Vertretungsprofessorin für Komposition an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

Dienstag, 26. Mai 2020 | 21:00 UhrDas "Programmheft"Live-Streamhttps://youtu.be/8MgNd-Q_hocBerlin PianoPercussionSawami ...
24/05/2020
Unerhörte Musik: Livestream aus dem BKA Theater Hauptstadtstudio

Dienstag, 26. Mai 2020 | 21:00 Uhr

Das "Programmheft"

Live-Stream
https://youtu.be/8MgNd-Q_hoc

Berlin PianoPercussion

Sawami Kiyoshi und Ya-ou Xie, Klavier
Adam Weisman, Schlagzeug

Allein und zusammen - Klangkalligraphien

Kee Yong Chong

Time Flows (2007)
für Klavier solo DE

Ya-ou Xie, Klavier

The piece is written after reading Zhuang Zi’s "Happy Excursion".

"Living life, such as fleeting, all of a sudden it.”

Kee Yong Chong, one of Malaysia’s leading contemporary music composers, possesses one of the most exciting voices in new music today. The uniqueness of his music stems not only from a rich palette of sounds, but his experimentation into traditions, infusing his own Chinese and multi-cultural Malaysian heritage into his work.

Chou Wen-Chung

The Willows are New (1957)
für Klavier solo

Ya-ou Xie, Klavier

The piece is based on Yang Kuan, a ch’in work bearing the name of the poem by Wang Wei (689-759) that inspires it, has been refashioned into a composition in which “mutations of the original material are woven over the entire range of the piano and embroidered with sonorities that are the magnified reflexes of brushstroke-like movements. The retrained emotion of the poem and the subtle nuances of the ch'in technique are projected and amplified by controlled flow of ink -- through the interaction of rhythm and density, the modulation of line and texture -- creates a continuum of motion and tension in spatial equilibrium. ” The title, The Willows Are New, comes from a line in that poem which the composer has translated follows:

In this town by the river,

morning rain

has cleared the light dust.

Green, green around the tavern,

the willows are new. [1]

Let us empty another cup of wine

For, once west of Yang Kuan [2]

there will be no more friends.

[1] Sprigs of willow, used in farewell ceremonies, are a symbol of parting.
[2] Yang Kuan is a mountain pass, known as the point of no return for a traveler.

Jo Kondo

Aquarelle (1990)
für Klavier und Schlagzeug

Sawami Kiyoshi, Klavier | Adam Weisman, Schlagzeug

“Aquarelle, for percussion and piano, was written in 1990 for Tom Goldstein and his piano partner. The main percussion instrument is the vibraphone. Besides, five cow bells and a gong are also used. In this composition my primary concern was to point out both the subtle differences and similarities between the timbral qualities of vibraphone and piano. For that purpose I treated both instruments alternately, creating between them a very slow rocking rhythm.” (Jo Kondo)

Georges Aperghis

Le corps à corps (1978)
für einen Perkussionisten und seine Zarb

Adam Weisman, Schlagzeug

„Das Stück nimmt eine Rennwagenstrecke als Kulisse. Der Darsteller spielt viele verschiedene Rollen: den Fahrer, die Sportkommentatoren, das Publikum und sogar das Auto selbst. Aperghis entwickelt das Material auf fast filmische Weise, indem er die musikalischen Gesten und den gesprochenen Text in immer kleinere Stücke zusammenfügt und sie im Verlauf des Dramas immer enger zusammenbringt. Das Material stößt schließlich ineinander, während das Stück in Richtung seiner letzten Takte rast. Die Musik wird regelmäßig durch lange Stilleperioden unterbrochen, die die Handlung einfrieren und die Spannung eines einzelnen Augenblicks verlängern. Wie viele Werke von Aperghis, die für Zarb (eine kleine arabische Handtrommel) und gesprochene Stimme mit zahlreichen Anweisungen für die körperlichen Bewegungen des Darstellers bewertet wurden, überschreitet dies die schmale Linie zwischen Musik und Theater.“ (Samuel Solomon)

“Le percussionniste est à la fois le narrateur d'une histoire épique et le personnage central de la pièce. Dans le combat singulier de la fiction se reflète celui du musicien avec l'instrument et avec son propre souffle.” (Georges Aperghis)

Toru Takemitsu

Rain Tree Sketch I (1982)

Rain Tree Sketch II, in memoriam Olivier Messiaen (1992)
für Klavier solo

Sawami Kiyoshi, Klavier

Rain Tree Sketch I wurde uraufgeführt von Kazuki Fujii in Tokyo, 1983.

Rain Tree Sketch II wurde uraufgeführt von Alain Neneux, 1992 in Orléans und war ein Auftrag der“ Semaines Musicales Internationales d’Orléans“.

Die Titel wurden von einer Zeile aus dem Roman Atama no ii, Ame no Ki (der Kluge Regenbaum) von Kenzaburo Oe angeregt.

„Er wurde ‚Regenbaum’ genannt, weil sein üppiges Blätterdach Regentropfen von den Schauern der vorhergehenden Nacht auch bis zum nächsten Mittag fallen läßt. Seine abertausenden schmalen, fingerähnlichen Blätter speichern die Feuchtigkeit, während andere Bäume sofort austrocknen.”

Takemitsus Faszination für das Thema „Wasser“ in allen seinen Erscheinungsformen ist ein durchgängiges Thema in seinen Werken. Das Bild verschiedener Wellen und der Kreislauf des Wassers war für ihn ein Symbole der Naturgesetze und des Universums. Die Klangsprache der Stücke ist beeinflusst von Debussy und Messiaen, klar strukturiert durch eine 3-teilige Form "A-B-A“. Rain Tree Sketch II ist Takemitsus letztes Stück für Klavier.

Orlando Jacinto Garcia

September 2007 (Remembering Morty)
for Piano and Percussion

Ya-ou Xie, Klavier | Adam Weisman, Schlagzeug

Das Stück schwebt, bewegt sich aber ohne präzise Richtung. Mit einfachsten und minimalen Mitteln fokussiert Orlando unser Hören auf die Essenz: feinste Klänge, Farben, dynamische Reduktion von Ton und Geräusch. Es erinnert schon mit den ersten Klängen an Feldmans späten Stil, lebt jedoch im Gegensatz zur Musik des Altmeisters von einer durchdachten und nachvollziehbaren Struktur mit Anfang, Entwicklung und Ende, die eher an eine europäische Tradition anknüpft.

„Der Titel bezieht sich auf die Tatsache, dass der September 2007 20 Jahre nach dem Tod meines Mentors Morton Feldman war (…) Obwohl das Werk in Feldmans Gedächtnis geschrieben ist, soll es höchstens eine Reminiszenz an Feldmans Musik sein und enthält als solches kein Zitat oder ähnliche direkte Referenzen. Stattdessen sind wie bei vielen meiner Arbeiten die langsame Entwicklung des Materials und der Kontrapunkt zwischen Klangfarbe, Register, Dichte und Tempo die Grundlage für die Musik.“

Born in Havana, Cuba in 1954, Orlando Jacinto Garcia migrated to the United States in 1961. In demand as a guest composer, he is the recipient of numerous honors and awards from a variety of organizations and cultural institutions including the Rockefeller, Fulbright, Knight, Dutka, Civitella Ranieri, Bogliasco, and Cintas Foundations, the State of Florida, the MacDowell and Millay Colony, and the Ariel, Noise International, Matiz Rangel, Nuevas Resonancias, Salvatore Martirano, and Bloch International Competitions. Most recently he has been the recipient of 4 Latin Grammy nominations in the best Contemporary Classical Composition Category (2009-11, 2015). With performances around the world, his works are recorded on New Albion, O.O. Discs, CRI /New World, Albany, North/South, CRS, Rugginenti, VDM, Capstone, Innova, CNMAS, Opus One and Toccata Classics.
Garcia is the founder and director of the NODUS Ensemble, the Miami Chapter of the International Society for Contemporary Music, and the New Music Miami ISCM Festival. A dedicated educator, he is Professor of Composition and Composer in Residence for the School of Music at Florida International University.

Im Herbst 2008 gegründet von international tätigen Solisten, die ihr Schaffen seit vielen Jahren besonders der zeitgenössischen Musik widmen, zeichnet sich das Ensemble Berlin PianoPercussion durch ihre individuellen und sich ergänzenden Künstlerpersönlichkeiten aus. Den Ansporn, ein Klavier-Schlagzeug-Ensemble zu gründen, bekamen die beiden Musiker Prodromos Symeonidis und Ya-ou Xie während des Festivals vom Centre Acanthes 2008 in Metz, bei dem sie unter der Leitung von Sylvio Gualda eine Reihe von Konzerten in der Besetzung zwei Klaviere und zwei Schlagzeuger gaben. Überzeugt von deren faszinierend vielfältigen klanglichen Möglichkeiten und vom Wunsch erfüllt, das zugehörige Repertoire zu fördern und zu erweitern, trafen sie dann in Berlin die Entscheidung zur Gründung von Berlin PianoPercussion.

Seit der Gründung trägt das Ensemble Berlin PianoPercussion durch seine ungewöhnliche Besetzung zur besonderen Kontur der Berliner Musiklandschaft bei. Es hat bereits über fünfzig Kompositionsaufträge vergeben, darunter an Hugues Dufourt, Tristan Murail und Georg Katzer, und ebenfalls über fünfzig Werke uraufgeführt. Seit 2010 besteht eine Kooperation mit dem Konzerthaus Berlin, in dem regelmäßig Konzerte realisiert werden. Weitere Auftritte fanden in zahlreichen renommierten Konzertsälen statt wie in der Berliner Philharmonie, in der Essener Philharmonie, im Radialsystem V und im Sendesaal Bremen. Im Ausland realisierte das Ensemble u.a. eine USA- und zwei China-Tourneen. Neben Rundfunkaufnahmen entstanden beim deutschen Label Telos Music vier CDs. Die Doppel-CD mit dem kompletten „Makrokosmos“ von George Crumb erhielt bei den ICMA 2012 („International Classical Music Awards“) eine Nominierung.
Im Jahr 2018 begann das Ensemble neben seiner Konzerttätigkeit auch regelmässig Meisterkurse zu geben.

Berlin PianoPercussion Allein und zusammen Wer möchte, kann hierfür im Webshop ein freiwilliges Antivirus-Livestreamticket in variabler Höhe erwerben: https:...

Adresse

Mehringdamm 34
Berlin
10961

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"Unerhörte Musik" Jeden Dienstag um 20:00 Uhr spielen professionelle Solisten und Ensembles im gelassenen Ambiente des BKA-Theatersaals zeitgenössische Programme mit Schwerpunkt auf der Musik des ausgehenden 20. und des 21. Jahrhunderts. Die Unerhörte Musik ist eine wöchentliche Konzertreihe für die aktuell komponierte Kammermusik in all ihren heutigen Ausprägungen, häufig auch mit performativem Charakter und unter Einbeziehung der Neuen Medien. 1989 gegründet, ist sie mittlerweile Dreh- und Angelpunkt für Musiker, Komponisten und das musikinteressierte Berliner und auswärtige Publikum. Zweimal im Monat geben die Musiker eine kurze lockere Einführung in den Abend. Auf den nächsten Seiten finden Sie das ausführliche Programm. Musik für Zeitgenossen. -------------------------- Unerhörte Musik (Music Unheard-of) offers every Tuesday at 8:00 p.m. at the easy-going BKA Theatre concerts of late twentieth and 21st century chamber music performed by professional soloists and ensembles. Unerhörte Musik is a weekly concert series exclusively devoted to contemporary musical creation in all its multiple facets, often with performative elements and state-of-the-art media technology. Since its creation in 1989, it has become a magnet for musicians, composers and their public from Berlin and abroad. Twice a month, a short introduction to their program is given by the musicians themselves. Look for more information on the following pages. Music for contemporaries.

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Dienstag, 16. Juni, 21:00 Uhr Ensemble Socell 21 Irene Kurka, Sopran Burkart Zeller, Violoncello Hin und weg Mayako Kubo Herbstfrau (2010) 4 Lieder für Sopran und Violoncello Der Komposition liegen vier kurze Gedichte zu Grunde: Frühling, Transzendenz-Sommer und Winter sind Gedichte von Ulrike Prasse. Herbstfrau ist aus dem Gedichtband “Tamayura - Sohshi" von Meiko Matsudaira. Da die vier Gedichte einen ähnlichen Charakter wie Haikus haben - kurz, prägnant und naturnah - übernahm auch die Musik diesen Charakter. Frühling Vogelgesang zart durchdringt Tag und Nachtgleiche verspricht nun Anmut (Ulrike Prasse) Transzendenz-Sommer ein Tisch ein Blatt Papier ein Stift darin wohnt bescheidenes Glück Schatten lösen sich auf Worte werden Wasserspiele im Licht (Ulrike Prasse) Herbstfrau In der Nacht des kalten Spätherbstes sah ich mein Gesicht im Spiegel bodenlos (Meiko Matsudaira /Übesetzung: Mayako Kubo) Winter Kälte zieht durch die Welt kein Schritt, kein Wort mehr Schneeweite sucht Feuer Blütenträume erwachen im Winterschlaf (Ulrike Prasse) In Kobe aufgewachsen macht Mayako Kuboam Osaka College of Music einen Abschluss (BA) als Pianistin. 1972 geht sie nach Wien, um Komposition bei Roman Haubenstock-Ramati zu studieren.1980 setzt sie ihre Studien bei Helmut Lachenmann in Hannover fort. Kubos Kompositionsstil verdankt viel ihrer klassischen Klavierausbildung, den Studien am Institut für Elektroakustische und Experimentelle Musik Wien sowie der Auseinandersetzung mit anderen szenischen Künsten wie Tanz, Theater und Performance. Die Uraufführung der Oper „Rashomon“ 1996 in Graz – ein Auftragswerk des Opernhauses und des Steirischen Herbstes – gerät zu einem der Höhepunkte ihrer Karriere. Kubos zweite Oper „Osan“ folgte 2005. Als Auftragswerk des New National Theatre Tokyo wurde sie dort mit großen Erfolg uraufgeführt.. Ihre dritte Oper “Der Spinnfaden” gelangt 2010 in Berlin zur Uraufführung. 2014 ist Kubo als Composer in Residence zu den Mondsee Musiktagen eingeladen. 2017/18 erhielt sie Paris-Stipendium von der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten Berlin. Mit ihrem Werk „Sanriku Lieder“ gewann das Kyoto Philharmonic-Chamber Orchestra den Sagawa Musikpreis 2017. Saison 2019/2020 ist Kubo Composer in Residence für die Rapauke-Reihe von dem Rundfunk Sinfonieorchester Berlin. Sie ist Fellow der Japan Foundation, Fellow des Hanse-Wissenschaftskollegs und der Bogliasco Foundation. Ihre Kompositionen wurden auf den wichtigsten internationalen Musikfestivals wie den Donaueschinger Musiktagen, dem Mondsee Musikfestival, MärzMusik oder Wien Modern aufgeführt. Kubos Oeuvre, das rund 160 Kompositionen umfasst, ist im Ariadne Musikverlag, bei Breitkopf & Härtel, bei edition nova vita und im Verlag Neue Musik erschienen. Stefan Streich Kontur Grün (2015) für Sopran und Violoncello Kontur Grün ist und ganz und gar aus der Vorstellung des (Zusammen-)Klangs von Sopran und Violoncello entstanden. Ein Solo aus zwei. Stimme und Instrument sind sich ähnlich. Gleichzeitig sind sie ganz verschieden. Das Komponieren war eine Art bildhauerischer Akt, der den schon existenten Strukturen eines zweischichtigen Materials nachspürte. Klang als feine Kerben und Ausbuchtungen in einem stillen Zeitblock. Prozeß und Statik halten sich die Waage. Eine leicht bewegte Form. Kontur Grün entstand für Irene Kurka und Burkhart Zeller und ist Antoine Beuger zum 60. Geburtstag gewidmet. Stefan Streich, geboren 1961 in Schwäbisch Hall. Lebt und arbeitet in Berlin. Seit 2009 künstlerischer Leiter der Klangwerkstatt Berlin - Festival für Neue Musik. 1997-2002 Mitgründer der interdisziplinären Künstlergruppe WEISS Kunstbewegung. Organisation und künstlerische Leitung medienübergreifender Gruppenarbeiten (Konzertreihen, Bühnenprojekte, Ausstellungen). 1990–1994 Kompositionsstudium bei Helmut Lachenmann an der Musikhochschule Stuttgart. Kompositionskurse bei Boguslav Schäffer, Isang Yun und Gottfried Michael Koenig. Intensive Auseinandersetzung mit dem Werk und der Ästhetik von John Cage. 1982–1990 Studium an der Städtischen Akademie für Tonkunst Darmstadt (Gitarre bei Wilfried Senger, Komposition bei Toni Völker), Lehrtätigkeit im Fach Gitarre an der Musikschule Crailsheim und privat.Zahlreiche Aufführungen und Radioaufnahmen im In- und Ausland, Medienübergreifende Projekte, Theaterarbeit, Performances.Zusammenarbeit u.a. mit ensemble mosaik Berlin, Minguet Quartett Köln, Kammerensemble Neue Musik Berlin KNM, Mouse on Mars, trio accanto Freiburg, ensemble recherche Freiburg, Ensemble Apparat Berlin, Ensemble Adapter Berlin, Deutsches Streichtrio München, RSO Stuttgart, Ensemble Ars Ludi Rom, Ensemble Phorminx Frankfurt/M, elole Klaviertrio Dresden, Ensemble LUX_NM Berlin.Vorträge und Seminare u.a. an der University of Calgary/CAN, Columbia University, Department of Music New York City, Hochschule für Musik Hanns-Eisler Berlin, Universität der Künste Berlin, Humboldt-Universität Berlin, Universität Potsdam und an der Musikhochschule Karlsruhe.Stipendien Deutsche Akademie Villa Massimo Rom, Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt, Heinrich-Strobel-Stiftung des Südwestrundfunks Freiburg, Künstlerhaus Schloß Wiepersdorf, Herrenhaus Edenkoben, 1. Preis des Kompositionswettbewerbs der Stadt Stuttgart u.a. Gwyn Pritchard Forse mi stai chiamando (1997) für Sopran und Violoncello Forse mi stai chiamandowurde 1997 von der italienischen Dichterin und Romanautorin Pinuccia Amodei in Auftrag gegeben. Ein Auszug der Vertonung wurde in Amodeis umfangreichem Gedichtzyklus Il Deserto Definito(Die definierte Wüste), dem der Text entnommen ist, abgedruckt. Die Publikation gewann 1997 den Preis der Stadt Florenz Fiorino d'Oro. Das Gedicht lautet: Forse mi stai chiamando ma non sempre il filo dell’intesa silenziosa basta a colmare la preziosa angoscia che preme dentro il corpo. Inutilmente i nostri seni caldi attendono carezze conosciute e inutilmente il tuo tacere è attesa fragile gioco amore senza tempo Eine poetische Übersetzung wäre notgedrungen eine sehr freie; eine ziemlich wörtliche Übersetzung lautet: Vielleicht rufst du mich aber der Faden der stillen Verbindung ist nicht immer genug um die kostbare Angst zu beruhigen die im Körper drängt. Nutzlos warten unsere warmen Brüste auf vertraute Liebkosungen und nutzlos erwartet dein Schweigen ein zerbrechliches Spiel Liebe ohne Zeit Die Vertonung spiegelt den sehnsüchtigen Charakter des Textes wider; vom Zuhörer wird nicht erwartet, das Gedicht semantisch zu „verstehen“ und den Sinn der Worte und der Syntax zu begreifen. Vielmehr wird der Text als Quelle individueller Klänge behandelt; viele davon sind angehaltene Konsonanten (wie m oder l), die zu einer hochgradig verzierten Gesangslinie zusammengesetzt sind. Diese wird durch die farbreiche Cellostimme sowohl gestützt als auch kontrapunktiert. (Gwyn Pritchard) Pèter Koeszgehy sirius glow (2017) für Sopran und Violoncello Pèter Köszeghy wurde 1971 in Balassagyarmat in Ungarn geboren. Von 1989 bis 1992 studierte er an der „Franz Liszt“ Musikhochschule in Györ (Ungarn) Pädagogik und Querflöte, daneben erhielt er Kompositionsunterricht bei Attila Remènyi und Endre Olsvay. 1992 schloss er sich der „Gruppe junger Komponisten“ (F.Z.CS) in Budapest an. Im darauf folgenden Jahr ging er nach Berlin, um an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Komposition bei Paul-Heinz Dittrich und Elektronische Musik bei Andre Bartetzki zu studieren. Er erhielt 1999 sein Diplom in Komposition und lebt seitdem als freischaffender Komponist in Berlin. Pèter Köszeghy gewann zahlreiche Preise, u. a beim internationalen Kompositionswettbewerb „Biennale Neue Musik Hannover 2001“, beim internationalen Kompositionswettbewerbs für das Trio Aeolian 2004 und 2006, beim Kompositionswettbewerb der Weimarer Frühjahrstage 2005 und 2008, beim Kompositionswettbewerb „In memoriam György Ligeti“ zum deutschungarischen Kulturjahr 2007 sowie beim internationalen Kompositionswettbewerb für Jugendsinfonieorchester des Tonkünstlerverbands Würzburg 2011. Pèter Köszeghy war Stipendiat der Sektion Musik der Akademie der Künste Berlin (2006), des Künstlerhauses Lukas in Ahrenshoop (2009) und des Künstlerhauses Schloss Wiepersdorf (2009). Seine Werke wurden u. a. bei den Dresdner Tagen für zeitgenössische Musik, den Darmstädter Ferienkursen, den Weimarer Frühjahrstagen für zeitgenössische Musik, dem ADEvantgarde Festival München, dem Schreyahner Herbst, dem Ultraschall-Festival Berlin und dem Festival Ensemblia Mönchengladbach gespielt. Stefan Lienenkämper Soliloquy / Ending (2015) für Sopran und Violoncello (mit einer Textzeile von W. Shakespeare aus dem Sonett Nr. 8) In dieser über weite Strecken äußerst leisen Komposition ist neben Stimme und Violoncello immer wieder der Klang eines an einer Tischkante vibrierenden Stabs zu hören, den die Sängerin in Schwingung versetzt. Meist singt die Stimme quasi instrumental, ohne Text. Nur eine Zeile aus dem Sonett Nr. 8 von W. Shakespeare taucht auf: Music to hear, why hear´st thou music sadly?… (In der Übertragung von Hanno Helbing heißt es: Musik du selber, ist Musik dir leid?) Diese Textzeile öffnet kurz einen semantischen Assoziationsraum, der aus den rein klanglichen Verläufen heraustritt. Der Komponist Stefan Lienenkämper (*1963, Meinerzhagen/Sauerland) machte seine ersten musikalischen Erfahrungen als Kontrabassist in Gospel- und Jazzbands. Nach dem Abitur schloss sich ein Studium der Philosophie an. Während eines sechsjährigen Amsterdam-Aufenthaltes studierte er Komposition an der Hoge School voor de Kunsten Utrecht bei Henk Alkema. Er hat u. a. mit Garth Knox, Michael Riessler, Krassimir Sterev, Christiane Edinger, Björn Lehmann sowie dem Sonar Quartett, Minguett Quartett, dem Hezarfen Ensemble Istanbul, dem Spanischen Nationalorchester und den Brandenburger Symphonikern zusammengearbeitet. Stefan Lienenkämper ist auf vielen internationalen Kulturfestivals vertreten, u. a. beim Festival de Música de Alicante, den Weimarer Frühjahrstagen für zeitgenössische Musik und den Intersonanzen Potsdam. Zu den Auszeichnungen, die ihm verliehen wurden, zählen der 1. Preis beim Kompositionswettbewerb des Spanischen Nationalorchesters Auditorio Nacional de Musica 2010 und der 1. Preis beim Gustav Mahler Kompositionswettbewerb der Stadt Klagenfurt 2003 und 2009. Stefan Lienenkämper war 2016 und 2018 insgesamt 5 Monate Stipendiat der Kulturakademie Tarabya in Istanbul. Brigitta Muntendorf hin und weg (2010) für Sopran und Violoncello Bei meinen Recherchen zum Gedicht fand ich heraus, dass italienische Flagellanten das Stabat Mater im 14.Jahrhundert zu ihrer Hymne erkoren und es bei ihren Wanderungen durch die Städte sangen. Obwohl das Gedicht von einem stillen, mit Würde und Ehre getragenen Leid erzählt, trugen es die Flagellanten, sich selbst auspeitschend, in offensiver und unverdeckter Form in die Öffentlichkeit. Dieser paradoxe Umgang mit Leid bildete für mich den entscheidenden Ausgangspunkt für hin und weg. Die Widersprüchlichkeit als Phänomen des Stabat Mater zeigte sich mir als ein Weg durch eine Thematik, deren Hauptfigur nicht einen eigenständigen Charakter, sondern eine über-dimensionale Projektionsfläche darstellt, in der das existentielle Leid des Menschen und des gesamten Christentums fokussiert wurde. Hin und weg ist ein Rausch dieser Absurdität. Die Atemlosigkeit führt zu einem Spiel mit der Melodramatik, überzeichnete Gesten und Melodien durchbrechen oder werden gebrochen, gekoppelt oder getrennt. Das Leid als ein additiver Vorgang des Konfliktes mit sich selbst, ausgetragen durch die Musiker und auf sie projiziert. Die deutsch-österreichische Komponistin Brigitta Muntendorfverfolgt mit ihrer Arbeit als Komponistin, wie auch als künstlerische Leiterin des Ensemble Garage die Vision einer Musik, in der die Arbeit mit Klang und Kontext als soziales und ästhetisches Handlungsfeld in einer von neuen medialen Phänomenen geprägten Gesellschaft erscheint. Sie etablierte den Begriff des Social Composing und appelliert an mediale Sinnlichkeit. Ihre kontextorientierten Forschungen haben zahlreiche theatrale und transmediale Formate für Soloinstrument bis hin zu Orchester und interdisziplinäre Formationen entstehen lassen, wie ihre Reihe Public Privacy, das Musiktheater »FIGO« für das Müllersche Volksbad im Rahmen der Münchner Biennale, die Social Media Opera »iScreen, YouScream!« (2017), das für das Ensemble Modern komponierte »Ballett für Eleven« (2018) oder den mit Stephanie Thiersch präsentierten »CITY DANCE« – ein großangelegtes, Musik, Tanz und Community verbindendes Stadt-Happening nach Anna Halprin. Brigitta Muntendorf absolvierte ihr Kompositionsstudium bei Younghi Paagh-Paan an der Hochschule für Künste Bremen sowie bei Krzysztof Meyer, Rebecca Saunders und Johannes Schöllhorn an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Aufträge und Aufführungen von führenden Ensembles der Neuen Musik führten sie u. a. zu internationalen Festivals wie den Wittener Tagen für Neue Kammermusik, Festival d’Automne Paris, Festival Musica Strasbourg, Münchner Biennale, Eclat Festival Stuttgart, Ruhrtriennale, Gaudeamus Muziekweek, Donaueschinger Musiktage, Warschauer Herbst, Wien modern oder zum Ultraschall Festival Berlin, Arbeitsstipendien führten sie u. a. an die Cité Internationale des Arts Paris (2010) oder die Villa Kamogawa Kyoto (2017). 2014 erhielt Brigitta Muntendorf den Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung, zuletzt wurde sie 2017 mit dem Deutschen Musikautorenpreis der GEMA in der Sparte Nachwuchs ausgezeichnet. Sie ist zudem künstlerische Leiterin der Konzertreihe FRAU MUSICA NOVA im Deutschlandfunk Köln und unterrichtet seit 2017 als Vertretungsprofessorin für Komposition an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.