06/06/2026
„Unser Prinzip war, unser Leben zum Gegenstand der Kunst zu machen und in Mode, Film und Performance darzustellen. Die individuellen Proteste und Brüche bekamen so einen Sinn und halfen uns, nicht im einsamen Aufstand zu verpuffen.” – Gabriele Stötzer
Angetrieben durch Gabriele Stötzers Wunsch, gemeinsam und spielerisch Kunst zu machen, aber auch mit provokanten Aktionen Kritik am politischen System zu üben, gründete sich die Künstlerinnengruppe Erfurt 1984. Das Schaffen der Gruppe umfasst neben Performances und Mode-Objekt-Schauen auch mehrere Super-8-Filme, darunter der Film „Komik – komisch” (1988). Darin setzen die Protagonistinnen nicht‑konforme Körperbewegungen und selbstgestaltete Kostüme als Gegenentwürfe zum dominanten Frauenbild in der DDR und der als Pflicht geltenden Arbeitsdisziplin ein. Der „geradlinige politische, aufrechte Gang“ kippt in mal eckige, mal fließende oder widersprüchliche Gesten. Kleidung und Körper dienen zum Ausdruck von Autonomie und Aufbegehren. In einer dichten Filmcollage verweben sich Bewegungen von Körper zu Körper, werden weitergeführt, verändert und gebrochen, sodass individuelle Performances zu einem gemeinschaftlichen, vielschichtigen Ausdruck von Widerstand und eigensinniger Lebensrealität werden.
Gabriele Stötzers Ausstellung „Dabei sein und nicht schweigen” ist ab dem 19. Juni im Gropius Bau zu sehen.
https://bit.ly/gropius-bau-gabriele-stoetzer
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Image: Künstlerinnengruppe Erfurt, Filmstill aus Komik-Komisch, 1988, Courtesy: Gabriele Stötzer © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 .grosse.9 .berlin