24/03/2024
Heute erscheint der Song „Abschied“ auf allen gängigen Streaming-Plattformen.
Dazu möchte ich Euch eine kleine Geschichte erzählen:
Wenige Wochen nach dem Tod meines Vaters am 24. März 2021 bekam ich eine Anfrage von René Schostak, mit dem ich seit vielen Jahre als Autor von Songtexten zusammenarbeite.
Er hatte den Auftrag, eine Filmmusik für den Film „Aphasie“ des Regisseurs Dominik Balkow zu schreiben und ich sollte den Text dazu liefern. René komponierte die Musik und schickte mir eine Klavierstimme mit der Melodie als Grundlage für den Text.
Die entsprechende Szene im Film handelt davon, dass sich die Protagonisten der Geschichte nach dem Tod des gemeinsamen Vaters in ihrem Elternhaus treffen und dort nicht nur tun, was zu tun ist. Wenige Wochen zuvor war ich mit meinen Geschwistern im Haus unserer Eltern, es gab nach ihrem Tod viel zu erledigen und an einem Abend haben wir ein letztes Mal den Grill im Garten angemacht. Wir aßen, tranken Bier und Wein, lachten und erzählten uns Geschichten von unseren Eltern. Der Flieder blühte und alles war noch einmal fast wie früher.
Dominik wollte einen Text, in dem auch christlich-religiöse Bilder vorkamen. Das war eine Steilvorlage für das Gedenken an meinen väterlichen Pfarrer. Als ich die Musik bekam, setzte ich mich hin und schrieb den Text dazu in einem Guss.
Als DEMO-Version für den Regisseur nahm ich das Lied mit meinem iPhone am Esstisch, die Begleitung aus der Box und meine Stimme live dazu, gleich nach Fertigstellung des Textes, auf.
Das Lied wurde genommen, fiel aber letztendlich der dramaturgischen Schere zum Opfer. Die Szene wurde aus dem Film geschnitten. Aber das war und ist für mich nur eine Randnotiz ohne Bedeutung. Denn ich hatte ja das Lied, das sonst wahrscheinlich nie, oder zumindest nicht so entstanden wäre.
Fast drei Jahre lang schlummerte das Lied in meinem Handy. Vor ein paar Wochen kam der Gedanke, es zu veröffentlichen. Eigentlich geht man dazu in ein professionelles Studio und rollt die Sache ganz neu auf. Als ich das Lied unter dieser Prämisse hörte, wollte ich es aber genau so lassen, wie es ist. Das Klavier in seiner Schlichtheit und den Gesang in seiner Direktheit erhalten, entgegen aller Maßstäbe professioneller Aufnahmen.
Mein Freund Sascha Sinisa Licanin bot mir an, ein paar Dinge daran im Studio zu bearbeiten, aber den Gesang so zu belassen - ohne Effekte und sonstigen Schnickschnack. Und er hatte die Idee, Daniel Hassbecker zu fragen, ob er ein Cello dazu aufnehmen könnte. Rausgekommen ist ein kleines Cello-Orchester, das den Charakter des Songs unglaublich verstärkt.
Das Cover-Foto habe ich kurz nach dem Tod meines Vaters während eines Spaziergangs am Tegeler Fließ gemacht. Damals war es nur ein Foto von vielen.
Danke an René Schostak für die Komposition und das Klavier, an Sascha Licanin für das Mixen, für sein Engagement und die Ideen, Daniel Hassbecker für die unglaublich schöne Begleitung und an René und Sascha für das akustische Finish des Songs. Sie alle haben sich sehr liebevoll dieses Liedes angenommen. Danke auch an Dominik Balkow, durch den dieser Stein überhaupt ins Rollen kam.
Heute wird das Lied auf allen gängigen Streaming-Plattformen veröffentlicht.
Roland Krispin · Single · 2024 · 1 songs