Roland Richters Zimmertheater in Bad Nauheim

Roland Richters Zimmertheater in Bad Nauheim Das kleinste Zimmertheater der Welt. Persönliche Atmosphäre gepaart mit professionellen Darbietung Es wurden neue Stücke geschrieben und Konzepte geschaffen.

Schon seit vielen Generationen waren die Richters als wandernde Marionettenkünstler unterwegs. Sie präsentierten ihre Aufführungen in früheren Jahrhunderten auf dem Lande und in den Städten und Höfen der Fürsten. Dabei hatten die sog. „landfahrenden“ Puppenspieler aber auch immer ein Stammhaus, in welchem sich die weit verstreut agierenden Mitglieder der Familien im Winterquartier wieder trafen. I

m Gegensatz zu früheren Generationen, in denen die Kinder dem Lebensrhythmus der Eltern folgten, um später einmal selbst Marionettentheater zu spielen, zeitigte die Tatsache der Ansässigkeit der Richters in Hanau Folgen, die anfangs unterschätzt worden waren. Hatten die Marionettenspielerkinder in früheren Generation oft nur die klassische Volksschulbildung, die sie in sechs Jahren in bis zu 300 verschiedene Schulen führte, eröffneten sich der neuen Generation viele Möglichkeiten der schulischen und beruflichen Bildung. So verzögerte sich die Übergabe des Theaterbetriebes von einer Generation zur nächsten bis ins neue Jahrtausend. Seit 2010 leitet Roland Richter in neunter Generation das Marionettentheater. Unter ihm haben sich neue Schwerpunkte in der Gestaltung und Ausführung des Theaters entwickelt. Das „klassische Theater“ hat sich unter seiner Leitung weiterentwickelt. Dabei wurden aber die Leitlinien des Richter´schen Spiels mit den hölzernen Protagonisten bewahrt. Seit Oktober 2015 wohnen Tochter Fiona & Roland Richter in Bad Nauheim und haben dort nach fast 300 Jahren ununterbrochener Tätigkeit ihrer Vorfahren als Marionettenspieler ein festes Haus in Form eines Zimmertheaters geschaffen. So versucht Roland Richter durch generationsübergreifendes Denken der 10ten Generation die Fäden der Figuren in die Hände zu legen. Die hölzernen Einzelstücke sind allesamt Meisterwerke aus der Werkstatt von Barbara & Günter Weinhold aus Berlin. Die Bühne ist ein weltweit einzigartiges Einzelstück und wurde in jahrelanger Arbeit eigens für die Erfordernisse der Richter´schen Bühne angefertigt. Kommen Sie zu uns „nach Hause“ und fühlen Sie sich wie daheim, während Fiona & Roland Richter auf der Bühne zur Höchstform auflaufen. Großes Theater in familiärer Atmosphäre! Wir freuen uns auf ihren Besuch.

Das Interesse an dem Theater mit Marionetten hat sich in den letzten Jahren immer weiter abgeschwächt. Das ist zum Teil ...
16/01/2023

Das Interesse an dem Theater mit Marionetten hat sich in den letzten Jahren immer weiter abgeschwächt. Das ist zum Teil verständlich, da sich die Dinge eben einfach immer wandeln und somit verändern. Die Generation meiner Eltern hat bereits viel dafür getan, um den Wert dieser Theaterform wieder zu stärken und die Wunder des Spiels mit den Marionetten unter die Leute zu bringen. Man muss kein großer Literat sein, um über das Spiel mit den hölzernen Protagonisten zu schreiben! Es reicht, wenn man die nötige Kompetenz dafür hat. Nach dem Tod meiner Mutter – Gerlinde Richter – hatte ich das starke Bedürfnis, ein sehr spezielles Buch über die Entwicklungsgeschichte unseres Theaters zu schreiben. Während ich es schrieb, wurden mir diverse Fragen beantwortet. So wurde das Buch am Ende zu einer gefühlvollen Hommage an die Vision und die Schaffenskraft meiner Eltern, die zwischen den Jahren 1968 und 2012 bundesweit den Namen der Stadt bekannt gemacht haben, in der sie ihr Theater einst gründeten: Das „Hanauer-Marionettentheater“.

Liebe Freundinnen & Freunde,ich habe von dem „Puppenspieler“ noch einmal nachbestellt. Eigentlich wollte ich warten, bis...
11/04/2022

Liebe Freundinnen & Freunde,

ich habe von dem „Puppenspieler“ noch einmal nachbestellt. Eigentlich wollte ich warten, bis die 50 Bestellungen voll sind, habe mich aber umentschlossen um die 31 Personen, die bereits bestellt und teilweise bezahlt haben, nicht bis zum Sankt-Nimmerleinstag warten zu lassen. Zwei der Exemplare werde ich behalten, aber 17 wären nun wieder erhältlich. Wenn ihr die Sache interessant genug findet, meldet euch per PN.

Buch DIN A5 hoch
Umschlag: Hardcover 4/0-farbig
Inhalt: 356 farbige Innenseiten (4/4-farbig)
Titelphoto: Studio Seikel
Bearbeitung: Roland Richter
Alle anderen Photos: Roland Richter

„Aus dem Leben eines Puppenspielers“

(Nur wegen der geringen Auflage und den damit verbundenen Unkosten 30.- € inklusive Versand als Paket)

Gruß an alle,
Roland Richter

Dort gehören sie auch hin!Heute habe ich einen richtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Vor etwas mehr als zw...
18/03/2022

Dort gehören sie auch hin!

Heute habe ich einen richtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Vor etwas mehr als zwei Jahren erhielt ich aus den Händen der Mutter von Frieder Arndt (verstorben am 26. April 2017 in Hanau) einige Marionetten, die er selbst angefertigt hatte. Meine Frau und ich haben die Marionetten dann leicht aufgearbeitet und mit neuen Schnüren und Führungskreuzen versehen, damit sie für die Bedürfnisse der „offenen Spielweise“ in unserem Zimmertheater verwendet werden konnten. Wir hatten auch wirklich vor, die Figuren einzusetzen und ein Stück damit auf die Bühne zu bringen, aber: im Leben kommt es oft anders als man denkt! Zwei Jahre Corona-Pause und eine sich verschlechternde gesundheitliche Situation haben das verhindert. Nun erhielt ich vor kurzem einen Anruf der Leiterin des Hanauer Papiertheatermuseums, Frau Nina Schneider. Sie gestaltet das Museum zur Zeit neu und ist mit Frieder Arndt gut bekannt gewesen. Sie fragte an, ob sie ein oder zwei Marionetten von Frieder für die Wiedereröffnung als Leihgabe würde bekommen können. Manches Mal ist es eben an der Zeit, die Dinge loszulassen und Frieders Leben war ja nun eng mit Hanau verknüpft. Und auch wenn die Spielfiguren bei uns in besten Händen waren, wären sie wohl am Ende doch nie mehr eingesetzt worden. Meine Frau und ich entschlossen uns deshalb, die erhaltenen Figuren dem Papiertheatermuseum zu überlassen, weil sie dort an Ort und Stelle einfach mehr Sinn ergeben werden. Heute war die Übergabe und ich konnte so auch die Mutter von Frieder Arndt wiedersehen, die mir die Figuren 2019 zu treuen Händen überlassen hatte. Sie war überglücklich, dass wir die Marionetten nun weitergegeben haben. Es wird wohl noch eine ganze Weile dauern, bis das Papiertheatermuseum im Hanauer Schloss Philippsruhe wieder öffnet, es empfiehlt sich aber, durchaus einmal dort vorbeizuschauen, dann werden auch Frieders Marionetten aus Vitrinen zu den Besuchern/-innen lächeln (je nach Charakter).

Guten Verbleib wünschen meine Frau und ich nach Hanau.
Es war schön, diese Marionetten eine Weile beherbergt zu haben!

Bad Nauheim, 18. März 2022

Wer kennt sie nicht, die Puppenspieler dieser Welt? Seit ewigen Zeiten schon bewegen sie ihre Akteure, deren Erscheinung...
14/01/2022

Wer kennt sie nicht, die Puppenspieler dieser Welt? Seit ewigen Zeiten schon bewegen sie ihre Akteure, deren Erscheinungsbild von menschenähnlich bis hin zu abstrakt reicht, an Fäden oder Stäben oder auf ihren Fingern durch die Welt. Es lässt sich heute nicht mit Sicherheit bestimmen, wann das Spiel mit Puppen seinen Ursprung hatte. Im Prinzip ist es auch unbedeutend, ob die verschiedenen Spielformen einen gemeinsamen Ursprung haben oder ob sie sich räumlich und zeitlich unabhängig entwickelt haben. Gar mancher vermutet die Heimat des Puppenspiels in Indien, andere bevorzugen das antike Griechenland. Diese Geschichte vernachlässigt aber die bekannten Hauptformen des Puppenspiels, wie Handpuppen, Stockpuppen oder Marionetten, sondern wendet sich ganz gezielt einer weit verzweigten, tief in die Geschichte reichenden Familie zu, deren Marionettentradition sich irgendwo im frühen 17ten Jahrhundert verliert. Sie haben schon immer gerne über vergangene Zeiten erzählt, die Familien der reisenden Figurentheater und als Besonderheit sei erwähnt, dass ihre Nachfahren noch heute, sicher mehr als 10 Generationen später, ihren Berufungen nachgehen. Aus dem Leben eines Puppenspielers bezieht sich deshalb nur als grobe Orientierung an einer einzelnen Person oder Familie! Jeder Puppenspieler und jede Puppenspielerin, der/die ihrer Aufgabe mit Passion nachgeht, kann sich in dieser Geschichte gespiegelt sehen.

356 Seiten
Hardcover
Format DIN A5 hoch
Umschlag: Hardcover 4/0-farbig
Inhalt: 356 farbige Innenseiten (4/4-farbig)
Erstauflage vergriffen
Bestellungen für Zweitauflage werden entgegengenommen
Autor: Roland Richter

Preis: 29,99 € inkl. Versand

Da diverse Internet-Foren, in denen wir mit unseren Marionetten gelegentlich in Erscheinung treten bemerkt haben – so ei...
20/10/2021

Da diverse Internet-Foren, in denen wir mit unseren Marionetten gelegentlich in Erscheinung treten bemerkt haben – so ein Algorithmus ist am Ende wirklich eine taugliche Sache -, dass ich schon seit längerer Zeit nichts mehr „veröffentlicht“ habe, sehe ich mich gezwungen, mal wieder was einzustellen. Nicht dass mich der Algorithmus und die an ihm dran hängenden Unternehmen noch aus dem Geschäft kugeln und mir meine Internet-Präsenz-Existenz rauben. Dass das, was ich hier schreibe ungefähr so wichtig ist wie der sprichwörtliche Sack Reis, der irgendwo in China umfällt, ist mir schon klar. Nicht weil ich es ahne, sondern weil ich es weiß! Darin liegt ein Unterschied. Jeder macht so sein Ding weiter, genauso wie vor 18 Monaten (oder länger), im Kleinen wie im Großen. Feuriges Bewegen? Fehlanzeige! Nun dann, mache ich eben mal mein „kleines Ding“. Corona hat schon etliche Brüche erzeugt. Aber auch die Möglichkeiten zur Reflexion geschaffen. Feine Sache, für einen wie mich. Verschiedene Projekte sind abgearbeitet und trotzdem bleibt da noch immer eine gewisse Leerstelle. Eine durchaus wohltuende übrigens, wenn man die Auszeit mit Phantasie füllen kann. Irgendeine Art Wiedereinstieg wird es schon noch geben? Und wenn nicht? Auch egal, aber mal ganz ehrlich!

Stühle habe ich schon einige gebaut, die kann ich mittlerweile. Was fehlte waren zwei „normale“ Stühle, für „normale“ Szenen mit „normalen“ Marionetten die die „normalen“ Bürger/-innen repräsentieren. Wobei es keine „Normalität“ geben kann. Soll sich eine/r wagen andere darauf festzulegen. Die wagen es auch! Immer und immer wieder. Also die „normalen“ Stühle haben Arbeit gemacht, viel mehr Zeit gekostet als ich investieren wollte. Sie sollten ja authentisch aussehen und möglichst so wie ein „normaler“ großer Stuhl. Nach drei Tagen des Sägens und Klebens und Schraubens und gelegentlichen Fluchens waren sie endlich fertig! Hei, wie viel Geld hätten „normale“ Figurenspieler/-innen in der Zeit verdienen können! Der sprichwörtliche „Sack Reis“ eben! Natürlich muss man gelegentlich eine Marionette beim Schopf greifen und auf die Sitzfläche hocken um zu sehen, ob es passt. Und dann hockten die da, die beiden Auserwählten. Sie hockten und glotzen leer und auch irgendwie doof. Ich glotzte immer wieder mal zurück. Auf was warteten die eigentlich? Sie schienen mir – ganz sicher – auf etwas zu warten. Da kam der Gedanke an dieses Stück von Samuel Beckett: Warten auf Godot. Auch ich bin nicht frei von Plattheiten und der Godot hat es ja irgendwie in den Sprachraum geschafft ohne dass alle wissen, worum es eigentlich geht. Und Irland und seine Literaten habe ich in einer gewissen Phase meines Lebens mal besonders geschätzt.

Dann kam die Idee, das Publikum zu nerven, weil es mich ja auch gelegentlich nervt! 30 Tage lang ein Bild von den beiden Wartenden einzustellen. Von den beiden auf Godot Wartenden! Jetzt warten sie gemeinsam, während in meinen Gehirnwindungen die Dialoge dazu kommen. Ist ja recht locker zu bewerkstelligen, ist ja ziemlich minimalistisches Theater. In meinem Kopf haben sie begonnen zu reden, minimalistisch halt, aber sie reden! Da formt sich irgendwann etwas aus – klar, so entsteht ein Stück, zumindest bei mir. Ärgere mich schon wieder darüber, dass ich mich auf einen bekannten Spruch stützen werde! Warten auf Godot! Die hätten ja auch auf einen Anderen warten können! Ehrlich! Nein, sie warten auf Godot. Na dann sollen sie halt mal, ich warte dann eben mit. Habe ja sonst nicht viel zu tun. Wenn es dann so weit sein sollte, werde ich eine Meldung heraus geben. Man könnte ja das Interesse daran steigern! Ich kenne den Menschen! Schnäppchenjäger! Wer alle Bilder des „Tages“ zum Warten auf Godot herunterlädt, ausdruckt und auf eine Collage klebt, bekommt beim Besuch des Theaters ein Hustenbonbon gratis dazu! Problem hier: das Stück wird es nicht im Rahmen einer öffentlichen Aufführung geben, höchstens wenn mal zwei Säcke Reis gleichzeitig in China umfallen! Muss es denn immer China sein? Und immer wieder der doofe Reis? Warten wir weiter – angenehmes Warten wünsche ich!

https://youtu.be/G9mtCyYc6pY
08/05/2021

https://youtu.be/G9mtCyYc6pY

Das Leben zu verstehen bedeutet nicht automatisch, es verbessern zu können! Vierzig fühlende und 30 denkende Jahre hat der Autor damit zugebracht, dem Sinn d...

Etwas produzieren ohne Geld. Geht das?Der heutige Artikel soll aufzeigen, dass diese Corona-Pause durchaus den einen ode...
26/04/2021

Etwas produzieren ohne Geld. Geht das?

Der heutige Artikel soll aufzeigen, dass diese Corona-Pause durchaus den einen oder anderen Vorteil hat! Ich habe 2010 – als ich den Marionettenbetrieb meiner Eltern übernahm – auch zwei kleine Stühle übernommen, die mein Vater um 1967 herum im Keller unseres Hauses hergestellt hat. Viel Zeit hat er sich damals genommen und er musste auch mit dem Material auskommen, welches zur Verfügung stand, denn GELD war bei uns 1967 noch absolute Mangelware. Da ich mich dazu durchgerungen habe, die beiden alten Stühle für ein neues Märchen, dass seit Wochen durch meinen Kopf geistert, golden anzustreichen, wusste ich, dass es nun an der Zeit war diese beiden alten Stühle zu ersetzen. Denn falls es wieder möglich werden sollte, Vorführungen mit dem Marionettentheater zu geben, würden wir bei unseren Kindervorführungen ja auch auf Stühle zurückgreifen müssen.

Und da – ebenfalls Corona bedingt - GELD in 2021 auch in unserem Haus langsam aber sicher zur Mangelware wird, habe ich gedacht, es dem Vater nachzutun und ebenfalls möglichst ohne Geldausgabe neue Stühle anzufertigen. Zum besseren Verständnis erst einmal kurz die Bilder mit den „alten“ Stühlen:

Bild 01 zeigt einfach mal den (heute) goldenen Stuhl aus dem Jahr 1967. Die Konstruktion wurde von meinem Vater so konzipiert, dass das gute Stück in viele kleine Einzelteile zerlegt werden konnte. Er war das schlicht so gewöhnt, denn seine Vorfahren hatten wenig Raum um die Utensilien in den Wohnwagen zu verstauen. Also wurde (Bild 02 und 03) auch eine abnehmbare Rückenlehne entworfen und die vier Stuhlbeine aufwändig mit einem Holzgewinde versehen und in den Stuhl eingeschraubt (Bild 04 und 05). Bei den Maßen für die neuen Stühle habe ich mich an den alten Stühlen orientiert, denn unsere „K**k-Figuren“ sind ja nicht von enormer Größe, so dass diese neuen Stühle das möglichst selbe Maß haben mussten.

Auf jeden Fall wollte ich kein „Holzgewinde“ anfertigen, weil ich die technischen Möglichkeiten dazu nicht habe. Also musste ich am Ende doch rund 5.- € für Werkstoffe aufgeben. Der Rest des Materials war bereits vorhanden (Bild 06): ein ausgedientes Frühstücksbrett aus Holz (es wurden später zwei), verschiedene Rundhölzer die zum Teil schon angeschnitten waren und verwendet wurden und acht Holzkeile, die mal für eine andere Produktion vorgesehen waren und eingemottet wurden. Der „Kostenfaktor“ waren die Dinge auf den Bildern 07 und 08. Für acht Stuhlbeine musste ich auch acht Einschlaggewinde und Schrauben kaufen, die auf der einen Seite ein Holzgewinde und auf der anderen Seite ein Gewinde für Metallschrauben hatten. Die kamen dann an die entsprechenden Keile an der Unterseite des Stuhls und geben nun genügend Stabilität. (siehe Bild 09).

Meine Werkstatt ist recht gut ausgestattet, so dass ich die Bohrungen an der Sitzfläche und der Lehne des Stuhl deckungsgleich bohren konnte. Damit war gesichert, dass die dünnen Verbindungsstangen auch exakt in die vorgesehen Löcher passen. (Bild 10) Ich vertraue einem gut geleimten Möbelstück schon (die meiste Zeit bei der Produktion ging nämlich beim Warten auf die Aushärtung des Leims drauf), habe aber zur Sicherheit noch jeweils eine Mikroschraube von hinten in die Stangen geschraubt und mit „Atomkleber“ doppelt gesichert. (Bild 11). Arbeitszeit etwa drei Tage. Klar kann man so etwas auch in ähnlicher Form auch bei einem 1.- € Markt kaufen, aber ich hoffe durch die Produktionsweise „in Erinnerung“ an meinen Vater auch was Besonderes gemacht zu haben was dann in 54 Jahren (so die Jahre, die seit 1967 vergangen sind) im Jahre 2075 auch mal jemand nachbaut!

„Warum macht der das“ werden jetzt wieder viele Fragen, für die eine Marionette nur dem Erwerb dient. Warum? Aus Respekt dem alten Erbe meiner Vorfahren gegenüber. Gut, wenn man so etwas hat (die Vorfahren) und kennt (den Respekt). Schönen Tag Euch!!

Bemalt werden sie übrigens demnächst von meiner Frau. Die hat definitiv das bessere Händchen dafür.....

https://youtu.be/ATXlwwAAG3A Aus dem Leben eines Vollblut-MarionettenspielersGeorg RichterIch schwadroniere im Prinzip n...
15/04/2021

https://youtu.be/ATXlwwAAG3A

Aus dem Leben eines Vollblut-Marionettenspielers
Georg Richter

Ich schwadroniere im Prinzip nie! Meine Reden können wortreich sein, durchaus! Aber ich bin selten laut und trotzdem lebhaft. Niemals aber unbekümmert und wünschte mir oft, dass ich so begriffen werden würde, dass alle verstehen, dass ich diejenigen, die oft aufdringlich reden und von ihren Heldentaten schwadronieren, mit meinen Beiträgen entlarven wollte oder will! Im Gegenteil: ich versuche immer auf den Punkt zu kommen, weil das Leben an sich zu kurz und zu wertvoll ist, um ständig nur zu täuschen, zu tricksen oder sich selbst zu erhöhen, auch wenn diese Vorgehensweisen trefflich geeignet sind, um auf der Leiter der Karrieren in unserer ziemlich außer Rand und Band geratenen Gesellschaft bis ganz nach oben durchzustoßen. Und genau darin liegt die größte Gefahr für die Zukunft dieser Welt. Die folgende Dokumentation ist deshalb auch nur auf den ersten Blick ausschließlich meinem Vater gewidmet! Es ist eine Hommage an das Leben aus der Perspektive eines kleinen Mannes. Vielleicht auch eine Hommage an die Freiheit eines Lebens der landfahrenden Familien, zu denen auch mein Vater gehörte und zu denen auch ich mich noch zugehörig fühle, auch wenn mein individuelles Leben mich auf gänzlich andere Wege führte. Im Prinzip wollte ich über dieses Thema schon immer einmal ein Buch schreiben, doch diese Chance wird sich nicht mehr auftun, zumindest nicht für mich.

Ich gebe oft zu bedenken, dass jeder Mensch seinen Tag so leben sollte, als ob es sein letzter wäre, ohne dabei in eine Spaßorgie abzugleiten und von einem berauschenden Ereignis zum anderen hetzen zu müssen. Den Tag so zu verstehen, als ob es der letzte sei, würde nach meiner Interpretation bedeuten, noch einmal mit allen Sinnen die Schönheit, die Tiefe und die Breite des Lebens zu erfassen und tief in sich aufzusaugen. Noch einmal denen, die einem lieb und teuer sind, die volle Aufmerksamkeit zuteil werden lassen. Das ist es, was ich tun würde. Und dann tauchen die „Top 10“ Dinge, die man noch gerne erledigt hätte, bevor man seine Zeit auf der Welt beendet, vielleicht vor dem geistigen Auge auf. Bei mir sind es auf jeden Fall zu viele Dinge, der Tag mit seinen 24 Stunden würde nicht ausreichen um allem gerecht zu werden. Also fängt man mal damit an, einzelne Gedanken aufzugreifen und zu bearbeiten. Einen Einblick zu geben, in das Leben meines Vaters, der sozusagen „zwischen den Stühlen“ sein Leben meisterte und seine Verbundenheit mit der Welt der „Reisenden“ aufzuzeigen und dabei zu beweisen, dass er auch in seinem „bürgerlichen“ Leben seinen Mann stand und die beiden so grundverschiedenen Lebenswelten miteinander verbinden konnte: zum Wohle aller, wäre so eine Sache, die ich noch gerne „erledigt“ hätte! Eigentlich wollte ich nur ein kurzes Filmchen machen in welchem ich die Marionetten vorstelle, die er in seinem Leben selbst hergestellt hat, damit nicht in späteren Jahren wildes theoretisieren und schwadronieren losbricht wenn es darum geht zu beurteilen, ob sie von ihm ist, die hölzerne Figur, oder von einem anderen. Und da er so eine Schatztruhe voller Erinnerungen in sich trug ist es am Ende eine Dokumentation geworden. Eine die aufgrund der schieren Länge sicher nicht für jede/n verträglich ist?

Es ist nicht die erste Dokumentation, die ich erstellt habe! Als selbständiger Reisejournalist habe ich monatelang an Präsentationen über fremde Kulturen, andere Völker und Kontinente getüftelt und diese – teils mit umfangreicher Präsentationstechnik – der Öffentlichkeit vorgeführt. Aber das dabei verwendete Material war stets das „stehende Bild“, Photographien in Form von Dias oder später digitalem Basismaterial. Dass ich mich überhaupt diesem Thema widmen konnte liegt unbestritten an der Tatsache, dass die gesetzlich beschlossenen Einschränkungen der Corona-Zeit mir sämtliche Standbeine weggezogen haben und ich meine Zeit nun mit Kreativität füllen kann. Und um unseren psychologisch geschulten Leserinnen & Lesern gleich einmal den Wind aus den Segeln zu nehmen: in der Beziehung zwischen meinem Vater und mir gab es zu keiner Zeit eine wechselseitige Identifizierung! Wenn mein Vater eventuell einmal stolz auf mich als seinen Sohn war, hat er es mich nicht spüren lassen. Als Sohn war ich nur stolz auf meinen Vater, wenn ich mir seine Güte und seine tiefe innere Ruhe vergegenwärtigte. Trotzdem wollte ich meinen Mitmenschen nicht einmal ansatzweise so viel durchgehen lassen wie er es über viele Jahrzehnte hinweg zugelassen hat. Unsere engere Bindung entstand im Prinzip erst in den letzten Wochen seines Lebens, wobei mir meine Erfahrungen, die ich mit der Lebenswelt anderer Völker gemacht hatte, durch ihn bestätigt wurden.

Ich denke, dass es nicht vielen Personen gelingen wird, einen „hausgemachten“ Film über die Welt der „landfahrenden“ Marionettenspieler-Familien anzuschauen, der fast zwei Stunden dauert? Dabei waren die Einsätze vor laufender Kamera, mitten unter den Marionetten oben in unserer Dachkammer die leichteste Übung für mich! Bremst man mich nicht aus, kann ich aus meinem reichen Fundus der Erinnerungen stundenlang oder gar über Tage hinweg referieren. Aufwändig war eher das zusammenschneiden des Films. Etliche Male versagte mir der Computer ob der schieren Menge des Materials den Dienst. Ich habe das ganze Projekt hinter dem Rücken aller anderen gemacht – niemand wusste davon, auch nicht meine Frau. Warum ich diesen Streifen überhaupt erstellt habe? Böse Zungen werden nun wieder davon reden, dass er sich doch nur einen Wettbewerbsvorteil verschaffen will, der böse Bube und geben damit viel mehr von ihrem eigenen Denken und Streben preis, als sie sich es eingestehen würden. Mir persönlich wurde durch den Tod meines Vaters in meiner Hand und mit seinen Augen in meinen Augen eine Bestätigung erteilt: nämlich dass ich es besser weiß! Besser als all diejenigen, die blind vor Angst vor der eigenen Endlichkeit einem imaginären Gott hinterher laufen oder sich in wilder Selbstzerstreuung verlieren um der Wahrheit nicht ins Gesicht sehen zu müssen.

Und da er als Mensch anderen so viel Gutes hat zukommen lassen (gewollt oder ungewollt) und nun schon eine ganze Weile unter der Erde liegt, dachte ich mir, dass ich ihm posthum die Ehre erweise und mit dieser dokumentarischen Erzählung alle die ihm etwas zu verdanken haben, noch einmal sanft daran erinnere. Schaut euch den Streifen an – ihr werdet verstehen. Wer die entsprechende YouTube App mit dem Fernseher verwenden kann, sollte den Film dort anschauen! Er ist in HD-Qualität abgefilmt und eignet sich vortrefflich, um auf großen Bildschirmen angeschaut zu werden.

Roland Richter
Bad Nauheim
14. April 2021

Heute haben wir bereits den 15ten April! Die Menge des Materials scheint offensichtlich sogar den Server im Internet zu überfordern. Wenn der heutige Download Versuch klappt, kann es losgehen......

Ich schwadroniere im Prinzip nie! Meine Reden können wortreich sein, durchaus! Aber ich bin selten laut und trotzdem lebhaft. Niemals aber unbekümmert und wü...

https://youtu.be/T-GkGmclxLoFiguren des Holzschnitzers Till de K**kIn der achten Generation wurden in meiner Familie vor...
10/04/2021

https://youtu.be/T-GkGmclxLo

Figuren des Holzschnitzers Till de K**k

In der achten Generation wurden in meiner Familie vorwiegend Figuren von Till de K**k angeschafft. Till wurde am 16. Februar 1915 in Belgien geboren und starb am 03. November 2010 mit 95 Jahren. Das Werk Till de K**ks wird durchaus kontrovers diskutiert. Auf der einen Seite war er sicher voller künstlerischer Schaffensfreude, auf der anderen Seite können die meisten seiner Werke nicht als Einzelstücke oder Unikate angesehen werden. De K**k fertigte in gut 60 Jahren rund 30.000 Handpuppen, Marionetten und Stabfiguren unterschiedlicher Stilrichtungen. So stammten alleine rund die Hälfte aller Figuren, die in den 1960er Jahren auf den schleswig-holsteiner Puppenbühnen zu sehen waren, von de K**k. Diese gewaltige Zahl beruht aber offensichtlich vorwiegend aus den offiziellen Büchern, die Till wie jede/r andere Bürger/-in dem Finanzamt gegenüber auflisten musste?

Eine möglicherweise genauso große Zahl an Figuren wurde – vorwiegend von den Bühnen der landfahrenden Puppenspieler – bar bezahlt und dürften deshalb in dieser Statistik nicht enthalten sein? Meine Eltern waren zwar auch selbst Hersteller von eigenen Marionetten, doch diese waren ihnen (O-Ton) einfach nicht perfekt genug. Bei sich verbessernder finanzieller Situation wurden Georg und Gerlinde Richter in die Lage versetzt, enorme Summen für die Neuanschaffung diverser Marionetten bei Till de K**k zu investieren. Am Ende befanden sich 68 „normale“ und 6 „Miniaturen“ im Fundus, als ich den elterlichen Betrieb im Jahre 2010 übernahm. Wie gesagt, wird das Lebenswerk von Till de K**k sehr kontrovers diskutiert! Ich persönlich bin der Meinung – obwohl ich einen individuellen Nutzen davon hätte, wenn die K**k-Figuren allesamt als Meisterwerke betrachtet werden könnten -, dass Till de K**k zu viele Kopien seiner Erstanfertigungen an weitere Puppenspieler, die bei ihm bestellten, verkaufte und damit den künstlerischen Wert einer Figuren reduzierte.

Dennoch werden gerade diese Figuren für mich immer einen hohen Wert haben, da ich mit „K**k-Marionetten“ aufgewachsen bin. In meiner Kindheit und Jugend war ich von ihnen umgeben und so entstand eine ganz spezielle Bindung, die mich heute dazu befähigt, mit meinen Figuren so aufzutreten, als ob sie lebende, gleichwertige Persönlichkeiten wären. Ich denke dass der 11 minütige Film nicht nur etwas für Liebhaber/-innen der K**k-Figuren ist, sondern ganz allgemein von Interesse sein könnte. Nur eines sollte man berücksichtigen: die meisten der Figuren im Film gibt es in fast identischer oder ähnlicher Form mehrfach in der Landschaft der Figurenspieler/-innen. Ich wage zu hoffen, dass keiner die eigens für meinen Vater entworfenen und produzierten „Tanz-Paare“ aus Bayern und Holland (zu sehen am Ende des Films) nachbestellt hat? Vielleicht klärt sich diese Frage, nachdem der Streifen angeschaut worden ist? Es waren die mit weitem Abstand teuersten Figuren, die meine Eltern bei Till bestellt haben. Nur um eine Vorstellung davon zu vermitteln, wie teuer echte Handarbeit auch schon in den 70er Jahren war: die beiden holländischen Figuren kosteten 1975 bereits 2.000.- D-Mark, das bayrische Vierer-Pärchen schlug nur ein Jahr später mit 2.500.- D-Mark zu Buche. Eingesetzt wurden die Figuren niemals. Sie waren zu leicht als dass sie mein Vater dazu hätte verwenden können, sie als Tanzpaar oder Gruppe aufzutreten zu lassen. Ich bin ganz froh drum, denn durch Reifen springende oder tanzende Marionetten gehören für mich einer fernen Vergangenheit an, die nicht unbedingt wieder neu belebt werden muss!

Viel Freude beim betrachten – ich werde nichts kommentieren, lediglich etwas Musik ist unterlegt und ab und zu ein Schriftzug der erklären soll, um welche Figur es sich hier handelt!

Roland Richter
Bad Nauheim
10. April 2021

https://youtu.be/Ws7p4uZBX1Q Ein Märchen für die Kinder dieser WeltEs wird ja viel geredet auf der Welt! Auch darüber, d...
03/04/2021

https://youtu.be/Ws7p4uZBX1Q

Ein Märchen für die Kinder dieser Welt

Es wird ja viel geredet auf der Welt! Auch darüber, dass es nicht gut für unsere Kinder ist, wenn sie mit der ihr Denken und Fühlen bereichernden Kultur nicht mehr in Kontakt treten können. Da auch wir seit über einem Jahr fast komplett blockiert sind und unsere hölzernen Freunde und Freundinnen nirgendwo mehr hin dürfen, haben wir uns dazu entschlossen, den Kindern dieser Welt ein Ostergeschenk zu machen und ihnen ein frisch ausgedachtes und live gespieltes Märchen anzubieten.

Natürlich fehlt etwas ganz, ganz Entscheidendes: die Interaktion mit den kleinen Zuschauern. Genau darin liegt die eigentliche Stärke unseres Kindertheaters. Aber solange die Einschränkungen noch gelten – auch wenn sich der Grund dafür den Marionetten nicht in vollem Umfang erschließt – müssen unsere hölzernen Schauspieler eben auf diesem Weg versuchen, den teilweise sehr engen Kontakt, den sie zu ihrem Publikum hatten, zu halten! Kinder sind das mit weitem Abstand wichtigste auf der Welt (sagt nicht nur unser Kasper) und es wäre traurig, wenn sie beginnen würden zu denken, dass die Marionetten sie am Ende schlicht vergessen haben!

Das 37 minütige Theaterstück soll deshalb auch „gegen das Vergessen“ zu verstehen sein.

Wir wünschen viel Freude beim zuschauen und hätten absolut nichts dagegen, wenn alle dier hier schauen, die Information, dass es etwas zum anschauen gibt, weitergeben würden. Kreative Marionettenkunst steht zwar ziemlich auf verlorenem Posten im Vergleich zu den Hervorbringungen der Flachbildmedien, aber wer einmal sein Kind in einer unserer „live“ Aufführungen beobachtet hat, wird nie wieder sagen, dass so eine Aufführung mit dem Marionettentheater nicht mehr in die heutige Zeit gehören würde.

Nie mehr! Sicher!

Es grüßen neben Wurzel, Kasper, Fee und Zauberer auch Diana und Roland, die sich drei volle Tage lang damit abgemüht haben, diesen Streifen zu erstellen.

Habt Spaß! Alle!

Und ihr, meine lieben Kolleginnen und Kollegen im weiten Netz: wenn ihr es so versteht, dass dieser Clip „niemandem etwas wegnimmt“ sondern viel eher etwas gibt, dann seid ihr vielleicht auch mal bereit, eure innere Abneigung zu überwinden und diesen Artikel zu teilen, zu teilen, zu teilen! Wenn man in einer so schwierigen Zeit eine Kulturoffensive für das Theater lostreten will, dann müssen möglichst viele mitmachen! Traut euch, vielleicht haben wir gemeinsam eine Chance, neues Bewußtsein für unsere Theater zu schaffen oder wenigstens das vorhandene Bewußtsein zu stärken!

Der Streifen ist übrigens in HD-Qualität abgefilmt und kann auch auf großen Fernsehern angeschaut werden, wenn man die App für YouTube hat!

Es wird ja viel geredet auf der Welt! Auch darüber, dass es nicht gut für unsere Kinder ist, wenn sie mit der ihr Denken und Fühlen bereichernden Kultur nich...

https://youtu.be/-Zn2RJqRRGg Ein Abgesang? Ich hoffe natürlich nicht und setze darauf, dass es irgendwann, in nicht allz...
29/03/2021

https://youtu.be/-Zn2RJqRRGg

Ein Abgesang? Ich hoffe natürlich nicht und setze darauf, dass es irgendwann, in nicht allzu weit entfernter Zukunft wieder die Möglichkeiten geben wird, unseren hölzernen Protagonisten das Leben so einzuhauchen, dass es auch einen Sinn ergibt! Aber bis es soweit ist, gilt es, die nötige Gelassenheit zu bewahren. Trotzdem: es werden nicht alle Menschen verstehen können, dass diese Zwangspause auch zu Veränderungen an Zustand und Geist der Betroffenen führen kann. Zu unterschiedlich sind wir Menschen alle miteinander. Ich war immer gerne ein Mensch, der „gemacht“ hat. Bitte nicht falsch verstehen! Dieses „machen“ war bei mir niemals ausschließlich an den Erwerbsgedanken gekoppelt! Dass man in unserer Welt, in der die wichtigsten Säulen des gesellschaftlichen Miteinander mit den Begriffen „Geld“, „Macht“ und „Technik“ beschrieben werden können, auch verdienen „muss“, wenn man Projekte und Pläne umsetzen möchte, ist selbstverständlich. Aber meine Figuren waren niemals nur Mittel zum Zweck! Eine Marionette ist auch nur dann eine „minderwertige Darstellungsform“, wenn sie ausschließlich dem Zweck des Geld Verdienens verhaftet ist. Ansonsten ist sie der bessere Schauspieler oder die bessere Schauspielerin.

Ich habe – zugegeben, auch um nicht verrückt zu werden vor lauter Untätigkeit – mich ein wenig in Sachen „Film“ weiterentwickelt in der Corona-Pause. Als Photograph verfüge ich natürlich über eine entsprechende Ausrüstung, war aber doch immer eher dem „stehenden Bild“ als dem „sich bewegenden Bild“ verhaftet. Das hat sich nun etwas verändert und es wurde klar, dass ich diese sich auf tuenden Möglichkeiten gerne einmal nutzen würde, um eine Art Imagefilm zu drehen. Letztlich ist es kein Imagefilm geworden, sondern eine Huldigung an die Einzigartigkeit und Schönheit unserer Marionetten und gleichzeitig an die lange Geschichte, die das Marionettenspiel in unserer Familie hat. Wenn es ein Imagefilm geworden wäre, hätte er ja doch nur den schnöden Zweck gehabt, etwas zu verkaufen! Für einen Imagefilm ist er mit 17 Minuten Dauer ja auch wesentlich zu lang! Wer nicht den allgemein gültigen Regeln des „Bang, bang, bang – schnell, schnell, schnell – kurz, kurz, kurz“ folgt, kann im Heute sowieso nichts mehr verkaufen! Warum denn eigentlich immer verkaufen? Schon im alten Griechenland war bekannt, dass angebotene Dienste „stinken“. Ich hoffe zumindest, den richtigen Ton getroffen zu haben, indem ich in diesem Stück nichts sage und der Musik die Arbeit überlasse und gelegentlich – zum besseren Verständnis – einen Titel einblende!

Der Wunsch, dass die Information, dass dieses Filmchen existiert, weitergegeben wird, ist durchaus vorhanden!!! Viel Mühe haben meine Frau und ich uns bei der Erstellung gemacht und sind trotzdem im „semiprofessionellen“ Bereich stecken geblieben. Wir haben hölzerne Rollwagen gebaut um die Kamera zu bewegen, einen kompletten Raum mit schwarzen und roten Tüchern verkleidet und mit Lampen bestückt und sind einige tausend Mal die Treppen hinauf und wieder hinabgestiegen. Wozu werden nun vielleicht die fragen, für die eine Marionette ausschließlich ein Broterwerb ist! Weil uns diese Figuren schlicht als wertvoll genug erscheinen, um sie – ohne Aussicht auf Gewinnerzielung zu haben – einmal aufwändig in Szene zu setzen! Und der kleine Herr Roland? Da er ja noch ganz frisch auf der Welt ist, können nun alle Zeugen werden, wie er seine aller-, aller-, allerersten Schritte macht! Und wie es so seine Art ist, hat er sich dafür gleich eine Treppe ausgesucht!

Und nun zurücklehnen und laufen lassen und genießen. Die meisten dieser Marionetten werden noch auf dieser Welt sein, wenn es uns alle hier längst nicht mehr geben wird. Gute Pflege und Respekt vorausgesetzt.

Roland Richter
Bad Nauheim, 29. März 2021

Ein Abgesang? Ich hoffe natürlich nicht und setze darauf, dass es irgendwann, in nicht allzu weit entfernter Zukunft wieder die Möglichkeiten geben wird, uns...

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