25/10/2013
Nicht vergessen: Morgen geht's auf die Strasse.
Dazu hier noch unseren Text aus dem Demo-Magazin:
Kreativität statt Schockstarre
In zeitgenössischen Diskussionen von der Balkonparty bis zur ernsthafteren Podiumsveranstaltung ist das Stichwort von der Gentrifizierung zu hören. Also: Der niedere Adel – von «Gents», wenn man das Wort auf den Ursprung zurückführt – verdrängt die einfachen Leute in den Quartieren. Die bisherige Situation war angenehm, jetzt wird’s unangenehm. So etwa wird der Antagonismus konstruiert. Abgesehen davon, dass schon der bisherige Zustand in städtischen Gebieten oft ein Ergebnis von Gentrifizierung war – nur wurde das nicht so genannt, wenn besserverdienende Neuzuzüger_innen bisher ansässige ärmere ablösten –, bewirkt die Diskussion eines: Ausweglosigkeit. Schockstarre. Das Alte kann nicht erhalten werden, und das Neue ist schlecht.
Wozu also sich engagieren?
Sich engagieren, ohne an Veränderung zu glauben, ist Amok. Sinnvoller ist es, von einer gespreizteren Palette möglicher Entwicklungen auszugehen. Nicht einer Art Geschichtsdeterminismus zu huldigen, wonach Entwicklungen unvermeidlich seien. Gerade wenn wir die Macht der Ökonomie richtig einsetzen, zeigen sich Handlungsfelder.
In der Stadt Zürich sind alte und neue Genossenschaften verhältnismässig stark. Die Gentrifizierung erfasst auch die einstigen Arbeitergenossenschaften. Mittelstandsfamilien und Paare des gehobenen Mittelstands beziehen dort Wohnraum. Das erhöht die soziale Durchmischung, aber verdrängt. Die Genossenschaften müssen sich der Diskussion ihrer gesellschaftlichen Verantwortung – und der Wahrnehmung ihrer Verantwortung – offen stellen und ihren sozialen Verpflichtungen stärker nachleben.
Der Anteil der gemeinnützigen Wohnungen in der Stadt soll von rund 25 Prozent auf ein Drittel der Mietwohnungen erhöht werden, bestimmte eine Volksabstimmung 2011. Solche Rahmenbedingungen erlauben, an neuen Wohn- und Gewerbeangeboten zu arbeiten und sie zu fördern. Der ungezügelte Liberalismus wird damit schon einmal geschwächt. Denn Politik ist auch ein materieller Faktor. Ein Machtfaktor. Hier ist der Hebel anzusetzen. Hier spielen die Genossenschaften mit ihrer wirtschaftlichen Macht eine wichtige Rolle.
Das Thema ist lanciert. Ein relativ enges Korsett von Vorgaben für bauliche Erneuerungen verhindert zwar nicht sozial problematische Entwicklungen – etwa die Entdichtung, wie sie etwa die Schaffung grösserer Wohnungen für weniger Personen zur Folge hat. Bei geschicktem Agieren erlauben die politischen und legalen Rahmenbedingungen aber kreative Projekte. Genossenschaftlicher Siedlungsbau kann auch gebaute Vision sein: Kleinteilige, horizontale und vertikale Durchmischung von verschiedenen Wohnformen, Gewerbe, Dienstleistung, Aussen- und Freiräumen. Pluralistisch, multikulturell, sozial durchmischt, partizipativ und nachhaltig. Nicht an jedem Ort und für jeden Preis – aber gemeinsam und in Abstimmung mit den Bewohner_innen und Nutzer_innen des Quartiers entwickelt.
Kulturintendanz Rosengarten der Genossenschaft Kalkbreite
Demonstration am 26. Oktober, 14 UhrAm 26. Oktober 2013 geben ganz verschiedene Organisationen mit einer Demonstration ihre Antwort zur Frage „Wem gehört Zürich?“ An verschiedenen Punkten entlang der Demoroute werden RednerInnen ihrer je eigenen Position Ausdruck verleihen. So unterschiedlich wie di...