11/09/2026
Der Preis des Mehr
Was, wenn das Versprechen von mehr genau das ist, was dich von dir entfernt?
„Der Preis des Mehr“ beginnt mit einer Verlockung.
Ein roter Apfel. Eine Schlange. Ein prunkvoller Sockel. Darüber die Einladung: WELCOME TO PARADISE.
Alles wirkt kostbar. Begehrenswert. Fast wie ein Tor zu einem besseren Leben.
Doch dieses Paradies hat einen Preis.
Das Werk erzählt von unserem Hunger nach dem nächsten Schritt. Mehr Erfolg. Mehr Geld. Mehr Anerkennung. Mehr Sicherheit. Eine bessere Version von uns selbst. Immer begleitet von der leisen Hoffnung: Wenn ich das erreiche, bin ich endlich angekommen.
Der Apfel wird zum Versprechen. Die Schlange macht es verführerisch. Der Sockel erhebt es beinahe zur Reliquie. Und die goldenen Tropfen scheinen zunächst von Fülle zu erzählen – bis sie beginnen zu rinnen.
Was glänzt, kann zerfliessen.
Was Freiheit verspricht, kann dich binden.
Was nach Paradies aussieht, kann dich immer weiter davon entfernen, im eigenen Leben anzukommen.
WELCOME TO PARADISE klingt wie Werbung für einen Zustand, den du nur noch erreichen musst. Doch das Bild stellt eine unbequemere Frage:
Was, wenn dir nicht mehr fehlt?
Was, wenn gerade die Vorstellung von „mehr“ den Mangel immer wieder neu erzeugt?
Acryl, Ölfarbe, Strukturpaste und Blattgold verstärken diese Spannung zwischen Verführung und Verlust. Das Rot lockt. Das Gold blendet. Das Schwarz zieht alles in die Tiefe.
„Der Preis des Mehr“ zeigt kein Paradies.
Es zeigt den Moment kurz davor.
Den Moment, in dem du entscheiden musst, ob du wirklich zugreifst.