26/10/2025
🎉DANKE, RIEHENER ZEITUNG!!
Lesen Sie hier den ganzen Bericht von Nathalie Reichel:
Der Abend wird von Moderator Philippe Pavlu als «fulminantes Fest» angekündigt – und damit wird dem Publikum definitiv nicht zu viel versprochen. Zwar herrscht nicht immer Freude auf der Bühne, schliesslich geht es in den Opernstücken oft um Liebeskummer oder auch um Sehnsucht. Und doch wurde vor allem eins zelebriert am vergangenen Samstagabend in der Reithalle Wenkenhof:
die Welt der Oper. Mit all ihren Höhen und Tiefen.
Auch der Titel des Opernkonzerts «À Paris! À Roma!» hält, was er verspricht: nämlich eine musikalische Reise nach Frankreich und nach Italien – ein bisschen auch nach Spanien. Geboten wird im ersten Teil ein abwechslungsreiches Potpourri aus der Welt der französischen Oper, das definitiv keine Wünsche offenlässt.
Die feierliche Eröffnung des Konzerts gehört nicht nur dem Pianisten Riccardo Bovino und seinem virtuosen Spiel, sondern auch dem Chor, der mit farbigen Tüchern, Blumen und Reisigbündeln in den Saal zieht und ihn mit lebendigen Klängen füllt – ein schöner, festlicher Auftakt.
In Stücken aus «Roméo et Juliette» oder «Faust» von Charles Gounod überzeugen die Profisolistinnen und -solisten anschliessend mit kräftigen Stimmen, ausdrucksstarker Mimik und anspruchsvollen Arien. Nicht selten mischen sie sich, und auch der Chor, unter die prall gefüllten Zuschauerreihen. Dadurch entsteht eine Nähe zur Darbietung, wie man sie in der Oper sonst selten erlebt.
Harmonie und Emotionen
Punkten kann der Verein Oper Riehen, der den Abend unter der musikalischen Leitung von Olga Pavlu organisiert, auch mit gelungenen Dialogen zwischen Chor und Solisten, die wunderbar ineinander verschmelzen und eine stimmungsvolle Harmonie erzeugen. So zum Beispiel in Georges Bizets «Carmen», der meistgespielten Oper Frankreichs, in der Mezzosopranistin Sophie Kidwell mit den Frauenstimmen aus dem Chor interagiert und mit ihnen die Emotionen der Szene lebendig werden lässt.
In ihren Bann zieht das Publikum auch Sopranistin Jardena Flückiger als Marguerite mit ihrem verzweifelten und so oft wiederholten «Il ne revient pas» in der gleichnamigen Arie aus «Faust» und einem Ku**er, der ihr ins Gesicht geschrieben ist.
Als Kontrast dazu ertränkt Tenor Nattha Thammathi in seiner Rolle als Hoffmann in «La légende de Kleinzack» aus Jacques Offenbachs «Les Contes d’Hoffmann» seinen Liebeskummer im Bier. Wie so oft an jenem Abend harmoniert der Chor mit dem Solisten und fühlt mit ihm mit.
Über humorvolle Elemente darf sich das Publikum ebenfalls freuen: In der Arie «Les oiseaux dans la charmille» tritt Olympia (Harpa Ósk Björnsdóttir) als Puppe auf und muss vom Chor immer wieder mit einem Schlüssel aufgezogen werden, um weiterzusingen. Dies tut sie übrigens mit einer Dynamik, einer klanglichen Schönheit und einem Tonumfang, die einfach nur beeindrucken.
Von Paris nach Italien
Der erste Teil des Konzerts endet in fröhlicher Atmosphäre, für die der Chor und die Solisten mit ihren farbigen Federboas, Herzbrillen und schwungvollen Melodien sorgen. Es wird getanzt, gelacht und gefestet – ganz nach der Art von «La vie parisienne» von Jacques Offenbach. Nach der Pause führt die Reise weiter nach Italien; im Mittelpunkt stehen unter anderem Werke von Gioachino Rossini, Umberto Giordano und Giuseppe Verdi, während auch hier klar wird, wie nahe Liebe und Ku**er, Freude und Leid beieinanderliegen können. So ahnt Alfio (Iyad Dwaier) beim fröhlichen Gesang seiner Arie «Il cavallo scalpita» in Pietro Mascagnis «Cavalleria rusticana» noch überhaupt nichts von der Ehekrise, die ihn bald erwartet.
Mit «À Paris! À Roma!» ist dem Verein Oper Riehen ein abwechslungsreiches Opernkonzert voller Emotionen, Melodien und Geschichten gelungen. Ein inniges Gebet aus Rossinis «Mosè in Egitto» im Kerzenlicht rundet schliesslich den Abend ab, der ganz zu Recht mit begeistertem Applaus und Standing Ovations vom Publikum quittiert wird.
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