28/08/2026
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«Via Salina» von Yulia Parfenova
Yulia Parfenova begreift ihre Kunstpraxis als Mittel, die Beziehung zwischen Gesellschaft und der natürlichen Welt zu untersuchen und neu zu verhandeln. Ihre Installation «Via Salina» ist ein Weg ohne Anfang und Ende, der von geologischen Prozessen geformt und von Menschenhand gelegt wurde.
Die Arbeit versteht natürliche Zersetzung und menschliche Gestaltung als zwei untrennbare Formen der Transformation, die die Welt kontinuierlich verändern. Verbunden werden sie durch Salz, aus dem die Installation entsteht – ein Mineral, das seit Jahrtausenden abgebaut, gehandelt und als Verbindung zwischen Landschaft und Kultur wirksam wird. «Via Salina» verweist auf die historischen Salzstraßen – Transit-Infrastrukturen, die nicht nur Waren bewegten, sondern Gemeinschaften neu ordneten, Abhängigkeiten schufen und zuvor getrennte Welten miteinander verbanden. Die Strasse ist ein Symbol menschlich gelenkten Fortschritts; ihre Bausteine sind Produkte natürlicher Unordnung. Jede Salzplatte dokumentiert einen unvorhersehbaren Erosionsprozess und bewahrt einen flüchtigen Moment des Zerfalls. In diesem Spannungsfeld verweilt das Werk: zwischen der zweckfreien Naturkraft, die zerstört, und dem menschlichen Impuls, mit Absicht zu bauen – zwei gegenläufigen Prozessen, deren fragiles Gleichgewicht die Welt prägt, in der wir leben.
📷 Florian Amoser