Nachtfieber ist eine leidenschaftlich und mutig inszenierte, gewagte aber erfolgreiche und dennoch anspruchsvolle Mischung aus Satire und Unterhaltung, Musik und Gespräch, Trash und Ernsthaftigkeit. Die Säulen von Nachtfieber sind die Leute im Hintergrund, die Pfosten setzen die Protagonisten und das A und O bildet das Gästebouquet. Letzteres garantiert mitunter, dass keine Show so ist wie die and
ere es war. Die geladenen Gäste erhalten im festgelegten Ablauf jeweils ein Zeitfenster für einen Text, ein Lied, eine Nummer sowie grundsätzlich so viel Freiraum wie sie zu füllen vermögen. Zwischen und mit den Gästen, bei allfälligen Hürden, Klippen oder Spannungslücken kommt das Schauspieltrio Rolf Strub, Matthias Kunz und Rhaban Straumann zum Einsatz. Ihnen obliegt es in wechselnden Rollen zwischen den gesetzten Pfosten frei drauf los zu improvisieren. Für das Rückgrat und die musikalischen Auflockerungen sowie Spannungsbogen sorgt dabei die kongeniale Band von und vor allem mit Roman Wyss. Die Pfosten bilden Interviews und Spiele mit den Gästen, Texte und Filmeinspielungen der Protagonisten sowie die Dialoge im Trio und Quartett. Geschichte und Höhepunkt
Obwohl weder Szenenkenner, Publikum noch die Macher/innen wirklich daran glaubten, dass das Showformat Nachtfieber über die drei ersten Ausgaben hinaus existieren würde, blickt der Verein Nachtfieber Olten Ende 2013 auf 30 meist ausverkaufte Folgen dieses überraschenden und permanenten Bühnenexperiments zurück. Seit September 2007 waren über Hundert Schauspielerinnen und Musiker, Slam Poetinnen und Autoren, Jäger und Politikerinnen zu Gast bei Nachtfieber. lokale Persönlichkeiten wie Fabienne Hoerni und Beat Escher, Künstlerinnen und Künstler von Rang und Namen wie Freda Goodlett und Knuth und Tucek sowie weniger bekannte, jedoch nicht weniger spannende Figuren wie Isabelle Bitterli (Wirtin) und Nora Häuptle (Fussballerin). Und zu den absoluten Highlights dieses schönen Stücks Kultur zählt die Begegnung von Jazztrompeter Werner Hasler und Stimmkünstler Martin O, die sich, das Publikum und die Gastgeber, zusammen mit der Nachtfieber-Show-Band von Roman Wyss, spontan durch eine Improvisation höchster Klasse überraschten. Neugier und Vielseitigkeit
Seit Anbeginn kommen sie aus Basel, bald darauf auch aus Bern, später aus Langenthal und Zürich und schliesslich auch aus Solothurn. Breiter kann man sich ein qualitätsbewusstes Publikum nicht wünschen. Von Jung bis Alt, vom Regierungsrat bis zum Punk, vom Stadtrat bis zum ehemaligen Bühnengast. Und immer wieder neue Gesichter. Das freut den freakigen Haufen der seriösen Schafferinnen und Schaffern. Die schönste Rückmeldung kam von einer Dame an einem Tag danach. Sie bedankte sich strahlend dafür, dass sie nachts um Halbeins voller Tatendrang nach Hause ging und gerne noch die eine oder andere kleine oder grössere Welt verändert hätte. Nachtfieber ist Türöffner in vielen Belangen.