01/09/2024
🤔 Was soll das eigentlich mit dem „heimisch“?
Oft schreiben wir, dass heimische Insekten auch heimische Wildpflanzen benötigen. In Baumarkt & Co gibt es aber in der Regel vor allem auf Schönheit gezüchtete Pflanzen aus anderen Regionen.
Jetzt gehören wir aber nicht zu der ganz strengen Fraktion, die sagt „mir kommen nur heimische Pflanzen in den Garten!“
Trotzdem ein paar Sätze zum tieferen Sinn der heimischen Wildpflanzen.
Während etwa die Honigbiene zu den „Generalisten“ gehört, d.h. Nektar und Pollen vieler Pflanzen nutzen kann, sind etwa ein Drittel der gut 500 Wildbienenarten „oligolektisch“. Das bedeutet: Sie sind zwingend auf ganz bestimmte heimische Wildpflanzen angewiesen. Fehlen diese, kann auch die Wildbienenart nicht überleben.
Wie eng das Verhältnis zwischen Pflanze und Wildbiene ist, zeigen schon einige Namen:
🌺Die Reseden-Maskenbiene braucht die Resede.
🌺 Die Zaunrüben-Sandbiene die Zaunrübe.
🌺 Die Glockenblumen-Scherenbiene braucht Glockenblumen usw.
🌺 Ähnliches gilt für Schmetterlinge, vor allem für deren Nachwuchs: Die Raupen des Aurorafalters etwa fressen Blätter der Knoblauchsrauke, die des Eulenfalters lieben nickendes Leimkraut usw.
Viele Insekten haben sich im Laufe der Zeit nicht nur auf heimische Pflanzen spezialisiert, sogar ihr Überleben ist von diesen Pflanzen abhängig.
Auch wenn die Hardliner nun aufschreien werden: In unseren Augen heißt das nicht, dass es gar keine wertvollen nicht-heimischen Pflanzen gibt. Etwa die Duft-Heckenkirsche zieht schon im Februar, wenn fast nichts blüht, zahlreiche Insekten an. Das Gleiche gilt für das Argentinische Eisenkraut oder die Herbstanemone, die manchmal bis in den November blühen.
Trotzdem: Da viele spezialisierte Insekten bedroht sind, lohnt sich vielleicht nach und nach ein Umdenken.
Heimische Wildpflanzen bekommt ihr entweder in spezialisierten regionalen Gärtnereien oder online z.B. bei
💠 Strickler Wildstaudengärtnerei
💠 Hof Berggarten
💠 Gaissmayer
💠 Naturgartenwelt