25/11/2024
Sehr geehrter Herr Kai Wegner,
mit Bestürzung verfolgen wir die angekündigten Sparmassnahmen, die ab 2025 den Kulturhaushalt in Berlin betreffen. Als Produktionsort in der Freien Szene setzen wir uns seit vielen Jahren täglich für eine Verbesserung der Bedingungen sowohl für die Produzierenden ein, als als auch dafür, gesellschaftliche Teilhabe zu fördern, durchlässig zu werden und Barrieren abzubauen. Das verschlingt zusätzliche Ressourcen und ist ein langwieriger Prozess für alle. Dieser Prozess lohnt ungemein und bringt einen gesamtgesellschaftlichen Wert, abseits der messbaren Hotelzimmerbuchungen zB neben der Staatsoper.
Das ROXY Birsfelden sowie alle unsere assoziierten Institutionen profitieren vom länderübergreifenden Austausch von Know How und Expertise. Die Berliner Kulturlandschaft spielt nicht nur international eine bedeutende Rolle, wenn es um die exzellente Kunst geht, die aus dieser Stadt in die Welt reicht, sondern auch wenn es um Fördergefässe zu Inklusion und Gleichberechtigung geht.
Das steht mit der Kürzung der Förderung nicht nur auf der Kippe, es wird beerdigt. Das ist fatal und kann nicht einfach hingenommen werden.
Das ROXY Team solidarisiert sich mit den Kulturschaffenden Berlins und fragt sie, Herr Wegener: Ist ihnen die Konsequenz für ein zukünftiges Berliner Leben bewusst, wenn sie die Kürzungen nach aktuellem Stand durchlassen und dadurch wertvolle Initiativen, die Räume für Austausch und Miteinander bilden, vom Erdboden verschwinden?
Die eingesparten Gelder stehen in keinem Verhälltnis zum Verlust dieses wertvollen und gewachsenen Netzwerks, das für seine Arbeit (eh‘ schon in Vergütung am Rande des Prekariats angesiedelt), Anerkennung, Pflege und Förderung braucht.
Lassen sie das nicht zu.
Es grüsst das ROXY Team aus Birsfelden