05/09/2026
Sängerin, Songwriterin, Schauspielerin und Weltretterin Dolly Rebecca Parton hielt sich mit Widersprüchen nicht auf, sie umarmte sie, bis sie keine mehr waren: Sie liebte und bediente ihren Style, bis sie sie bis zum Niveau „camp“ durchgespielt hatte und beim Level gay icon angekommen war. Sie war tiefgläubige Amerikanerin und glühende Verfechterin von Menschenrechten. Sie lebte ihre Haltung in Country, Rock und Pop aus. Sie kam arm auf die Welt und verteilte ihr Vermögen in schon fast biblischem Ausmaß – unterstützte Schüler*innen, gründete Bibliotheken, unterstützte mit den Tantiemen aus „I Will Always Love You“ die Schwarze Community in Nashville und testete den mit ihrer finanziellen Unterstützung entwickelten Moderna-Impfstoff gegen Covid gleich selbst. Amüsierte Kritik, blöde Fragen und genervte Hardliner prallten an ihr gleichermaßen ab, wie Trillionen traurig-froh geteilte Videos aus Interviews in jedem Dolly-Sager zeigen. Witz schlägt auch die wohlmeinendste abschätzige Frage, jenes Powertool von 70erjahre-Interviews, Menschenliebe zeigt die Hohlheit jener, die sie nicht ernstnehmen. Noch jedes Klischee, das auf Dolly Parton projiziert wurde, fiel instant auf den Erzeuger zurück. Liebe schlägt Hass. Darunter machte sie es nicht. Sie wollte das, was sie konnte, mit Menschen machen, die sie schätzten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Nun ist Dolly Parton tot, in einem Jahr, in dem wir sie so dringend bräuchten (aber: in welchem nicht?) – und wir müssen uns und einander selbst die Dolly machen, eine aus Millionen Gesichtern. Egal ob mit und ohne Glitzer, Turmperücke und Heels – in dem Spielraum, den sie uns eröffnet hat, das ist, die ganze Welt. Solidarisch miteinander. (den gesamten Text von Julia Pühringer findet ihr auf unserer Website)
🔜 am 12. September 2026 um 14:45