Ein neuer Raum für interdisziplinäres und nachhaltiges Arbeiten, in dem Projekte über Wien und mit seinen BewohnerInnen entwickelt werden sollen, öffnete Ende Januar 2013 seine Türen. Das Volkstheater verfolgt damit notwendige Ziele und Visionen unserer Zeit: einen Ort zu öffnen, an dem gemeinschaftliches, gleichberechtigtes Produzieren in Theater und Musik, Tanz und Street Art, zeitgenössische Co
mmunity-Arbeit und vieles mehr im Zentrum stehen. Das Labor HUNDSTURM beginnt seine Arbeit an der Schnittstelle der Bezirke Margareten und Meidling, die die demografische Zukunft der Stadt perfekt repräsentieren. Hier suchen wir die Themen, die Methoden, immer mit Blick auf das „Mothership“ Volkstheater. Die Suche beginnt in unterschiedlichen Workshops der Streetacademy, die im HUNDSTURM ihre Homebase findet. Zentrum sind Workshops rund um das Thema Streetart. Unterrichtet werden Disziplinen wie Rap, Slam Poetry, DJing, Producing, Breakdance und vieles mehr für Jugendliche ab zehn Jahren. In den vergangenen drei Jahren hat die Streetacademy diese Workshops erfolgreich in Jugendzentren, Drogeneinrichtungen und Gefängnissen angeboten. Diese Workshops sind Ausgangsbasis dafür, junge Menschen auch an das Thema Theater heranzuführen. Dafür arbeitet das Team des Hundsturms eng mit dem Volkstheater zusammen und sucht Synergien und Möglichkeiten für jungen Menschen, an den Produktionen der zweitgrößten Bühne der Stadt Wien aktiv mitzuwirken. Ein zweiter Schwerpunkt bietet jungen RegisseurInnen, DramaturgInnen, ProduzentInnen, aber auch bislang nicht primär für das Theater tätigen KünstlerInnen und Kulturschaffenden die Möglichkeit, am HUNDSTURM Projekte zu entwickeln, aus denen sich ebenfalls Verbindungen zum Volkstheater ergeben können. Das dabei im Mittelpunkt stehende prozesshafte Arbeiten wird durch die umfassend zur Verfügung gestellte Ressource Raum gewährleistet. Die Methodiken dazu verpflichten sich dem Kollektiv- und Gemeinschaftsprinzip des Theaters. In der Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Communities sind die KünstlerInnen des HUNDSTURM auf der Suche nach den Subsystemen der Stadt, ohne sich dabei an einen gesellschaftlichen Zweck anzupassen. Im Hundsturm geht kein Vorhang auf, im Hundsturm werden die Anker gelichtet, um mit kleinen, wendigen Booten in die Stadt aufzubrechen. Dort liegen die Herausforderungen dieses neuen Theaters.