09/05/2026
Die Affordable Art Fair Vienna öffnet von 28. - 31. Mai wieder ihre Tore - und die BernARTgasse.Produzentengalerie ist wieder mit von der Partie.
Karl-Marx-Halle, Karl-Farkas-Gasse 19, 1030 Vienna
Öffnungszeiten:
Donnerstag, 28. Mai, Vernissage: 16:00 – 21:00
Freitag, 29. Mai, 12:00 – 21:00
Samstag, 30. Mai, 10:00 – 19:00, Familienprogramm: 10:00 – 12:00
Sonntag, 31. Mai, 10:00 – 18:00, Familienprogramm: 10:00 – 12:00
https://affordableartfair.com/fairs/vienna/
Auch dieses Jahr stellen wir die ausstellenden Künstlerinnen und Künstler unserer bunten Truppe wieder vor, heute mit einem der Köpfe hinter der BernARTgasse - dem Wiener Maler Alfred Melchert!
Alfreds Zugang zur Kunst:
Am Anfang war die Zeichnung. Das Gegenständliche, Monochrome war lange Zeit das Maß aller Dinge. Langsam mischte sich Farbe dazu. Die Lust an der Farbigkeit - die Steigerung der Lebendigkeit - entwickelte sich bis hin zu rein kompositorischen Exkursen. Hunger nach Farbe, Durst nach Licht! Farben durchströmten meine Werke und heilten den Schwarzanteil der Seele. Kraft durch Farbe! Die farblichen Experimente veränderten meine Zeichnungen und gaben ihnen die notwendige Abstraktion.
Akt und Portrait bestimmten bisher meine künstlerische Position. Unabhängig davon wurde das Abstrakte zur dritten Säule. Und es begann sich langsam mit Akt und Portrait zu vermischen. Eine Synthese stetiger und gegenseitiger Durchdringung. Die größte Herausforderung dabei ist das authentische Zusammenführen der beiden gegensätzlichen Pole - Gegenständlichkeit und Abstraktion: die Form muss sich auflösen, das Abstrakte muss sich zur Form verdichten.
Als Kind meiner Zeit kommuniziere ich auch mit den Stilmitteln meiner Zeit. Comic und Street Art transformieren die Botschaft in eine Sprache, die dem Zeitgenossen geläufig ist und der gezielte Einsatz nackter Tatsachen schafft Awareness. Die Stilrichtung PopArt wird aufgefrischt und um eine österreichische Variante bereichert.
Ein Werk ist für mich dann fertig, wenn ich es zum Leben erwecken konnte. Mit Worten zu erklären wie dies vor sich geht, ist schwer. Der Schöpfungsakt vollzieht sich zwar gewollt, aber das „Wie“ bleibt auch mir verborgen. Wenn ich das fertige Werk mit zeitlichem Abstand betrachte frage ich mich nicht selten, wie es überhaupt zu schaffen war und habe Zweifel, dass ich diesen Weg je wieder beschreiten könnte.
Neben der Beschäftigung mit dem Zweidimensionalen gab es auch Zeiten in denen ich mich mit Plastiken und Skulpturen befasste. Ich merkte jedoch, dass dies völlig neue Ausmaße annehmen könnte und ich sowohl der Malerei als auch der Zeichnung dadurch die notwendige Aufmerksamkeit entziehen würde. Eine Entscheidung war zu treffen, was allerdings nicht bedeutet, dass es keine Ausflüge mehr ins Dreidimensionale geben wird.
Ich bin der Überzeugung, dass (meine) Bilder ihre eigene Sprache haben und mit sensiblen Betrachtern auf höherer Ebene kommunizieren. Gibt es einen besseren Vermittler von Gefühlen als die Kunst? Kunst kann Emotionen materialisieren, sie festhalten und widerspiegeln. Ich habe versucht, meinen Bildern eine Geschichte erzählen zu lassen. Betrachtende konnten diese oft spüren. Die Dramaturgie kann von sensitiven Menschen intuitiv erfasst - emotional gelesen - werden. Darüber hinaus ist Kunst in der Lage, die Wirklichkeit zu antizipieren. Ihre Kraft schöpft sie dabei oft auch aus Krisen.
Meine Bilder male ich hauptsächlich auf Leinwand, früher auch auf Holz oder Malkarton. Ich bevorzuge quadratische Malgründe (80x80 oder 100x100 cm) und ausgefallene längliche Formate (150x50 cm), die sich besonders für stehende, figurative Abbildungen eignen. Daneben arbeite ich natürlich auch auf den „Klassikern“ 80x60 und 120x80.
Einerseits benutze ich Acrylfarben - meistens für Portraits – andererseits Ölfarben. Jedes meiner Bilder dient auch als Experimentierfeld für verschiedenste Materialien und unmögliche Kombinationen. Um meine Ideen umzusetzen scheue ich nicht davor zurück, alle zur Verfügung stehenden Techniken zu kombinieren und auszureizen. Für manche mag es einem Tabubruch gleichkommen, wenn ich ein klassisches Ölbild mit Graffiti Farben aus der Spraydose bearbeite. Aber gerade so ein Aufeinandertreffen schafft Spannung, stellt Althergebrachtes in Frage und erzwingt das Unerwartete. Neue Zeiten verlangen nach neuen Ausdrucksformen.
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