17/03/2026
Installation Catcalling im FreiRaumWels/8hof_März 2026 – künstlerische Erläuterung
Kunst ist ein großer Raum, der es ermöglicht gesellschaftliche Verhältnisse abzubilden. „Ein Bild machen“ bedeutet, elementare Kulturtechniken zu verwenden– lesen, schreiben, rechnen, zeichnen, performen und demonstrieren. Anlässlich des Weltfrauentages gab das Atelier Wels Frauen und Männern öffentlich und bildlich eine Stimme, um ihre Einstellung zu „Frau und Gesellschaft“ kundzutun. Und das in Form der von Frauen gestalteten Kleidungsstücke auf Leinen, mit denen sichtbar UND hörbar am 9. März durch die Welser Innenstadt marschiert wurde.
Auf Jeans, T-Shirts, Schürzen und Schals wurden übergriffige Aussagen = Catcalling, mit denen die Frauen konfrontiert wurden, mittels verschiedener Kunsttechniken appliziert. Angeleitet wurde diese Aufarbeitung des Erlebten in einem kreativen Prozess von Mary Mayrhofer, Künstlerin und Aktivistin aus Linz. Catcalling bezeichnet sexuell anzügliche, unerwünschte Kommentare, Pfiffe oder Gesten im öffentlichen Raum. Dies wird von Mädchen und Frauen als einschüchternd und entwürdigend erlebt. Die Aktion soll aufzeigen, dass Catcalling keine harmlose Form des Flirtens oder ein Kavaliersdelikt sind, sondern eine Machtdemonstration von Männern und eine Form von sexistischer Gewalt darstellt. Langfristig sollen gesellschaftliche Normen hin zu Respekt und echter Gleichberechtigung verändert werden. Konkret sind auch Männer aufgefordert, ein eindeutiges und klares „No Go“ zu äußern, wenn der Kumpel eine sexistische Bemerkung gegenüber einer Frau oder einem Mädchen zum Besten gibt.
MMag. Elisabeth Reichmayr, Atelier Wels, Verein für Kunstvermittlung, Anzengruberstraße 10, 4600 Wels