02/04/2026
Fallen lassen
von Brigitte Schwaiger
szenische Lesung unter Verwendung der Choreografie “Bodying Friendship”
10.04.2026 & 11.04.2026 um 17:30 im Otto-Wagner-Areal, Baumgartnerhöhe 1, 1140 Wien, Pavillon 21, Bewegungsraum
Dauer: 70min
„Es ist fehlerhaft, dieses Manuskript …“ So beschreibt Brigitte Schwaiger ihr eigenes Schreiben. In der szenischen Lesung von „Fallen lassen“ wird diese Unmittelbarkeit erfahrbar.
Nach dem großen Erfolg ihres Debütromans „Wie kommt das Salz ins Meer“ geriet Schwaiger in eine Krise, die sie mehrfach in die Psychiatrie auf der Wiener Baumgartner Höhe führte. Dort entsteht ein Text aus der Innenperspektive: geprägt von Ohnmacht, Zuschreibungen und dem Ausgeliefertsein an eine Ordnung, die Leben bewertet und verwaltet. Schwaiger beschreibt nicht nur Krankheit, sondern die soziale Realität des Ausgeschlossenseins, den Verlust ihrer Stimme und Zugehörigkeit, den Kreislauf aus Scham, Abhängigkeit und Rückzug. Ihr Schreiben zeigt, wie eng psychisches Leiden mit gesellschaftlichen Erwartungen verknüpft ist und wie schnell ein Mensch an den Rand gedrängt wird.
„Meine Worte sind Schleim, sind Asche, sind Zement.“ Schwaigers Sprache verweigert jede Glättung. Sie schreibt gegen das Verstummen an. Ein Schreiben, das mitten aus der Erfahrung von Verzweiflung und Wut kommt. Dabei bricht Schwaiger mit Tabus und stellt Fragen danach wer sie als ehemals erfolgreiche Autorin mit psychischer Krankheit in der Wiener Gesellschaft noch sein kann und darf.
“Fallen lassen” wird 20 Jahre nach dem Entstehen des Romans im Otto-Wagner-Spital an eben diesem Ort gezeigt.
Mit: Caroline Szivak, Merle Häcker, Dina Skwirblies, Justus Pegler, Paola Floreani, Claudia Antonica // Musik: Lisa Pulsa, Eleftheria Kisser, Piero Cinosi
Szenische Einrichtung: Maximilian Pellert .el // Choreografie “Bodying Friendship”: Paola Floreani, Claudia Antonica // Raum: Sarah Smets-Bouloc .smetsbouloc // Ton: Clara Baumgartner // Sounddesign: Moritz Schauer // Best Boy: Max Krainz // Grafik: Clara Rummer
Content Note: In der Lesung kommen die Themen Suizid, Gewalt & Selbstverletzung vor.