Markus Völlenklee

Markus Völlenklee Markus Völlenklee ist ein Tiroler Schauspieler und Regisseur. Die Tiroler Volksschauspiele Telfs sind eines der größten Sommertheaterfestivals in Österreich.

Wir verstehen uns als Kulturplattform mit Schwerpunkt in der darstellenden Kunst. Wir arbeiten mit Laien, Profis und anderen Vereinen zusammen. Die Volksschauspiele verknüpfen hochkarätige Unterhaltung mit wertvollen Inhalten.

29/03/2026
29/03/2026
Nach der Derniere ist vor dem Probenstart zum neuen Stück.. es wird mittelalterlich..
27/08/2025

Nach der Derniere ist vor dem Probenstart zum neuen Stück.. es wird mittelalterlich..

10/02/2022

Liebe Telferinnen und Telfer,

da das Desaster der „Tiroler Volksschauspiele 2021“ zum Wahlkampfthema geworden ist, möchte ich Euch kurz erzählen, wie es zur Vertreibung des Vereins TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE aus Telfs kam – es flattern bis heute Gerüchte und Halbwahrheiten herum, die im Sinne eines reinen Tisches geklärt gehören. Die Spiele waren chronisch unterfinanziert und es hätte wahrlich Bedarf gegeben die Geschäftsform der Spiele neu zu überdenken. Das Ergebnis der Neugründung ist bis dato allerdings sehr unbefriedigend. Ja, Herr Bürgermeister, wer zahlt schafft an. Aber wer anschafft ist auch für das Ergebnis verantwortlich – was „Verantwortung“ zur Zeit in der Politik auch immer heißen mag. Was wir getan haben wir verantwortet – und nicht nur ideell sondern auch finanziell.

Aber erst einmal danke für die 38 Jahre Gastfreundschaft, Begeisterung, Kritik und Mitmachen.

Die wirtschaftliche Grundsituation der Spiele in Telfs sah bis 2019 in groben Zügen so aus:

1. Der Verein TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE hat einen Theatersommer mit im Schnitt 60 Vorstellungen veranstaltet, die jedes Jahr zwischen 9.000 und 14.000 Menschen nach Telfs lockten.
2. Telfs ist durch die TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden, und zwar wegen der außergewöhnlichen Theaterevents an wechselnden Spielorten. Diesen und nichts anderem, ist das Renommee der TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE zu danken. Diese Aufführungen sind durch die jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Gemeinde, Vereinen und vor allem mit Euch Telferinnen und Telfern möglich gewesen, die ihr mitgespielt, mitgearbeitet oder zugeschaut habt, und uns mit Eurem Lob und Tadel begleitet und herausgefordert habt.
3. Die Tiroler Volksschauspiele sind aber auch ein gutes Geschäft für Telfs gewesen. Die geförderten ca. € 180.000 p.A. brachten Telfs einen Umsatz von ca. € 750.000. Rechnet man die s.g. Umweg-Rentabilität mit dem Mindestfaktor von 1:1, so ergibt sich ein Wirtschaftsvolumen von mindestens 1,5 Mio € pro Jahr durch die TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE.
4. Für das finanzielle Gebaren hafteten die Vereinsmitglieder der TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE mit ihrem Privatvermögen.

Seit 2020 zahlt die Rechnung einfach ihr - für die Verantwortlichen der Spiele ist das natürlich von Vorteil.

Es wird verbreitet, wir hätten ständiger Nachfinanzierung bedurft und hätten eine solche von der Gemeinde auch bekommen.
Richtig hingegen ist: Für außergewöhnliche Produktionen, Schlechtwetter bedingte Einnahmeausfälle etc. haben wir Vorschüsse erhalten. Diese wurden aber in den Folgejahren durch Abzug von der vereinbarten Subvention sämtlich zurückbezahlt.

Es gab eine einzige Ausnahme: Die Volksschauspiele waren in Absprache mit den Sozialversicherungsträgern berechtigt Werksverträge abzuschießen. Diese Regelung wurde geändert und wir mussten alle Mitarbeiter regulär anstellen, was für die Beschäftigten von Vorteil war, aber kaum finanzierbar. Wir haben auch diese Kröte geschluckt und die Spiele haben überlebt. Es stand aber eine erhebliche Nachzahlung ins Haus, der wir nicht mehr gewachsen gewesen wären. So haben die Subventionsgeber beschlossen, mit einer einmaligen Zuwendung die anstehenden Nachzahlungen mitzutragen.

Noch etwa sei erwähnt. Es wird behauptet wir hätten Schulden hinterlassen. Wir hatten ein über 20 Jahre alte Restschuld bei den Gemeindewerken, die entstanden war, weil wir einen teuren Spielort adaptiert hatten mit der Zusage wir könnten ihn zwei Spielzeiten nutzen. Dieser Spielort wurde aber im folgenden Frühjahr abgerissen und wir hatten die Kosten und keinen Spielort mehr. Nach einhelliger juristischer Meinung war die Schuld aber verjährt.



Was ist geschehen?

Im Herbst 2018 wurde dem Verein eine Umstrukturierung der Geschäftsform in Aussicht gestellt. Das alljährliche Ansuchen um Subvention bei Gemeinde, Land und Bund, sollte im Sinne größerer Planungssicherheit durch eine längerfristige Finanzplanung ersetzt werden. Gemeinde und Land wären bereit, so hieß es, die Finanzierung der Spiele auf solidere Füße zu stellen und man suche nach einer Geschäftsform, die den Verein aus der Haftungspflicht erlöse. Wir haben nicht darum gebeten, aber wir waren begeistert.
Wir wurden in einen Expertenausschuss geladen, der über die praktikabelste Geschäftsform befinden sollte. Diesen Ausschuss hat es aber nie gegeben. Warum nicht? - Ich weiß es bis heute nicht.

Wir haben die „Verkaufte Heimat“ in der bereits halb abgebrochenenTelfer Südtirolersiedlung ins Auge gefasst und man hat uns zusätzliche Mittel für dieses größte und vielleicht wichtigste Projekt in der Geschichte der TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE zugesagt. Im Gegenzug hat uns die Gemeinde aber – zum ersten Mal in der Geschichte der Spiele - die Löhne der Ferialarbeiter verrechnet. So war unversehens aus der
Zusatzfinanzierung ein Minus geworden. Vertrauensvolle Zusammenarbeit geht anders. Verzeihung!
Trotz der angespannten Finanzen, hat der gesamte Vorstand während der Endproben beschlossen, Schulden zu riskieren und hat in eine teure Microportanlage investiert, damit man auf der großen Freilichtbühne die Schauspieler verstehen konnte ohne dass dauernd gebrüllt werden musste. Die Investition hat sich gelohnt, der Riesenerfolg gab uns recht. Wir haben natürlich damit gerechnet, eventuell entstehende Schulden in kommenden Spielzeiten wieder abarbeiten zu können.

Nicht gerechnet haben wir allerdings – und auch nicht für möglich gehalten haben wir - dass
während wir fieberhaft an unserem bisher größten Projekt arbeiteten, der Bürgermeister den Namen des Vereins, nämlich TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE, ohne unser Wissen für die Gemeinde Telfs als Label sichern ließ.
Wie so etwas juristisch möglich ist, entzieht sich meinem Vorstellungsvermögen. Kann man sich denn den Namen von jemand anderem sichern lassen? Eine nach wie vor offene, aber mittlerweile obsolete, Frage.
Der Bürgermeister argumentierte im ORF so: Die Subventionen für die Spiele seien Investitionen in das Label TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE - IN TELFS und rechtfertigten somit den Anspruch auf die Verfügungsgewalt über das Label. Moment! – das Label „Tiroler Volksschauspiele“ gehört dem Verein, das Label „Telfs“ gehört der Marktgemeinde. Der Namen der Spiele bezeichnet eine Zusammenarbeit. Die Subventionen sind eine Investition, und wie die 38jährige Geschichte der Spiele zeigt, eine gute Investition, in die Gemeinde Telfs und ihr Image. Aber der Produzent der Ware Theaterproduktionen, war der Verein TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE. Es ist und bleibt Label-Piraterie.
Kurz und gut: Wir erfuhren davon 7 Tage nach Ende der Einspruchsfrist und kurz nach der Premiere, also als alle Ausgaben getätigt waren. Wir waren vor die vollendete Tatsache gestellt, dass unser Name jetzt der Gemeinde gehört und im Januar 2020 eine GmbH gleichen Namens gegründet wird - der Verein möge sich auflösen. Eine weitere Einbindung des Vereins in die neue GmbH stand nicht zur Debatte.
Das hieß für uns, dass wir auf möglicherweise entstehenden Schulden sitzen bleiben. Das endgültige finanzielle Ergebnis einer Spielzeit ist immer erst mit Rechnungsabschluss am Jahresende genau zu beziffern. Es war August.
Trotz dieser schockierenden Perspektive, haben wir - ich kann es mir heute nur als Schockreaktion erklären - die ORF-Aufzeichnung ermöglicht und nochmal Geld dafür ausgegeben. Wir haben, als Produzenten und Veranstalter, dafür keinen Cent bekommen – was den Gepflogenheiten in der Branche absolut widerspricht. Wir haben bauliche Einrichtungen für die Filmaufnahmen, Lichtadaptionen etc. sowie Rechteabgeltungen für die Darsteller ausbezahlt. Nebenbei: Die versprochene Finanzierung dieser Rechteabgeltung ist bis heute nicht abgeschlossen.

In dieser Lage hat uns der Bürgermeister mit der Aussicht - nicht Zusicherung - auf Übernahme eventueller Schulden die Anerkennung der GmbH abgenötigt. Damals wussten wir noch nicht, dass wir gar keine Schulden hatten. Die „Verkaufte Heimat“ war gottseidank ein Riesenerfolg. Ich will Euch nicht mit weiteren Details langweilen, für weitere Fragen stehe ich aber gern zur Verfügung.
Die Gemeindeverwaltung wollte eine detaillierte Gagenaufstellung. Das aber hätte gegen geltendes Datenschutzrecht verstoßen. Wir hätten uns strafbar gemacht.
Vielleicht hoffte man so unsere gerüchteweise horrenden Gagen auf den Tisch zu bekommen.
Vielleicht weiß man aber jetzt, nach dem finanziellen Desaster der TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE GmbH 2021 wie gut wir gewirtschaftet haben müssen. Ich hätte mich jedenfalls gefreut, wenn ich für meine Arbeit in Telfs als Schauspieler, Regisseur, Bearbeiter und Leiter ein einziges Mal nur die Hälfte der jetzt ausgeschriebenen Entlohnung des Intendanten bekommen hätte.

Auf eine wichtige Änderung in der Konstitution der Spiele möchte ich besonders hinweisen.
Die TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE, waren ein autonomes Künstlergremium, das 38 Jahre lang eigenwillige, oft außerordentliche Theateraufführungen in inhaltlicher, künstlerischer und auch finanzieller Eigenverantwortung produziert hat. Die neue GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Gemeinde, die sich weisungsgebundene künstlerische Leiter engagiert. Das ist nicht grundsätzlich verwerflich, aber es widerspricht grundsätzlich dem Geist der alten TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE. Warum die Gemeinde den Namen behalten wollte, wenn sie etwas anderes wollte als es die alten TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE waren - was übrigens ihr gutes Recht wäre – verstehe ich bis heute nicht? Ein renommiertes Label ausschlachten? Noch eine solche Spielzeit und das Label ist ausgeschlachtet!

Eine Bitte an die, die zu wissen glauben was „Hansl und Ruth“ zu dem allen gesagt hätten.
Fragt einfach mich. Ich habe seit 1978 mit Hans Brenner und Ruth Drexel zusammengearbeitet, davon 10 Jahre als Stellvertreter von Ruth als Obfrau der TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE. Ich weiß noch wie heute, was sie gesagt hat, als in der Fasnacht einmal die fetten Gagen, die sich die Künstler angeblich aus Telfs abholen würden, Thema waren. Sie wollte hinschmeißen Und sie hat gesagt, solche Gerüchte hätten Folgen – seine sie noch so aus der Luft gegriffen. Ich habe damals abgewiegelt und gemeint, die Stammtische bräuchten halt was zum Mosern. Ruth hat leider recht behalten. Und jetzt will die Gemeinde mit einer Ruth-Drexel-Straße kaschieren, dass die TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE aus Telfs vertrieben worden sind.
Ich würde mich das nicht trauen. Ich hätte Angst, sie schickt mir einen Blitz.

Jetzt habt ihr TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE als gemeindeeigene GmbH. Sie kosten Euch deutlich mehr, haben aber kaum die Hälfte der Zuschauer. Das heißt die Proplatz-Subvention hat sich ca. verdreifacht. Wenn es so weiter geht sind die die TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE bald Geschichte. Das tut mir in der Seele weh. Ich kann es aber nicht ändern.

Liebe Telferinnen und Telfer, so war das. Noch einmal danke für die schöne, lustige, wilde und trotzdem, oder gerade deshalb, fruchtbare Zeit in Telfs. 28 Sommer in Telfs liegen hinter mir. Zerstörtes Vertrauen ist nicht so leicht reparabel. Misstrauen wird zum ständigen Begleiter. So will ich nicht arbeiten – und für Dramen hinter den Kulissen zahlt niemand Eintritt.

Vielleicht interessiert es euch: Der Bgm. und der neue Intendant haben in der Öffentlichkeit immer wieder von einer Aussöhnung mit dem Verein gesprochen. Mit uns hat niemand gesprochen.

Bleibt mir gesund und lasst Euch nicht verrückt machen.

Markus Völlenklee
Obmann des Vereins Tiroler Volksschauspiele

10/02/2022

Liebe Telferinnen und Telfer,

Ich bin normalerweise kein Facebooker, will aber unsere Seite ein letztes Mal für uns nutzen: da das Desaster der „Tiroler Volksschauspiele 2021“ zum Wahlkampfthema geworden ist, möchte ich Euch kurz erzählen, wie es zur Vertreibung des Vereins TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE aus Telfs kam – es flattern bis heute Gerüchte und Halbwahrheiten herum, die im Sinne eines reinen Tisches geklärt gehören. Die Spiele waren chronisch unterfinanziert und es hätte wahrlich Bedarf gegeben die Geschäftsform der Spiele neu zu überdenken. Das Ergebnis der Neugründung ist bis dato allerdings sehr unbefriedigend. Ja, Herr Bürgermeister, wer zahlt schafft an. Aber wer anschafft ist auch für das Ergebnis verantwortlich – was „Verantwortung“ zur Zeit in der Politik auch immer heißen mag. Was wir getan haben wir verantwortet – und nicht nur ideell sondern auch finanziell.

Aber erst einmal danke für die 38 Jahre Gastfreundschaft, Begeisterung, Kritik und Mitmachen.

Die wirtschaftliche Grundsituation der Spiele in Telfs sah bis 2019 in groben Zügen so aus:

1. Der Verein TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE hat einen Theatersommer mit im Schnitt 60 Vorstellungen veranstaltet, die jedes Jahr zwischen 9.000 und 14.000 Menschen nach Telfs lockten.
2. Telfs ist durch die TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden, und zwar wegen der außergewöhnlichen Theaterevents an wechselnden Spielorten. Diesen und nichts anderem, ist das Renommee der TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE zu danken. Diese Aufführungen sind durch die jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Gemeinde, Vereinen und vor allem mit Euch Telferinnen und Telfern möglich gewesen, die ihr mitgespielt, mitgearbeitet oder zugeschaut habt, und uns mit Eurem Lob und Tadel begleitet und herausgefordert habt.
3. Die Tiroler Volksschauspiele sind aber auch ein gutes Geschäft für Telfs gewesen. Die geförderten ca. € 180.000 p.A. brachten Telfs einen Umsatz von ca. € 750.000. Rechnet man die s.g. Umweg-Rentabilität mit dem Mindestfaktor von 1:1, so ergibt sich ein Wirtschaftsvolumen von mindestens 1,5 Mio € pro Jahr durch die TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE.
4. Für das finanzielle Gebaren hafteten die Vereinsmitglieder der TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE mit ihrem Privatvermögen.

Seit 2020 zahlt die Rechnung einfach ihr - für die Verantwortlichen der Spiele ist das natürlich von Vorteil.

Es wird verbreitet, wir hätten ständiger Nachfinanzierung bedurft und hätten eine solche von der Gemeinde auch bekommen.
Richtig hingegen ist: Für außergewöhnliche Produktionen, Schlechtwetter bedingte Einnahmeausfälle etc. haben wir Vorschüsse erhalten. Diese wurden aber in den Folgejahren durch Abzug von der vereinbarten Subvention sämtlich zurückbezahlt.

Es gab eine einzige Ausnahme: Die Volksschauspiele waren in Absprache mit den Sozialversicherungsträgern berechtigt Werksverträge abzuschießen. Diese Regelung wurde geändert und wir mussten alle Mitarbeiter regulär anstellen, was für die Beschäftigten von Vorteil war, aber kaum finanzierbar. Wir haben auch diese Kröte geschluckt und die Spiele haben überlebt. Es stand aber eine erhebliche Nachzahlung ins Haus, der wir nicht mehr gewachsen gewesen wären. So haben die Subventionsgeber beschlossen, mit einer einmaligen Zuwendung die anstehenden Nachzahlungen mitzutragen.

Noch etwa sei erwähnt. Es wird behauptet wir hätten Schulden hinterlassen. Wir hatten ein über 20 Jahre alte Restschuld bei den Gemeindewerken, die entstanden war, weil wir einen teuren Spielort adaptiert hatten mit der Zusage wir könnten ihn zwei Spielzeiten nutzen. Dieser Spielort wurde aber im folgenden Frühjahr abgerissen und wir hatten die Kosten und keinen Spielort mehr. Nach einhelliger juristischer Meinung war die Schuld aber verjährt.



Was ist geschehen?

Im Herbst 2018 wurde dem Verein eine Umstrukturierung der Geschäftsform in Aussicht gestellt. Das alljährliche Ansuchen um Subvention bei Gemeinde, Land und Bund, sollte im Sinne größerer Planungssicherheit durch eine längerfristige Finanzplanung ersetzt werden. Gemeinde und Land wären bereit, so hieß es, die Finanzierung der Spiele auf solidere Füße zu stellen und man suche nach einer Geschäftsform, die den Verein aus der Haftungspflicht erlöse. Wir haben nicht darum gebeten, aber wir waren begeistert.
Wir wurden in einen Expertenausschuss geladen, der über die praktikabelste Geschäftsform befinden sollte. Diesen Ausschuss hat es aber nie gegeben. Warum nicht? - Ich weiß es bis heute nicht.

Wir haben die „Verkaufte Heimat“ in der bereits halb abgebrochenenTelfer Südtirolersiedlung ins Auge gefasst und man hat uns zusätzliche Mittel für dieses größte und vielleicht wichtigste Projekt in der Geschichte der TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE zugesagt. Im Gegenzug hat uns die Gemeinde aber – zum ersten Mal in der Geschichte der Spiele - die Löhne der Ferialarbeiter verrechnet. So war unversehens aus der
Zusatzfinanzierung ein Minus geworden. Vertrauensvolle Zusammenarbeit geht anders. Verzeihung!
Trotz der angespannten Finanzen, hat der gesamte Vorstand während der Endproben beschlossen, Schulden zu riskieren und hat in eine teure Microportanlage investiert, damit man auf der großen Freilichtbühne die Schauspieler verstehen konnte ohne dass dauernd gebrüllt werden musste. Die Investition hat sich gelohnt, der Riesenerfolg gab uns recht. Wir haben natürlich damit gerechnet, eventuell entstehende Schulden in kommenden Spielzeiten wieder abarbeiten zu können.

Nicht gerechnet haben wir allerdings – und auch nicht für möglich gehalten haben wir - dass
während wir fieberhaft an unserem bisher größten Projekt arbeiteten, der Bürgermeister den Namen des Vereins, nämlich TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE, ohne unser Wissen für die Gemeinde Telfs als Label sichern ließ.
Wie so etwas juristisch möglich ist, entzieht sich meinem Vorstellungsvermögen. Kann man sich denn den Namen von jemand anderem sichern lassen? Eine nach wie vor offene, aber mittlerweile obsolete, Frage.
Der Bürgermeister argumentierte im ORF so: Die Subventionen für die Spiele seien Investitionen in das Label TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE - IN TELFS und rechtfertigten somit den Anspruch auf die Verfügungsgewalt über das Label. Moment! – das Label „Tiroler Volksschauspiele“ gehört dem Verein, das Label „Telfs“ gehört der Marktgemeinde. Der Namen der Spiele bezeichnet eine Zusammenarbeit. Die Subventionen sind eine Investition, und wie die 38jährige Geschichte der Spiele zeigt, eine gute Investition, in die Gemeinde Telfs und ihr Image. Aber der Produzent der Ware Theaterproduktionen, war der Verein TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE. Es ist und bleibt Label-Piraterie.
Kurz und gut: Wir erfuhren davon 7 Tage nach Ende der Einspruchsfrist und kurz nach der Premiere, also als alle Ausgaben getätigt waren. Wir waren vor die vollendete Tatsache gestellt, dass unser Name jetzt der Gemeinde gehört und im Januar 2020 eine GmbH gleichen Namens gegründet wird - der Verein möge sich auflösen. Eine weitere Einbindung des Vereins in die neue GmbH stand nicht zur Debatte.
Das hieß für uns, dass wir auf möglicherweise entstehenden Schulden sitzen bleiben. Das endgültige finanzielle Ergebnis einer Spielzeit ist immer erst mit Rechnungsabschluss am Jahresende genau zu beziffern. Es war August.
Trotz dieser schockierenden Perspektive, haben wir - ich kann es mir heute nur als Schockreaktion erklären - die ORF-Aufzeichnung ermöglicht und nochmal Geld dafür ausgegeben. Wir haben, als Produzenten und Veranstalter, dafür keinen Cent bekommen – was den Gepflogenheiten in der Branche absolut widerspricht. Wir haben bauliche Einrichtungen für die Filmaufnahmen, Lichtadaptionen etc. sowie Rechteabgeltungen für die Darsteller ausbezahlt. Nebenbei: Die versprochene Finanzierung dieser Rechteabgeltung ist bis heute nicht abgeschlossen.

In dieser Lage hat uns der Bürgermeister mit der Aussicht - nicht Zusicherung - auf Übernahme eventueller Schulden die Anerkennung der GmbH abgenötigt. Damals wussten wir noch nicht, dass wir gar keine Schulden hatten. Die „Verkaufte Heimat“ war gottseidank ein Riesenerfolg. Ich will Euch nicht mit weiteren Details langweilen, für weitere Fragen stehe ich aber gern zur Verfügung.
Die Gemeindeverwaltung wollte eine detaillierte Gagenaufstellung. Das aber hätte gegen geltendes Datenschutzrecht verstoßen. Wir hätten uns strafbar gemacht.
Vielleicht hoffte man so unsere gerüchteweise horrenden Gagen auf den Tisch zu bekommen.
Vielleicht weiß man aber jetzt, nach dem finanziellen Desaster der TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE GmbH 2021 wie gut wir gewirtschaftet haben müssen. Ich hätte mich jedenfalls gefreut, wenn ich für meine Arbeit in Telfs als Schauspieler, Regisseur, Bearbeiter und Leiter ein einziges Mal nur die Hälfte der jetzt ausgeschriebenen Entlohnung des Intendanten bekommen hätte.

Auf eine wichtige Änderung in der Konstitution der Spiele möchte ich besonders hinweisen.
Die TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE, waren ein autonomes Künstlergremium, das 38 Jahre lang eigenwillige, oft außerordentliche Theateraufführungen in inhaltlicher, künstlerischer und auch finanzieller Eigenverantwortung produziert hat. Die neue GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Gemeinde, die sich weisungsgebundene künstlerische Leiter engagiert. Das ist nicht grundsätzlich verwerflich, aber es widerspricht grundsätzlich dem Geist der alten TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE. Warum die Gemeinde den Namen behalten wollte, wenn sie etwas anderes wollte als es die alten TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE waren - was übrigens ihr gutes Recht wäre – verstehe ich bis heute nicht? Ein renommiertes Label ausschlachten? Noch eine solche Spielzeit und das Label ist ausgeschlachtet!

Eine Bitte an die, die zu wissen glauben was „Hansl und Ruth“ zu dem allen gesagt hätten.
Fragt einfach mich. Ich habe seit 1978 mit Hans Brenner und Ruth Drexel zusammengearbeitet, davon 10 Jahre als Stellvertreter von Ruth als Obfrau der TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE. Ich weiß noch wie heute, was sie gesagt hat, als in der Fasnacht einmal die fetten Gagen, die sich die Künstler angeblich aus Telfs abholen würden, Thema waren. Sie wollte hinschmeißen Und sie hat gesagt, solche Gerüchte hätten Folgen – seine sie noch so aus der Luft gegriffen. Ich habe damals abgewiegelt und gemeint, die Stammtische bräuchten halt was zum Mosern. Ruth hat leider recht behalten. Und jetzt will die Gemeinde mit einer Ruth-Drexel-Straße kaschieren, dass die TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE aus Telfs vertrieben worden sind.
Ich würde mich das nicht trauen. Ich hätte Angst, sie schickt mir einen Blitz.

Jetzt habt ihr TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE als gemeindeeigene GmbH. Sie kosten Euch deutlich mehr, haben aber kaum die Hälfte der Zuschauer. Das heißt die Proplatz-Subvention hat sich ca. verdreifacht. Wenn es so weiter geht sind die die TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE bald Geschichte. Das tut mir in der Seele weh. Ich kann es aber nicht ändern.

Liebe Telferinnen und Telfer, so war das. Noch einmal danke für die schöne, lustige, wilde und trotzdem, oder gerade deshalb, fruchtbare Zeit in Telfs. 28 Sommer in Telfs liegen hinter mir. Zerstörtes Vertrauen ist nicht so leicht reparabel. Misstrauen wird zum ständigen Begleiter. So will ich nicht arbeiten – und für Dramen hinter den Kulissen zahlt niemand Eintritt.

Vielleicht interessiert es euch: Der Bgm. und der neue Intendant haben in der Öffentlichkeit immer wieder von einer Aussöhnung mit dem Verein gesprochen. Mit uns hat niemand gesprochen.

Bleibt mir gesund und lasst Euch nicht verrückt machen.

Markus Völlenklee
Obmann des Vereins Tiroler Volksschauspiele

10/02/2022

Brief von Markus Völlenklee an die Telferinnen und Telfer:

Liebe Telferinnen und Telfer,

Ich bin normalerweise kein Facebooker, will aber unsere Seite ein letztes Mal für uns nutzen: da das Desaster der „Tiroler Volksschauspiele 2021“ zum Wahlkampfthema geworden ist, möchte ich Euch kurz erzählen, wie es zur Vertreibung des Vereins TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE aus Telfs kam – es flattern bis heute Gerüchte und Halbwahrheiten herum, die im Sinne eines reinen Tisches geklärt gehören. Die Spiele waren chronisch unterfinanziert und es hätte wahrlich Bedarf gegeben die Geschäftsform der Spiele neu zu überdenken. Das Ergebnis der Neugründung ist bis dato allerdings sehr unbefriedigend. Ja, Herr Bürgermeister, wer zahlt schafft an. Aber wer anschafft ist auch für das Ergebnis verantwortlich – was „Verantwortung“ zur Zeit in der Politik auch immer heißen mag. Was wir getan haben wir verantwortet – und nicht nur ideell sondern auch finanziell.

Aber erst einmal danke für die 38 Jahre Gastfreundschaft, Begeisterung, Kritik und Mitmachen.

Die wirtschaftliche Grundsituation der Spiele in Telfs sah bis 2019 in groben Zügen so aus:

1. Der Verein TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE hat einen Theatersommer mit im Schnitt 60 Vorstellungen veranstaltet, die jedes Jahr zwischen 9.000 und 14.000 Menschen nach Telfs lockten.
2. Telfs ist durch die TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden, und zwar wegen der außergewöhnlichen Theaterevents an wechselnden Spielorten. Diesen und nichts anderem, ist das Renommee der TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE zu danken. Diese Aufführungen sind durch die jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Gemeinde, Vereinen und vor allem mit Euch Telferinnen und Telfern möglich gewesen, die ihr mitgespielt, mitgearbeitet oder zugeschaut habt, und uns mit Eurem Lob und Tadel begleitet und herausgefordert habt.
3. Die Tiroler Volksschauspiele sind aber auch ein gutes Geschäft für Telfs gewesen. Die geförderten ca. € 180.000 p.A. brachten Telfs einen Umsatz von ca. € 750.000. Rechnet man die s.g. Umweg-Rentabilität mit dem Mindestfaktor von 1:1, so ergibt sich ein Wirtschaftsvolumen von mindestens 1,5 Mio € pro Jahr durch die TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE.
4. Für das finanzielle Gebaren hafteten die Vereinsmitglieder der TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE mit ihrem Privatvermögen.

Seit 2020 zahlt die Rechnung einfach ihr - für die Verantwortlichen der Spiele ist das natürlich von Vorteil.

Es wird verbreitet, wir hätten ständiger Nachfinanzierung bedurft und hätten eine solche von der Gemeinde auch bekommen.
Richtig hingegen ist: Für außergewöhnliche Produktionen, Schlechtwetter bedingte Einnahmeausfälle etc. haben wir Vorschüsse erhalten. Diese wurden aber in den Folgejahren durch Abzug von der vereinbarten Subvention sämtlich zurückbezahlt.

Es gab eine einzige Ausnahme: Die Volksschauspiele waren in Absprache mit den Sozialversicherungsträgern berechtigt Werksverträge abzuschießen. Diese Regelung wurde geändert und wir mussten alle Mitarbeiter regulär anstellen, was für die Beschäftigten von Vorteil war, aber kaum finanzierbar. Wir haben auch diese Kröte geschluckt und die Spiele haben überlebt. Es stand aber eine erhebliche Nachzahlung ins Haus, der wir nicht mehr gewachsen gewesen wären. So haben die Subventionsgeber beschlossen, mit einer einmaligen Zuwendung die anstehenden Nachzahlungen mitzutragen.

Noch etwa sei erwähnt. Es wird behauptet wir hätten Schulden hinterlassen. Wir hatten ein über 20 Jahre alte Restschuld bei den Gemeindewerken, die entstanden war, weil wir einen teuren Spielort adaptiert hatten mit der Zusage wir könnten ihn zwei Spielzeiten nutzen. Dieser Spielort wurde aber im folgenden Frühjahr abgerissen und wir hatten die Kosten und keinen Spielort mehr. Nach einhelliger juristischer Meinung war die Schuld aber verjährt.



Was ist geschehen?

Im Herbst 2018 wurde dem Verein eine Umstrukturierung der Geschäftsform in Aussicht gestellt. Das alljährliche Ansuchen um Subvention bei Gemeinde, Land und Bund, sollte im Sinne größerer Planungssicherheit durch eine längerfristige Finanzplanung ersetzt werden. Gemeinde und Land wären bereit, so hieß es, die Finanzierung der Spiele auf solidere Füße zu stellen und man suche nach einer Geschäftsform, die den Verein aus der Haftungspflicht erlöse. Wir haben nicht darum gebeten, aber wir waren begeistert.
Wir wurden in einen Expertenausschuss geladen, der über die praktikabelste Geschäftsform befinden sollte. Diesen Ausschuss hat es aber nie gegeben. Warum nicht? - Ich weiß es bis heute nicht.

Wir haben die „Verkaufte Heimat“ in der bereits halb abgebrochenenTelfer Südtirolersiedlung ins Auge gefasst und man hat uns zusätzliche Mittel für dieses größte und vielleicht wichtigste Projekt in der Geschichte der TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE zugesagt. Im Gegenzug hat uns die Gemeinde aber – zum ersten Mal in der Geschichte der Spiele - die Löhne der Ferialarbeiter verrechnet. So war unversehens aus der
Zusatzfinanzierung ein Minus geworden. Vertrauensvolle Zusammenarbeit geht anders. Verzeihung!
Trotz der angespannten Finanzen, hat der gesamte Vorstand während der Endproben beschlossen, Schulden zu riskieren und hat in eine teure Microportanlage investiert, damit man auf der großen Freilichtbühne die Schauspieler verstehen konnte ohne dass dauernd gebrüllt werden musste. Die Investition hat sich gelohnt, der Riesenerfolg gab uns recht. Wir haben natürlich damit gerechnet, eventuell entstehende Schulden in kommenden Spielzeiten wieder abarbeiten zu können.

Nicht gerechnet haben wir allerdings – und auch nicht für möglich gehalten haben wir - dass
während wir fieberhaft an unserem bisher größten Projekt arbeiteten, der Bürgermeister den Namen des Vereins, nämlich TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE, ohne unser Wissen für die Gemeinde Telfs als Label sichern ließ.
Wie so etwas juristisch möglich ist, entzieht sich meinem Vorstellungsvermögen. Kann man sich denn den Namen von jemand anderem sichern lassen? Eine nach wie vor offene, aber mittlerweile obsolete, Frage.
Der Bürgermeister argumentierte im ORF so: Die Subventionen für die Spiele seien Investitionen in das Label TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE - IN TELFS und rechtfertigten somit den Anspruch auf die Verfügungsgewalt über das Label. Moment! – das Label „Tiroler Volksschauspiele“ gehört dem Verein, das Label „Telfs“ gehört der Marktgemeinde. Der Namen der Spiele bezeichnet eine Zusammenarbeit. Die Subventionen sind eine Investition, und wie die 38jährige Geschichte der Spiele zeigt, eine gute Investition, in die Gemeinde Telfs und ihr Image. Aber der Produzent der Ware Theaterproduktionen, war der Verein TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE. Es ist und bleibt Label-Piraterie.
Kurz und gut: Wir erfuhren davon 7 Tage nach Ende der Einspruchsfrist und kurz nach der Premiere, also als alle Ausgaben getätigt waren. Wir waren vor die vollendete Tatsache gestellt, dass unser Name jetzt der Gemeinde gehört und im Januar 2020 eine GmbH gleichen Namens gegründet wird - der Verein möge sich auflösen. Eine weitere Einbindung des Vereins in die neue GmbH stand nicht zur Debatte.
Das hieß für uns, dass wir auf möglicherweise entstehenden Schulden sitzen bleiben. Das endgültige finanzielle Ergebnis einer Spielzeit ist immer erst mit Rechnungsabschluss am Jahresende genau zu beziffern. Es war August.
Trotz dieser schockierenden Perspektive, haben wir - ich kann es mir heute nur als Schockreaktion erklären - die ORF-Aufzeichnung ermöglicht und nochmal Geld dafür ausgegeben. Wir haben, als Produzenten und Veranstalter, dafür keinen Cent bekommen – was den Gepflogenheiten in der Branche absolut widerspricht. Wir haben bauliche Einrichtungen für die Filmaufnahmen, Lichtadaptionen etc. sowie Rechteabgeltungen für die Darsteller ausbezahlt. Nebenbei: Die versprochene Finanzierung dieser Rechteabgeltung ist bis heute nicht abgeschlossen.

In dieser Lage hat uns der Bürgermeister mit der Aussicht - nicht Zusicherung - auf Übernahme eventueller Schulden die Anerkennung der GmbH abgenötigt. Damals wussten wir noch nicht, dass wir gar keine Schulden hatten. Die „Verkaufte Heimat“ war gottseidank ein Riesenerfolg. Ich will Euch nicht mit weiteren Details langweilen, für weitere Fragen stehe ich aber gern zur Verfügung.
Die Gemeindeverwaltung wollte eine detaillierte Gagenaufstellung. Das aber hätte gegen geltendes Datenschutzrecht verstoßen. Wir hätten uns strafbar gemacht.
Vielleicht hoffte man so unsere gerüchteweise horrenden Gagen auf den Tisch zu bekommen.
Vielleicht weiß man aber jetzt, nach dem finanziellen Desaster der TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE GmbH 2021 wie gut wir gewirtschaftet haben müssen. Ich hätte mich jedenfalls gefreut, wenn ich für meine Arbeit in Telfs als Schauspieler, Regisseur, Bearbeiter und Leiter ein einziges Mal nur die Hälfte der jetzt ausgeschriebenen Entlohnung des Intendanten bekommen hätte.

Auf eine wichtige Änderung in der Konstitution der Spiele möchte ich besonders hinweisen.
Die TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE, waren ein autonomes Künstlergremium, das 38 Jahre lang eigenwillige, oft außerordentliche Theateraufführungen in inhaltlicher, künstlerischer und auch finanzieller Eigenverantwortung produziert hat. Die neue GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Gemeinde, die sich weisungsgebundene künstlerische Leiter engagiert. Das ist nicht grundsätzlich verwerflich, aber es widerspricht grundsätzlich dem Geist der alten TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE. Warum die Gemeinde den Namen behalten wollte, wenn sie etwas anderes wollte als es die alten TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE waren - was übrigens ihr gutes Recht wäre – verstehe ich bis heute nicht? Ein renommiertes Label ausschlachten? Noch eine solche Spielzeit und das Label ist ausgeschlachtet!

Eine Bitte an die, die zu wissen glauben was „Hansl und Ruth“ zu dem allen gesagt hätten.
Fragt einfach mich. Ich habe seit 1978 mit Hans Brenner und Ruth Drexel zusammengearbeitet, davon 10 Jahre als Stellvertreter von Ruth als Obfrau der TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE. Ich weiß noch wie heute, was sie gesagt hat, als in der Fasnacht einmal die fetten Gagen, die sich die Künstler angeblich aus Telfs abholen würden, Thema waren. Sie wollte hinschmeißen Und sie hat gesagt, solche Gerüchte hätten Folgen – seine sie noch so aus der Luft gegriffen. Ich habe damals abgewiegelt und gemeint, die Stammtische bräuchten halt was zum Mosern. Ruth hat leider recht behalten. Und jetzt will die Gemeinde mit einer Ruth-Drexel-Straße kaschieren, dass die TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE aus Telfs vertrieben worden sind.
Ich würde mich das nicht trauen. Ich hätte Angst, sie schickt mir einen Blitz.

Jetzt habt ihr TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE als gemeindeeigene GmbH. Sie kosten Euch deutlich mehr, haben aber kaum die Hälfte der Zuschauer. Das heißt die Proplatz-Subvention hat sich ca. verdreifacht. Wenn es so weiter geht sind die die TIROLER VOLKSSCHAUSPIELE bald Geschichte. Das tut mir in der Seele weh. Ich kann es aber nicht ändern.

Liebe Telferinnen und Telfer, so war das. Noch einmal danke für die schöne, lustige, wilde und trotzdem, oder gerade deshalb, fruchtbare Zeit in Telfs. 28 Sommer in Telfs liegen hinter mir. Zerstörtes Vertrauen ist nicht so leicht reparabel. Misstrauen wird zum ständigen Begleiter. So will ich nicht arbeiten – und für Dramen hinter den Kulissen zahlt niemand Eintritt.

Vielleicht interessiert es euch: Der Bgm. und der neue Intendant haben in der Öffentlichkeit immer wieder von einer Aussöhnung mit dem Verein gesprochen. Mit uns hat niemand gesprochen.

Bleibt mir gesund und lasst Euch nicht verrückt machen.

Markus Völlenklee
Obmann des Vereins Tiroler Volksschauspiele

Adresse

Untermarktstraße 5+7
Telfs
6410

Telefon

+43526262013

Webseite

http://www.volksschauspiele.at/index.php?article_id=3

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