Reptilienzoo Nockalm

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Reptilienzoo Nockalm Sehr spezieller Zoo - mit Schwerpunkt Giftschlangen . vermutlich der giftigste Ort Österreichs.

Wer einmal gefahrlos der giftigsten Schlange der Welt in's Auge blicken, aus nächster Nähe das bedrohliche Rasseln einer Klapperschlange oder das Fauchen einer Kobra hören will, ist hier richtig. Erleben Sie diese faszinierenden Tiere in naturnah eingerichteten Terrarien und lernen Sie Wissenswertes über ihr Verhalten. Eine der artenreichsten Giftschlangen-Ausstellungen weltweit, wo diese faszinierenden Tiere nicht nur einem staunenden Publikum präsentiert, sondern auch zum Zweck der Arterhaltung in Gefangenschaft gezüchtet werden.

Trauriges Ereignis gestern – wir sind entsetzt.Wir sind ja bezüglich Besucherverhalten und Missachtung von Regeln einige...
23/10/2026

Trauriges Ereignis gestern – wir sind entsetzt.
Wir sind ja bezüglich Besucherverhalten und Missachtung von Regeln einiges gewohnt.
Was gestern passiert ist, ist nun wohl nicht mehr zu toppen.
Am Vormittag haben wir eine kleinere Besuchergruppe – einige Erwachsene und 2 minderjährige Kinder – empfangen.
Nachdem die Kinder schon kurz nach der Kasse sehr verhaltensauffällig waren, haben wir etwas genauer hingeschaut, und unser Angestellter fand die Kinder im Gebäudeinnern vor dem Terrarium unserer Weisslippenkobras. Weil unsere Regeln extremst missachtet wurden – heftiges Schlagen auf die Terrarienscheiben mit den Fäusten (!) - wurde eine Ermahnung ausgesprochen, die leider ohne Erfolg blieb.
Nächste Aktion: zum nächsten Terrarium mit rauhschuppigen Lanzenottern und Fortsetzung der massiven Klopferei.
Unser Angestellter war hernach mit Kassendienst beschäftigt und stellte später entsetzt fest, dass das Weibchen der Lanzenottern das Männchen am Kopf gepackt und bereits mit Verschlingen begonnen hatte.
Die betreffenden Besucher verließen den Zoo sehr schnell, und wir durften hernach die Lanzenottern trennen. Für das Männchen kam jede Hilfe zu spät.
Ich konnte die Besucher draußen beim Weggehen noch erwischen und mit ihrem Verhalten konfrontieren. Sie waren sich keiner Schuld bewusst und erklärten geglaubt zu haben, dass es sich um eine normale Fütterung handelt (!).
Doch noch nicht genug. Weil unser Angestellter mir mitteilte, dass die Klopferei beim Terrarium der Weisslippenkobras begonnen hat, wurde dort kontrolliert und festgestellt, dass die Tiere ineinander verbissen waren. Nun folgte auch hier das Trennen und Separieren der Tiere. Ob das sehr angeschlagene Weibchen überlebt, ist zur Zeit noch unklar.
Liebe Besucher! Wenn ihr die Tiere dermaßen reizt und erschreckt, können sie irgendwann richtig ausrasten und beißen auf alles, was sich in ihrer Nähe bewegt!
Dafür haben wir Regeln, die einzuhalten und nicht diskutierbar sind.
Die meisten Besucher halten sich daran, ein kleiner Teil jedoch ignoriert sie und richtet immer wieder auch teilweise mutwillige Sachbeschädigungen an.
Nun haben wir wegen menschlicher Dummheit und Unvermögen, Kinder zu beaufsichtigen, ein Tier verloren, und es reicht jetzt!
In Zukunft gilt für extremes und fortgesetztes Belästigen unserer Tiere durch Klopfen oder ähnliche Aktionen NULL TOLERANZ!
Stellen wir sowas fest, gibt’s EINE freundliche Ermahnung, und im Wiederholensfall eine Wegweisung aus dem Zoo!
Das Bild zeigt das tote Männchen der Lanzenottern - gestorben wegen menschlicher Dummheit.

Mit der Schwarzen Arizona-Klapperschlange (Crotalus cerberus) wollen wir Euch in unserem Klapperschlangen-Oktober nun di...
19/10/2026

Mit der Schwarzen Arizona-Klapperschlange (Crotalus cerberus) wollen wir Euch in unserem Klapperschlangen-Oktober nun die dritte (oder vierte, je nachdem wie Ihr zählen wollt) Art der Gattung Crotalus vorstellen.

Sie gehört zu den Klapperschlangen Nordamerikas mit einer sehr besonderen Färbung, welche bei vielen erwachsenen Tieren häufig sehr dunkel, ja beinahe schwarz ist und der sie Ihren einen Teil ihres Namens verdankt. Allerdings sind nicht alle Exemplare schwarz: Je nach Herkunft und Alter reicht die Färbung von Grau und Braun bis zu dunklem Oliv oder Schwarz. Häufig sind auf dem Rücken dunklere Querbänder erkennbar, die bei sehr dunklen Tieren kaum noch auffallen. Ausgewachsene Schlangen erreichen meist eine Gesamtlänge von etwa 70 bis 100 cm, größere Exemplare können auch länger werden.

Die Arizona-Klapperschlange durchläuft einen morphologischen Farbwechsel, also eine allmähliche Veränderung von Farbe und Zeichnung aufgrund von Veränderungen in Anzahl oder Qualität der Chromatophoren. Adulte Tiere weisen eine weniger ausgeprägte Farbzeichnung auf als Jungtiere. Das wird auch ontogenetischer Farbwechsel genannt.

Einige adulte Tiere können ihre Farbe sogar relativ schnell ändern. Man nennt das „Physiologischer Farbwechsel“ und meint damit eine rasche Veränderung aufgrund der Bewegung von Organellen innerhalb der Chromatophoren. Das ist eine Fähigkeit, die sie nicht nur mit Chamäleons und anderen Echsen, sondern auch mit anderen Schlangenarten wie einigen Arten der Gattung Tropidophis teilen. Der Mechanismus für ihren physiologischen Farbwechsel ist wahrscheinlich derselbe wie bei der nahe verwandten Prärie-Klapperschlange (Melaninbewegung innerhalb ihrer dermalen Melanophoren), jedoch sind weitere Untersuchungen erforderlich, um die Auslöser dieses Phänomens bei dieser Klapperschlange zu bestimmen.

Die Art kommt ausschließlich im Südwesten der USA vor, vor allem in Arizona – daher der zweite Teil ihres Trivialnamens – und in angrenzenden Gebieten des westlichen New Mexico. Ihr Verbreitungsgebiet liegt überwiegend in den Gebirgsregionen Arizonas, wo sie felsige Hänge, Schluchten und lichte Nadelwälder bewohnt. Besonders häufig findet man sie in Höhenlagen, in denen Eichenwälder, Kiefern und Wacholder die Landschaft prägen. Damit unterscheidet sie sich von vielen anderen Klapperschlangen, die vor allem mit heißen, offenen Wüstenlandschaften in Verbindung gebracht werden. Crotalus cerberus ist an kühlere Bedingungen angepasst und kann in Gebieten vorkommen, in denen es im Winter sogar schneit.

Bei der Nahrung zeigt sich die Schwarze Arizona-Klapperschlange als vielseitige Jägerin. Sie erbeutet vor allem Mäuse, Ratten und andere kleine Säugetiere, nimmt aber auch Erdhörnchen, Eidechsen und gelegentlich Vögel oder sogar Amphibien. Wie andere Grubenottern besitzt sie zwischen Auge und Nasenloch jeweils ein wärmeempfindliches Grubenorgan. Damit kann sie die Infrarotstrahlung warmblütiger Beutetiere wahrnehmen und deren Position auch bei schlechten Lichtverhältnissen erstaunlich präzise bestimmen. Zusätzlich nutzt sie ihren ausgeprägten Geruchssinn und ihre gespaltene Zunge, um chemische Spuren aufzunehmen und zu verfolgen. Bei der Jagd wartet sie häufig gut getarnt, bis sich ein Beutetier nähert, und schlägt dann blitzschnell zu.

Ihr Gift ist ein wirksames Gemisch verschiedener Proteine und Enzyme, das die Beute lähmt beziehungsweise tötet und zugleich die Verdauung vorbereitet. Für Menschen kann ein Biss erhebliche Folgen haben, darunter starke Schmerzen, Schwellungen, Gewebeschäden und Störungen der Blutgerinnung. Die Giftwirkung kann individuell variieren. Auch wenn die Schwarze Arizona-Klapperschlange meist nicht aggressiv ist und Begegnungen mit Menschen eher vermeidet, darf sie keinesfalls unterschätzt werden. Bei einem Biss ist unverzüglich medizinische Hilfe erforderlich.

Zu ihren natürlichen Feinden gehören Greifvögel, größere räuberische Säugetiere und andere Schlangen. Jungtiere sind besonders gefährdet, da sie von einer größeren Zahl potenzieller Fressfeinde überwältigt werden können. Erwachsene Tiere profitieren von ihrer Tarnung und den zahlreichen Versteckmöglichkeiten in ihrem felsigen Lebensraum. Bei Bedrohung versucht die Schlange häufig zunächst, sich zurückzuziehen. Fühlt sie sich in die Enge getrieben, kann sie mit ihrer Schwanzrassel warnen. Anders als manche Bewohner heißer Wüsten ist sie an kühlere Gebirgsbedingungen angepasst und überwintert in geschützten Felsspalten, teilweise auch gemeinsam mit Artgenossen.

Auch ihr wissenschaftlicher Name ist bemerkenswert: Zwar stammt Crotalus, wie schon bei allen anderen Klapperschlangen beschrieben, vom griechischen Wort krotalon ab, welches „Rassel“ oder „Klapper“ bedeutet.

Aber das Artepitheton cerberus verweist hingegen auf Kerberos, den dreiköpfigen Höllenhund aus der griechischen Mythologie, der den Eingang zur Unterwelt bewachte. Vermutlich sollte dieser Name das düstere Erscheinungsbild der häufig nahezu schwarzen Schlange unterstreichen.

Ursprünglich war Crotalus cerberus bereits 1875 als Variante von "Crotalus lucifer“, einem Synonym von Crotalus oreganus (der Pazifik-Klapperschlange), beschrieben worden und trug damit sogar den Namen des Teufels persönlich.

Früher wurde sie als Unterart der Prärie-Klapperschlange (Crotalus viridis) beziehungsweise der heute ebenfalls eigenständigen Art Crotalus oreganus geführt. Heute wird sie überwiegend als eigenständige Art anerkannt. Genetische Untersuchungen zeigen allerdings, dass sich innerhalb der Art mehrere unterschiedliche Abstammungslinien unterscheiden lassen.

18/10/2026

Endlich - Geburt von Vipera ammodytes

Es hat zwar außer dem Chef persönlich niemand gemerkt, aber ich habe Euch am Montag leider eine Schlange untergejubelt, ...
16/10/2026

Es hat zwar außer dem Chef persönlich niemand gemerkt, aber ich habe Euch am Montag leider eine Schlange untergejubelt, die ich bereits vor ca. 2 Monaten als Montagsschlange vorgestellt habe 🙈

Peinlich, wenn man nicht in sein eigenes Register schaut und sich stattdessen der Illusion hingibt, das man das ja alles eh im Gedächtnis hat.

Aber natürlich habt Ihr einen Anspruch auf eine neue Art und somit gibt es diese Woche mit der Südlichen Gefleckten Klapperschlange (Crotalus pyrrhus) eben auch noch eine Freitagsschlange:

Bei Crotalus pyrrhus handelt es sich um eine weitere faszinierende Klapperschlangenart, die perfekt an das Leben in den trockenen, felsigen Landschaften des Südwestens Nordamerikas angepasst ist.

Besonders auffällig ist ihre variable Färbung, die von Grau und Beige über Braun bis hin zu rötlichen und rosafarbenen Tönen reichen kann. Auf dem Rücken befinden sich dunkle, häufig unregelmäßig geformte Flecken, die von helleren Schuppen umgeben sind. Diese Zeichnung macht die Schlange zwischen verwittertem Gestein, Geröll und Wüstenboden nahezu unsichtbar. Ausgewachsene Tiere erreichen meist eine Gesamtlänge von etwa 60 bis 100 cm, größere Exemplare können jedoch auch deutlich länger werden. Wie bei vielen Klapperschlangen sind die Weibchen häufig etwas größer und kräftiger gebaut als die Männchen.

Das Verbreitungsgebiet der Südlichen Gefleckten Klapperschlange liegt im Südwesten der USA und reicht bis in den Nordwesten Mexikos (Nordwest-Sonora und der Norden der Baja California). Sie kommt insbesondere in Süd-Kalifornien und angrenzenden Wüsten- und Gebirgsregionen (Südliches Utah und Nevada sowie westliches Arizona) vor. Ihr Lebensraum umfasst trockene Wüsten, felsige Berghänge, Schluchten und steinige Hochflächen. Anders als manche Arten, die vor allem offene Sandwüsten bevorzugen, findet man sie besonders häufig in felsigem Gelände mit zahlreichen Spalten und Hohlräumen. Diese bieten Schutz vor extremen Temperaturen und dienen als Rückzugsorte. Die Tiere können in unterschiedlichen Höhenlagen leben und müssen sich sowohl mit großer Tagesh*tze als auch mit teils erheblich kühleren Nächten arrangieren. Ihre Aktivität richtet sich deshalb stark nach Jahreszeit und Witterung. Während sie bei großer Hitze häufig in geschützten Verstecken bleibt, kann sie in den kühleren Abend- und Nachtstunden auf Nahrungssuche gehen.

Bei der Nahrung ist die Südliche Gefleckte Klapperschlange nicht besonders wählerisch. Sie erbeutet vor allem kleine Säugetiere wie Mäuse und andere Nagetiere, frisst aber auch Eidechsen und gelegentlich kleine Vögel. Jungtiere ernähren sich häufig von kleineren wechselwarmen Beutetieren, während erwachsene Schlangen zunehmend Säugetiere erbeuten. Bei der Jagd setzt sie auf die Strategie eines Lauerjägers: Sie verharrt gut getarnt und wartet, bis sich ein Beutetier in Reichweite befindet. Dann schlägt sie blitzschnell mit ihren beweglichen Giftzähnen zu. Häufig lässt sie die gebissene Beute anschließend wieder los und verfolgt deren Duftspur mit ihrer gespaltenen Zunge, bis sie das verendete Tier gefunden hat.

Ihr Gift dient sowohl dazu, Beutetiere schnell zu überwältigen, als auch dazu, deren Gewebe für die Verdauung vorzubereiten. Wie bei anderen Klapperschlangen handelt es sich um ein komplexes Gemisch verschiedener biologisch wirksamer Proteine und Enzyme. Die Wirkung kann Gewebeschäden, Schwellungen, Schmerzen und Störungen der Blutgerinnung umfassen. Die genaue Zusammensetzung und Stärke kann je nach Individuum und Herkunft variieren. Obwohl diese Art nicht zu den größten Klapperschlangen gehört, ist sie keineswegs harmlos: Ein Biss kann zu schweren Vergiftungen führen und erfordert sofortige medizinische Versorgung. Die Schlange sollte deshalb niemals unterschätzt werden.

Auch die Südliche Gefleckte Klapperschlange hat natürlich Feinde. Dazu gehören Greifvögel, größere räuberische Säugetiere und andere Schlangen. Gerade in ihrem felsigen Lebensraum ist ihre Tarnung ein entscheidender Überlebensvorteil. Bei Gefahr versucht sie häufig, sich unauffällig zurückzuziehen oder in einer Felsspalte zu verschwinden. Fühlt sie sich bedrängt, kann sie mit ihrer Schwanzrassel warnen. Dieses Geräusch ist ein deutliches Signal, Abstand zu halten. Die Rassel entsteht aus ineinandergreifenden Hornsegmenten an der Schwanzspitze, die beim schnellen Vibrieren gegeneinander schlagen. Mit jeder Häutung kann ein weiteres Segment hinzukommen, wobei sich aus der Zahl der Segmente nicht zuverlässig das Alter der Schlange bestimmen lässt. Lediglich die Zahl der Häutungen, welche die Schlange auf jeden Fall hinter sich hat, lässt sich daraus ableiten. Allerdings können auch Segmente oder sogar die ganze Rassel abbrechen, wodurch sich eben nicht auf das Alter oder die Gesamtzahl der Häutungen Zurückschließen lässt.

Interessant ist auch die Herkunft ihres wissenschaftlichen Namens. Crotalus geht auf das griechische Wort krotalon zurück, das so viel wie „Rassel“ oder „Klapper“ bedeutet und auf das charakteristische Warninstrument der Klapperschlangen verweist. Das Artepitheton pyrrhus stammt ebenfalls aus dem Griechischen und bedeutet „feuerfarben“ beziehungsweise „rötlich“. Es bezieht sich auf die rötlichen Farbtöne, die bei manchen Exemplaren zu beobachten sind.

Der gebräuchlichste englische Name lautet Southwestern Speckled Rattlesnake, was übersetzt ebenfalls „Südwestliche Gesprenkelte Klapperschlange“ bedeutet.

In der älteren Literatur wurde die Art häufig als Crotalus mitchellii pyrrhus geführt. Heute wird sie als eigenständige Art anerkannt.

Die Südliche Gefleckte Klapperschlange zeigt eindrucksvoll, wie gut sich Schlangen an extreme Lebensräume anpassen können. Ihre variable Färbung, ihre Fähigkeit, lange bewegungslos auf Beute zu warten, und ihre ausgeprägten Sinnesleistungen machen sie zu einer hoch spezialisierten Jägerin der nordamerikanischen Wüsten- und Gebirgslandschaften. Gerade in den scheinbar lebensfeindlichen Felsregionen ist sie ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems, denn als Räuber trägt sie dazu bei, die Bestände kleiner Säugetiere und anderer Beutetiere zu regulieren.

Wie versprochen kommen hier noch ein weiteres Bild zur Montagsschlange von dieser Woche. Dieses Mal eine Draufsicht von ...
14/10/2026

Wie versprochen kommen hier noch ein weiteres Bild zur Montagsschlange von dieser Woche. Dieses Mal eine Draufsicht von Crotalus lepidus klauberi (anderes Exemplar als am Montag).

Mehr über die Gebänderte Felsenklapperschlange könnt Ihr erfahren, wenn Ihr ein Bild zurück klickt...oder auf diesen Link:

https://www.facebook.com/photo?fbid=1736922951772011&set=a.475565047907814

Es geht weiter mit unserem „Crotober“ und wir möchten Euch an diesem Montag die Gebänderte Felsenklapperschlange (Crotal...
12/10/2026

Es geht weiter mit unserem „Crotober“ und wir möchten Euch an diesem Montag die Gebänderte Felsenklapperschlange (Crotalus lepidus klauberi) näher vorstellen. Sie ist ein weiterer Neuzugang in unserer Klapperschlangensammlung und gehört zu den eher kleineren Klapperschlangen Nordamerikas, wo sie vor allem die felsigen Gebirgslandschaften des Südwestens der USA bewohnt.

Ausgewachsene Tiere erreichen meist etwa 50 bis 60 cm Gesamtlänge, größere Exemplare können auch darüber liegen. Ihre Färbung ist ausgesprochen variabel: Neben hellgrauen und silbrigen Tieren gibt es Exemplare mit dunklen, deutlich abgesetzten Querbändern. Je nach Herkunft können auch grünliche oder violette Farbtöne auftreten. Diese Zeichnung bietet zwischen Felsen und Geröll eine hervorragende Tarnung.

Ihr Verbreitungsgebiet liegt im Südwesten der USA, insbesondere in Arizona, New Mexico und Texas, sowie in angrenzenden Regionen Mexikos. Dort bewohnt sie vor allem felsige Gebirge, steinige Hänge, Schluchten und Geröllfelder. Sie kommt auch in lichten Nadelwäldern und trockenen Graslandschaften vor, häufig in Höhenlagen zwischen etwa 1.200 und 2.500 Metern. Felsspalten dienen ihr als Verstecke und Schutz vor extremen Temperaturen. Obwohl sie sich meist unauffällig verhält, kann man sie bei geeigneter Witterung beim Sonnenbaden oder auf der Suche nach Beute beobachten.

Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Eidechsen, insbesondere Stachelleguane der Gattung Sceloporus. Auch Hundertfüßer, kleine Säugetiere und gelegentlich Vögel oder andere Schlangen werden erbeutet. Die Gebänderte Felsenklapperschlange ist ein Lauerjäger: Gut getarnt wartet sie auf ein geeignetes Beutetier, um blitzschnell zuzuschlagen. Bei der Jagd auf Eidechsen kann sie sogar ihre Schwanzspitze so bewegen, dass sie einen Wurm imitiert und damit Beutetiere neugierig machen – eine besondere Form des sogenannten „Caudal Luring“.

Wie alle Klapperschlangen besitzt auch diese Unterart ein Gift, das ihre Beute schnell überwältigen soll. Seine Zusammensetzung unterscheidet sich allerdings zwischen den Populationen. Es enthält unter anderem Bestandteile, die Blutgefäße und Gewebe schädigen können; bei manchen Populationen wurden zusätzlich neurotoxische Komponenten nachgewiesen. Trotz ihrer geringen Größe darf sie keinesfalls unterschätzt werden: Ein Biss kann für Menschen gefährlich sein und erfordert umgehend medizinische Behandlung.

Zu ihren natürlichen Feinden zählen Greifvögel, größere Schlangen und verschiedene räuberische Säugetiere. Ihr wichtigster Schutz besteht darin, dank ihrer Tarnfärbung kaum aufzufallen und sich bei Gefahr in enge Felsspalten zurückzuziehen. Auch ihre geringe Körpergröße und die Vorliebe für unwegsames Gelände erschweren es vielen Fressfeinden, sie zu entdecken und zu erbeuten.

Der wissenschaftliche Gattungsname Crotalus stammt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß „Rassel“ oder „Klapper“, eine Anspielung auf das charakteristische Schwanzrasseln. Das Artepitheton lepidus geht auf das Lateinische zurück und bedeutet unter anderem „anmutig“ oder „hübsch“, was auf diese Schlange ja durchaus zutrifft.

Der Unterartname klauberi ehrt Laurence M. Klauber (1883–1968), einen amerikanischen Herpetologen, der als einer der bedeutendsten frühen Experten für Klapperschlangen gilt. Damit trägt diese kleine, hervorragend angepasste Schlange den Namen eines Mannes, der die Erforschung dieser faszinierenden Tiere entscheidend geprägt hat.

Wollt Ihr noch mehr Bilder dieser schönen Klapperschlange sehen? Wenn wir wieder die 100 Likes oder 10 Kommentare knacken, gibt es im Laufe der Woche noch mehr Bilder :-)

09/10/2026

Sind unserer Schlangen echt oder ausgestopft?
😉😂😛

Den Oktober machen wir dieses Jahr zum Klapperschlangenmonat, also „Crotober“ und den Anfang macht einer unserer Neuzugä...
05/10/2026

Den Oktober machen wir dieses Jahr zum Klapperschlangenmonat, also „Crotober“ und den Anfang macht einer unserer Neuzugängen: Die Rote Diamant-Klapperschlange (Crotalus ruber)

Mit ihrer auffälligen rötlichen Färbung und der charakteristischen Reihe dunkler, hell eingefasster Rauten gehört die Rote Diamant-Klapperschlange zu den besonders eindrucksvollen Klapperschlangen Nordamerikas und ähnelt - bis auf ihre namensgebenden rote Färbung - im Aussehen sehr stark der Westlichen Diamant- oder Texas-Klapperschlange (Crotalus atrox).

Das Verbreitungsgebiet umfasst Südkalifornien und die mexikanische Halbinsel Baja California. Dazu kommen mehrere Inselpopulationen im Golf von Kalifornien und vor der Pazifikküste.

Den Gattungsnamen Crotalus haben wir ja nun schon sehr häufig erklärt. Er stammt vom griechischen krotalon, „Klapper“ oder „Rassel“, und bezieht sich auf die charakteristische Schwanzrassel der Klapperschlangen. Das Artepitheton ruber ist Latein und bedeutet schlicht „rot“ – eine Anspielung auf die meist rötliche Grundfärbung der Tiere.

Die Rote Diamant-Klapperschlange ist eine kräftig gebaute Art. Die größte zuverlässig dokumentierte Länge liegt bei etwa 1,63 Metern, wobei die meisten Tiere deutlich kleiner bleiben. Männchen werden im Durchschnitt größer als Weibchen.

Besonders bemerkenswert ist der sogenannte Inselzwergwuchs: Auf einigen vorgelagerten Inseln werden die Tiere kaum 90 cm lang, während Festlandtiere häufig mehr als einen Meter erreichen – ein schönes Beispiel dafür, wie Isolation auf Inseln die Evolution beeinflussen kann.

Typisch sind die rötlichbraunen bis ziegelroten Rauten, die hell eingefasst sind und sich über den Rücken ziehen. Je nach Herkunft und Unterart kann die Grundfarbe allerdings auch grau-, rosa-, gelblich- oder olivbraun sein. Die Bauchseite ist dagegen meist hell und weitgehend ungezeichnet. Wie bei allen Grubenottern besitzt Crotalus ruber zwischen Auge und Nasenloch ein Grubenorgan, mit dem sie Wärmestrahlung wahrnehmen kann.

Auch beim Lebensraum ist die Art erstaunlich anpassungsfähig. Sie bewohnt Wüsten und Halbwüsten, Küstenbuschland, Chaparral, Kiefern-Eichen-Wälder und tropische Trockenwälder. Besonders häufig findet man sie in strukturreichen Landschaften mit Felsen, dichtem Buschwerk und Kakteen, die Schutz und geeignete Verstecke bieten. Sie kommt vom Meeresspiegel bis in Höhen von etwa 1.500 Metern vor.

Die Nahrung besteht überwiegend aus kleinen bis mittelgroßen Säugetieren wie Mäusen, Ratten und Erdhörnchen bis hin zu Kaninchen. Untersuchungen ergaben etwa 92 % Säugetiere, während Echsen und Vögel nur einen kleinen Teil der Beute ausmachen. Schlangen aus den Küstenregionen erbeuten meist größere Beutetiere als die Schlangen aus den Wüstenregionen.

Wie die meisten Klapperschlangen ist Crotalus ruber ein Lauerjäger. Sie verharrt bewegungslos an einem geeigneten Jagdplatz und wartet, bis ein Beutetier in Reichweite kommt. Nach dem Biss wird die Beute meist sofort wieder losgelassen, um sich vor Verletzungen durch die scharfen Krallen und Zähne ihrer Hauptbeute zu schützen. Anschließend verfolgt die Schlange ihre Spur mit dem Geruchssinn, bis das Gift seine Wirkung entfaltet hat.

Das Gift ist ein komplexes Gemisch verschiedener Toxine. Untersuchungen zeigen unter anderem Metalloproteinasen, Serinproteasen und Phospholipasen A₂. Diese Enzyme können Blutgefäße und Gewebe schädigen und die Blutgerinnung beeinflussen. Die Giftzusammensetzung variiert außerdem zwischen verschiedenen Populationen und mit dem Alter der Tiere. Während das Gift der Roten Diamantklapperschlange in großen Teilen ihres Verbreitungsgebietes keine Neurotoxine enthält, wurde 1983 von Glen et al. bei drei Exemplaren aus Mexiko das Neurotoxin Mojave-Toxin nachgewiesen.

Ein Biss hat in der Regel erhebliche Schwellungen, Blutungen, Gewebeschädigungen und Störungen der Blutgerinnung zur Folge. Für den Menschen ist ein Biss medizinisch ernst zu nehmen, auch wenn die Art normalerweise versucht, einer Konfrontation aus dem Weg zu gehen und das Gift der Roten Diamantklapperschlange in Teilen ihres Verbreitungsgebietes als eines der weniger potenten Klapperschlangengifte gilt.

Tatsächlich gilt Crotalus ruber auch als eher friedfertige Klapperschlange. Häufig bleibt sie bei einer Annäherung zunächst ruhig oder versucht, sich zu verstecken. Wird sie allerdings bedrängt oder in die Enge getrieben, kann sie sich aufrollen, zischen, rasseln und schließlich zustoßen. Die Rassel ist dabei vor allem ein deutliches Warnsignal.

Zu den natürlichen Feinden ausgewachsener Tiere gehören nur wenige Arten; gelegentlich können beispielsweise Kojoten eine ausgewachsene Klapperschlange erbeuten. Jungtiere haben wesentlich mehr Fressfeinde, darunter Greifvögel, Eulen, Königsnattern, Füchse, Waschbären und verschiedene Raubsäuger.

Eine weitere interessante Besonderheit zeigt sich bei der Fortpflanzung: Die Rote Diamant-Klapperschlange ist eilebendgebärend (ovovivipar). Nach einer Tragzeit von etwa fünf bis sechs Monaten bringt das Weibchen gewöhnlich 8-10 Jungtiere zur Welt, die bei der Geburt bereits ungefähr 30 cm lang sind.

Die rote Farbe von Crotalus ruber ist übrigens keine Laune der Natur, sondern erhöht die Tarnung in einem ihrer bevorzugten Lebensräume – den kleinen Höhlen und Spalten rötlicher Sandsteinplateaus. Im Gegensatz dazu stehen Tiere aus wüstenähnlichen Habitaten, z. B. Anza Borrego - Wüste, die unspektakulär hell lehmfarben mit verwaschener Rautenzeichnung gefärbt sind.

Wir waren schon lange nicht mehr im fernen Osten und wollen uns heute deshalb eine Schlange genauer ansehen, die ein rec...
28/09/2026

Wir waren schon lange nicht mehr im fernen Osten und wollen uns heute deshalb eine Schlange genauer ansehen, die ein recht großes Verbreitungsgebiet in Südostasien hat, welches – wenn auch nicht auf natürlichem Wege – bis nach Japan reicht.

Die Chinesische Habuschlange (Protobothrops mucrosquamatus) ist eine ausgesprochen interessante Vertreterin der asiatischen Grubenottern.

Es handelt sich bei ihr um eine braun gemusterte Grubenotter, die sich hervorragend an unterschiedlichste Lebensräume angepasst hat und auf Taiwan zu den medizinisch wichtigsten Giftschlangen gehört.

Mit ihren kräftig gekielten Schuppen, dem deutlich dreieckigen Kopf und den großen, dunkel umrandeten Flecken auf dem Rücken ist sie gut an ihrem Erscheinungsbild zu erkennen. Besonders auffällig sind die für Grubenottern typischen Grubenorgane zwischen Auge und Nasenöffnung. Mit diesen hoch empfindlichen Wärmesinnesorganen kann die Schlange die von warmblütigen Tieren abgegebene Infrarotstrahlung wahrnehmen und dadurch auch bei Dunkelheit ihre Beute orten.

Der wissenschaftliche Name Protobothrops mucrosquamatus lässt sich auf die besonderen Schuppen der Schlange zurückführen. Das Artepitheton mucrosquamatus setzt sich aus dem lateinischen mucro beziehungsweise mucronis für „Spitze“ oder „scharfe Spitze“ und squama für „Schuppe“ zusammen. Gemeint sind die gekielten, nach hinten zugespitzten Körperschuppen, die der Schlange ihr charakteristisches, etwas rau wirkendes Erscheinungsbild verleihen und die Ihr auf dem Foto sehr gut sehen könnt.

Der Gattungsname Protobothrops setzt sich aus dem griechischen bóthros für „Grube“ und óps für „Gesicht“ zusammen und nimmt damit Bezug auf die für Grubenottern charakteristischen Grubenorgane zwischen Auge und Nasenöffnung. Das vorangestellte proto- bedeutet „ursprünglich“ oder „vor-“ und ist Bestandteil des wissenschaftlichen Gattungsnamens. Er wurde 1983 als eigene Gattung aufgestellt. Die Art selbst wurde allerdings bereits 1839 von Theodore Edward Cantor beschrieben – zunächst unter dem Namen Trigonocephalus mucrosquamatus. Später wurde sie lange Zeit unter Trimeresurus (Die Gattung der asiatischen Bambusottern) und sogar Lachesis (Die Gattung der Buschmeister) geführt, bevor sich Protobothrops als gültige Gattung durchsetzte.

Mit einer Gesamtlänge von etwa 1,1 bis 1,2 Metern ist P. mucrosquamatus eine mittelgroße bis große Grubenotter. Die bisher angegebenen Maximalwerte liegen bei ungefähr 112 cm für Männchen und 116 cm für Weibchen, wobei aus anderen Untersuchungen auch größere Tiere bekannt sind. Einzelne Quellen nennen für die Art maximale Längen von bis zu etwa 1,28 Metern.

Der Körper ist relativ kräftig, der Kopf deutlich vom Hals abgesetzt und typisch für eine Grubenotter dreieckig verbreitert. Die Grundfarbe reicht von graubraun über olivbraun bis zu bräunlichen Farbtönen. Auf dem Rücken befinden sich größere braune Flecken oder Sattelflecken, die häufig dunkel eingefasst sind. An den Körperseiten kommen weitere kleinere Flecken hinzu. Der Bauch ist heller und meist von einer feinen bräunlichen Zeichnung überzogen.

Eine Besonderheit sind die stark gekielten Rückenschuppen. Die Kiele verleihen dem Körper eine deutlich rauere Oberfläche als bei vielen anderen Schlangen. Genau diese auffälligen Schuppen dürften auch zur Namensgebung beigetragen haben.

Das Verbreitungsgebiet von Protobothrops mucrosquamatus ist für eine einzelne Grubenotter erstaunlich groß. Es reicht von Nordostindien über Bangladesh, Myanmar und Südchina bis nach Taiwan und umfasst außerdem Laos, Nord- und Zentralvietnam sowie Teile Nordthailands. In China kommt die Art über ein sehr großes Gebiet vor, unter anderem in Yunnan, Sichuan, Hainan und bis weit nach Osten.

Auf Taiwan ist die Art besonders häufig und gut untersucht. Dort wird sie unter anderem als Taiwan-Habu bezeichnet. Außerdem existieren mittlerweile stabile, eingeschleppte Populationen auf einigen japanischen Inseln, insbesondere auf Okinawa. Dort gilt die Art als invasive Schlange.

Auch bei der Wahl ihres Lebensraumes ist die Braunflecken-Grubenotter erstaunlich flexibel. Sie bewohnt Wälder, Buschland, Bambusbestände, landwirtschaftlich genutzte Flächen und Plantagen. Auch Teeplantagen gehören zu den Lebensräumen, in denen sie regelmäßig gefunden wird. Sie kommt außerdem in der Nähe von Bächen und anderen Gewässern vor. Untersuchungen und Feldbeobachtungen zeigen, dass sie sowohl in Ebenen als auch in Hügel- und Bergregionen vorkommt, überwiegend jedoch in niedrigeren und mittleren Höhenlagen.

Diese Anpassungsfähigkeit bringt die Schlange immer wieder mit dem Menschen in Kontakt. Gerade auf Taiwan findet man sie nicht selten in landwirtschaftlich genutzten Gebieten, an Straßenrändern und sogar in der Nähe von Häusern. Das ist einer der Gründe, weshalb Bisse dieser Art dort medizinisch eine erhebliche Bedeutung besitzen.

Protobothrops mucrosquamatus ist überwiegend nachtaktiv. Während des Tages ruht sie häufig gut verborgen zwischen Vegetation oder anderen geeigneten Verstecken. Mit Beginn der Dämmerung wird sie aktiv und geht auf Nahrungssuche. Feldbeobachtungen aus Vietnam dokumentieren beispielsweise Tiere, die zwischen etwa 19 und 22:30 Uhr auf Waldwegen angetroffen wurden.

Dabei ist sie keineswegs ausschließlich bodenbewohnend. Die Schlange kann gut klettern und wird auch in niedriger Vegetation und im Geäst gefunden. Ihre Lebensweise ist also eher als flexibel boden- und kletternd zu beschreiben.

Kleiner „Fun Fact“ am Rande: Als wir die Schlange für die Fotos aus dem Terrarium herausnehmen wollten, war sie trotz intensiver Suche im Terrarium nicht zu entdecken. Erst als wir das Becken intensiv besprühten, kam sie an die Oberfläche. Zuvor hatte sie sich so gut im Bodengrund versteckt, dass wir sie nicht finden konnten. Natürlich ist man bei einer solch schnellen und hochgiftigen Schlange auch vorsichtig und gräbt nicht kurzerhand das gesamte Terrarium um ;-)

Beim Beutespektrum ist P. mucrosquamatus ein Nahrungs-Generalist. Beobachtungen und Untersuchungen nennen unter anderem Frösche, Echsen, Vögel, Nagetiere und Spitzmäuse. Welche Beute dominiert, hängt dabei wahrscheinlich stark vom jeweiligen Lebensraum und vom verfügbaren Nahrungsangebot ab. Systematische Untersuchungen zur prozentualen Zusammensetzung der Nahrung sind bislang allerdings nur begrenzt vorhanden.

Wie für Grubenottern typisch, lauert die Schlange ihrer Beute häufig auf. Die Wärmesinnesgruben helfen ihr dabei, selbst bei völliger Dunkelheit warmblütige Beutetiere wahrzunehmen. Hat sie die passende Distanz erreicht, erfolgt der Angriff blitzschnell. Die sehr langen, beweglichen Giftzähne werden nach vorne geschwenkt und das Gift in die Beute injiziert.

Und dieses Gift ist ausgesprochen komplex.

Untersuchungen des Giftproteoms haben bei Protobothrops mucrosquamatus 61 verschiedene Proteine aus 19 Proteinfamilien nachgewiesen. Zu den wichtigsten Gruppen gehören Schlangengift-Metalloproteinasen (SVMP), C-Typ-Lektin-ähnliche Proteine, Serinproteasen (SVSP) und Phospholipasen A₂ (PLA₂). In einer Untersuchung taiwanischer Tiere machten diese vier Gruppen zusammen den überwiegenden Anteil des untersuchten Giftes aus.

Die Metalloproteinasen sind vor allem für Schädigungen von Blutgefäßen und Gewebe von Bedeutung. Sie können Blutungen fördern und Gewebestrukturen zerstören.

Die Phospholipasen A₂ können Zellmembranen schädigen und wirken unter anderem entzündungsfördernd sowie muskel- und gewebezerstörend.

Die Serinproteasen beeinflussen verschiedene Prozesse der Blutgerinnung und können dadurch zu Störungen des Gerinnungssystems beitragen.

Die C-Typ-Lektin-ähnlichen Proteine können ebenfalls in die Blutgerinnung und die Funktion von Blutplättchen eingreifen.

Das erklärt auch die typischen Folgen eines Bisses. Bei Menschen können starke Schmerzen, Schwellungen, Blutergüsse und Blutungen auftreten. In schweren Fällen kommen Gewebenekrosen, Gerinnungsstörungen, Muskelzerfall, akutes Nierenversagen und ein Kompartmentsyndrom hinzu.

Besonders interessant ist dabei, dass das Gift nicht bei allen Tieren exakt gleich zusammengesetzt ist. Untersuchungen von 163 erwachsenen Tieren aus Nord- und Südost-Taiwan zeigten messbare Unterschiede zwischen den Populationen. Diese Unterschiede können sich auch in unterschiedlichen klinischen Symptomen nach einem Biss widerspiegeln.

Damit zeigt Protobothrops mucrosquamatus sehr schön, dass „das Gift einer Schlangenart“ nicht zwangsläufig eine überall identische Substanz ist. Geografische Herkunft und genetische Unterschiede können die Zusammensetzung des Giftcocktails beeinflussen.

Für Menschen ist der Chinesische Habu deshalb keineswegs harmlos. Auf Taiwan gehört sie zu den Schlangen, deren Bisse relativ häufig medizinisch behandelt werden müssen. Glücklicherweise steht dort ein spezifisches Antivenin zur Verfügung. Trotzdem können schwere Vergiftungen auch bei Behandlung zu Komplikationen führen.

Bei Gefahr verlässt sich die Schlange zunächst auf ihre Tarnung oder versucht, sich zurückzuziehen. Wird sie bedrängt, kann sie allerdings sehr schnell reagieren. Wie andere Grubenottern kann sie eine typische S-förmige Abwehrhaltung einnehmen und bei entsprechender Bedrohung blitzschnell zustoßen.

Ihre Färbung ist dabei eine hervorragende Tarnung: Zwischen trockenen Blättern, Ästen, Bambus oder dem Untergrund von Plantagen kann eine ruhende P. mucrosquamatus erstaunlich schwer zu entdecken sein.

Auch ihre Feinde sind nicht vollständig bekannt. Jungtiere können vermutlich von verschiedenen Vö**ln, größeren Reptilien und kleinen Säugetieren erbeutet werden. Bei ausgewachsenen Tieren wirken sich dagegen vor allem menschliche Aktivitäten aus. Gleichzeitig profitiert die Art teilweise von der vom Menschen geschaffenen Landschaft, weil dort zahlreiche Beutetiere wie Nagetiere vorkommen.

Bemerkenswert ist außerdem, dass Protobothrops mucrosquamatus eierlegend (ovipar) ist, was für Vipern (Viperidae) eher eine Ausnahme darstellt. Die Weibchen legen also Eier, aus denen die Jungschlangen schlüpfen. Die Art gehört damit zu den oviparen Grubenottern.

Heute wird Protobothrops mucrosquamatus als eigenständige Art ohne anerkannte Unterarten geführt. Allerdings zeigen genetische Untersuchungen, dass sich innerhalb des großen Verbreitungsgebietes deutlich unterschiedliche genetische Linien entwickelt haben. Das macht die Art auch für die Evolutionsforschung interessant.

Und noch etwas macht diese Grubenotter besonders: Ihr großer Verbreitungsraum umfasst einige der unterschiedlichsten Landschaften Ost- und Südostasiens – von Indien und Südchina über die tropischen Wälder Vietnams bis zu den landwirtschaftlich geprägten Landschaften Taiwans.

Wenn Ihr schon mal bei uns im Zoo gewesen seit, habt Ihr das Terrarium des Habus vielleicht schon gesehen. Es befindet sich ganz am entgegengesetzten Ende der Krokodile auf der rechten oberen Seite. Aber habt Ihr den Habu selbst auch schon gesehen?

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