Reptilienzoo Nockalm

Reptilienzoo Nockalm Sehr spezieller Zoo - mit Schwerpunkt Giftschlangen . vermutlich der giftigste Ort Österreichs.
(1)

Wer einmal gefahrlos der giftigsten Schlange der Welt in's Auge blicken, aus nächster Nähe das bedrohliche Rasseln einer Klapperschlange oder das Fauchen einer Kobra hören will, ist hier richtig. Erleben Sie diese faszinierenden Tiere in naturnah eingerichteten Terrarien und lernen Sie Wissenswertes über ihr Verhalten. Eine der artenreichsten Giftschlangen-Ausstellungen weltweit, wo diese faszinie

renden Tiere nicht nur einem staunenden Publikum präsentiert, sondern auch zum Zweck der Arterhaltung in Gefangenschaft gezüchtet werden.

Nachdem wir uns in den vergangenen Wochen mit Klapperschlangen aus Nordamerika und Venezuela sowie Eurasischen Vipern be...
08/06/2026

Nachdem wir uns in den vergangenen Wochen mit Klapperschlangen aus Nordamerika und Venezuela sowie Eurasischen Vipern beschäftigt haben, reisen wir heute wieder nach Südamerika.

Dort lebt eine Klapperschlangen-Unterart, die zu den bekanntesten und medizinisch bedeutendsten Klapperschlangen des Kontinents gehört: Die Schauer-Klapperschlange (Crotalus durissus terrificus), lokal auch Cascabel genannt.

Wie der wissenschaftliche Name mit seinen drei Teilen schon zeigt, ist sie eine Unterart von Crotalus durissus, der Südamerikanischen oder Tropischen Klapperschlange. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst vor allem große Teile von Brasilien südlich des Amazonas Regenwaldes, reicht aber auch in angrenzende Regionen von Nord-Argentinien über Bolivien, Paraguay und Uruguay bis nach Peru. Dabei handelt es sich nicht um ein durchgehendes Verbreitungsgebiet, da die Schlange die Regenwaldgebiete wie z.B. das Amazonasbecken meidet. Besonders häufig findet man sie in den offenen Landschaften des brasilianischen Cerrado, einer ausgedehnten Savannenregion im Landesinneren.

Anders als viele nordamerikanische Klapperschlangen, die häufig felsige Gebiete oder Wälder bewohnen, bevorzugt die Schauer-Klapperschlange überwiegend offene Savannen, Trockenwälder, Buschlandschaften, Grasländer und landwirtschaftlich geprägte Flächen. Ihre Färbung aus verschiedenen Braun-, Grau- und Beigetönen mit den charakteristischen dunklen Rhombenmustern sorgt für eine ausgezeichnete Tarnung zwischen trockenem Gras und Buschwerk.

Mit einer durchschnittlichen Länge von etwa 100 bis 150 cm, gelegentlich auch etwas mehr, gehört die Schauer-Klapperschlange zu den größeren Klapperschlangen Südamerikas. Der Körper ist kräftig gebaut, der Kopf deutlich vom Hals abgesetzt und die Schwanzrassel meist gut entwickelt. Besonders ältere Tiere können eine beeindruckende Erscheinung abgeben.

Die Nahrung besteht überwiegend aus kleinen Säugetieren, insbesondere Nagetieren. Daneben werden gelegentlich Vögel, Echsen oder andere kleine Wirbeltiere erbeutet. Wie andere Klapperschlangen ist auch diese Unterart ein klassischer Lauerjäger. Gut getarnt verharrt sie oft über längere Zeit an geeigneten Stellen und wartet auf vorbeiziehende Beute.

Mithilfe ihrer Grubenorgane, die wir Euch schon mehrfach bei verschiedenen anderen Grubenottern (neben Klapperschlangen vor allem bei der verschiedensten Bambusottern) näher vorgestellt haben, kann sie selbst bei Dunkelheit die Wärmestrahlung von Beutetieren wahrnehmen.

Zu ihren natürlichen Feinden gehören vor allem Greifvögel, Säugetiere wie Marderartige, Füchse oder Wildschweine und einige schlangenfressende Reptilienarten. Jungtiere sind deutlich stärker gefährdet als ausgewachsene Tiere. Gegenüber größeren Angreifern setzt die Schauer-Klapperschlange auf ihr typisches Warnverhalten: Sie hebt den Vorderkörper leicht an und erzeugt mit ihrer Rassel das charakteristische Rassel-Geräusch, das potenzielle Feinde auf Abstand halten soll.

Besonders bekannt ist die Art jedoch wegen ihres Giftes. Das Gift der Schauer-Klapperschlange unterscheidet sich deutlich von dem vieler nordamerikanischer Klapperschlangen. Während bei diesen häufig gewebeschädigende und hämotoxische Wirkungen im Vordergrund stehen, enthält das Gift der Schauer-Klapperschlange auch einen hohen Anteil an Neurotoxinen, insbesondere das sogenannte Crotoxin. Dieses wirkt auf das Nervensystem und kann zu Muskellähmungen, Sehstörungen bis zu kompletter Blindheit, Problemen des Hörapparates sowie schweren Atemproblemen führen. Zusätzlich treten auch das Myotoxin Crotamin Muskelschädigungen auf. Aber auch Veränderungen der Nierenfunktion können die Folgen eines Bisses sein.

Aufgrund dieser besonderen Zusammensetzung gilt die Art als eine der medizinisch bedeutendsten Giftschlangen Südamerikas. Die Sterblichkeit bei einem Biss liegt unbehandelt bei 75%. Das liegt zum einen an der Stärke des Giftes (für einen Mensch mit 80 kg soll der LD50 bei ca. 24 mg liegen, die Quellen sind sich da nicht so ganz einig), aber besonders auch an der abgegebenen Menge, die zwischen 20 und 137 mg betragen kann. Durchschnittlich werden 50 mg, in einer Quelle sogar 140 mg angegeben.
Da die Zusammensetzung aus den einzelnen Komponenten aber vor allem geographisch stark variiert, lässt sich nur eines mit Sicherheit sagen: Das Gift vom Crotalus durissus terrificus muss sehr, sehr Ernst genommen werden.

Interessanterweise ist das Gift für die Pharmakologie hochrelevant. Aufgrund seiner selektiven Eigenschaften wird das extrahierte Crotoxin in der Forschung für die Entwicklung von Schmerzmitteln, entzündungshemmenden Medikamenten und sogar in der Krebstherapie (zur Hemmung von Tumorwachstum) untersucht.

Der wissenschaftliche Name erzählt ebenfalls eine interessante Geschichte. Der Gattungsname „Crotalus“ stammt vom griechischen krotalon, einem antiken Klapper- oder Rasselinstrument, und bezieht sich direkt auf die Schwanzrassel. Der Artname „durissus“ wurde bereits von frühen Naturforschern verwendet. Er leitet sich vom lateinischen „durus = hart, rau“ ab und bedeutet sinngemäß „sehr hart“ oder „sehr rau“. Über die genaue Bedeutung wird bis heute diskutiert, vermutlich bezog er sich auf die kräftige Beschuppung oder das robuste Erscheinungsbild der Tiere.

Besonders spannend ist der Unterartname „terrificus“. Anders als man heute vielleicht vermuten würde, bedeutet er nicht einfach „furchtbar“. Das lateinische terrificus lässt sich eher mit „Furcht einflößend“, „ehrfurchtgebietend“ oder „Schrecken verbreitend“ übersetzen. Genau daraus entstand der deutsche Name Schauerklapperschlange, denn „Schauer“ wurde früher im Sinne von „Schauder“ oder „Erschrecken“ verwendet.

So vereint die Schauer-Klapperschlange viele Eigenschaften, die Klapperschlangen so faszinierend machen: eine perfekte Anpassung an offene Landschaften, eine hochentwickelte Sinneswahrnehmung, eine wirksame Warnvorrichtung und eines der außergewöhnlichsten Gifte innerhalb der gesamten Gattung. Als Bewohner der südamerikanischen Savannen gehört sie zu den eindrucksvollsten Vertretern der Neuen Welt.

03/06/2026

Morgen ist Feiertag, und auch wenn Google ungefragt und unaufgefordert Zweifel sät:
Ja, wir haben geöffnet, aus naheliegenden Gründen vor allem an Feiertagen.
10 - 17 Uhr, täglich, nur Montag ist im Juni noch Ruhetag, ab Juli gehts dann nonstop durch.
Wir freuen uns auf euren Besuch!

Nachdem wir uns letzte Woche mit der kleinen südamerikanischen Uracoa-Klapperschlange (Crotalus vegrandis) beschäftigt h...
01/06/2026

Nachdem wir uns letzte Woche mit der kleinen südamerikanischen Uracoa-Klapperschlange (Crotalus vegrandis) beschäftigt haben, führt uns die Reise heute in die Gebirgslandschaften zwischen Europa und Asien. Dort lebt eine ähnlich große Viper (aber keine Grubenotter wie die Klapperschlange), die selbst unter Schlangenfreunden vergleichsweise wenig bekannt sein dürfte:

Die Transkaukasische Hornotter (Vipera transcaucasiana).

Die Art kommt im südlichen Kaukasus vor und besiedelt vor allem Regionen in Georgien, im Nordwesten Aserbaidschans sowie in Nordanatolien in der Türkei. Ihr Verbreitungsgebiet liegt neben der Schwarzmeerküste überwiegend in höheren Lagen, häufig zwischen 1.200 und über 2.000 Metern Höhe. Dadurch gehört sie zu den am stärksten an Gebirgslebensräume angepassten Vipern ihrer Region.

Ihr Habitat besteht vor allem aus alpinen und subalpinen Wiesen, steinigen Berghängen, Geröllfeldern und buschdurchsetzten Hochlagen. Anders als viele andere Vipern lebt sie nicht in trockenen Steppen oder Wäldern, sondern bevorzugt kühlere Gebirgsregionen mit einer vergleichsweise kurzen Aktivitätsperiode während der warmen Monate. Die Vegetation bietet ihr sowohl Deckung als auch günstige Jagdmöglichkeiten. Durch ihre oft grau-, braun- oder olivfarbenen Zeichnungen verschmilzt sie hervorragend mit den Steinen und Gräsern ihrer Umgebung.

Mit einer Länge von meist 40 bis 60 cm, gelegentlich bis ca. 75 cm, gehört Vipera transcaucasiana zu den kleineren bis mittelgroßen Vipern. Der Körperbau ist gedrungen und kräftig, wie für viele Vertreter der Gattung typisch. Auf dem Rücken findet sich häufig ein dunkles Zickzackband oder eine Reihe miteinander verbundener Flecken, deren Ausprägung individuell variieren kann.

Die Nahrung besteht vor allem aus kleinen Nagetieren, Eidechsen und größeren Insekten. Insbesondere Jungtiere ernähren sich häufig von Heuschrecken, Käfern und anderen Wirbellosen, während adulte Tiere verstärkt kleine Säugetiere (Mäuse, Wühlmäuse), aber auch Eidechsen und gelegentlich kleine Vögel erbeuten. Wie die meisten Vipern ist auch diese Art ein Lauerjäger, der sich auf Tarnung und einen schnellen Giftbiss verlässt.

Die Schlange ist überwiegend tag- und dämmerungsaktiv, insbesondere in den kühleren Morgen- und Abendstunden. Bei extremer Sommerhitze verlegt sie ihre Aktivität stärker in die Dämmerung.
Ab etwa Ende Oktober zieht sie sich zur Winterruhe zurück und kommt im März oder April wieder hervor. Große Mengen können sich an optimalen Überwinterungsplätzen gemeinsam sammeln.

Die Paarung findet im Frühjahr statt. Die Art ist ovovivipar (ei-lebendgebärend, siehe weiter unten). Im Spätsommer (August bis September) bringt das Weibchen etwa 4 bis 10 Jungschlangen zur Welt.

Zu ihren natürlichen Feinden gehören verschiedene Greifvögel, Rabenvögel sowie kleinere Raubsäuger. In den offenen Gebirgslandschaften sind Schlangen oft schon aus größerer Entfernung sichtbar, weshalb Tarnung und versteckte Lebensweise für das Überleben besonders wichtig sind. Gleichzeitig stellen intensive Beweidung, Lebensraumveränderungen und die zunehmende Nutzung von Hochlagen durch den Menschen in einigen Regionen eine Herausforderung für die Bestände dar.

Das Gift der Transkaukasischem Hornotter dient in erster Linie dem Beutefang und besitzt wie bei vielen Vipern überwiegend hämotoxische und gewebeschädigende Eigenschaften. Ein Biss kann Schmerzen, Schwellungen und lokale Gewebeschäden verursachen. Aufgrund der vergleichsweise geringen Körpergröße und der meist abgelegenen Lebensräume sind schwere Zwischenfälle beim Menschen jedoch selten. Obwohl Todesfälle bei medizinischer Versorgung selten sind, ist der Biss als potenziell lebensgefährlich einzustufen.

Der wissenschaftliche Name verrät bereits viel über die Herkunft der Art. Der Gattungsname Vipera stammt aus dem Lateinischen und bezeichnete bereits in der Antike verschiedene Giftschlangen. Er bildet die Grundlage für die wissenschaftliche Bezeichnung der europäischen und westasiatischen Vipern.

Der Begriff Vipera leitet sich historisch vermutlich von vivus (lebendig) und parere (gebären) ab, da die meisten Vipern „lebendgebärend“ sind. Aufmerksame und treue Leser unserer Montagsschlangen ist der Grund für die Anführungszeichen sicher gleich klar. Der richtige Begriff wäre natürlich ei-lebendgebärend (ovovivipar), denn im Unterschied zu den wirklich lebendgebärenden Tierarten handelt es sich bei „lebendgebärenden“ Schlangen trotzdem um Eier, in denen die Jungschlangen heranwachsen. Diese haben nur keine feste Schale und verbleiben bis direkt vor der Geburt im Körper des Muttertieres.

Der Artname „transcaucasiana“ bedeutet wörtlich „jenseits des Kaukasus“ beziehungsweise „transkaukasisch“. Er verweist auf die Region Transkaukasien, also das Gebiet südlich des Hauptkamms des Kaukasusgebirges. Der Name beschreibt damit direkt das geographische Zentrum ihres natürlichen Verbreitungsgebiets.

Auch wenn die Transkaukasische Hornotter nicht die Größe oder Bekanntheit mancher anderer Vipern erreicht, ist sie ein faszinierendes Beispiel für die Anpassung von Schlangen an das Leben in hochgelegenen Gebirgslandschaften. Mit ihrer robusten Erscheinung, ihrer hervorragenden Tarnung und ihrer Spezialisierung auf die rauen Bedingungen des Kaukasus gehört sie zu den bemerkenswerten Reptilien einer Region, die als Schnittstelle zwischen Europa und Asien eine außergewöhnlich vielfältige Tierwelt hervorgebracht hat.

Lange wurde Vipera transcaucasiana übrigens als Unterart der Europäischen Hornotter (Vipera ammodytes) angesehen, bevor sie in Teilen der Fachwelt als eigene Art eingestuft wurde. Bis heute ist dies aber weiterhin umstritten. Die Reptile Database führt sie aktuell sogar als Unterart der Südlichen Hornotter (Vipera meridionalis -> Vipera meridionalis transcaucasiana). Diese Art war lange Zeit ebenfalls eine Unterart von Vipera ammodytes und wenn man jetzt noch mit einbezieht, dass der gesamte Vipera ammodytes Komplex aktuell eine größere Revision durchläuft, bei der die absoluten Experten auf dem Gebiet sehr ausgiebig am diskutieren sind, bleibt für uns erstmal der einfachste Weg, sie als eigene Art anzusehen, bis sich „der Rauch verzogen hat“ ;-)

Wir finden Taxonomie und alles, was damit zu tun hat, äußerst spannend und verfolgen die Entwicklungen mit großem Interesse. Wie ist Eure Meinung dazu? Findet Ihr es eher spannend oder lästig, dass sich der Baum des Lebens kontinuierlich ändert oder besser gesagt verfeinert?

Wie versprochen zeigen wir Euch heute noch ein weiteres Bild von Crotalus vegrandis. Mehr über die Uracoa-Klapperschlang...
29/05/2026

Wie versprochen zeigen wir Euch heute noch ein weiteres Bild von Crotalus vegrandis. Mehr über die Uracoa-Klapperschlange, wie sie im Deutschen genannt wird, erfahrt Ihr in unserem "Montagsschlangen-Post", wenn Ihr ein Bild zurückblättert.

Nachdem wir uns in den letzten Wochen mit sehr unterschiedlichen Arten aus Wäldern, Halbwüsten und Gebirgsregionen besch...
28/05/2026

Nachdem wir uns in den letzten Wochen mit sehr unterschiedlichen Arten aus Wäldern, Halbwüsten und Gebirgsregionen beschäftigt haben, möchten wir Euch heute eine der kleinsten und zugleich geheimnisvollsten Klapperschlangen Südamerikas vorstellen: die Uracoa-Klapperschlange (Crotalus vegrandis).

Diese außergewöhnliche Art kommt ausschließlich in einem relativ kleinen Gebiet im Norden von Venezuela vor. Ihr Verbreitungsgebiet liegt vor allem in den trockeneren Regionen der Bundesstaaten Monagas und Anzoátegui.

Dort besiedelt sie überwiegend felsige Savannen, trockene Buschlandschaften und locker bewachsene Halboffenlandschaften mit sandigem oder steinigem Untergrund. Im Gegensatz zu vielen bekannteren Klapperschlangen lebt die Crotalus vegrandis nicht in klassischen Wüsten, sondern eher in mosaikartigen Übergangslandschaften mit dichterem Buschbewuchs und vereinzelten Grasflächen.

Mit einer durchschnittlichen Länge von meist nur 50 bis max. 70 cm zählt sie zu den kleinsten Vertretern der Gattung Crotalus. Genau auf diese geringe Größe spielt auch ihr wissenschaftlicher Name an: Das lateinische „vegrandis“ bedeutet sinngemäß „klein“, „verkümmert“ oder wenn man es wörtlicher nehmen möchte: „nicht groß“ („grandis“ = groß, „ve“ als Negierung). Der Name beschreibt also direkt eines der auffälligsten Merkmale der Art.

Trotz ihrer geringen Größe besitzt die Uracoa-Klapperschlange alle typischen Eigenschaften einer echten Klapperschlange. Dazu gehört natürlich auch die Rassel am Schwanzende, die allerdings im Vergleich zu größeren Arten deutlich kleiner und oft weniger auffällig ist. Die Grundfärbung besteht meist aus verschiedenen Braun-, Grau- oder Sandtönen mit dunkleren Flecken oder Querzeichnungen, wodurch die Tiere hervorragend mit ihrem trockenen Habitat verschmelzen.

Über die Lebensweise der Art ist bis heute vergleichsweise wenig bekannt, was unter anderem an ihrer versteckten Lebensweise und dem begrenzten Verbreitungsgebiet liegt. Wie viele kleine Klapperschlangen dürfte sie überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv sein und sich tagsüber in Felsspalten, unter Vegetation oder in lockeren Bodenspalten verstecken.

Die Nahrung besteht vermutlich hauptsächlich aus kleinen Echsen, Jungnagern und anderen kleinen Wirbeltieren. Die Hauptbeute stellen Rennechsen (Gattung Cnemidophorus) dar, auch weil Nager in ihrem Verbreitungsgebiet deutlich seltener vorkommen. Gerade kleinere Klapperschlangen ernähren sich auch auf Grund ihrer Größe oft stärker von Reptilien als ihre großen Verwandten. Die Jagd erfolgt dabei klassisch als Lauerjäger: Gut getarnt wartet die Schlange regungslos auf vorbeikommende Beute und setzt dann zu einem schnellen Giftbiss an.

Auch das Gift der Uracoa-Klapperschlange ist bislang vergleichsweise wenig untersucht. Es gilt jedoch als medizinisch relevant und besitzt – wie bei vielen Klapperschlangen – vor allem hämotoxische und gewebeschädigende Eigenschaften. Aber auch von neurologischen Komponenten (Nervengift) und einer myotoxischen (Muskeln zerstörend) Wirkung wird berichtet. Aufgrund der geringen Körpergröße ist die abgegebene Giftmenge meist kleiner als bei großen Arten, dennoch sollte die Gefahr eines Bisses keinesfalls unterschätzt werden.

Interessant ist die Stellung der Art innerhalb der Gattung Crotalus. Während viele nordamerikanische Klapperschlangen an trockene Wüsten oder offene Grasländer angepasst sind und oft recht groß werden, repräsentiert die Uracoa-Klapperschlange eher eine kleine, spezialisierte südamerikanische Form mit begrenztem Verbreitungsgebiet. Gerade solche lokal angepassten Arten zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig die Evolution innerhalb einer einzigen Schlangengattung verlaufen kann.

Der Gattungsname „Crotalus“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Klapper“ oder „Rassel“, eine direkte Anspielung auf das charakteristische Warnorgan der Tiere.

Der deutsche und der englische Trivialname (Uracoan rattlesnake) verweisen auf die Gemeinde Uracoa im Norden Venezuelas. Sie liegt inmitten der riesigen tropischen Graslandschaften, der sogenannten Maturín-Savanne und das Typusexemplar, an Hand dessen der renommierte amerikanische Herpetologe Laurence M. Klauber die Art erstbeschrieben hat, wurde in der Nähe von Uracoa gefunden.

Die Uracoa-Klapperschlange gehört trotz ihrer geringen Größe zu den faszinierendsten und zugleich am wenigsten bekannten Klapperschlangen Südamerikas – eine kleine, hervorragend angepasste Art, die zeigt, dass selbst innerhalb einer berühmten Gruppe wie den Klapperschlangen noch viele Besonderheiten verborgen liegen.

Morgen zeigen wir Euch mit einem weiteren Bild noch die besondere Musterung von Crotalus vegrandis.

Und eine Frage an die Nicht-Fachleute unter unseren LeserInnen: Kanntet Ihr diese Art schon? Oder geht es Euch wie mir? Denn bevor ich zum ersten Mal in den Reptilienzoo Nockalm kam, hatte ich von dieser faszinierenden Art noch nie etwas gehört.

Lesenswert!
26/05/2026

Lesenswert!

Wer bei der radikalen Tierrechtsorganisation PETA arbeitet, kann sich über saftige Gehälter freuen. Sechsstellige Jahresgehälter sind in den USA keine Seltenheit in der Tierrechtsindustrie. Vielmehr sieht man an den Jahresgehältern von PETA-Funktionären im Form 990 von 2021 zum Beispiel, dass es eine Seltenheit ist, wenn jemand unter 100.000$ im Jahr für die insgesamte Arbeitslast von 40-Stunden-Wochen verdient.

Das ist deshalb bemerkenswert, weil man sich in der Tierrechtsindustrie gerne als fast mittellose, selbstlose Kämpfer für eine angeblich gute Sache inszeniert. Die Sache ist aber weder gut, noch wird der Kampf darum selbstlos geführt. Eine Ex-PETA-Funktionärin, die jetzt in einem anderen Bereich der Tierrechtsindustrie arbeitet, erklärte einmal, dass die "meisten von uns" im "Tierschutz-Geschäft" seien, "weil wir Geld lieben".

PETA rettet keine Art. PETA macht auch keinen guten Job mit seinem Tierheim. Menschen, die wirklich Arten retten oder ein gut funktionierendes Tierheim betreiben, können von solchen Jahresgehältern allerdings oft nur träumen. Spender an PETA würden sich wahrscheinlich auch nicht träumen lassen, dass so viele Spenden in Personalkosten fließen könnten.

Lesenswert!Gedanken und Fakten zum ausgebrochenen und von unfähigen und arroganten Behörden getöteten Tiger in Deutschla...
20/05/2026

Lesenswert!
Gedanken und Fakten zum ausgebrochenen und von unfähigen und arroganten Behörden getöteten Tiger in Deutschland und zur "Kuhattacke" mit Todesfolge in Österreich.
https://zoos.media/medien-echo/carmen-zander-tiger-tod-sandokan-wildtierblick/?fbclid=IwY2xjawR64_dleHRuA2FlbQIxMABicmlkETBkVFBtQ1VRb2c3UTFZSm41c3J0YwZhcHBfaWQQMjIyMDM5MTc4ODIwMDg5MgABHg3UAK4fFgTm7S832-cqBQzk00dYa1ohYdCaou-49bI8e0C8ZC4L6sBwGe2O_aem_YVe547DFhSDjLC8fE6ICPA

Tiger Sandokan erschossen: Der "Angriff", der keiner war. Wie Bürokratie und Ideologie den Tod des Tieres provozierten, erklärt Dr. Dörnath in ihrer Kolumne.

Nach all den giftigen Schlangen möchten wir Euch heute mal wieder eine ungiftige Natter vorstellen: Und zwar die Vietnam...
18/05/2026

Nach all den giftigen Schlangen möchten wir Euch heute mal wieder eine ungiftige Natter vorstellen: Und zwar die Vietnamesische Langnasennatter (Gonyosoma boulengeri), die trotz ihrer stattlichen Größe und ihres eindrucksvollen Erscheinungsbildes vergleichsweise selten besprochen wird.

Diese elegante Art, welche auch Boulengers Spitznasennatter und im Englischen u.a. „rhinoceros ratsnake“ genannt wird, gehört zu den sogenannten Rattenschlangen und fällt vor allem durch ihren schlanken Körperbau, ihre großen Augen und ihre hervorragenden Kletterfähigkeiten auf. Und natürlich durch die lange Nase. Irgendwoher müssen die Trivialnamen ja kommen ;-)

Das Verbreitungsgebiet der Vietnamesische Langnasennatter liegt, wie der Name schon vermuten lässt, in Teilen Südostasiens und Südchinas. Vorkommen gibt es unter anderem in China, insbesondere in den südlichen Provinzen Guangxi, Hainan, Yunnan, Guangdong und Guizhou, sowie in den nördlichen Regionen von Vietnam (z. B. in den Bergen von Tam Đảo) und möglicherweise angrenzenden Gebieten. Dort bewohnt die Art überwiegend feuchte, strukturreiche Waldlandschaften mit dichter Vegetation.

Ihr Habitat besteht vor allem aus subtropischen und tropischen Wäldern, häufig in hügeligen oder bergigen Regionen zwischen 300 und 1.100 m über dem Meeresspiegel. Besonders wichtig sind für diese Art Bäume und dichtes Geäst, denn die Schlange verbringt einen großen Teil ihres Lebens kletternd in Sträuchern und Ästen, lebt also in erster Linie „arboreal“.

Dabei bewegt sie sich erstaunlich geschickt und sicher auch in größerer Höhe. Gleichzeitig nutzt sie Felsspalten, Baumhöhlen oder dichte Vegetation als Rückzugsorte. Durch ihre grünliche bis gelblich und olivfarbene Färbung ist sie zwischen Blättern und Ästen hervorragend getarnt.

Mit einer Länge von häufig 1,1 bis über 1,6 Meter zählt die Vietnamesische Langnasennatter zu den größeren asiatischen Nattern. Trotz dieser Größe wirkt sie durch ihren schlanken Körper ausgesprochen elegant. Der Kopf ist deutlich vom Hals abgesetzt, die Augen sind groß und verleihen der Art einen sehr aufmerksamen Ausdruck. Wie viele baumbewohnende Schlangen besitzt sie einen langen Schwanz, der ihr beim Klettern zusätzliche Stabilität gibt.

In ihrer Ernährung ist die Art ein opportunistischer Räuber. Zur Beute gehören vor allem kleine Säugetiere (Nager wie Mäuse und Ratten), Vögel, Vogeleier und Echsen. Durch ihre gute Kletterfähigkeit kann sie auch Nester in Bäumen erreichen. Die Beute wird nicht durch Gift überwältigt, sondern durch schnelles Zupacken und Umschlingen festgehalten. Wie viele andere Rattenschlangen ist auch diese Art überwiegend tagaktiv und verlässt sich stark auf ihr gutes Sehvermögen.

Die bis zu einem Alter von ca. 9 bis 14 Monaten noch komplett grau gefärbten Jungtiere ernähren sich in der Natur oft bevorzugt von kleinen Fischen oder Kaulquappen

Bei Bedrohung zeigt die Vietnamesische Langnasennatter ein interessantes Verhalten: Sie kann den vorderen Körperbereich anheben, den Hals leicht verbreitern und versucht dadurch größer und bedrohlicher zu wirken. Gleichzeitig ist sie meist sehr schnell und fluchtbereit. Ihr schlanker Körperbau macht sie zu einer ausgesprochen agilen Schlange.

Wenn Ihr bis jetzt die ganze Zeit darauf gewartet habt, dass wie Euch die Funktion oder den Grund für die lange Nase erklären, müssen wir Euch leider etwas enttäuschen.

Die genaue biologische Funktion des flexiblen Schnauzenfortsatzes der vietnamesischen Langnasennatter ist wissenschaftlich bis heute nicht eindeutig geklärt. Da die Schlange wie alle anderen Arten ganz normal durch zwei Nasenlöcher atmet und ihre Zunge zum Riechen nutzt, handelt es sich bei dem „Horn“ um eine reine Gewebe- und Schuppenverlängerung.

Am wahrscheinlichsten ist, dass die verlängerte Schnauze eine Rolle bei der Tarnung spielen könnte. Der Kopf von Gonyosoma boulengeri wirkt durch die verlängerte Schnauze etwas „blattartiger“ oder erinnert an kleine Zweige. Gerade in Kombination mit der grünen Färbung kann das die Konturen der Schlange aufbrechen und sie zwischen Pflanzen weniger erkennbar machen.

Teilweise wird auch diskutiert, ob die Schnauzenform mit der Jagd auf Vögel und Nester zusammenhängen könnte, etwa um leichter in enge Nischen oder zwischen Äste zu gelangen. Dafür gibt es allerdings bisher keine eindeutigen Belege.

Interessant ist, dass ähnliche verlängerte Schnauzen unabhängig voneinander auch bei anderen baumbewohnenden Schlangen entstanden sind (konvergente Evolution). Das spricht dafür, dass diese Form tatsächlich einen Vorteil im Leben zwischen Ästen und dichter Vegetation bietet.

Entgegen dem äußeren Eindruck ist die Nase nicht hart oder knöchern wie das Horn eines Nashorns. Der Fortsatz besteht aus weichem, flexiblem Gewebe und ist mit normalen Schuppen bedeckt. Er kann bei Berührung oder beim Anstoßen an schadlos umknicken und dient evtl. auch als Tastorgan.

Sicher ist auf jeden Fall, dass der wissenschaftliche Name Gonyosoma boulengeri eine interessante Herkunft hat.

Der Gattungsname „Gonyosoma“ stammt aus dem Griechischen: gonia bedeutet „Winkel“ oder „Ecke“, während soma „Körper“ bedeutet. Dies bezieht sich auf die kantigen Bauchschuppen (Ventralia) der Gattung, die den Schlangen beim Klettern an Baumstämmen optimalen Halt bieten.

Mit dem Artnamen „boulengeri“ ehrte der Erstbeschreiber – der französische Herpetologe François Mocquarddes – 1897 den berühmten belgisch-britischen Zoologen und Herpetologen George Albert Boulenger, der im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert zahlreiche Reptilien und Amphibien wissenschaftlich beschrieb und die Herpetologie nachhaltig prägte. Die Endung „-i“ ist der Genitiv seines latinisierten Namens – wörtlich also „die Gonyosoma des Boulenger“.

Auch der weitere englische Trivialname „Boulenger’s Ratsnake“ übernimmt diese Widmung direkt.

So verbindet die Vietnamesische Langnasennatter viele Eigenschaften typischer asiatischer Baumnattern: große Beweglichkeit, hervorragende Tarnung, ausgeprägte Kletterfähigkeit und eine enge Bindung an feuchte Waldlebensräume. Gleichzeitig erinnert ihr Name bis heute an einen der bedeutendsten Herpetologen seiner Zeit.

Hinweis zum früheren Namen: Lange Zeit war die Art unter dem synonymen Gattungsnamen Rhynchophis boulengeri bekannt. Rhynchophis setzt sich aus Rhynchos ("Schnauze") und Ophis ("Schlange") zusammen – also wörtlich "Schnauzenschlange". 2014 wurde sie molekularbiologisch der Gattung Gonyosoma zugeordnet

Was ist Eure Meinung zur langen Nase? Findet Ihr sie interessant, attraktiv oder eher lustig?

Das Bild entstand übrigens nicht bei uns im Zoo, sondern in der Stuttgarter Wilhelma.

Nachdem wir uns letzte Woche mit einer Art aus den feuchten Wäldern Sri Lankas beschäftigt haben, „reisen“ wir diesmal i...
11/05/2026

Nachdem wir uns letzte Woche mit einer Art aus den feuchten Wäldern Sri Lankas beschäftigt haben, „reisen“ wir diesmal in deutlich trockenere Regionen. Heute geht es um eine kleine, aber hochgefährliche Wüstenviper: Die Arabische Sandrasselotter (Echis coloratus), die im englischen auch als „Painted Saw-scaled Viper“ bezeichnet wird.

Die Verbreitung dieser Art erstreckt sich über weite Teile des Nahen Ostens und angrenzender Regionen. Vorkommen gibt es unter anderem in Ägypten östlich des Nils, Israel, der Westbank, Jordanien, Teilen der Sinai-Region und angrenzenden Gebirgslandschaften sowie auf der arabischen Halbinsel in Saudi-Arabien, dem Jemen und im Oman. Anders als viele andere Vertreter der Gattung bevorzugt die Arabische Sandrasselotter eher felsige und gebirgige Regionen statt offener Sandwüsten. Sie kommt dort in Höhen von bis zu 2.500 m vor.

Ihr Lebensraum besteht überwiegend aus steinigen Halbwüsten, trockenen Gebirgshängen, Geröllfeldern und felsigen Schluchten. Dort nutzt sie Felsspalten, lockeres Geröll oder kleine Höhlungen als Verstecke. Die meist grau-braune bis rötliche Färbung mit unregelmäßigen hellen Zeichnungen sorgt für eine hervorragende Tarnung zwischen Steinen und verwittertem Untergrund. Besonders in den kühleren Abend- und Nachtstunden wird sie aktiv, während sie sich tagsüber meist verborgen hält.

Mit einer durchschnittlichen Länge von etwa 40 bis 60 cm (selten bis 80 cm) gehört die Arabische Sandrasselotter zu den kleineren Vipernarten. Trotz ihrer relativ geringen Größe gilt sie jedoch als äußerst wehrhaft und schnell. Charakteristisch für Vertreter der Gattung Echis sind die stark gekielten Schuppen an den Körperseiten. Reibt die Schlange diese in einer typischen S-förmigen Drohhaltung aneinander, entsteht ein auffälliges raschelndes Geräusch – ein Warnsignal, das oft schon vor einem möglichen Biss zu hören ist.

Die Nahrung besteht überwiegend aus kleinen Nagetieren, Echsen, kleinen Vö**ln sowie großen Gliederfüßern wie Skorpionen oder Insekten. Vor allem Jungtiere ernähren sich häufig stärker von wirbellosen Tieren, bevor größere Beute mit zunehmender Körpergröße wichtiger wird. Die Jagd erfolgt meist aus dem Hinterhalt: Gut getarnt wartet die Schlange regungslos, bis ein geeignetes Beutetier nahe genug herankommt.

Im Verhalten gilt die Arabische Sandrasselotter als ausgesprochen aufmerksam und defensiv. Sie ist sie sehr beweglich und kann überraschend schnell zuschlagen. Im Gegensatz zu vielen anderen Schlangen zieht sie sich bei Bedrohung nicht immer sofort zurück, sondern zeigt häufig ein deutliches Drohverhalten.

Das typische seitliche aneinander Reiben der Flankenschuppen, dem sie auch ihren Trivialnamen verdankt, dient vor allem dazu, Fressfeinde frühzeitig abzuschrecken und direkte Konfrontationen zu vermeiden. Man vermutet, dass diese Art der Warnung in ihren trockenen Lebensräumen einen großen Vorteil gegenüber der Erzeugung von Warnlauten durch das geöffnete Maul darstellt. Letzteres ist ein typisches Drohverhalten vieler anderer Arten (auch Vipern). Doch bei sehr trockener Luft kann dies zum Austrocknen der Schleimhäute im Maul und Rachenbereich führen, weshalb die Evolution der Sandrasselotter - genauso wie den Klapperschlangen Amerikas - wohl einen andere, sehr effektive Möglichkeit zu Drohen „geschenkt“ hat.

Das Gift der Arabische Sandrasselotter ist stark wirksam und medizinisch hochrelevant. Wie bei vielen Sandrasselottern wirkt es vor allem hämotoxisch und gerinnungshemmend. Bestandteile des Giftes greifen die Blutgerinnung an, schädigen Gefäße und können innere Blutungen verursachen. Abe auch zytotoxische Anteile, welche zum Absterben des umliegenden Gewebes führen, sind enthalten.

Einzigartig bei Echis coloratus ist die direkte Aktivierung von Schmerzrezeptoren (TRPV1-Kanäle) durch spezielle Gifteiweiße, welche zu fast augenblicklich einsetzenden, brennenden Schmerzen führen.

Paradoxerweise sorgen die sog. Prokoagulantien zuerst für zahlreiche kleine Blutgerinnseln Körper, die nur schwer aufgelöst werden können, was in weiterer Folge zu Schlaganfällen, Lungenembolien oder allgemeinen Thrombosen führen kann. In der Regel sind aber die inneren Blutungen, welche aus der sich anschließenden Störung (bis hin zum kompletten Verbrauchen) der Blutgerinnungsfaktoren folgt, das ernstere und akutere Problem.

Eine Behandlung mit einem passenden Antivenin ist in den meisten Fällen nötig. Dafür sind mehrere, sowohl polyvalente wie auch monovalente (siehe dazu auch unseren Artikel vom 29.04.2026, https://www.facebook.com/photo/?fbid=1574476401350001&set=pb.100063629680867.-2207520000), Antivenine auf dem Markt.

Typische Symptome nach einem Biss sind starke Schmerzen, Schwellungen, Blutgerinnungsstörungen und Gewebeschäden. In Regionen mit eingeschränkter medizinischer Versorgung gehören Arten der Gattung Echis insgesamt zu den medizinisch bedeutendsten Giftschlangen überhaupt. Oder mit anderen, etwas drastischeren Worten: Sie haben mit die meisten Menschen auf dem Gewissen.

Doch das Gift von Echis coloratus und anderen Vertretern der Sandrasselottern ist nicht nur hochgefährlich für uns Menschen, sondern auch hochinteressant für die Medizin und Forschung.

Die Forschung nutzt dabei die extreme Präzision, mit der die Giftmoleküle in die menschliche Blutgerinnung eingreifen.

Eine der wichtigsten Anwendungen in der Medizin ist das Enzym Ecarin, das ursprünglich aus dem Gift der Sandrasselotter isoliert wurde.

Es wird zur Überwachung der Wirkung von Medikamenten eingesetzt: Die Ecarin Clotting Time (ECT) wird weltweit in Laboren eingesetzt, um die Wirkung moderner Blutverdünner (direkte Thrombininhibitoren wie Dabigatran, Argatroban oder Hirudin) präzise zu messen.

Vorteil gegenüber Standardtests: Im Gegensatz zu herkömmlichen Tests wird die ECT nicht durch Heparin beeinflusst, was sie zu einem unverzichtbaren Spezialtest für Patienten macht, die komplexe Kombinationen von Gerinnungshemmern erhalten.

Auch für die Krebsforschung und Erforschung der Zellbiologie spielt Echis-Gift eine Rolle.
Es enthält Proteine aus der Familie der Disintegrine (wie z. B. Echistatin), die eine faszinierende Eigenschaft haben: Sie verhindern, dass Zellen aneinander haften. Forscher untersuchen diese Moleküle, um das Wandern von Krebszellen (Metastasierung) zu stoppen.
Und bestimmte andere Bestandteile könnten das Wachstum neuer Blutgefäße in Tumoren unterdrücken und diese so "aushungern"

Darüber hinaus spielt das Gift eine Rolle bei der Entwicklung neuer Herz-Kreislauf-Medikamente. Da es so effektiv Blutgerinnsel provoziert oder verhindert, dient es als Blaupause für neue Medikamente gegen Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Der wissenschaftliche Name Echis coloratus beschreibt die Art recht treffend. Der Gattungsname „Echis“ stammt vom altgriechischen Wort ἔχις (échis) ab, was schlicht "Viper" oder "Otter" bedeutet. In der griechischen Antike wurde dieser Begriff allgemein für Giftschlangen verwendet.

Die Gattung wurde übrigens 1820 offiziell von dem deutschen Zoologen Blasius Merrem eingeführt.

Der Artname „coloratus“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „gefärbt“ oder „bunt“. Gemeint ist damit die oft kontrastreiche und variable Zeichnung der Tiere, die je nach Herkunftsregion unterschiedlich intensiv ausfallen kann.

Auch der englische Name „Painted Saw-scaled Viper“ nimmt direkt Bezug auf zwei typische Merkmale: Zum einen auf die besondere Färbung, zum anderen auf die charakteristischen gekielten Schuppen, mit denen die Tiere ihr sägendes/rasselndes Warngeräusch erzeugen können.

So zeigt die Arabische Sandrasselotter eindrucksvoll, dass selbst kleinere Schlangen hervorragend an extreme Lebensräume angepasst sein können – mit perfekter Tarnung, effizienter Jagdstrategie und einem der wirkungsvollsten Gifte innerhalb der Familie der Vipern (Viperidae).

Adresse

Vorwald 83
Patergassen
9564

Öffnungszeiten

Dienstag 10:00 - 17:00
Mittwoch 10:00 - 17:00
Donnerstag 10:00 - 17:00
Freitag 10:00 - 17:00
Samstag 10:00 - 17:00
Sonntag 10:00 - 17:00

Telefon

+436763747807

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Reptilienzoo Nockalm erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Service Kontaktieren

Nachricht an Reptilienzoo Nockalm senden:

Teilen

Kategorie