Trigonale - Festival der Alten Musik

Trigonale - Festival der Alten Musik ALTE MUSIK. NEUE MUSIK. ÜBERRASCHUNG. FREIE PLATZWAHL. RATHAUS ST. VEIT. SEPTEMBER. MATINEE

27/08/2026

Konzert 6:
MINUS EST PLUS
Stiftskirche St. Georgen/Längsee
SA, 05.09. | 19 Uhr

Wer von uns denkt beim Hören von klassischer Musik an den Gregorianischen Choral? Wohl kaum jemand! Dabei bildet dieser das Fundament unserer abendländischen Musikkultur und fasziniert auch noch 1.300 Jahre nach seiner Entstehung. Und das, obwohl er sich nur weniger Töne bedient, ganz ohne Instrumentalbegleitung auskommt und in ruhigem Tempo vorgetragen wird. Vielleicht liegt es gerade an dieser absoluten Reduktion der Mittel, die in krassem Gegensatz zu unserem oftmals überladenen Leben und hektischen Alltag steht …

Johan Helmich Roman (1694–1758) gilt nicht nur als einer der bedeutendsten schwedischen Komponisten seiner Zeit, er war auch ein Virtuose auf der Violine. Aus seinem OEuvre sind uns etwa 20 Werke für Violine solo – genannt Assaggi (zu Deutsch: Kostprobe oder Experiment) – überliefert. Er selbst bediente sich dieser, um sein Spiel auf der Violine zu erforschen und zu verbessern. Alison Luthmers, kanadisch-amerikanische Musikerin mit Wahlheimat Schweden, verstand die Werkbezeichnung Assaggi gewissermaßen als Einladung, es dem Komponisten gleichzutun.

Es braucht nicht immer viele Stimmen und groß besetzte Ensembles, denn nicht selten zeigt sich: Weniger ist mehr.

GRACES & VOICES
Antanina Kalechyts
Adrija Čepaite
Aliona Kalechyts-Pietrowskaja
Laine Tabora
Jasmin Vorhauser

Alison Luthmers – Violine

26/08/2026

KONZERT 5:
LONDON IS THE PLACE TO BE
Musikalischer Hotspot des Barocken Europas

Rathaus St. Veit/Glan
FR, 04.09. | 19 Uhr

Spätestens zu Beginn des 18. Jahrhunderts – verbunden mit dem Aufstieg des britischen Empires zur bestimmenden Kolonialmacht – setzte eine Entwicklung ein, die sich durchaus günstig auf das musikalische Leben Londons und darüber hinaus auswirken sollte: Das aufstrebende Bürgertum wollte unterhalten werden und verlangte nach Konzerten und Opernaufführungen. Dies führte wiederum dazu, dass die Metropole an der Themse für Musikschaffende mehr und mehr zum „place to be“ avancierte, auch zahlreiche Komponisten aus dem europäischen Ausland anzog und somit zu einem wahren Schmelztiegel barocker Musikkultur wurde.

Georg Friedrich Händel (1685–1759) ist mit Sicherheit der prominenteste unter jenen, für die England zur zweiten Heimat wurde. Doch auch die beiden Komponisten Francesco Geminiani (1687–1762) und Muzio Clementi (1752– 1832) sollten der englischen Musik ihren – vornehmlich italienischen – Stempel aufdrücken und so die weitere Entwicklung der englischen Musik maßgeblich beeinflussen.

Überdies erklingen an diesem Abend Werke ihrer englischen Musikerkollegen William Boyce (1711–1779) und Charles Avison (1709–1770). Letzterer übrigens einer der zahlreichen Schüler F. Geminianis.

Anna Dennis – Sopran
Kinga Ujszaszi, Judith Steenbrink – Violine
Danka Nikolic – Viola
Emma Black – Oboe
Majella Münz – Cello
Elisa La Marca – Theorbe
Christine Sticher – Violone
Johanna Soller – Cembalo & Orgel

www.trigonale.com/p/p4.mp4SO, 05.07. | 20 UhrRappresentatione di Anima et di CorpoKonzert 04Ob Emilio de’ Cavalieris Rap...
05/07/2026

www.trigonale.com/p/p4.mp4

SO, 05.07. | 20 Uhr
Rappresentatione di Anima et di Corpo
Konzert 04

Ob Emilio de’ Cavalieris Rappresentatione di Anima et di Corpo (1600) tatsächlich als erste Kirchenoper bezeichnet werden kann, darüber lässt sich trefflich streiten. Als gesichert gilt jedenfalls, dass es sich hierbei um einen Meilenstein der Musikgeschichte handelt, markiert das Werk doch den Wendepunkt zwischen Mysterienspiel und frühbarocker Oper.

Der Inhalt des Spiels von Seele und Körper, so der Titel im Deutschen, ist rasch erzählt: Seele (Anima) und Körper (Corpo) sind sich uneins darüber, ob der wahre Ort des Friedens denn nun hier auf Erden oder aber im Himmel zu finden sei. In ihrem Disput treffen sie auf zahlreiche allegorische Figuren (Zeit, Lust, Verstand, guter Rat), die sie in ihrer Entscheidung zu beeinflussen versuchen. Am Ende tragen Verstand und guter Rat den Sieg davon: Das weltliche Leben wird als Vorort der Hölle entlarvt, der Weg ins himmlische Paradies verbleibt als einzig anzustrebendes Ziel.

Im heiligen Jahr 1600 in Rom uraufgeführt, entfaltet sich das Werk als zutiefst menschliche Reflexion über Wahlmöglichkeiten und das Ringen um ein authentisches Leben in einer chaotischen und verführerischen Welt – Themen von zeitloser Aktualität.

Das Team um Emilė Ribokaitė präsentiert die Rappresentatione als szenische Produktion. Musikalisch fühlen sich die Künstlerinnen und Künstler der historisch informierten Aufführungspraxis verpflichtet; die Inszenierung hingegen greift nicht nur auf Schauspieltraditionen des 16. und 17. Jahrhunderts zurück, sondern lässt sich auch von zeitgenössischer Kunst inspirieren. Ganz bewusst wird auf eine – vordergründig – religiöse Darstellung verzichtet, um die Handlung über konfessionelle Grenzen hinaus wirken zu lassen.

Diese Produktion ist das künstlerische Abschlussprojekt von Emilė Ribokaitė, mit dem sie ihren Masterstudiengang Musik und Szene in Transformation an der Musik-Akademie Basel beendet. Unterstützt wird sie dabei von einem internationalen Ensemble aus jungen Musikerinnen und Musikern, allesamt Absolventinnen und Absolventen der Schola Cantorum Basiliensis. Emilė Ribokaitė ist nicht zum ersten Mal bei uns zu Gast – bereits 2024 begeisterte sie unser Publikum gemeinsam mit Kolleginnen mit dem Projekt Quiet Songs in der Seminarkirche Tanzenberg.

03/07/2026
14/06/2026

KONZERT 04
Rappresentatione di Anima et di Corpo
Emilio de’ Cavalieri (ca. 1550–1602)

Ob Emilio de’ Cavalieris Rappresentatione di Anima et di Corpo (1600) tatsächlich als erste Kirchenoper bezeichnet werden kann, darüber lässt sich trefflich streiten. Als gesichert gilt jedenfalls, dass es sich hierbei um einen Meilenstein der Musikgeschichte handelt, markiert das Werk doch den Wendepunkt zwischen Mysterienspiel und frühbarocker Oper.

Der Inhalt des Spiels von Seele und Körper, so der Titel im Deutschen, ist rasch erzählt: Seele (Anima) und Körper (Corpo) sind sich uneins darüber, ob der wahre Ort des Friedens denn nun hier auf Erden oder aber im Himmel zu finden sei. In ihrem Disput treffen sie auf zahlreiche allegorische Figuren (Zeit, Lust, Verstand, guter Rat), die sie in ihrer Entscheidung zu beeinflussen versuchen. Am Ende tragen Verstand und guter Rat den Sieg davon: Das weltliche Leben wird als Vorort der Hölle entlarvt, der Weg ins himmlische Paradies verbleibt als einzig anzustrebendes Ziel.

Im heiligen Jahr 1600 in Rom uraufgeführt, entfaltet sich das Werk als zutiefst menschliche Reflexion über Wahlmöglichkeiten und das Ringen um ein authentisches Leben in einer chaotischen und verführerischen Welt – Themen von zeitloser Aktualität.

Das Team um Emilė Ribokaitė präsentiert die Rappresentatione als szenische Produktion. Musikalisch fühlen sich die Künstlerinnen und Künstler der historisch informierten Aufführungspraxis verpflichtet; die Inszenierung hingegen greift nicht nur auf Schauspieltraditionen des 16. und 17. Jahrhunderts zurück, sondern lässt sich auch von zeitgenössischer Kunst inspirieren. Ganz bewusst wird auf eine – vordergründig – religiöse Darstellung verzichtet, um die Handlung über konfessionelle Grenzen hinaus wirken zu lassen.

Diese Produktion ist das künstlerische Abschlussprojekt von Emilė Ribokaitė, mit dem sie ihren Masterstudiengang Musik und Szene in Transformation an der Musik-Akademie Basel beendet. Unterstützt wird sie dabei von einem internationalen Ensemble aus jungen Musikerinnen und Musikern, allesamt Absolventinnen und Absolventen der Schola Cantorum Basiliensis. Emilė Ribokaitė ist nicht zum ersten Mal bei uns zu Gast – bereits 2024 begeisterte sie unser Publikum gemeinsam mit Kolleginnen mit dem Projekt Quiet Songs in der Seminarkirche Tanzenberg.

07/05/2026

O splendidissima gemma
Musik aus der Zeit der großen Mystikerin
Wir schreiben das Jahr 1098. Die Zeit der Ritter und Burgen, der Kreuzzüge und des Minnesangs. In Bermersheim nahe Worms wird einer Adelsfamilie als zehntes Kind eine Tochter geboren, die gemäß dem Brauch der Zeit ihr Leben der Kirche widmen sollte. Viele Jahre später schrieb die inzwischen Erwachsene in ihrer Autobiografie:

„… und meine Eltern weihten mich Gott unter Seufzern, und in meinem dritten Lebensjahr sah ich ein so großes Licht, daß meine Seele erzitterte …“

Die Rede ist von – wie Sie vielleicht schon vermutet haben – Hildegard von Bingen, die noch heute als größte Vertreterin der Deutschen Mystik des Mittelalters gilt. In die Zeit ihres Wirkens als Nonne, Priorin und Äbtissin fiel auch die Hochblüte des Zisterzienserorden, welcher just in jenem Jahr seine Gründung erfuhr, in dem Hildegard geboren wurde.

Im Zentrum des Programms steht Musik von Hildegard, darunter Werke zu Ehren der heiligen Ursula und Auszüge aus ihrem Mysterienspiel Ordo virtutum. Überdies erklingen Stücke, die in den Archiven der Zisterzienserklöster Beaupré, Herkenrode, Salzinnes und Marcheles-Dames im heutigen Belgien zu finden und zum Teil Hildegards Zeitgenossen Bernhard von Clairvaux (1090–1153) gewidmet sind. Dieser war nicht nur einer der bedeutendsten Vertreter des Zisterzienserordens, sondern stand zeitweise auch mit Hildegard in engem brieflichen Austausch und war nicht unbedeutend für die Anerkennung von Hildegards Schaffen.

PSALLENTES
Hanna Al-Bender, Katelijne Malomgré,
Barbara Somers, Sarah Van Mol,
Kerlijne Van Nevel, Renate Weytjens, Clare Wilkinson
Hendrik Vanden Abeele – Leitung

06/05/2026

Konzert 03: O splendidissima Gemma

Musik aus der Zeit der großen Mystikerin
Wir schreiben das Jahr 1098. Die Zeit der Ritter und Burgen, der Kreuzzüge und des Minnesangs. In Bermersheim nahe Worms wird einer Adelsfamilie als zehntes Kind eine Tochter geboren, die gemäß dem Brauch der Zeit ihr Leben der Kirche widmen sollte. Viele Jahre später schrieb die inzwischen Erwachsene in ihrer Autobiografie:

„… und meine Eltern weihten mich Gott unter Seufzern, und in meinem dritten Lebensjahr sah ich ein so großes Licht, daß meine Seele erzitterte …“

Die Rede ist von – wie Sie vielleicht schon vermutet haben – Hildegard von Bingen, die noch heute als größte Vertreterin der Deutschen Mystik des Mittelalters gilt. In die Zeit ihres Wirkens als Nonne, Priorin und Äbtissin fiel auch die Hochblüte des Zisterzienserorden, welcher just in jenem Jahr seine Gründung erfuhr, in dem Hildegard geboren wurde.

Im Zentrum des Programms steht Musik von Hildegard, darunter Werke zu Ehren der heiligen Ursula und Auszüge aus ihrem Mysterienspiel Ordo virtutum. Überdies erklingen Stücke, die in den Archiven der Zisterzienserklöster Beaupré, Herkenrode, Salzinnes und Marcheles-Dames im heutigen Belgien zu finden und zum Teil Hildegards Zeitgenossen Bernhard von Clairvaux (1090–1153) gewidmet sind. Dieser war nicht nur einer der bedeutendsten Vertreter des Zisterzienserordens, sondern stand zeitweise auch mit Hildegard in engem brieflichen Austausch und war nicht unbedeutend für die Anerkennung von Hildegards Schaffen.

Am ersten Mai-Wochenende entführten uns die Musiker:innen der  Konzerte 01 & 02 der trigonale 2026 in den verzauberten W...
06/05/2026

Am ersten Mai-Wochenende entführten uns die Musiker:innen der Konzerte 01 & 02 der trigonale 2026 in den verzauberten Wald. Sie überraschten uns mit einer besonderen Zugabe! Bezaubernd!

Zum Nachhören: www.trigonale.com/p/ecpd1.mov

Adresse

Winklern 17
Maria Saal
9063

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