26/02/2026
In den letzten Wochen beobachten wir mit großer Sorge eine Entwicklung, die uns als reisendes Zirkusunternehmen tief bewegt: Immer mehr Zirkusse entscheiden sich dazu, ihre Tiere aus dem Programm zu nehmen und sich vollständig von der Tierhaltung zu verabschieden. Was für manche nach einem modernen Schritt klingt, bedeutet für viele traditionelle Zirkusfamilien jedoch einen schmerzhaften Verlust eines jahrhundertealten Kulturgutes. Der klassische reisende Zirkus, wie wir ihn kennen und lieben, war schon immer eine harmonische Verbindung aus Artistik, Musik, Humor – und vor allem aus der faszinierenden Zusammenarbeit zwischen Mensch und Tier.
Tiere sind nicht irgendein Programmpunkt. Sie sind der größte, älteste und zugleich traditionellste Bestandteil eines reisenden Zirkusunternehmens. Seit Generationen wachsen Zirkuskinder mit Pferden, Kamelen, Hunden oder anderen Tieren auf. Diese Tiere sind keine Requisiten, sondern Familienmitglieder, die von klein auf umsorgt, gepflegt und mit Respekt behandelt werden. Zwischen Tier und Trainer entsteht über Jahre hinweg ein Vertrauensverhältnis, das auf täglicher Fürsorge, Geduld und Hingabe basiert. Genau dieses besondere Zusammenspiel ist es, das das Publikum seit jeher begeistert und berührt.
Wenn Tiere aus dem Zirkus verschwinden, verschwindet damit auch ein Stück lebendige Tradition. Der reisende Zirkus war immer ein Ort, an dem Menschen Tiere hautnah erleben konnten – mit Staunen, Respekt und Bewunderung. Für viele Kinder ist der erste bewusste Kontakt mit einem Pferd, einem Kamel oder einem anderen Zirkustier ein unvergesslicher Moment. Diese Begegnungen prägen Erinnerungen fürs Leben und schaffen eine emotionale Verbindung, die weit über eine reine Vorstellung hinausgeht.
Natürlich verändert sich die Zeit, und auch der Zirkus muss sich weiterentwickeln. Doch Weiterentwicklung bedeutet nicht, seine Wurzeln abzuschneiden. Vielmehr sollte sie bedeuten, Bewährtes verantwortungsvoll fortzuführen, Tierhaltung transparent zu gestalten und hohe Standards in Pflege, Unterbringung und Training einzuhalten. Ein moderner Zirkus kann Tradition und Verantwortung miteinander verbinden.
Daher hoffen wir von Herzen, dass andere Zirkusunternehmen weiterhin fest zusammenhalten. Dass sie mutig zu ihrer Tradition stehen, den Bestand ihrer Tiere selbstverständlich erhalten und – wo es möglich und verantwortbar ist – sogar erweitern. Denn nur gemeinsam kann die klassische Zirkuskultur bewahrt werden. Es braucht Zusammenhalt, Stolz auf die eigene Geschichte und das klare Bekenntnis zu dem, was den reisenden Zirkus seit Generationen ausmacht.
Für uns steht fest: Tiere sind das Herz des traditionellen Zirkus. Sie sind sein Ursprung, seine Seele und sein stärkster Ausdruck von Lebendigkeit. Ein reisender Zirkus ohne Tiere verliert einen wesentlichen Teil seiner Identität. Denn ein Zirkus ohne Tiere ist kein Zirkus.
An alle Circusfreunde bitte Teilen!!!!!!!