Zur Leonart 2011 (23.9.2011 bis 9.10.2011, Thema: "Ungehorsam") wird pH2 nach dem Vorbild der 70er- und 80er-Jahre den Peinherrnhof in ein "besetztes Haus" verwandeln und darin einen "Widerstand-Erlebnis-Park" errichten. Das pH2-Projekt zur Leonart 2011 (www.leonart.at) mit dem Thema "Ungehorsam"
KURZ GESAGT
Die „Wunderbare Welt des Widerstands“ schlachtet gewissenlos vor allem die bewegte Zeit
der 60er, 70er und frühen 80er-Jahre aus und gestaltet daraus einen „Erlebnispark“, der skurril-infotainmentmäßig durch verschiedene legendäre Widerstandsbewegungen führt und schließlich im wichtigsten Teil einer jeden Ausstellung endet - im Museums-Shop, in welchem wacker versucht wird, den Besuchern mit Hilfe großer Mengen sündteuren und geschmacklosen Krams das Geld aus der Tasche zu ziehen. PHILOSOPHIE
Die „Wunderbare Welt des Widerstands“ zieht über die übergriffige Unart her, buchstäblich alles zu musealisieren, je nach Bedarf zu verfälschen und zu kommerzialisieren. Durch die gnadenlose Vermarktung des Widerstands im Erlebnispark (nach den Vorbildern Disneyland oder Europapark) richtet sich die bissige Satire automatisch nicht gegen jene, die damals aus einer legitimen Überzeugung heraus Widerstand geleistet haben, sondern verspottet vielmehr jene, die heute nicht nur Klischees ausbeuten, sondern permanent mit der Schaffung von Klischees befasst sind, bzw. jene, die dankbar und unreflektiert ihre Sensationslust und ihr „Fun“-Bedürfnis vom Zynismus der Vermarkter bedienen lassen. Seriöse Information und historische Fakten treten dabei in den Hintergrund zu Gunsten publikumswirksamer Gags. INHALT
Der Peinherrnhof wird zum besetzten Haus. An der Fassade hängen Transparente mit allerlei abstrusen Forderungen. Im Inneren finden die Besucher eine Ausstellung, in der sie sich an den verschiedenen Stationen des Widerstands in wilden Verkleidungen und Posen fotografieren lassen können - als Demonstranten mit Natojacke und Palästinensertuch, als „Emanze“ mit lila Latzhose, als Polizist mit erhobenem Schlagstock, als an einen Baum gekettete Au-Besetzer, als RAF-Entführungsopfer, als wilder böser Punk, als bekiffter Hippie etc.) Filme, Poster, Schautafeln und diverse Exponate erzählen davon, wie hart und brutal es damals in den „Kommunen“ zuging, was die Lila Latzhosen wirklich vor uns verbargen, warum Che Guevara bis heute Erdbeben und Tsunamis auslöst, seit wann die Atomkraftgegner auf dem Holzweg sind, und von vielen weiteren nun endlich gelüfteten Geheimnissen. Nach ihrem abenteuerlichen Rundgang können die Besucher Café und Shop besuchen, wo sie sich bei einem Molotow-Cocktail stärken und außerdem auch noch echte Widerstands-Reliquien erstehen können, wie zum Beispiel angebrannte Autoreifen von den Pariser Studentenkämpfen, Knochen von Che Guevara, Krawatten aus der Schulzeit von Jack Kerouac, Timothy Learys Sh*tpfeifen, versiffte Hainburger Aubesetzer-Jeans, ein Zahnbürstl von Günther Nenning, Pflastersteine mit original Polizistenblut, aber auch Sticker und T-Shirts mit unartigen Sprüchen und vieles mehr. Außerdem finden in der „Wunderbaren Welt des Widerstands“ neben den normalen Öffnungszeiten auch punktuell einzelne Veranstaltungen statt - siehe pH2-Homepage www.ph2.at