03/09/2026
"Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann."
– deutsches Sprichwort
Unterschiedliche Menschen bringen unterschiedliche Erwartungen mit.
Der Auftraggeber möchte das eine, der Fachbereich braucht etwas anderes, die Projektleitung hat Prioritäten – und irgendwo dazwischen soll möglichst alles gleichzeitig funktionieren.
Es allen recht machen zu wollen, ist ein guter Vorsatz.
In der Praxis kann er aber dazu führen, dass Entscheidungen hinausgeschoben, Prioritäten verwässert oder Grenzen immer weiter verschoben werden.
Gute Zusammenarbeit bedeutet nicht, jeden Wunsch erfüllen zu müssen.
Die eigentliche Kunst liegt darin, unterschiedliche Interessen ernst zu nehmen, Spielräume zu nutzen - und trotzdem zu erkennen, wann eine Grenze erreicht ist.
Entgegenkommen ist wichtig. Flexibilität auch.
Aber beides funktioniert nur, solange daraus nicht ein ständiges Nachgeben wird.
Gute Zusammenarbeit heißt auch, freundlich und klar zu sagen:
Das geht. Das geht anders. Oder: Das geht so nicht.
Klarheit ist nicht das Gegenteil von Entgegenkommen. Sie ist erst die Voraussetzung dafür, dass Zusammenarbeit funktioniert.
Grenzen zu ziehen ist dabei vielleicht nicht immer angenehm – aber oft notwendig, damit Zusammenarbeit auf Dauer funktioniert.
Wie weit versucht Ihr, es allen recht zu machen?
Und wo zieht Ihr Eure Grenzen?