14/11/2017
ein leeres Blatt ... ein richtig großes leeres Blatt Papier ... und Farben ... viele Farben.
So fängt das "begleitete Malen" jedes Mal für mich an. Spannung auf das Kommende und ein wenig Ratlosigkeit, was ich machen soll. Doch wenn ich es schaffe, mich auf mich selbst zu konzentrieren, meine Gedanken zu leeren, dann fängt es wie von selbst an ...
meine Hände finden Farben, automatisch, ohne Plan, ohne Konzept, ohne Vorhaben ... hier geht es nicht um den künstlerischen Anspruch, Umsetzung von Konkretem, von Dingen oder Begreifbarem, hier geht es nicht um detailgetreues Darstellen ... es geht um mich, um meine Gefühle, meine Emotionen ... und zum Ausdruck bringe ich sie mit meinen Händen, meinen Fingern, auf ein Blatt, mit Farbe.
am Anfang steht das Blatt, hoch oder quer, scheint eine einfache Entscheidung, meistens, aber nicht immer ... und dann die Farben, was wähle ich, "nach welcher Farbe steht mir der Sinn"? da gibt es einfache Farben, Blau ist für mich eine einfache Farbe, die geht eigentlich immer, automatisch greife ich zu Blau wenn ich auf Nummer sicher gehen möchte, wenn ich mich wohlfühlen möchte ... Evelyn nennt meine Blaumalereien "sälbla" und genau das ist es, ich streichle das Bild und auch meine Seele ... Blau tut mir gut.
Aber Blau geht nicht immer, weil auch im richtigen Leben nicht immer alles leicht geht. Dann überrumpeln mich andere Farben ... Grün zum Beispiel ... wobei Grün geht auch recht gut, Grün ist ein wenig wie Blau ... aber Rot ist schwierig. Manchmal, wie auf diesem Bild, steht Rot am Anfang. Wie ein lästiger roter Pickel ... ich kann nicht daran vorbei, ich kann es nicht übersehen, dieser rote Punkt muss aufs Blatt. Aber dann braucht mein Rot, dieser lästige rote Punkt, zu mehr hatte ich nicht den Mut gefunden, erstmal "a Sälble" ... und ich streichle und schmiere und finde innere Ruhe mit "meinem Blau" ... ganz leicht geht das ... aber letztendlich will alles ans Licht ... auch mein Rot.
Es geht um den Weg ... von Rot zum Blau und wieder zum Rot ... und dann wird daraus befreiendes, strahlendes Gelb. Der Weg ist dabei das wichtige ... fällt es mir schwer, die Farben aufs Papier zu bringen? Wie fühle ich mich dabei? Manchmal zögere ich - nicht bei Blau, Blau geht immer. Aber bei Rot! Manchmal nähere ich mich nur langsam an unliebsame Farben, die doch eigentlich Zonen meiner Gedanken und Gefühlswelt sind. Manchmal brauche ich klare Grenzen, verschwommene Grenzen stören mich, manchmal fließen Farben ineinander und vermischen sich. Manchmal nehme ich 2, 3, 4 Farben in die Hand ... und kann mich doch nicht entscheiden ... aber immer geht es um mich!
Das Sichere, das Gute dabei ist, dass ich nicht analysiert werde. Auch meine "Bildhebamme" Evelyn lässt mein Bild stehen ... sie hat ihm mit auf die Welt geholfen, mit kleinen Fragen um mein Befinden, mit winzigen aber durchaus angenehmen und hilfreichen Bemerkungen zu meinem Zaudern und Zögern lenkt sie meine Aufmerksamkeit auf Dinge, die nur ich erkennen kann. Nichts wird analysiert, nichts wird bewertet. Es geht um das Tun, nicht um das Ergebnis, es geht um mich, nicht um das Gemalte.
Und wenn ich fertig bin? Dann packen wir mein Bild weg ... das sind keine Bilder zum Aufhängen ... das Bild verschwindet in "meiner" Mappe ... aber trotzdem ist es da und schwingt nach, schleicht sich in meine Träume, macht im Ausdruck jede Menge Eindruck. Und es verändert, klärt, bringt manchmal auch Erkenntnisse ... aber eben nur mir.
So ist "begleietetes Malen" für mich. Manchmal ist es einfacher, manchmal holpert es mehr ... aber immer ist es die Reise wert!
Wenn ihr jetzt Lust auf "eure innere Reise" habt - wir treffen uns am 15. und 22. November von 19.30 bis 21.30 in der MALwine. Einen dritten Termin vereinbaren wir noch gemeinsam.
Kosten: 30,-/Abend
Die Abende können auch einzeln gebucht werden - doch ein Einzelabend ist weniger Reise, sondern eher ein Kurztripp ;o).
Bitte um eure Anmeldung mit PN oder an [email protected]