15/10/2026
Der Kompressor reagiert auf alles, was in ihn hineingeht, auch auf die Frequenzen, die du im Mix gar nicht haben willst. Hat eine Spur zum Beispiel Rumpeln im Tiefbass, einen dröhnenden Bereich um 200 bis 300 Hz oder eine einzelne laute Resonanz, dann bringen genau diese Anteile den Kompressor zum Arbeiten. Er drückt dann die ganze Spur runter, weil irgendwo unten etwas pumpt, das man kaum hört. Die Kompression klingt dadurch ungleichmäßig, sie greift im falschen Moment zu und kann sogar unschönes Pumpen erzeugen.
Räumst du vorher mit dem EQ auf, also mit einem Low-Cut-Filter gegen das Rumpeln und mit Absenkungen gegen störende Frequenzen, bekommt der Kompressor nur noch das Signal, das wirklich zählt. Er reagiert dann auf den eigentlichen Sound, zum Beispiel auf die Stimme oder den Punch der Kick, und arbeitet gleichmäßiger und natürlicher. Deshalb gilt als Faustregel, dass man vor dem Kompressor mit dem EQ wegschneidet.
Ein zweiter Grund betrifft Anhebungen. Hebst du vor dem Kompressor einen Bereich an, wird dieser Bereich lauter und der Kompressor drückt ihn zum Teil wieder zurück, sodass ein Teil deiner Arbeit verloren geht. Deshalb setzen viele zusätzlich einen zweiten EQ hinter den Kompressor, mit dem sie den Sound färben, etwa mit mehr Glanz in den Höhen. Daraus ergibt sich die gängige Reihenfolge: vor dem Kompressor wird weggeschnitten, nach ihm wird geformt.
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