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Engadin Festival Vom 27. Juli bis 9. August 2024 findet zum 84. Mal das Engadin Festival an den schönsten Orten des Oberengadins statt.

Historische Kirchen und stilvolle Hotelsäle bieten den stimmungsvollen Rahmen für Konzerte mit Weltklassekünstlern in familiärem Rahmen.

Traditioneller Schlusspunkt mit leuchtender QuartettkunstSeit vielen Jahren bildet der Auftritt eines Streichquartetts v...
08/08/2026

Traditioneller Schlusspunkt mit leuchtender Quartettkunst

Seit vielen Jahren bildet der Auftritt eines Streichquartetts von Weltklasse in der Kirche San Gian (Sankt Johannes) Celerina den Abschluss des Engadin Festivals, man denke etwa nur an die Auftritte des Quartetto di Cremona oder des Belcea Quartetts.
Auch diesmal erwies sich die auf romanischen Mauern basierende Kirche aus dem 15. Jahrhundert mit ihren Fresken, der handbemalten Holzdecke und ihrer warmen, klaren Akustik als idealer Ort für diese intimste Form der Kammermusik.
Der bis auf den letzten Platz besetzte Raum verlieh dem Konzert von Beginn an eine erwartungsvolle, beinahe feierliche Atmosphäre.

Der ungewöhnliche Name des Chiaroscuro-Quartetts stammt von der gleichnamigen barocken Hell-Dunkel-Maltechnik (Chiaroscuro ital. für „hell-dunkel“) und ist für das Quartett gleichsam Programm, spielt es doch mit historischen Bögen auf Darmsaiten und erreicht ein überaus kontrastreiches Klangbild in Werken der Klassik und Frühromantik. So auch an diesem gewittrigen Spätnachmittag im Oberengadin.
Alina Ibragimova und Charlotte Saluste-Bridoux (Violinen), Emilie Hörnlund (Viola) sowie Claire Thirion am Violoncello fesselten das aufmerksame Publikum von allem Anfang an.

Mit Haydns Streichquartett g-Moll op. 20 „Sonnenquartett Nr. 3“ (benannt nach einem die Erstausgabe schmückenden kunstvollen Stich) eröffneten die vier Musikerinnen das Programm.
Es folgte Beethovens letztes, ein Jahr vor seinem Tod geschriebene Streichquartett F-Dur op. 135. Dessen scheinbare Schlichtheit wurde überzeugend interpretiert. Der berühmte Schlussatz, zuerst eher ernst, gar sperrig, löste sich zur Begeisterung des Publikums mitreissend in tänzerischer Freude auf.

Der zweite Teil nach der Pause stand ganz im Zeichen von Mendelssohns Streichquartett a-Moll op. 13. Im frühen, jugendlichen Werk des Achtzehnjährigen konnte das Quartett seine ganze Ausdruckspalette entfalten. Leidenschaftliche Ausbrüche wechselten mit innigen Passagen, während derer die vier Musikerinnen jederzeit aufmerksam aufeinander hörten, blickten, miteinander atmeten. Wie temperamentvoll etwa das Allegro vivace, bezaubernd das fein gestaltete Adagio, herrlich spielerisch das Intermezzo, brausend das Presto.
Der stürmische, kaum enden wollende Applaus war mehr als verdient.

Genauso aber auch die Dankbarkeit und Wertschätzung des Publikums, welche den Hauptverantwortlichen des Festivals beim Ausgang entgegengebracht wurden.
Was Intendant Jan Schultsz, Geschäftsführerin Martina Rizzi und Dramaturgin Nina Debrunner mit einem Team von vielen weiteren guten Geistern, trotz im Vergleich mit anderen Festivals ungleich geringeren finanziellen Mitteln, Jahr für Jahr zustande bringen, ist bewunderns- und aller Ehren wert.

Das 86. Engadin Festival findet vom 31. Juli - 13. August 2027 statt.Für dieses ist die Messlatte nach dem Jubiläumsfestival hoch angesetzt.
Vorher aber werden im Winter noch die vier, einmal mehr ausgezeichnet besetzten Piano Days zu geniessen sein. (hsr)

PhotosMarco Cadonau
Engadin Celerina

Alte Musik für BarockgourmetsDa freute sich aber eine halbe Stunde vor Konzertbeginn der Intendant, gut gelaunt draussen...
06/08/2026

Alte Musik für Barockgourmets

Da freute sich aber eine halbe Stunde vor Konzertbeginn der Intendant, gut gelaunt draussen vor der Eingangstüre mit den in einer langen Schlange wartenden Besuchern plaudernd, die frühzeitig erschienen waren, um einen der besten Plätze in der kleinen, schmucken Dorfkirche von Sils Maria ergattern zu können. Die Zeichen standen somit sehr früh auf ausverkauft.
Erwartete die Barockenthusiasten Hits von Bach, Händel oder Vivaldi?
Mitnichten, denn es sind nicht immer die grossen Komponistennamen, die einen Konzertabend unvergesslich machen. Das Barockensemble mit Plamena Nikitassova (Violine, Viola d’amore), Christophe Coin (Viola da gamba), Julian Behr (Theorbe) und Jean-Christophe Dijoux (Cembalo) zeigte, welch reiche Entdeckungen jenseits des geläufigen Barockrepertoires warten.

Mit Werken von Dietrich Buxtehude, William Young, Grobe ( so gut wie nie gespielt!), Johann Joseph Vilsmeier, Matthias Weckmann, Christoph Bernhard, Heinrich Ignaz Franz Biber und Johann Philipp Krieger entstand ein abwechslungsreiches Panorama nord- und süddeutscher Barockmusik.

Plamena Nikitassova prägte den Abend mit ihrem warmen, geschmeidigen Ton, Christophe Coin stand ihr gelassen mit seiner grossen Erfahrung zur Seite, Julian Behr verlieh dem Continuo auf der Theorbe rhythmische Lebendigkeit, während Jean-Christophe Dijoux am Cembalo dem musikalischen Geschehen stabile Sicherheit gab.

Besonders in den Werken von Buxtehude, Biber und Krieger zeigte sich die hohe Qualität des Ensemblespiels. Die Stimmen begegneten sich aufmerksam und gleichberechtigt. So entstand jener gemeinsame Atem, der Kammermusik erst ihre eigentliche Intensität verleiht.
Dazwischen konnten die Künstler sich aber auch solistisch beweisen, so etwa in William Young‘s Suite für Viola da Gamba, Johann Joseph Vilsmayr‘s Partita V für Violine solo oder in einer Toccata und einem Canzon für Cembalo des Schütz-Schülers Matthias Weckmann.
Dankbar wurden die Erläuterungen der Musiker zu ihren Instrumenten aufgenommen, etwa wie Nikitassova ihre Recherche-Erkenntnisse an der Schola Cantorum Basiliensis teilte und das Spiel mit dem Ansetzen des Instrumentes am Brustkorb als vergessene Spieltechnik erklärte.
Historisch informierte Aufführungspraxis wurde an diesem Abend somit auch demonstriert, vor allem aber gelebt, nicht ausschliesslich zur Freude des Publikums, sondern, so konnte man beinahe glauben, auch zum Wohlgefallen der die Anwesenden gütig überwachenden Apostel Johannes und Paulus…

Der herzliche und lang anhaltende Applaus war Ausdruck der Dankbarkeit für einen grossartigen Barockabend jenseits ausgetrampelter Programmpfade. (hsr)

Bilder Marco Cadonau
Engadin Sils im Engadin / Schweiz

✨ Ein herzliches Dankeschön an Bel Verde Floristik, St. Moritz! 🌸Musik berührt die Seele – und ein liebevoll gestalteter...
05/08/2026

✨ Ein herzliches Dankeschön an Bel Verde Floristik, St. Moritz! 🌸

Musik berührt die Seele – und ein liebevoll gestalteter Blumenschmuck schafft den passenden Rahmen dafür. Bei unseren Konzerten dürfen wir uns jedes Jahr über die wunderschönen Blumenarrangements von Bel Verde Floristik, St. Moritz freuen.

Mit ihrer grosszügigen Unterstützung und ihren floralen Kreationen verleihen sie unseren Konzertorten eine ganz besondere Atmosphäre und tragen dazu bei, dass jeder Konzertabend nicht nur musikalisch, sondern auch visuell unvergesslich wird.

Von Herzen danken wir Bel Verde für die langjährige Verbundenheit und die wertvolle Unterstützung des Engadin Festivals. 💐🎶

Staunen, wunderbare Form des ZuhörensStaunende Kinderaugen und lachende Gesichter verliehen dem Familienkonzert in der l...
05/08/2026

Staunen, wunderbare Form des Zuhörens

Staunende Kinderaugen und lachende Gesichter verliehen dem Familienkonzert in der leider nicht gut besuchten reformierten Kirche San Niculò in Pontresina eine ganz besondere Atmosphäre.
Wohl lag der bescheidene Publikumsaufmarsch am einmal mehr engadin typischen Prachtswetter, vielleicht aber auch etwas an der wenig präsenten Werbung in Pontresina oder der Uhrzeit 14 Uhr des Konzertbeginns.
Die anwesenden Kinder und ebenso viele Erwachsenen jedenfalls hatten ihr Kommen keineswegs zu bereuen. Stephanie Pagitsch (Flöte), Sirk Kammerer (Oboe), Elisabeth Seitenberger (Klarinette), Susanne von Hayn (Fagott), Christian Loferer (Horn) entführten das Publikum mit Claude Debussys Die Spielzeugschachtel in eine Welt voller Fantasie, Witz und feiner musikalischer Einfälle . In der Bearbeitung mit den augenzwinkernden Texten von Charles Lewinsky erwachte die Geschichte vom kleinen Holzsoldaten, der sich in eine schöne Puppe verliebt und dabei allerlei Abenteuer erlebt, zu neuem Leben.

Einen besonderen Reiz erhielt die Aufführung durch die live entstehenden Zeichnungen von Elias Paquay Bäumler, welche die Handlung gleichsam vor den Augen des Publikums wachsen liessen. Klang und Bild verbanden sich zu einer Einheit, die der Fantasie der Kinder ebenso Raum gab wie ihrer Aufmerksamkeit. Debussys Musik (für seine Tochter Claude-Emma komponiert) entfaltete dabei ihren ganzen Einfallsreichtum – verspielt, poetisch, tänzerisch.

Der Name PentAnemos setzt sich aus griechisch Pent (fünf) und Anemos (Wind, Lufthauch) zusammen. Ein treffender Name für dieses auf modernen Instrumenten spielende Bläserensemble, womit die Besucher auch gleich die Klangfarben mit dem am Vortag in Bever auf alten Instrumenten musizierenden Invent Quintett vergleichen konnten.
Dank Spielfreude, kluger Dramaturgie und der Wirkung der Musik wurde aus Debussys Werk mehr als ein Kinderkonzert: ein kunstvoller, vergnüglicher Zugang zur klassischen Musik, der Jung und Alt gleichermassen erfreute. Der herzliche Applaus am Schluss sprach für sich.

Mit einer Zugabe von Jaques Ibert verabschiedete sich das sympathische Münchner Ensemble, welches einen deutlich grösseren Publikumsaufmarsch verdient hätte. (hsr)

Photos: Marco Cadonau
Engadin Pontresina

Frischer Atem auf historischen InstrumentenDas InVent Quintet machte in der vollen Kirche San Giachem in Bever eindrucks...
04/08/2026

Frischer Atem auf historischen Instrumenten

Das InVent Quintet machte in der vollen Kirche San Giachem in Bever eindrucksvoll deutlich, dass historisch informierte Aufführungspraxis nichts Verstaubtes an sich haben muss. Die fünf jungen Musiker spielten mit Frische und einer Selbstverständlichkeit, die den historischen Instrumenten bzw. nachgebauten Kopien überraschende Lebendigkeit verlieh.

Vicente Romero (Flöte), Nina Alcañiz (Oboe), Magda Peralta Lladó (Klarinette), Milo Maestri (Horn) und Hannah Voss (Fagott) zeichneten die „Geburt des Bläserquintetts“, so der Programmtitel, dramaturgisch klug nach, mit wohldosierter Moderation das interessierte Publikum auf diese Reise mitnehmend.
Bereits Giuseppe Maria Cambinis Quintett (welch herrliches Rondo!) überzeugte durch fein austariertes Zusammenspiel. Jeder Stimme wurde Raum gegeben, ohne dass die Geschlossenheit des Ensembles verloren ging.

Die Trios von François Devienne und Wolfgang Amadeus Mozart liessen die charakteristischen Klangfarben der einzelnen Instrumente aufleuchten. Franz Danzis Quintett brachte Eleganz und tänzerische Leichtigkeit, ehe Antonín Reichas Es-Dur-Quintett den Abend mit Virtuosität und klanglichem Reichtum krönte.

Das InVent Quintet, 2022 erst am Konservatorium Amsterdam gegründet, musizierte frisch und ausdrucksstark, dies alles in einer wohltuenden Konzertlänge von gut eineinhalb Stunden.

Das Publikum spendete langen, warmen Beifall, der mit der Wiederholung von Cambini‘s Rondo als Zugabe verdankt wurde.
Das Credo des Intendanten Jan Schultsz, jungen Musikern Auftrittsmöglichkeiten am renommierten Festival zu geben, hat sich einmal mehr hörbar bewährt. (hsr)

Photos: Marco Cadonau
Engadin

Programmänderung? Ein GlücksfallWohl nicht allen Besucherinnen und Besuchern war beim Gang zum Konzertsaal des Hotels La...
03/08/2026

Programmänderung? Ein Glücksfall

Wohl nicht allen Besucherinnen und Besuchern war beim Gang zum Konzertsaal des Hotels Laudinella bewusst, dass wegen der Erkrankung der angesagten Janine Jansen (deren Bild Flyer und Plakate, nicht aber das aktuelle Programmheft ziert) eine Umbesetzung und Programmänderung vorgenommen werden musste.
Nun, diese war weit mehr als eine Ersatzlösung.
Jansens Spiel wird als leidenschaftlich oder musikalische Urgewalt beschrieben und, von Intendant Jan Schultsz versprochen, nächstes Jahr in St.Moritz zu erleben sein.
Steinbachers Stil hingegen wird technische Perfektion, emotionale Wärme und ein transparenter, „silbriger“ Ton attestiert, der von allem Anfang zu geniessen war.

Mit souveräner Selbstverständlichkeit nahm sie das Publikum sofort für sich ein. Gemeinsam mit dem Pianisten Peter von Wienhardt, weit mehr als nur ein Begleiter, gestaltete sie ein Programm, das wie aus einem Guss wirkte und doch in seiner stilistischen Vielfalt zwischen Oper, Ballett und Konzertsaal reizvoll changierte. Von Gershwins «Porgy and Bess» (ja, eine Oper, kein Musical) über Saint-Saëns’ brillantes Rondo Capriccioso bis zu den feurigen Tänzen Manuel de Fallas spannte sich bereits in der ersten Konzerthälfte ein weiter Bogen.

Zum Einstieg in den zweiten Teil gelangten sechs Szenen aus Sergej Prokofievs Ballettmusik Romeo und Julia zur Aufführung (arr. Peter von Wienhardt), u.a. auch der Tanz der Ritter - Capuleti e Montecchi. Das aufmerksame Publikum konnte bei diesem Klassikhit wie schon bei Falla‘s Tänzen und später bei der Zugabe mit den Interpretationen von Jan Liesicki vergleichen und wohl feststellen: Unterschiedliche Ansätze, beide absolute Weltklasse.
Tybalts Kampf, der letzten Szene, unterlag dann allerdings eine Saite von Steinbachers kostbarer Violine.
Die zum Ersetzen benötigte Pause benutzte Peter von Wienhardt in humorvoller und eloquenter Weise, um ein bisschen aus dem Nähkästchen eines Arrangeurs zu plaudern, sehr zur Freude des sich prächtig amüsierenden Publikums.

Mit dem schwungvoll-eleganten Rosenkavalier-Walzer von Richard Strauss konnte das Konzert fortgesetzt werden , bevor die beiden Aram Khachaturian-Werke– das innige Adagio aus Spartakus und der mitreissende Säbeltanz aus Gayaneh – das Publikum endgültig in Begeisterung versetzten. Der jubelnde Applaus wollte kaum enden und war Ausdruck einer spürbaren Dankbarkeit für diesen aussergewöhnlichen Abend.
Mit den Zugaben Libertango von Piazzolla und einer Serenade (wohl von Peter von Wienhardt selbst?) ging ein weiteres Festivalglanzlicht zu Ende.

Was als Programmänderung begonnen hatte, erwies sich als glückliche, den Beziehungen von Jan Schultsz zu verdankende Fügung.

Photos: Marco Cadonau

Hotel Laudinella Engadin

Singer Pur – Klangkunst purDie 1139 St.Luzius geweihte Kirche ist mit seiner ausgezeichneten Akustik, dem Sterngewölbe i...
01/08/2026

Singer Pur – Klangkunst pur

Die 1139 St.Luzius geweihte Kirche ist mit seiner ausgezeichneten Akustik, dem Sterngewölbe im Chor und den hervorragenden Glasmalereien ein Juwel unter den Engadiner Kirchen, auf‘s Beste geeignet für die feine Vokalkunst von Singer pur.

Seit der Gründung 1992 hat sich das Ensemble aus ehemaligen Regensburger Domspatzen und einer Sopranistin zu einer der führenden A-cappella-Formationen der Welt entwickelt – beeindruckend präzis, klangschön und ausdrucksstark. Cordula Kraetzl (Sopran), Christian Meister, Marcel Hübner und Manuel Warwitz (Tenor) sowie Jakob Steiner (Bariton) und Silas Bredemeier (Bass) entfalteten eine faszinierende Klangwelt.

In neuen Programm Sounds of William reisen die sechs Vokalkünstler durch ebenso viele Jahrhunderte und schlagen einen reizvollen Bogen von der Renaissance-Magie William Byrds über Volkslieder wie Am Brunnen vor dem Tore, eigentlich Der Lindenbaum aus Schuberts „Winterreise“ (Schön, dass man hier bei Friedrich Schilchers originalem Satz für vier Stimmen blieb), bis zu Robbie Williams, Billie Eilish‘s James Bond - Film - Titelsong No time to die und Billy Joel‘s And so it goes, einem der schönsten, emotionalsten Popsongs überhaupt.
So war dieser Hit (Arrangement der im Engadin bestens bekannten King’s Singers) eines der Glanzlichter dieses mitreissenden Konzerts.
Einen veritablen Knaller liessen Singer Pur für das begeisterte Publikum am Vorabend des 1. August dann mit „Fix you“ steigen, dem Welthit von Coldplay. Dessen immergleiche Akkordfolge diente als Folie für eine Reihe weiterer Wills sowie den Vater von Wilhelm Friedemann Bach - wer war das nochmal?
Natürlich wurde dies allen aufmerksam lauschenden Zuhörern spätestens dann klar, als in das von Silas Bredemeier glänzend arrangierte Quodlibet verwobene Air aus der 3. Orchestersuite von J.S. Bach erklang.
Welch herrlich musikalischer Humor, der im Übrigen auch die informativen Ansagen auszeichnete.
Apropos informativ: Dem begeisterten Publikum bot man neben dem wie immer sorgfältig geschriebenen Programm mit separat aufgelegten Liedtexten in der jeweiligen Originalsprache und deutscher Übersetzung eine weitere hilfreiche Stütze, die ausserordentlich geschätzt wurde und viel zum Genuss beitrug.

Mit Bill Withers Lovely Day schlug das Ensemble den Bogen zum Anfang des Konzerts, das mit Ain‘t no sunshine des amerikanischen Songwriters eröffnet worden war.
Die sechs sympathischen Künstler aus München widerstanden der Versuchung, als Zugabe nochmals einen Pophit zum Besten zu geben. Stattdessen verzückten sie das gerührte Publikum mit „Abide with me“, einer christlichen Hymne des englischen Organisten William Monk, basierend auf einem herzergreifenden, kurz vor seinem Tod geschriebenen Text des schottischen Geistlichen Henry Lyte.

Mit dem Engagement des deutschen Ensembles ist der Festivalleitung im Jubiläumsjahr ein weiterer Volltreffer gelungen. Die Messlatte für die Ausgabe 2027 ist hoch.(hsr)
(Bilder Marco Cadonau
Engadin Acapella

Seit langem unterstützt die Confiserie Hauser St.Moritz unser Festival in grosszügiger Weise. Die Engadiner Nusstorten w...
31/07/2026

Seit langem unterstützt die Confiserie Hauser St.Moritz unser Festival in grosszügiger Weise. Die Engadiner Nusstorten werden am Ende des Konzerts den Künstlern in charmanter Weise überreicht. Die Freude darüber ist jeweils sichtlich gross.

Intendant Jan Schultsz und Geschäftsführerin Martina Rizzi sagen herzlich: Grazcha fich!
Engadin Markus Hauser Hauser St.Moritz
Photo: Marco Cadonau

Alpira Brass – Sieben Musiker, ein Klangkörper und fliegende Blätter im MalojawindEs gibt Ensembles, die spielen Blech. ...
31/07/2026

Alpira Brass – Sieben Musiker, ein Klangkörper und fliegende Blätter im Malojawind

Es gibt Ensembles, die spielen Blech. Und es gibt Ensembles, die verwandeln Blech in Musik. Das Alpira Brass Septet gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. In Silvaplana bewiesen die sieben Musiker, weshalb die erst 2025 bei der Brassweek Samedan gegründete Formation bereits weit über das Engadin hinaus Beachtung findet.
Mit Giuliano Sommerhalder, Antoine Pittet und Simon Pellaux an den Trompeten, Joan Bernat Sanchis am Horn, Tobias Lang an der Posaune, Glenn Van Looy am Euphonium und Ross Knight an der Tuba vereint das Septett Spitzenbläser aus führenden Schweizer Orchestern und der Valaisia Brass Band. Sieben starke Persönlichkeiten – aber kein Nebeneinander, sondern ein gemeinsamer Atem.

Die Atmosphäre beim traditionellen Openair auf dem rappelvollen Silvaplaner Dorfplatz hätte idyllischer nicht sein können:
Die im Hintergrund dräuenden Gewitterwolken verschonten Silvaplana, alle Sitzplätze waren rasch besetzt, zusätzliche Bänke mussten aufgestellt werden, viele sassen am Boden oder lehnten sich an den plätschernden Dorfbrunnen, Kinder hüpften freudig ausgelassen zur mitreissenden Musik vor der Bühne.

Heatons Toccata setzte den kraftvollen Auftakt, Gabrieli und Bach zeigten die klangliche Eleganz dieser Besetzung, und Elgars Ni**od (die neunte und wohl bekannteste der vierzehn Enigma-Variationen) berührte mit Wärme und Noblesse. Danach entfaltete das Ensemble seine ganze Farbpalette: Glinkas Virtuosität in der Ouvertüre zu „Ruslan und Ludmilla“, Bartóks markante Klangsprache, Albéniz’ südliches Feuer in seiner Suite española und Mozarts Esprit aus Le nozze di Figaro sorgten für ein abwechslungsreiches musikalisches Feuerwerk, welches in Zeiten von Hitze und Trockenheit glücklicherweise erlaubt bleibt.
Die einzelnen Stücke wurden von den Ensemblemitgliedern in sympathischer, humvorvoller Weise vorgestellt, was die Zuhörerschaft immer sehr schätzt. Schade nur, dass kein Mikrofon zur Verfügung stand, so wurden die Ansagen in den hinteren Reihen buchstäblich vom Winde verweht.
Ebenso die Noten Joan Bernat Sanchis‘, der als einziger des Ensembles keinen ipad benützte. Durchaus möglich, dass dieser nach dem artistischen Einfangen der fliegenden Blätter nun auch umstellt…

Der anhaltende, begeisterte Applaus wurde vom Ensemble mit dem brillanten Midwest March von JJ. Richards verdankt.
Es wäre wohl kaum überraschend, wenn Intendant Jan Schultsz das Ensemble erneut einladen würde. Diesmal wohl mit 7 ipads ausgestattet. Wetten? (hsr)

Photos Marco Cadonau
Engadin

30/07/2026

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