23/02/2024
Es ist nass und grau.
Und an diesem Tag hatte ich eher weniger Lust auf das Wetter.
Einen Abend im Sturm oben auf einer Klippe, direkt am Meer, sowie einige andere Nächte im Bus oder Dachzelt, haben wir bereits erlebt.
Die Zeit in Frankreich neigte sich nun langsam aber sicher dem Ende zu.
Muss denn dieses Haus nun wirklich komplett von einem Wassergraben umschlossen sein😅
Aber ungesehen wollten wir auch nicht wieder fahren.
Irgendwann haben wir eine Stelle gefunden, an der es nicht zu schlimm gewesen wäre, ins Wasser zu rutschen.
Über glitschige, morsche Stämme kämpften wir uns also rüber, auf die andere Seite.
Wir konnten kaum glauben das unser Versuch unbemerkt geblieben war.
Endlich im inneren des Hauses angekommen fanden wir eine wunderschöne Zeitkapsel vor.
Die Küche mit dem Brunnen hat es mir besonders angetan.
Eine Frau in langem Kleid und Schürze pumpte Wasser in die Küche.
Auf dem Ofen siedete bereits das Wasser für den Tee oder Kaffee.
Ein angenehmer Geruch durchzog die Küche.
Am Tisch sitzt ein Kind und erledigt seine Hausaufgaben.
Der Mann des Hauses schreitet über die Schwelle, den Arm voller Holzscheit.
Als er die Scheite in den Ofen legte, war dies das einzige Geräusch, das die herrliche Stille für einen kurzen Augenblick unterbrach.
So oder so ähnlich könnte einer der Tage in diesem Anwesen vor vielen, vielen Jahren ausgesehen haben.
Aber es muss mehr Bewohner oder Gäste gegeben haben.
Es waren gerade im Obergeschoss unzählige Zimmer zu finden.
Vielleicht unterhielt hier auch jemand ein Hotel.
Die verschiedenen Salons, eins sogar mit Klavier und Billiardtisch, könnten diese Geschichte erzählen.
Im Obergeschoss fanden wir einige Checks, immer mit kleinen Briefen voller Dankeszeilen über die hier gut verlebte Zeit versehen.
Doch die meisten wurden nie eingelöst.
Ich liebe es einfach mich in solchen Locations quasi in meine Teilchen aufzulösen und mit der Location, mit der Zeit zu zerfließen.
Mir vorzustellen wie es gewesen sein mag.
Was gewesen sein mag.