11/10/2026
Brasilianisches Feuer, Rockklassiker und kölsche Mitsing-Hymnen – was für ein Abend! 🎶❤️
Beim 92. RheinKlang 669 Wohnzimmerkonzert verwandelte Brazilian Love Affair Mines Spatzentreff in einen brodelnden Musiktreff. Das Publikum sang begeistert mit, feierte die vier Vollblutmusiker mit Standing Ovations und bekam danach auch eine selbst geschriebene Zugabe. Und das Beste: Der Erlös des Abends kommt kranken Menschen in Brasilien zugute!
👉 Wie aus brasilianischen Rhythmen, Michael Jackson, Stevie Wonder und kölschen Klassikern ein unvergessliches Konzerterlebnis wurde, lest Ihr im Artikel von Anita Brandtstäter. 🇧🇷🎸
Brazilian Love Affair begeisterten mit brasilianischem Flair, Rock und kölschen Klassikern
Musikalische Vielfalt, beste Stimmung und ein Benefiz für Brasilien
Was für ein Abend! Beim 92. RheinKlang 669 Wohnzimmerkonzert verwandelte das Ensemble Brazilian Love Affair Mines Spatzentreff in einen brodelnden musikalischen Treffpunkt. Das Café und Bistro am Rhein war rappelvoll, einige Musikfans hatten sogar das Nachsehen, weil sie nicht rechtzeitig reserviert hatten und keinen Platz mehr im Innenraum fanden. Wer dabei war, erlebte einen Abend voller Rhythmus, Spielfreude und musikalischer Überraschungen. Von brasilianischen Klängen über internationale Rock- und Popklassiker bis hin zu kölschen Mitsing-Hymnen reichte das abwechslungsreiche Programm.
Schon mit den ersten brasilianischen Songs hatten die vier professionellen Musiker ihr Publikum auf ihrer Seite. Sängerin Ulrike Handler aus Österreich, Gitarrist Stephan Rodtmann aus Deutschland, Perkussionist Laurinho Bandeira de Souza aus Brasilien und Bassist Kristóf Szimán aus Ungarn harmonierten hervorragend. Besonders beeindruckend: Alle vier Musiker und die Sängerin präsentierten ihre Stücke auswendig. Das verlieh der Darbietung eine unmittelbare, lebendige Ausstrahlung und ließ Raum für Blickkontakt, spontane Reaktionen und die Kommunikation mit dem Publikum.
Von Brasilien in die internationale Rock- und Popwelt
Mit „Água de beber“ von Antônio Carlos Jobim und Vinícius de Moraes, „Ainda bem“ von Marisa Monte und Arnaldo Antunes sowie „Sina“ von Djavan entführte Brazilian Love Affair das Publikum zunächst nach Brasilien. Auch „Berimbau“, der berühmte Song von Baden Powell und Vinícius de Moraes, durfte nicht fehlen. Ulrike Handler erläuterte dazu die Bedeutung des Berimbaus: Das aus Afrika stammende, in Brasilien heimisch gewordene Saiteninstrument ist ein Musikbogen und spielt eine wichtige Rolle beim brasilianischen Kampftanz Capoeira.
Danach wurde es international und groovig. „Havana/Smooth“ mit Anklängen an Santana und Camila Cabello, Jason Mraz' „I'm Yours“ sowie gleich zwei Songs von Michael Jackson – „The Way You Make Me Feel“ und „Man in the Mirror“ – sorgten für Begeisterung. Mit „Living Your Life“ stellte Ulrike Handler auch einen eigenen Song vor.
Nach der Pause dankte Anita Brandtstäter vom RheinKlang-669-Team, die das Konzert organisiert hatte, für den großartigen ersten Teil. Zugleich machte sie auf die kommenden Wohnzimmerkonzerte aufmerksam: Am 20. Oktober sind Therockclassix mit mitreißenden Rock- und Pop-Covers zu Gast. Am 27. November folgt das Duo Geiler is' schon - die kleine Westernhagen Show, das schon mehrfach in Mines Spatzentreff überzeugt hat und auch weniger bekannte Songs des Liedermachers in der Besetzung Gesang und Piano auf die Bühne bringt.
Auch abseits der Wohnzimmerkonzerte ist Mines Spatzentreff ein lebendiger Kulturort. Die Ausstellung „Leben und Landschaft an der Ahr“ von Adam Sochajj, der an diesem Abend ebenfalls anwesend war, sorgte für ein stimmungsvolles Ambiente und ist noch bis Mitte November zu sehen. Schon am Freitag, 16. Oktober, stellt der junge Brühler Autor Tommy B. Brandl dort seinen Roman „Die Letzte Hoffnung“ vor – einen spannenden Klima- und Politthriller, der im Jahr 2046 spielt.
Mitsingen ausdrücklich erwünscht!
Im zweiten Konzertteil legte Brazilian Love Affair noch einmal nach. Lionel Richies „All Night Long“, Stevie Wonders „Superstition“, „Come Together“ von den Beatles und Peter Gabriels „Sledgehammer“ brachten weitere musikalische Facetten ins Spiel. Bei „I'm Yours“, „All Night Long“, „Come Together“ und „Rock Me Amadeus“ unterstützte Anita Brandtstäter das Ensemble mit Texttafeln dabei, das Publikum zum Mitsingen der Refrains zu animieren. Das klappte wunderbar und hob die ohnehin ausgezeichnete Stimmung noch einmal an.
Mit Falcos österreichischem Kult-Hit „Rock Me Amadeus“ ging es anschließend in Richtung Rheinland. Bei den drei kölschen Liedern war zusätzliche Mitsinghilfe kaum nötig: Viele Gäste sangen nicht nur die Refrains, sondern gleich ganze Strophen mit. „Et jitt kei Wood“ von CAT BALLOU, „In unserem Veedel“ von den Bläck Fööss und „Do kanns zaubere“ von BAP beziehungsweise Wolfgang Niedecken wurden zu Höhepunkten des Abends. Stephan Rodtmann war sichtlich stolz darauf, wie souverän Ulrike Handler als Nicht-Kölnerin die kölschen Mundarttexte artikulierte.
Mit „Get Lucky“ von Daft Punk, Nile Rodgers und Pharrell Williams setzte das Ensemble einen groovenden Schlusspunkt unter die reguläre Setlist. Doch das begeisterte Publikum ließ die Musiker nicht ohne Zugabe gehen: Nach Standing Ovations gab es mit „Love and Joy“ noch einen weiteren eigenen Song von Ulrike Handler – nach einem mitreißenden Abend kam man damit wieder etwas zur Ruhe.
Musik, die Menschen verbindet – und hilft
Zur Begrüßung hatte Hoppel Grassmeier vom Verein RheinKlang 669 die Musiker vorgestellt und das bewährte Motto der Wohnzimmerkonzerte erläutert: „Eintritt frei – der Hut geht 'rum“. Dieses Mal war die Sammlung allerdings nicht für die Künstler bestimmt. Brazilian Love Affair verbinden ihre Auftritte mit sozialem Engagement. Der Erlös des Abends kommt vollständig dem Haus der Barmherzigkeit in Santo Amaro da Imperatriz in der Metropolregion Florianópolis in Brasilien zugute, wo Kranke kostenlos behandelt werden.
Zum Abschluss dankte Hoppel Grassmeier besonders Gastgeberin Mine Murzoglu, die mit Mines Spatzentreff den besonderen Rahmen für die RheinKlang-669-Wohnzimmerkonzerte überhaupt erst möglich macht, sowie dem großartigen Ensemble. Ulrike Handler freute sich außerdem über den Besuch von Heike Funk, von der der Kontrabass stammte, auf dem an diesem Abend gespielt wurde.
Die Musiker fühlten sich in Wesseling sichtlich wohl und wollen unbedingt wiederkommen. Ein Wiedersehen im Sommer 2027 ist bereits angedacht – vielleicht sogar als Open-Air-Konzert im "Spatzengarten". Die Planung der Wohnzimmerkonzerte für das erste Halbjahr 2027 ist beim rührigen Kulturverein bereits abgeschlossen. Nach diesem Abend darf man sich auf tolle weitere musikalische Begegnungen freuen...
Foto und Text: Anita Brandtstäter